Persönlichkeiten

Gregor Kobel

von Elena Keller

Inhaltsverzeichnis
Gregor Kobel (Fussballtorhüter)

Gregor Kobel gehört zu den besten Torhütern des Weltfussballs. Der gebürtige Schweizer hütet seit 2021 das Tor von Borussia Dortmund und ist die unbestrittene Nummer eins der Schweizer Nationalmannschaft. An der Weltmeisterschaft 2026 brachte Gregor Kobel die Schweiz erstmals seit 72 Jahren wieder in einen WM-Viertelfinal, als er im Achtelfinal gegen Kolumbien im Penaltyschiessen den entscheidenden Elfmeter parierte. Mit seinen Leistungen im Klub und in der Nati hat sich Gregor Kobel einen festen Platz unter den Top 10 der besten Schweizer Fussballer erspielt.

2024 löste er den legendären Yann Sommer als Nummer eins der Nati ab, ein echter Generationenwechsel im Schweizer Fussball. Auch privat hat sich einiges getan, mit der Verlobung mit Anna Wagner und der Geburt der Tochter 2025. Doch dazu gleich mehr.

Voller Name

Gregor Kobel

Geburtsdatum

6. Dezember 1997

Geburtsort

Zürich, Schweiz

Grösse

196 cm

Position

Torhüter

Aktueller Klub

Borussia Dortmund

Rückennummer

1

Vertrag bei Borussia Dortmund

bis 30. Juni 2028

Nationalmannschaft

Schweiz (Nummer eins)

Debüt in der Nati

1. September 2021

Länderspiele

über 27

Partnerin

Anna Wagner

Offizielles Profil

bvb.de

Gregor Kobel - ein Schweizer Torhüter

Gregor Kobel

Biografie

Gregor Kobel kam am 6. Dezember 1997 in Zürich zur Welt, hinein in eine echte Sportlerfamilie. Sein Vater Peter Kobel war in den Neunzigerjahren Eishockeyprofi und stürmte in der obersten Schweizer Liga unter anderem für die ZSC Lions, Kloten, den HC Lugano und den HC Davos, bis körperliche Beschwerden seine Karriere stoppten. Von ihm, sagt der Torhüter, habe er viel von seiner sportlichen Vielseitigkeit mitbekommen. Und ja, auch Gregor stand als Kind auf den Kufen. Doch das Eishockey hatte gegen eine andere Leidenschaft keine Chance. Der Torwart war früh gesetzt, anders als bei vielen späteren Profis spielte Kobel schon als Kind auf genau der Position, die er auch als Erwachsener hütet.

Seine ersten Schritte im Fussball machte er beim Quartierklub FC Seefeld in Zürich. Lange blieb er dort nicht, schon nach wenigen Wochen wechselte er mit rund acht Jahren innerhalb der Stadt zum Grasshopper Club Zürich. Bei GC durchlief er in den folgenden Jahren sämtliche Jugendmannschaften und wurde 2014 Schweizer U18-Meister. In der Juniorenabteilung lernte er, wie viel sich «mit brutaler Freude und Wettkampfgeist» erreichen lässt, wie er es später beschrieb. Zwei Namen dienten ihm damals als Vorbild: Roman Bürki und Yann Sommer, beide ebenfalls einst GC-Torhüter, beide später seine Gegenspieler in der Bundesliga. Ausgerechnet Sommer sollte er ein gutes Jahrzehnt darauf in der Nati beerben.

Mit sechzehn kam der grosse Schnitt. Weil sich in Zürich keine passende Perspektive auftat, meldete sich die TSG 1899 Hoffenheim über den Schweizerischen Fussballverband, und Kobel wagte 2014 den Schritt nach Deutschland, zunächst auf Leihbasis in die Nachwuchsabteilung, später fest verpflichtet. Für einen Teenager war das kein Spaziergang. «Es war schon hart, von den Eltern wegzugehen», sagte er rückblickend. In der U19 spielte er unter dem aufstrebenden Trainer Julian Nagelsmann, und 2016 machte er erstmals überregional auf sich aufmerksam, im Finale um die deutsche A-Jugend-Meisterschaft gegen Borussia Dortmund. Das Spiel ging mit 3:5 verloren, doch der achtzehnjährige Torhüter hielt Hoffenheim lange im Spiel und blieb mit starken Paraden im Gedächtnis. Sein Vorbild aus Kindertagen war übrigens ein anderer grosser Keeper: Oliver Kahn, dessen Stil und Ausstrahlung ihn beeindruckten.

