Schweizer Fussballnationalmannschaft
Es war ein Sommer, den viele so schnell nicht vergessen. Die Schweizer Fussballnationalmannschaft, von allen nur «Nati» genannt, erlebte 2026 einen historischen Moment. Unter Nationaltrainer Murat Yakin erreichte die Schweiz erstmals seit 1954, also nach 72 Jahren, wieder den Viertelfinal einer Weltmeisterschaft, wo sie sich Argentinien mit 1:3 nach Verlängerung geschlagen geben musste. Damit stand die Nati schon zum sechsten Mal in Folge an einer WM-Endrunde und bleibt eine der konstantesten Auswahlen Europas.
Und es geht Schlag auf Schlag weiter. Im Herbst 2026 wartet ein dichtes Programm in der UEFA Nations League, während parallel das Frauen-Nationalteam über die Playoffs um ein Ticket für die WM 2027 in Brasilien kämpft. Dazu kommt eine Geschichte, die bis ins Jahr 1895 zurückreicht. Doch der Reihe nach.
Name | Schweizer Fussballnationalmannschaft («Nati») |
|---|---|
Verband | Schweizerischer Fussballverband (SFV) |
Gegründet | 1895 |
Nationaltrainer (Männer) | Murat Yakin |
Nationaltrainer (Frauen) | Rafel Navarro (mit Assistentin Julia Simic) |
Bestes WM-Ergebnis | Viertelfinal (1934, 1938, 1954, 2026) |
WM-Teilnahmen | 13 |
Gruppe WM 2026 | Gruppe B (Katar, Bosnien-Herzegowina, Kanada) |
Ergebnis WM 2026 | Viertelfinal, 1:3 gegen Argentinien (n. V.) |
Aktueller Wettbewerb | UEFA Nations League 2026/27 |
Heimstadion (typisch) | Wankdorf-Stadion Bern und weitere Arenen |
Website |
Schweizer Nati
Geschichte
Die Nati wurde 1895 gegründet und gehört damit zu den ältesten Nationalteams Europas. Über mehr als ein Jahrhundert hat sie eine stabile Fussballtradition im Land geprägt. Ihre erste Blütezeit kam in den 1930er- und 1950er-Jahren. Bei den Weltmeisterschaften 1934 und 1938 zog sie je in den Viertelfinal ein, und den Höhepunkt bildete die Heim-WM 1954, als das Team erneut so weit kam. Verantwortlich dafür war der österreichische Trainer Karl Rappan, der mit dem «Riegel» eine frühe Form der modernen Defensivtaktik perfektionierte. Der Viertelfinal von 1954 ging als «Hitzeschlacht von Lausanne» in die Geschichte ein: gegen Österreich verspielte die Schweiz eine frühe 3:0-Führung und verlor am Ende 5:7, im torreichsten Spiel der WM-Geschichte.
Danach kam eine lange Durststrecke. Zwischen 1966 und 1994, also 28 Jahre lang, verpasste die Schweiz jede WM-Endrunde. Die Wende brachte Mitte der 1990er die Rückkehr an die WM 1994 in den USA, wohin der Engländer Roy Hodgson das Team führte. In den 2000er- und 2010er-Jahren etablierte sich die Nati dann als feste Grösse bei den grossen Turnieren, getragen von einer Spielergeneration, aus der besonders Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka und Stephan Lichtsteiner international Anerkennung fanden.
Seit 2002 riss die Serie der WM-Qualifikationen nicht mehr ab, eine für die Schweiz rekordverdächtige Konstanz. 2018 und 2022 war jeweils im Achtelfinal Schluss. Umso mehr wurde 2026 zum Wendepunkt. Unter Murat Yakin überstand die Nati die Gruppenphase, setzte sich in der K.-o.-Runde gegen Algerien und Kolumbien durch und stand erstmals seit 72 Jahren wieder im WM-Viertelfinal. Dort lieferte sie gegen Titelverteidiger Argentinien einen grossen Kampf, ehe sie mit 1:3 nach Verlängerung verlor, trotz eines Platzverweises und der Gegentore in der Verlängerung. Nach 90 Minuten hatte es noch 1:1 gestanden. Wie sehr dieses Ergebnis das Land bewegte, zeigte die Rückkehr aus Nordamerika: Tausende Fans empfingen die Mannschaft auf dem Turbinenplatz in Zürich und feierten eines der erfolgreichsten Kapitel der Schweizer Fussballgeschichte.
