Persönlichkeiten

Max Hubacher

von Elena Keller

Inhaltsverzeichnis
Max Hubacher (Schauspieler)

Vom Opfer zum Kriegsverbrecher, vom Serienmörder zum Romantiker. Kaum ein Schauspieler seiner Generation deckt eine solche Bandbreite ab wie Max Hubacher. Der Berner brach schon als Teenager mit der Hauptrolle in «Der Verdingbub» durch und arbeitet seither auf beiden Seiten der Grenze, in der Schweiz wie in Deutschland. Zweimal holte er den Schweizer Filmpreis, dazu kamen der Titel als Berlinale Shooting Star und der Bayerische Filmpreis. Damit gehört er längst zu den beliebten Schweizer Schauspielern.

Name

Max Hubacher

Geboren

1. Oktober 1993, Bern

Alter

32 Jahre (Stand 2026)

Nationalität

Schweiz

Beruf

Schauspieler (Film, Fernsehen, Theater)

Aktiv

seit ~2007 (Bühne), Filmdebüt 2010

Ausbildung

Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» Leipzig (2014–2018)

Durchbruch

«Der Verdingbub» (2011)

Bekannte Filme

«Der Verdingbub», «Der Hauptmann», «Mario», «Der Läufer», «Sachertorte»

Wohnorte

Bern (WG) und Berlin (Pendler)

Auszeichnungen

Schweizer Filmpreis (2×), Berlinale Shooting Star, Bayerischer Filmpreis

Offizielles Profil

swissfilms.ch

Max Hubacher - Schweizer Schauspieler

Max Hubacher

Biografie

Max Hubacher kam am 1. Oktober 1993 in Bern zur Welt und wuchs im Breitenrain auf, im «Breitsch». Als Kind war er ein Energiebündel, das sich einfach auspowern musste. Er kickte im Verein, spielte als Junior beim FC Breitenrain und träumte von einer Zukunft bei YB. Seine überschüssige Energie fand später ein neues Ventil, nämlich im Jugend-Theaterclub am Schlachthaus Theater Bern, dem er seit 2007 angehörte.

Mit der Schauspielerei fing er früh an. Schon mit sieben Jahren stand er im Kindertheater auf der Bühne, mit dreizehn spielte er am Schauspielhaus Zürich, den Knaben Paul in Robert Walsers «Liebestraum». Die Schule dagegen war nie sein Ding. «Ich war so glücklich, nicht in die Schule zu müssen», erinnerte er sich später, denn beim Theater wusste er nie, was der nächste Tag bringen würde, und genau das gefiel ihm. In ihm schlummerte ein kleiner Rebell, der «anti» sein wollte. Sein Filmdebüt gab er 2010 in «Stationspiraten», wo er einen krebskranken Jungen verkörperte. Entdeckt hatte ihn Corinna Glaus, die prägende Casting-Frau des Schweizer Films, die für seine Laufbahn wichtig werden sollte. Der grosse Durchbruch kam dann 2011 mit «Der Verdingbub».

Kurios: Zum Zeitpunkt seines Durchbruchs hatte Hubacher noch gar keine Schauspielschule besucht. Die Ausbildung holte er erst später nach. Von 2014 bis 2018 studierte er an der Hochschule für Musik und Theater «Felix Mendelssohn Bartholdy» in Leipzig, wo er zur Spielzeit 2016/17 ins Schauspielstudio am Schauspiel Leipzig aufgenommen wurde. Dort lernte er nicht nur das Fach, sondern auch Akrobatik, Fechten, Tanzen und Kung-Fu, ein Programm, das er selbst mit einer Sportlerausbildung verglich. Auf die Matura bestanden derweil die Eltern, trotz der frühen Berühmtheit ihres Sohnes. Bei aller Karriere blieb Hubacher ein bodenständiger Berner.

Max Hubacher als junger Schauspieler

Der junge Max Hubacher

Privatleben

Sein Privatleben trennt Max Hubacher konsequent von der Arbeit, und lange hat er dazu geschwiegen. Im März 2026 liess er dann im SRF-Podcast «Sykora Gisler» überraschend etwas durchblicken. In Berlin, seiner zweiten Heimat, hat er die Liebe gefunden. Seine Freundin ist eine Berlinerin und ein grosser Fan von Hertha BSC, und über sie ist auch Hubacher zum Hertha-Fan geworden statt zu Union. Ihren Namen behielt er für sich, so viel Privatsphäre muss sein.

Ein Name wird trotzdem immer wieder mit ihm in Verbindung gebracht: Yvonne Eisenring. Sie ist aber nicht seine Freundin, sondern eine Kollegin. Gemeinsam spielten die beiden das Paar Charlie und Tom in der romantischen Komödie «Love Roulette» (2025), für die Eisenring auch das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernahm. Ein Foto, das die zwei eng umschlungen in Zürich zeigte, sorgte prompt für Liebesgerüchte. Die Aufnahmen stammten allerdings von einem Fotoshooting zum Film, und die Gerüchte wurden umgehend dementiert. Gut verstehen sich die beiden trotzdem, auf dem Set freundeten sie sich dank ihres ähnlichen Humors an.

