Ricardo Rodriguez
Wer an die Schweizer Fussballnationalmannschaft der letzten 15 Jahre denkt, sieht ihn fast automatisch vor sich: Ricardo Rodriguez, die linke Seite, der Freistoss mit dem linken Fuss. Über 140 Länderspiele hat der Zürcher inzwischen auf dem Konto. Mehr hat nur Captain Granit Xhaka. Laut wird Rodriguez dabei selten, weder auf dem Platz noch neben dem Platz.
Im September 2026 kehrte er zum FC Torino zurück, wo er schon von 2020 bis 2024 gespielt hatte. Wie alt er ist, woher seine Familie kommt, was über seinen Lohn durchsickert und wer die Frau an seiner Seite ist, steht weiter unten.
Vollständiger Name | Ricardo Iván Rodriguez Araya |
|---|---|
Geburtsdatum | 25. August 1992 |
Geburtsort | Zürich |
Alter | 34 Jahre |
Herkunft | Vater Spanier aus Galicien, Mutter Chilenin |
Position | Linksverteidiger |
Grösse | 1,82 m |
Aktueller Verein | FC Torino (seit September 2026, Vertrag bis 30. Juni 2027 mit Option auf ein weiteres Jahr) |
Frühere Vereine | FC Zürich, VfL Wolfsburg, AC Milan, PSV Eindhoven (Leihe), FC Torino, Real Betis |
Länderspiele für die Schweiz | über 140, 9 Tore (Debüt im Oktober 2011 gegen Wales) |
Grosse Turniere | WM 2014, 2018, 2022, 2026; EM 2016, 2020, 2024 |
Grösste Titel | U17-Weltmeister (2009), DFB-Pokal und DFL-Supercup mit Wolfsburg (2015) |
Partnerin | Nicole Schmid |
Kinder | zwei Söhne: Santiago (2021) und Cruz (2024) |
Brüder | Roberto (älter) und Francisco (jünger), beide Profifussballer |
Ricardo Rodriguez
Biografie
Ricardo Rodriguez kam am 25. August 1992 in Zürich zur Welt. Mit 34 Jahren gehört er heute zu jenen Routiniers, die sich in jedem Interview die Frage nach dem Rücktritt anhören müssen. Bisher winkt er ab. Er spielt in der Serie A, und einen Abschied aus der Nati hat er nicht angekündigt.
Die Herkunft der Familie reicht weit über Zürich hinaus. Der Vater stammt aus Galicien im Nordwesten Spaniens, die Mutter Marcela Araya aus Chile. Aufgewachsen ist Ricardo aber in Zürich, und dort fing auch alles mit dem Fussball an.
Dass er überhaupt Fussball spielen konnte, war anfangs alles andere als sicher. Rodriguez kam mit einer Zwerchfellhernie zur Welt, einem Loch im Zwerchfell. Die Ärzte hatten das schon in der Schwangerschaft entdeckt und operierten ihn direkt nach der Geburt. Seine Chancen standen damals bei etwa 50 zu 50. Heute hat er über 140 Länderspiele in den Beinen.
Fussball war bei den Rodriguez offensichtlich Familiensache. Der ältere Bruder Roberto und der jüngere Francisco wurden ebenfalls Profis. Drei Brüder im bezahlten Fussball, das gibt es in der Schweiz nicht oft. Der Autor Thomas Renggli schrieb 2018 sogar ein Buch über die drei: «Rodriguez, Roberto, Ricardo, Francisco».
2015 traf die Familie ein harter Schlag. Mutter Marcela starb an Krebs. Ricardo spielte damals in Wolfsburg, weit weg von Zürich.
Angefangen hat er beim FC Schwamendingen, wo er 2001 und 2002 bei den Junioren kickte. 2002 holte ihn der FC Zürich in den Nachwuchs. Von dort ging es Stufe für Stufe nach oben, bis zu den Profis.
Ricardo Rodriguez
Privatleben
Viel gibt Rodriguez über sein Privatleben nicht preis. Ein paar Dinge sind aber bekannt. Die Frau an seiner Seite heisst Nicole Schmid. Kennengelernt haben sich die beiden an einem Grümpelturnier im Zürcher Oberland, sie war 14, er 16. Aus der Bekanntschaft unter Teenagern wurde eine Beziehung, die heute seit 13 Jahren hält. Ob die beiden verheiratet sind, ist öffentlich nicht bekannt. Nicole Schmid gilt deshalb als seine Partnerin.