Historische Aufnahmen der Schweizer Nati
Kader und wichtige Spieler
Das Gerüst von Murat Yakins Team ist seit Jahren erstaunlich stabil. Im Tor hat Gregor Kobel das Erbe von Yann Sommer angetreten, jenem langjährigen Torhüter, der die Nati über zwölf Jahre und fünf grosse Turniere prägte, ehe er 2024 aus dem Nationalteam zurücktrat. Kobel organisiert nun als Nummer eins die Abwehr. Davor gibt Abwehrchef Manuel Akanji den Ton an, einer der Teamleader der Nati. Im Mittelfeld bleibt der erfahrene Granit Xhaka der Leader und Dirigent, der eine Saison beim englischen Klub Sunderland verbracht hat. Vorne sorgen der Monaco-Spielmacher Denis Zakaria und Stürmer Breel Embolo für Gefahr. Embolo, der bei Rennes spielt, war mit vier Toren der beste Torschütze der WM-Qualifikation 2026.
Für den ersten Zusammenzug nach der WM hat Yakin 25 Spieler aufgeboten. Im Kader für die vier Partien der Nations League zwischen dem 26. September und dem 6. Oktober 2026 stehen mit Winsley Boteli und Sascha Britschgi zwei Neulinge sowie mit Zachary Athekame, Adrian Bajrami und Alvyn Sanches drei Rückkehrer. Das Gerüst bilden weiterhin zwanzig Akteure, die schon für die WM 2026 nominiert waren. Boteli, der 20-jährige Angreifer des FC Sion, sorgte zuletzt mit zwölf Toren in vierzehn Pflichtspielen für Furore. Bei solchen Zahlen war die Nominierung fast unumgänglich.
Zugleich endete eine Nati-Laufbahn. Mittelfeldspieler Christian Fassnacht hat sich vor dem Start in die Länderspiel-Saison 2026/27 entschieden, seine Karriere im Nationalteam zu beenden. Der Zürcher debütierte Mitte Oktober 2018 in der Nations League gegen Belgien, bestritt 24 Partien für die Nati und erzielte fünf Tore. Er war über Jahre jener unaufgeregte, zuverlässige Typ, der einem Team im Hintergrund guttut. Sein Kapitän Granit Xhaka führte die Nati 2026 übrigens schon zum vierten Mal in Folge an eine WM-Endrunde und teilt sich mit Ricardo Rodríguez mit je zwölf Einsätzen die Schweizer WM-Rekordliste.
Kader der Schweizer Nati
Spielplan im Herbst 2026
Der Herbst 2026 bringt einen dicht gedrängten Spielplan. Grund ist das verlängerte internationale Spielfenster der UEFA vom 24. September bis 6. Oktober, in dem die Nationalteams gleich vier Partien hintereinander bestreiten können. Die Nati startet mit zwei Auswärtsspielen, am 26. September 2026 gegen Nordmazedonien und am 29. September 2026 gegen Schottland im Hampden Park in Glasgow.
Direkt danach folgen zwei Heimspiele. Am 3. Oktober 2026 trifft die Schweiz auf Slowenien, am 6. Oktober 2026 erneut auf Nordmazedonien, beide in der thermoplan arena in Luzern. Zwei Heimspiele innert nur 72 Stunden sind eine echte Rarität. Für die Fans gibt es dabei etwas Neues: Erstmals seit über 25 Jahren kehren an den Heimspielen die Stehplätze zurück, vorerst in den Sektoren B2 und B3 der beiden Luzerner Partien. Möglich machte das ein Entscheid des UEFA-Exekutivkomitees, der die Stehplätze nach einer vierjährigen Testphase auf alle Wettbewerbe der Organisation ausweitet.
Zum Abschluss des Herbstes stehen im November zwei weitere Spiele an, am 13. November 2026 auswärts gegen Slowenien im Stadion Stožice in Ljubljana und am 16. November 2026 das letzte Heimspiel des Jahres gegen Schottland im Berit Sitterstadion in St. Gallen. Der Hintergrund: Die Schweiz stieg nach der Saison 2024/25 aus der Eliteliga A ab, in der sie hinter Spanien, Dänemark und Serbien Letzter geworden war, und spielt 2026/27 in der Liga B. Das Ziel ist klar. Yakin will zurück nach oben und in den sechs Spielen beweisen, dass die Nati «in Liga A gehört». Dazu kann die Kampagne einen weiteren Weg zur Europameisterschaft 2028 in Grossbritannien und Irland eröffnen, über ein Playoff-System, auch wenn die UEFA die Details noch nicht endgültig bestätigt hat.

SCHWIZER NATI - WORLDCUP 2026 [OFFICIAL SWISS ANTHEM]
Frauen-Nationalteam
Auch die Frauen sorgen für Schlagzeilen. Das Frauen-Nationalteam führt Nationaltrainer Rafel Navarro, unterstützt von Assistentin Julia Simic, die 2025 in einer sogenannten «hybriden Rolle» zum Trainerstab stiess. Vor Navarro leitete die schwedische Trainer-Ikone Pia Sundhage das Team von Anfang 2024 bis Ende 2025 und führte die Nati bei der Heim-EM 2025 bis in den Viertelfinal, ehe der Verband die Zusammenarbeit beendete. Sportlich läuft es rund: die Nati gewann ihre Gruppe in der Liga B der WM-Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien souverän, mit fünf Siegen und einem Unentschieden, und schloss die Quali mit einem 2:1 gegen Nordirland ab.
