Steff la Cheffe
Steff la Cheffe hat zwei Alben auf Platz 1 der Schweizer Hitparade gebracht und in Berlin den Vize-Weltmeistertitel im Beatboxing geholt. Im Pass steht allerdings ein anderer Name: Stefanie Peter, Jahrgang 1987, aufgewachsen im Berner Breitenrain. Seit mehr als fünfzehn Jahren rappt sie sich durch die Schweizer Szene. Im Februar 2026 zog sie dann die Notbremse. Zwei Wochen vor dem Release ihres Albums «Stoff» schrieb sie auf Instagram, es sei einfach zu viel. Album und Tour: verschoben, Ende offen.
Inzwischen gibt es neue Daten. Die «Stoff»-Tour soll im April 2027 stattfinden, mit Abenden in Liestal, Rubigen, Bern, Zürich und Luzern. Wer die Frau hinter den Songs verstehen will, landet aber schnell bei ihrer Herkunft: bei einer Mutter, die mit wenig Geld und viel Liebe drei Kinder grosszog. Und beim Privatleben? Da kursiert im Netz einiges, das einer Nachprüfung nicht standhält.
Künstlername | Steff la Cheffe |
|---|---|
Richtiger Name | Stefanie Peter |
Geburtsdatum | 4. April 1987 |
Geburtsort | Bern, Schweiz |
Quartier der Kindheit | Breitenrain, Bern |
Beruf | Rapperin, Beatboxerin, Sängerin |
Debütalbum | «Bittersüessi Pille» (2010) |
Aktuelles Album | «Stoff» (Veröffentlichung ab Februar 2026 verschoben) |
Tour | «Stoff»-Tour, April 2027 |
Auszeichnungen | Swiss Music Award (zweimal), Prix Walo (zweimal), Berner Musikpreis (2022) |
Offizielle Website |
Steff la Cheffe
Biografie
Stefanie Peter kam am 4. April 1987 in Bern zur Welt. Ihre Kindheit verbrachte sie im Breitenrain, zusammen mit zwei Brüdern und einer alleinerziehenden Mutter, die als Abwartin und Putzfrau arbeitete. Der Vater ging, als Stefanie drei war. Zeitweise lebte die Familie von der Sozialhilfe. Der Mutter passte das nie, sie wollte nicht von einem Amt abhängig sein und tat alles, um da wieder herauszukommen. Die Tochter hat sie dafür immer bewundert, wie sie in einer SRF-Sendung erzählte.
Geprägt hat sie auch der jüngere Bruder. Er ist zwei Jahre jünger und Autist. Als Kind litt Stefanie darunter, dass viele Leute nicht wussten, wie sie mit ihm umgehen sollten. Nach ihren eigenen Worten hat diese Erfahrung ihren Blick auf die Welt verändert, und in ihren Texten hört man das: sie schreibt gern über Menschen, die nicht ins Schema passen.
Mit dreizehn schrieb sie die ersten eigenen Texte. Den Weg zeigte ihr der ältere Bruder, der ihr das Album «Things Fall Apart» von The Roots und die Aufnahmen des Beatboxers Rahzel näherbrachte. Neben dem Schreiben übte sie Beatboxing, und mit sechzehn stand sie in Schweizer Clubs auf der Bühne. Bald folgten Auftritte in Paris und Prag, und auch in Berlin war sie früh zu hören.
2009 ging dann alles sehr schnell. Der Harfenist Andreas Vollenweider nahm sie als Beatboxerin auf seine Welttournee mit. Am Festival m4music räumte sie im selben Jahr den Titel «Newcomer of the Year» ab und gewann die Kategorie «Urban». An der Beatbox-Weltmeisterschaft in Berlin wurde sie ausserdem Vize-Weltmeisterin bei den Frauen. Plötzlich wollte halb Bern wissen, wer hinter dem frechen Künstlernamen steckt. Der richtige Name war damals noch kaum bekannt: Stefanie Peter.
Steff la Cheffe
Privatleben
Lange war Steff la Cheffe erstaunlich offen, wenn es um ihr Liebesleben ging. Oder besser gesagt: um das Fehlen davon. In Interviews sprach sie über Einsamkeit und darüber, dass sie Single ist. Die Karriere ging vor, ein fester Freund stand nicht weit oben auf der Liste. Noch 2019 plauderte sie in einem Videoformat der «Schweizer Illustrierten» als Single darüber, wie ein Mann sie erobern könnte.