Im April 2026 sprach sie in einer SRF-Reportage erstaunlich offen über ihr Leben an der Seite eines Profis. Sie erzählte von Einsamkeit und von ständigen Umzügen. Auch das Klischee, Spielerfrauen würden ja nicht arbeiten, kam zur Sprache. Damals lebte die Familie in Sevilla. Ricardo selbst hält sich vor Kameras lieber zurück, dafür sprach sie umso offener.
Die beiden haben zwei Kinder. Santiago kam am 21. Dezember 2021 zur Welt, Cruz am 14. Juli 2024. Das war der Tag des EM-Finals. Die Nati war gut eine Woche zuvor im Viertelfinal gegen England ausgeschieden, der frischgebackene Papi hatte an diesem Abend wenigstens frei.
Seit Rodriguez 2012 Zürich verliess, zog die Familie oft um: Wolfsburg, Mailand, Eindhoven, Turin, Sevilla und jetzt wieder Turin. Für Nicole Schmid hiess das jedes Mal, irgendwo neu anzufangen, mit neuer Sprache und neuen Nachbarn. Ricardo sagt, gerade dieser Rückhalt sei einer der Gründe, warum er mit 34 noch so jung aussieht.
Ricardo Rodriguez und Nicole Schmid
Und das Geld? Offizielle Zahlen zum Lohn gibt es nicht. Ein paar Hinweise schon. Das italienische Portal TuttoMercatoWeb berichtete 2024, Rodriguez verdiene beim FC Torino rund 1,5 Millionen Euro netto pro Saison. Für einen neuen Vertrag wollte er 2 Millionen. Das Angebot aus Turin lag laut dem Bericht bei fast nur der Hälfte seines bisherigen Lohns, und Rodriguez zog weiter nach Sevilla.
Im August 2026 meinte der frühere FCZ-Trainer Uli Forte, Rodriguez habe in La Liga «richtig gut verdient». Daran scheiterte auch die Rückkehr nach Zürich. Laut blue Sport lagen die Lohnvorstellungen weit auseinander, und der FCZ hätte kreativ rechnen müssen. Was er nun in Turin verdient, hält der Club für sich.
Beim Vermögen wird es noch dünner. Verlässliche Zahlen gibt es keine. Klar ist nur, dass für Rodriguez hohe Summen über den Tisch gingen: über 10 Millionen Franken beim Wechsel nach Wolfsburg, laut Medienberichten 15 Millionen Euro plus Boni beim Transfer zur AC Milan. Nur gehen Ablösesummen an die Clubs, nicht an den Spieler. Seriöse Schätzungen zu seinem Vermögen gibt es deshalb keine.
Karriere
2010 schaffte Rodriguez beim FC Zürich den Sprung zu den Profis. Er spielte sich schnell fest und wurde mit dem FCZ in der Saison 2010/11 Vizemeister. 35 Super-League-Spiele, 2 Tore, dazu die Wahl der Fans zum besten Spieler der Saison 2011/12. Lange blieb er nicht. Im Januar 2012 holte ihn der VfL Wolfsburg für über 10 Millionen Franken und gab ihm einen Vertrag über viereinhalb Jahre. Ein 19-Jähriger aus dem FCZ-Nachwuchs in der Bundesliga, das war damals eine ziemliche Geschichte. Für den FCZ war das der teuerste Verkauf der Clubgeschichte, und laut Statista stand er im Sommer 2024 immer noch an der Spitze.
In Wolfsburg wurde aus dem Talent ein gestandener Bundesliga-Verteidiger. 184 Pflichtspiele in fünfeinhalb Jahren, 15 Bundesliga-Tore. Für einen Linksverteidiger eine starke Bilanz, vor allem dank seiner Freistösse. Im Dezember 2013 schoss er das 500. Bundesliga-Heimtor der Wolfsburger. 2015 kam der grösste Moment mit dem VfL: Sieg im DFB-Pokal, kurz danach der DFL-Supercup.