Eng ist auch das Verhältnis zu seiner Mutter Christine Hubacher. Sie hält ihn auf dem Boden, etwa wenn sie ihn nach der Rückkehr von einem Festival bittet, den Geschirrspüler auszuräumen, denn man kann nicht aus Cannes zurückkommen und daheim den Prinzen spielen. 2025 standen Mutter und Sohn zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera, als Christine in «Love Roulette» seine Filmmutter spielte. Gewohnt wird derweil auf zwei Basen, in einer WG in Bern und in einem Zuhause in Berlin, zwischen denen Hubacher hin- und herpendelt.

Max Hubacher und seine Mutter Christine Hubacher

Max Hubacher mit seiner Mutter Christine

Karriere

Angefangen hat alles auf der Bühne, schon im Kindesalter, ehe 2010 das Filmdebüt in «Stationspiraten» folgte. Der eigentliche Durchbruch kam aber 2011 mit «Der Verdingbub». In der Titelrolle spielte Hubacher einen Waisenjungen, der an einen brutalen Bauern verkauft wird, in einem Film, der das dunkle Kapitel der Schweizer Verdingkinder aufarbeitet. An seiner Seite spielte damals auch Ursina Lardi als Mutter Dürrer, die als eine der besten Schweizer Schauspielerinnen gilt. Die bewegende Darstellung brachte ihm 2012 den Titel des Berlinale Shooting Star und den Schweizer Filmpreis als bester Hauptdarsteller ein. Mit gerade einmal 18 Jahren war er ein Star.

Der Verdingbub | Offizieller Trailer

Mitte der 2010er-Jahre baute er sein Repertoire aus, mit Rollen in «Nachtzug nach Lissabon» (2013), einem «Tatort» und der Hauptrolle in «Driften» (2015), parallel zum Studium in Leipzig. Auffällig ist, wie oft er nach Stoffen griff, die politisch oder gesellschaftlich heikle Themen anpacken. In «Der Läufer» (2017) verkörperte er einen Sportler, der zum Serienmörder wird, angelehnt an einen realen Fall, und wurde in Braunschweig als bester Newcomer ausgezeichnet. Bei diesem Dreh stand er erstmals mit Luna Wedler vor der Kamera, mit der er bis heute befreundet ist und immer wieder zusammenarbeitet.

Den internationalen Durchbruch brachte 2017 «Der Hauptmann» von Robert Schwentke. Darin spielt Hubacher den Kriegsverbrecher Willi Herold, den «Henker vom Emsland», einen Deserteur, der sich am Kriegsende eine Hauptmannsuniform überstreift und zum Massenmörder wird. Für diese verstörende Leistung erhielt er 2019 den Bayerischen Filmpreis. Kurz zuvor überzeugte er in ganz anderem Ton: in Marcel Gislers «Mario» (2018) spielte er einen schwulen Fussballer, der zwischen Karriere und Coming-out zerrieben wird, und holte dafür den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller.

Der Hauptmann | Offizieller Trailer

So intensiv diese Jahre waren, forderten sie auch ihren Preis. In einer Phase drehte Hubacher vier Hauptrollen hintereinander, unter anderem den Nazi in «Der Hauptmann» und den Frauenmörder in «Der Läufer», und ging nach eigenen Worten fast an der Schauspielerei kaputt. Er lebte zu sehr mit seinen Figuren mit, konnte nicht mehr schlafen und verlor die Freude. Erst der Rat des «Hauptmann»-Regisseurs, es sei doch nur ein Film und hundert Prozent würden reichen, half ihm. 2023 zog er die Konsequenz und gönnte sich eine Auszeit vom Beruf.

Auch im Fernsehen und in anderen Genres war Hubacher gefragt. In der SRF-Serie «Frieden» (2020) übernahm er als Johann Leutenegger eine der Hauptrollen, den Sohn einer Tuchfabrikantenfamilie, der sich mit zwielichtigen Geschäftspartnern einlässt. Ebenso spielte er in «Ich bin Sophie Scholl» mit, und in «Monte Verità» (2021) verkörperte er den Psychoanalytiker Otto Gross. 2022 zeigte er in der romantischen Komödie «Sachertorte», einem Amazon Original von Christine Rogoll, sein Talent für die leichtere Muse. Als Berliner Karl sucht er darin die Österreicherin Nini, in die er sich Hals über Kopf verliebt hat. Die Rolle brachte ihm 2023 eine ROMY-Nominierung als «Entdeckung männlich» ein. Aktuell ist er in «Love Roulette» (2025) an der Seite von Yvonne Eisenring und seiner Mutter Christine zu sehen und zählt heute zu den gefragtesten Darstellern der Schweiz und Deutschlands.