Ganz durch ist die Schweiz damit aber noch nicht. Über die Playoffs kämpfen die Frau-Spielerinnen um das WM-Ticket. In der ersten Runde geht es zwischen dem 7. und 13. Oktober 2026 gegen Israel, wobei das Hinspiel am 9. Oktober wegen der Sicherheitslage in Israel im ungarischen Mezökövesd stattfindet und das Rückspiel am 13. Oktober in Sitten. Bei einem Sieg folgt die zweite Runde zwischen dem 26. November und dem 5. Dezember 2026, dann gegen die Siegerinnen des Duells Österreich gegen Kosovo. Einen Namen hat sich die Frauen-Nati international längst gemacht: Achtelfinal an den Weltmeisterschaften 2015 und 2023, Gruppenphase an der EM 2017 und die emotionale Heim-EM 2025, an der erst Spanien den Traum der Schweizerinnen beendete.
Frauen-Nationalteam
Interessante Fakten
- Der Viertelfinal-Einzug an der WM 2026 war ein Rekord: zum ersten Mal seit 72 Jahren, seit der Heim-WM 1954, stand die Schweiz wieder in dieser Turnierphase. Das machte den Sommer 2026 zu einem der denkwürdigsten der Schweizer Fussballgeschichte. Dazu passt die Serie der WM-Qualifikationen seit 2002, ein scharfer Kontrast zur früheren 28-jährigen Durststrecke von 1966 bis 1994.
- Für die Fans gibt es im Herbst 2026 gleich zwei Neuerungen. Erstmals seit über einem Vierteljahrhundert kehren an den Heimspielen die Stehplätze zurück. Und der Herbstkalender ist aussergewöhnlich dicht: vier Nations-League-Spiele in nur elf Tagen, dank des eigens verlängerten Spielfensters der UEFA.
- Ein Blick in die Statistik bringt noch mehr Spannendes. Granit Xhaka und Ricardo Rodríguez führen mit je zwölf Einsätzen die Schweizer WM-Rekordliste an. Erfolgreichster Schweizer WM-Torschütze bleibt Josef Hügi mit sechs Treffern an der Heim-WM 1954, gefolgt von Xherdan Shaqiri mit fünf Toren. Und «Nati» ist keine offizielle Bezeichnung, sondern die im Schweizerdeutschen verbreitete Kurzform von «Nationalmannschaft», die sich seit Jahrzehnten eingebürgert hat.
FAQ
Wie oft hat die Schweiz an Weltmeisterschaften teilgenommen?
Die Schweiz war bislang 13 Mal an einer WM-Endrunde dabei. Seit 2006 hat sie keine WM mehr verpasst und stand 2026 zum sechsten Mal in Folge im Turnier.
Was ist das beste WM-Ergebnis der Nati?
Der Viertelfinal, erreicht 1934, 1938, 1954 und zuletzt 2026. An der Heim-WM 1954 gilt dieses Ergebnis bis heute als eines der bedeutendsten der Schweizer WM-Geschichte.
Warum gilt der Viertelfinal-Einzug 2026 als historisch?
Weil die Schweiz erstmals seit 72 Jahren, seit 1954, wieder so weit kam. Unter Murat Yakin setzte sich die Nati in der K.-o.-Runde gegen Algerien und Kolumbien durch, ehe im Viertelfinal gegen Argentinien mit 1:3 nach Verlängerung Endstation war.
Wer ist der Nationaltrainer der Schweizer Männer?
Murat Yakin. Der frühere Innenverteidiger mit 49 Länderspielen übernahm den Posten im August 2021 und führte die Nati 2026 in den WM-Viertelfinal.
Wer leitet das Schweizer Frauen-Nationalteam?
Nationaltrainer Rafel Navarro, unterstützt von Assistentin Julia Simic, die 2025 in einer «hybriden Rolle» zum Trainerstab kam.
Hat sich das Schweizer Frauen-Nationalteam für die WM 2027 qualifiziert?
Noch nicht endgültig. Die Frauen gewannen zwar ihre Quali-Gruppe in der Liga B souverän, müssen sich das WM-Ticket für Brasilien aber über die Playoffs sichern, zuerst gegen Israel, danach eventuell gegen Österreich oder Kosovo.
Wann wurden der SFV und die Nationalmannschaft gegründet?
Die Schweizer Nationalmannschaft wurde 1895 gegründet und gehört damit zu den ältesten Nationalteams Europas. Getragen wird sie vom Schweizerischen Fussballverband (SFV).
Wo finden die Heimspiele der Schweiz üblicherweise statt?
Die Nati spielt an verschiedenen Arenen im Land, traditionell unter anderem im Wankdorf-Stadion in Bern. Im Herbst 2026 finden die Heimspiele der Nations League in Luzern und in St. Gallen statt.