Im Juni 2017 ging es nach Italien. Die AC Milan zahlte laut Berichten 15 Millionen Euro plus 2 Millionen an Boni und gab ihm einen Vierjahresvertrag. 2018 stand er mit Milan im Final der Coppa Italia, in der Serie A kam er auf 74 Spiele und ein Tor. Danach rückte er aus der ersten Reihe, und Anfang 2020 folgte eine Leihe zur PSV Eindhoven. Nach sechs Ligaspielen war der holländische Ausflug vorbei.

Ricardo Rodriguez - AC Milan - Skills & Assists - 2018/19
Im August 2020 unterschrieb Rodriguez beim FC Torino für vier Jahre. Bei den Granata blühte er auf und wurde vom Neuzugang zur Führungsfigur. Ab der Saison 2022/23 trug er die Captainbinde, insgesamt kamen 129 Einsätze in Serie A und Coppa Italia zusammen, mit einem Tor und drei Vorlagen. 2024 lief der Vertrag aus, und beim Geld fanden die beiden Seiten keinen gemeinsamen Nenner.

Pre-Season-Tour | Entdecke Turin mit Ricardo Rodriguez | Serie A 2023/24
Im August 2024 wechselte er ablösefrei zu Real Betis nach Sevilla. Mit Betis erreichte er 2025 den Final der Conference League. In der Liga kam er auf 41 Einsätze, doch Trainer Manuel Pellegrini setzte auf der linken Seite oft auf Romain Perraud. Im Juni 2026 lief der Vertrag aus, und Rodriguez war plötzlich vereinslos.
Was folgte, war ein Sommer voller Gerüchte. Sion-Präsident Christian Constantin bestätigte Gespräche, und auch der FC Zürich klopfte an. Rodriguez selbst sprach während der WM von einem «kleinen Funken Hoffnung» für die FCZ-Fans. Am Ende scheiterte es am Lohn. Am 3. September 2026 meldete der FC Torino seine Rückkehr, mit einem Vertrag bis Juni 2027 und einer Option auf ein weiteres Jahr. Zurück in der Stadt, in der er Captain war.
Mit der Schweiz ging es schon früh los. 2009 wurde Rodriguez mit der Schweizer U17 Weltmeister, ein Titel, den viele Fans bis heute nicht vergessen haben. 2012 spielte er an den Olympischen Spielen in London alle drei Gruppenspiele.
Das Debüt in der A-Nati gab er im Oktober 2011 in Cardiff gegen Wales. Unter Ottmar Hitzfeld kam er in der 62. Minute für Xherdan Shaqiri, die Schweiz verlor 0:2. Kein glanzvoller Start. Danach war er aus der Startelf aber kaum mehr wegzudenken. Murat Yakin nannte ihn einmal «unersetzbar» auf links.
Im Herbst 2022 stand gegen Tschechien sein 100. Länderspiel an. Im März 2025 lief er gegen Nordirland zum 126. Mal auf und zog damit an Shaqiri vorbei. Seither ist er die Nummer zwei der ewigen Rangliste, hinter Granit Xhaka. Er spielte an vier Weltmeisterschaften (2014, 2018, 2022 und 2026) und an drei Europameisterschaften (2016, 2020 und 2024). Bei den WM-Einsätzen teilt er sich den Schweizer Rekord mit Xhaka.

Der langjährige Schweizer Nati-Verteidiger Ricardo Rodriguez absolviert in der Nations League sein 100. Länderspiel.
Vor der WM 2026 in Nordamerika fragten sich manche, ob er mit 33 noch gut genug sei. Rodriguez blieb gelassen. Er wolle für die Nati spielen, solange der Körper mitmache, sagte er. Kritik äussere er lieber in der Kabine als in der Zeitung. Laut SRF hatte er bei WM-Endrunden bis dahin gerade mal zwei Minuten verpasst.
Ganz ohne Patzer lief es trotzdem nicht. Lange galt Rodriguez als sicherer Penaltyschütze, doch im Herbst 2022 hatte er drei Elfmeter in Folge für die Schweiz verschossen. Auch Routiniers sind eben keine Maschinen.
Bei der genauen Zahl der Länderspiele sind sich die Quellen übrigens nicht einig. Je nach Stand ist von 140, 141 oder 144 Spielen die Rede. Sicher ist: über 140, dazu 9 Tore. In der Abwehr bildet er seit Jahren ein eingespieltes Duo mit Manuel Akanji, dahinter steht Goalie Gregor Kobel. Kein Zufall, dass Ricardo Rodriguez zu den Top 10 Fussballern der Schweiz zählt.