Parallel zum Vereinsweg durchlief Kobel sämtliche Nachwuchsteams des Schweizerischen Fussballverbandes. Sein Debüt in der U15-Nationalmannschaft gab er am 20. März 2012, danach folgten Einsätze in der U17, U18, U19, U20 und U21, ehe der Weg schliesslich in die A-Nationalmannschaft führte. Der Grundstein für die grosse Karriere war damit gelegt, lange bevor ihn das breite Publikum kannte.

Gregor Kobel - Schweizer Fussballprofi und Torhüter

Gregor Kobel

Persönliches Leben

Die Freundin von Gregor Kobel heisst Anna Wagner, und die beiden sind schon viele Jahre ein Paar. Beide stammen aus Zürich. Wie sie sich kennenlernten, ist eine hübsche Geschichte. Anna Wagner absolvierte eine kaufmännische Ausbildung bei der NZZ, wo ausgerechnet Kobels Mutter, Barbara Stolba, ihre Ausbildnerin war. So kannte sie die Familie des Torhüters, lange bevor sie ihn selbst an einem Geburtstag traf. Aus der Bekanntschaft wurde nach und nach mehr.

2024 verlobte sich das Paar, und im August 2025 kam das erste gemeinsame Kind zur Welt, eine Tochter. Das erste Foto mit dem Kind zeigte Kobel im Oktober 2025 auf Instagram, mit der schlichten Bildunterschrift «My number one», ohne vorher Name oder Geschlecht zu verraten. Heute lebt die Familie in einem modernen Haus in der Nähe von Dortmund, zusammen mit dem Familienhund Odens, und die Hochzeit ist fürs kommende Jahr geplant.

Ansonsten hält Gregor Kobel sein Privatleben bewusst aus der Öffentlichkeit heraus und teilt nur selten Details aus der Beziehung. Das macht ihn in der Presse zu einer eher zurückhaltenden Figur, verglichen mit manch anderem Topspieler. Wer bei ihm nach grossen Enthüllungen sucht, wird kaum fündig, und das ist offensichtlich so gewollt.

Gregor Kobel mit seiner Partnerin Anna Wagner

Gregor Kobel mit seiner Familie

Karriere

Seine ersten Einsätze für die Profis von Hoffenheim machte Gregor Kobel unter dem damaligen Cheftrainer Julian Nagelsmann, vor allem im DFB-Pokal. Gleich in seinem Debütspiel in der ersten Pokalrunde der Saison 2017/18 blieb er ohne Gegentor. Ein wichtiger Schritt war die Leihe zum FC Augsburg im Januar 2019, wo er in der zweiten Saisonhälfte 16 von 17 Bundesligaspielen bestritt und Erfahrung auf höchstem Niveau sammelte.

Im Sommer 2019 folgte der Wechsel zum VfB Stuttgart. Dort spielte Kobel eine grosse Rolle dabei, dass der frisch aufgestiegene Klub zu Beginn der Saison 2020/21 nicht in den Abstiegskampf rutschte. Seine Paraden machten ihn zu einer der auffälligsten Figuren der Liga und weckten das Interesse von Borussia Dortmund. Im Sommer 2021 wechselte er für rund 15 Millionen Euro nach Dortmund, unterschrieb einen Fünfjahresvertrag und war auf Anhieb die Nummer eins.

In Dortmund ging es steil weiter. Zweimal in Folge wurde Kobel mit dem BVB deutscher Vizemeister, und 2024 stand er mit dem Team im Champions-League-Finale in Wembley. Real Madrid gewann zwar mit 2:0, doch Kobel wurde zum besten Torhüter der Turniersaison gewählt und ins Team der Saison der Champions League berufen. Dazu kürte ihn das Fachmagazin Kicker vier Saisons in Folge zum besten Torhüter der Bundesliga, und für 2022/23 und 2023/24 stand er im Team der Saison der Bundesliga.