Love Roulette: Interview mit Max Hubacher zur RomCom

Filmografie

Titel

Jahr

Rolle

Stationspiraten

2010

Michi

Der Verdingbub

2011

Max (Verdingbub)

Nachtzug nach Lissabon

2013

(Nebenrolle)

Driften

2015

Robert Felder

Der Läufer

2017

Jonas (Läufer)

Der Hauptmann

2017

Willi Herold

Mario

2018

Mario Lüthi

Frieden (Serie)

2020

Johann Leutenegger

Monte Verità

2021

Otto Gross

Sachertorte

2022

Karl

Love Roulette

2025

Tom

Die Auswahl zeigt die enorme Bandbreite von Hubachers Arbeit, die von Opfern über Verbrecher bis zu romantischen Helden reicht. Immer wieder greift er nach politisch und gesellschaftlich brisanten Stoffen, und das gleich in zwei Ländern, denn er dreht in der Schweiz wie in Deutschland.

Max Hubacher - ein bekannter Schweizer Schauspieler

Max Hubacher

Auszeichnungen

Auszeichnung

Jahr

Für

Berlinale «Shooting Star»

2012

(Nachwuchs, «Der Verdingbub»)

Schweizer Filmpreis (Quartz), Bester Darsteller

2012

«Der Verdingbub»

Braunschweiger Filmpreis, Bester Newcomer

2017

«Der Läufer»

Schweizer Filmpreis, Bester Darsteller

2018

«Mario»

Bayerischer Filmpreis, Beste Nachwuchsdarstellung

2019

«Der Hauptmann»

ROMY, Nominierung «Entdeckung männlich»

2023

«Sachertorte»

Die Liste zeigt, dass Hubacher zu den meistausgezeichneten jungen Schweizer Schauspielern gehört. Gleich zweimal holte er den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller, und auch in Deutschland fand seine Arbeit Anerkennung, vom Bayerischen Filmpreis bis zur ROMY-Nominierung. Für einen Schauspieler seines Jahrgangs ist das eine beachtliche Bilanz.

Interessante Fakten

  • Früh auf der Bühne. Schon mit sieben Jahren spielte Hubacher im Kindertheater, mit dreizehn stand er am Schauspielhaus Zürich.
  • Star ohne Schauspielschule. Sein Durchbruch in «Der Verdingbub» gelang ihm, bevor er überhaupt eine Schauspielausbildung begonnen hatte, die holte er erst später in Leipzig nach.
  • Vom roten Teppich an den Geschirrspüler. Mit 18 reiste er zu Festivals und wohnte in Luxussuiten, daheim aber bat ihn die Mutter, den Geschirrspüler auszuräumen.
  • Fast ein Fussballprofi. Eigentlich wollte Hubacher zu YB, als Junior spielte er beim FC Breitenrain.
  • Ein Fan aus Liebe. Durch seine Berliner Freundin wurde Hubacher zum Anhänger von Hertha BSC.
  • Familienauftritt vor der Kamera. In «Love Roulette» (2025) stand er zum ersten Mal gemeinsam mit seiner Mutter Christine vor der Kamera.
Max Hubacher - vielseitiger Schauspieler aus der Schweiz

Max Hubacher

Soziale Medien

FAQ

In welchen Filmen spielte Max Hubacher?

Bekannt wurde er durch «Der Verdingbub» (2011), gefolgt von «Der Läufer» (2017), «Der Hauptmann» (2017), «Mario» (2018) und der romantischen Komödie «Sachertorte» (2022). Dazu kommen Serien wie «Frieden» und zuletzt «Love Roulette» (2025).

Hat Max Hubacher eine Freundin?

Ja. Im März 2026 verriet er im SRF-Podcast «Sykora Gisler», dass er in Berlin die Liebe gefunden hat. Seine Freundin ist eine Berlinerin und Fan von Hertha BSC, ihren Namen machte er aber nicht öffentlich.

Wofür ist Max Hubacher aus «Der Verdingbub» bekannt?

In der Titelrolle spielte er einen Waisenjungen, der an einen brutalen Bauern verkauft wird. Die Darstellung brachte ihm 2012 den Berlinale Shooting Star und den Schweizer Filmpreis als besten Hauptdarsteller ein und machte ihn mit 18 zum Star.

Welche Rolle spielte Max Hubacher in «Der Hauptmann»?

Er verkörperte den Kriegsverbrecher Willi Herold, den «Henker vom Emsland». Für diese Leistung erhielt er 2019 den Bayerischen Filmpreis.

Welche Auszeichnungen hat Max Hubacher gewonnen?

Unter anderem zweimal den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller (2012 für «Der Verdingbub», 2018 für «Mario»), den Titel Berlinale Shooting Star (2012) sowie den Bayerischen Filmpreis (2019) für «Der Hauptmann».

Wo lebt Max Hubacher?

Er lebt auf zwei Basen und pendelt zwischen einer WG in Bern und seinem Zuhause in Berlin.