Ricardo Rodriguez
Auszeichnungen und Anerkennung
Jahr | Titel oder Auszeichnung | Team |
|---|---|---|
2009 | U17-Weltmeister | Schweiz U17 |
2011 | Schweizer Vizemeister (Saison 2010/11) | FC Zürich |
2012 | Bester Spieler der Saison 2011/12 (Wahl der Fans) | FC Zürich |
2014 | Credit Suisse Player of the Year (bester Schweizer Nationalspieler) | Schweiz |
2015 | DFB-Pokal | VfL Wolfsburg |
2015 | DFL-Supercup | VfL Wolfsburg |
2018 | Finalist Coppa Italia | AC Milan |
2025 | Finalist Conference League | Real Betis |
Der grosse Vereinstitel kam also in Wolfsburg: 2015 holte Rodriguez dort gleich zwei Pokale innert weniger Monate. Die Finals mit Milan und Betis endeten dagegen ohne Happy End. Persönlich stach vor allem das Jahr 2014 heraus. Nach seiner ersten WM in Brasilien zeichnete ihn Credit Suisse als besten Schweizer Nationalspieler des Jahres aus.
Dazu kommen die Rekorde in der Nati. Nur Xhaka hat mehr Länderspiele, und bei den WM-Einsätzen liegen die beiden gleichauf. An grossen Turnieren hat kein Schweizer mehr Spiele bestritten als Rodriguez. Bis März 2025 kam er an WM- und EM-Endrunden auf 26 Einsätze und musste dabei nur ein einziges Mal vorzeitig vom Feld.
Interessante Fakten
- Bei seiner Geburt gaben die Ärzte Rodriguez wegen einer Zwerchfellhernie nur etwa 50 Prozent Überlebenschance. Heute hat er die zweitmeisten Länderspiele der Schweizer Geschichte.
- Sein zweiter Sohn Cruz kam am 14. Juli 2024 zur Welt, am Tag des EM-Finals.
- Während der WM 2026 machten in den sozialen Medien Vergleichsbilder die Runde: Rodriguez sehe genauso aus wie 2014 in Brasilien. Sein Rezept laut eigener Aussage: ein geregelter Alltag, die Familie im Rücken und möglichst wenig Stress.
- Im Dezember 2013 erzielte er das 500. Bundesliga-Heimtor des VfL Wolfsburg.
- Über die drei Brüder Roberto, Ricardo und Francisco gibt es seit 2018 ein eigenes Buch von Thomas Renggli.
Ricardo Rodriguez
Soziale Netzwerke
FAQ
Welche Herkunft hat Ricardo Rodriguez?
Er kam am 25. August 1992 in Zürich zur Welt und wuchs dort auf. Der Vater stammt aus Galicien in Spanien, die Mutter Marcela Araya aus Chile. Seine ersten Fussballschuhe schnürte er beim FC Schwamendingen, danach ging es zum FC Zürich.
Wie viel verdient Ricardo Rodriguez?
Offizielle Zahlen gibt es nicht. Laut TuttoMercatoWeb kassierte er 2024 beim FC Torino rund 1,5 Millionen Euro netto pro Saison. Was sein neuer Vertrag in Turin einbringt, ist nicht bekannt.
Wer ist die Frau von Ricardo Rodriguez?
Seine Partnerin heisst Nicole Schmid. Die beiden kennen sich seit einem Grümpelturnier im Zürcher Oberland und sind seit 13 Jahren ein Paar. Über eine Hochzeit ist nichts bekannt.
Wie viele Kinder hat Ricardo Rodriguez?
Zwei Söhne: Santiago, geboren am 21. Dezember 2021, und Cruz, geboren am 14. Juli 2024.
Bei welchem Verein spielt Ricardo Rodriguez aktuell?
Seit September 2026 wieder beim FC Torino. Der Vertrag läuft bis 30. Juni 2027, mit Option auf ein weiteres Jahr.
Wie viele Länderspiele hat Ricardo Rodriguez für die Schweiz bestritten?
Über 140, je nach Quelle zwischen 140 und 144, dazu 9 Tore. Damit liegt er hinter Granit Xhaka auf Platz zwei.