Gregor Kobel - der Torhüter von Borussia Dortmund

Gregor Kobel

Im November 2023 verlängerte Kobel seinen Vertrag beim BVB vorzeitig bis 2028, mit einer deutlichen Gehaltserhöhung auf rund zehn Millionen Euro pro Jahr, obwohl mehrere europäische Topklubs Interesse zeigten. Ein finanziell verlockendes Angebot des FC Chelsea soll er dabei ausgeschlagen haben. In der Saison 2025/26 hielt er mit 15 Bundesliga-Spielen ohne Gegentor die meisten der Liga und egalisierte damit einen Vereinsrekord des BVB. Er parierte rund 72 bis 73 Prozent der Schüsse auf sein Tor, den besten Wert unter den Torhütern der Liga mit vergleichbarer Spielzeit, und verhalf dem BVB mit nur 34 Gegentreffern zur besten Defensive der Liga.

Nun zur Nati. Nach seinem Debüt am 1. September 2021 war Gregor Kobel zunächst dritter Torhüter hinter Yann Sommer und Jonas Omlin, arbeitete sich aber Schritt für Schritt nach vorn. An der WM 2022 in Katar gehörte er zum Aufgebot und stand beim 3:2-Sieg gegen Serbien im Tor, an der EM 2024 war er ebenfalls im Kader. Die Rolle der Nummer eins ging dann im Sommer 2024 von Yann Sommer auf ihn über, nachdem Sommer nach der EM 2024 seine Nationalmannschaftskarriere beendet hatte. Die Schweizer Medien sprachen von der Übergabe einer der wichtigsten Rollen des Landes in neue Hände. Leicht war der Anfang nicht. Im Herbst 2024 kassierte die Nati in vier Nations-League-Spielen zehn Gegentore, was viele Medien aber eher den Abwehrproblemen des Teams zuschrieben als dem Torhüter.

Gregor Kobel: die besten Paraden der Saison 2024/25

Dann kam der Sommer 2026, und mit ihm der grosse Moment. An der Weltmeisterschaft 2026 erreichte die Schweiz erstmals seit 1954, also nach 72 Jahren, wieder einen WM-Viertelfinal. Auf dem Weg dorthin bezwang das Team von Trainer Murat Yakin nacheinander Kanada mit 2:1 und Algerien mit 2:0, ehe es im Achtelfinal in Vancouver gegen Kolumbien ernst wurde. 120 Minuten, kein Tor, dann das Penaltyschiessen. Und hier wurde Kobel zum Helden der Nation. Er parierte den entscheidenden Elfmeter von Cucho Hernández, Ruben Vargas verwandelte zum 4:3, und die Schweiz stand unter den besten acht der Welt. «Ich bin ein wenig sprachlos», sagte Kobel danach mit feuchten Augen. Im Viertelfinal war gegen den Titelverteidiger Argentinien um Lionel Messi Schluss, die Schweiz verlor mit 1:3 nach Verlängerung. Trotzdem hat dieser Auftritt Geschichte geschrieben. Wer nach seinen Statistiken, seinen aktuellen Teams oder schlicht danach fragt, wo Gregor Kobel spielt, findet die Antwort seit Jahren an derselben Stelle: im Tor von Borussia Dortmund und der Schweiz.

Auszeichnungen und Anerkennung

Die Liste der Ehrungen ist lang. Das Fachmagazin Kicker kürte Gregor Kobel vier Saisons in Folge zum besten Torhüter der Bundesliga, noch bevor 2024 die Rolle der Nummer eins der Nati auf ihn überging. Für 2022/23 und 2023/24 stand er im Team der Saison der Bundesliga, für 2023/24 zusätzlich im Team der Saison der UEFA Champions League, als bester Torhüter des Turniers nach dem Final gegen Real Madrid.

2026 kam die nächste internationale Würdigung. Beim Ballon d'Or von France Football wurde er als bester Torhüter des Jahres nominiert und zählte zum Kreis der besten zehn, neben Namen wie Thibaut Courtois und Emiliano Martínez. Eine weitere Anerkennung für sein konstant hohes Niveau über die Saison 2025/26 und den historischen Auftritt mit der Nati an der WM. Grosse Mannschaftstrophäen fehlen in seiner Karriere zwar bis heute. Doch dank seiner beständig starken Einzelwerte über mehrere Saisons, im Klub wie im Nationalteam, gilt Kobel als einer der besten Torhüter seiner Generation. Manche Fachleute stellen ihn sogar in eine Reihe mit den absoluten Weltklasse-Keepern.

Gregor Kobel | Die besten Paraden in einer Compilation

Interessante Fakten

  • Eine Geschichte aus Kobels Kindheit hat fast filmreife Züge. Mit neun Jahren sass er im Dortmunder Stadion, als die Schweiz an der WM 2006 mit 2:0 gegen Togo gewann. Jahre später feierte er ausgerechnet in demselben Stadion sein Klubdebüt für Borussia Dortmund. Sein Vater, der frühere Eishockeyprofi Peter Kobel, wollte ihn übrigens zuerst zum Eishockey bringen, ehe sich der Sohn endgültig für den Fussball entschied.
  • Auch das Kennenlernen mit seiner Partnerin Anna Wagner ist ein kurioser Zufall. Sie machte ihre Ausbildung unter der Leitung von Kobels Mutter, lange bevor sie ihn persönlich traf. Und dann ist da noch der Familienhund Odens, der Berichten aus dem Umfeld des Paares zufolge lange das «Nesthäkchen» des Haushalts war, bis die Tochter kam.
  • Ein paar Details runden das Bild ab. Nach dem Penalty-Krimi gegen Kolumbien verglich man Kobel in der Interviewzone mit Oliver Kahn, worauf er verlegen grinste und meinte, er sei früh nach Deutschland gekommen und dadurch «von der Schule geprägt». Sein Weg zur Nummer eins der Nati war alles andere als geradlinig, jahrelang war er Sommers Ersatzmann. Und in Dortmund gilt er nicht nur als sicherer Rückhalt, sondern auch als einer der ruhigsten Typen in einem, wie er selbst sagt, «wahnsinnig emotionalen» Umfeld.
Gregor Kobel - A-Nationalspieler der Schweiz

Gregor Kobel

Soziale Medien

FAQ

Für welchen Klub spielt Gregor Kobel aktuell?

Für Borussia Dortmund. Er wechselte 2021 vom VfB Stuttgart dorthin und ist seither die unbestrittene Nummer eins im Tor des BVB.

Ist Gregor Kobel die Nummer eins der Schweizer Nationalmannschaft?

Ja. Seit dem Sommer 2024 ist Kobel die Nummer eins der Nati, nachdem er Yann Sommer abgelöst hat.

Warum hat Gregor Kobel Yann Sommer im Tor der Nati abgelöst?

Weil Yann Sommer nach der EM 2024 seine Nationalmannschaftskarriere beendete. Danach ging die Rolle der Nummer eins auf Kobel über, der zuvor lange sein Stellvertreter war.

Wer ist die Freundin von Gregor Kobel, und wie viele Kinder hat er?

Seine Partnerin ist Anna Wagner, mit der er seit 2024 verlobt ist. Im August 2025 wurden die beiden erstmals Eltern einer Tochter.

Wie viele Länderspiele hat Gregor Kobel für die Schweiz bestritten?

Nach seinem Debüt am 1. September 2021 hat Kobel über 27 Länderspiele für die Schweiz bestritten. Die aktuelle Zahl steht auf den offiziellen Statistikseiten.

Bis wann läuft der Vertrag von Gregor Kobel bei Borussia Dortmund?

Bis zum 30. Juni 2028. Kobel verlängerte seinen Vertrag im November 2023 vorzeitig.

Wo begann die Fussballkarriere von Gregor Kobel?

Beim FC Seefeld Zürich, ehe er in die Jugend des Grasshopper Club Zürich wechselte. 2014 ging er in die Jugendakademie der TSG 1899 Hoffenheim nach Deutschland.