Seither hat sie öffentlich nichts anderes erzählt. Eine Ehe oder eine feste Beziehung hat sie nie bestätigt. Im Netz liest man zwar, sie sei verheiratet und in der Krise hätten sie Ehefrau und Schwiegereltern aufgefangen. Das Zitat stammt aber vom Gitarristen Zlatko «Slädu» Perica, der in einem Artikel über ihren Rückzug von seiner eigenen Familie sprach. Irgendwo auf dem Weg durchs Internet ist der Satz bei der falschen Person gelandet. Sicher ist dagegen, wie eng sie mit ihrer Familie im Breitenrain verbunden ist. In einem Interview erzählte sie etwa von einem Nachtessen bei der Mutter, bei der auch der Bruder wohnte.
Auch Bern lässt sie nicht los. Zwei Jahre lang wohnte sie zwar in Oberkulm im Aargau, in einer Jurte im Garten von Freunden. Zurück zog es sie trotzdem immer wieder in die Stadt an der Aare. Beim Thema Kinder redet sie ebenfalls nicht um den heissen Brei herum: sie hat keine und bereut das nicht, wie sie in einem Interview sagte.
Gesundheit (Krankheit)
Viele googeln nach einer Krankheit von Steff la Cheffe. Die Künstlerin selbst sprach von körperlicher und psychischer Erschöpfung, die sich in den Monaten vor Album und Tour aufgebaut habe. Eine Diagnose nannte sie nicht.
Medien und Fachleute sprechen bei solchen Zuständen meist von einem Burnout, also einer tiefen Erschöpfung nach langem Stress. Die Weltgesundheitsorganisation führt Burnout übrigens nicht als eigene Krankheit, sondern als Faktor, der die Gesundheit beeinflusst.
Ihr Fall löste in den Schweizer Medien eine Debatte über die Musikbranche aus. Wer heute Musik macht, muss sich oft selber vermarkten und nebenbei noch produzieren, während Geld vor allem über Livekonzerte hereinkommt. Viele können sich kein Management mehr leisten.
Leicht fiel ihr der Entscheid nicht, das betonte sie selbst. Sie hielt ihn trotzdem für nötig. Und es war nicht das erste Mal, dass sie sich zurückzog: schon nach «Vögu zum Geburtstag» und erneut ab 2023 legte sie längere Pausen ein. Alles, was über ihren Zustand bekannt ist, stammt aus ihren eigenen Worten. Über weitere Diagnosen weiss niemand etwas, und Spekulationen helfen hier auch niemandem.
Karriere
Ihr Debüt «Bittersüessi Pille» erschien am 30. April 2010. Produziert hat es der Zürcher Reggae-Musiker Dodo, den sie mit zwanzig kennengelernt hatte. Das Album stieg auf Platz 7 der Hitparade. Am 26. April 2013 folgte «Vögu zum Geburtstag», und diesmal ging es ganz nach oben, auf Platz 1. Die Single «Ha ke Ahnig» hielt sich 27 Wochen in der Hitparade, also gut ein halbes Jahr. Bis heute ist es wohl ihr bekanntester Song.

Steff la Cheffe - Ha ke Ahnig
Danach wurde es ruhig. Bis zum nächsten Album vergingen fünf Jahre, in denen sie sich fragte, was für eine Musikerin sie eigentlich sein will. 2017 entwickelte sie mit Annalena Fröhlich und Fabian Chiquet das multimediale Theaterstück «Alice». Es dreht sich um die Frage, welche Bilder von Weiblichkeit die Gesellschaft als normal verkauft. Am 4. Mai 2018 erschien «Härz Schritt Macherin», persönlicher als alles davor und ebenfalls auf Platz 1. Die «NZZ am Sonntag» nannte das Album ein feministisches und künstlerisches Manifest und schrieb, es sei vielleicht das bemerkenswerteste Album, das je eine Schweizerin gemacht hat. Mehr Lob verteilt das Schweizer Feuilleton selten.

ALICE - Steff La Cheffe / TEASER
Die Pause hatte auch eine weniger romantische Seite. Das Reisen hatte die Ersparnisse aufgefressen, und 2015 flatterte die Steuerrechnung ins Haus. Also nahm sie einen Job bei Jumi an, einem Käse- und Fleischbetrieb aus Boll-Utzigen. Werktags arbeitete sie im Kühlraum, am Samstag stand sie am Stand auf dem Münstergassmärit in der Berner Altstadt. Wer dort Käse kaufte, wurde manchmal von einer Frau bedient, die ein paar Jahre vorher die Hitparade angeführt hatte.
2019 holte sie den Swiss Music Award als «Best Female Solo Act». Am 15. Mai 2020 erschien «PS:», das Album entstand in nur zwei Monaten und stieg auf Platz 2 der Albumcharts ein.
Ab November 2025 lief die Maschine wieder an. Nacheinander erschienen die Singles «13 Juwele», «Toure», «Madame Butterfly» und «Königinne», am 6. Februar 2026 folgte der Titelsong «Stoff». Das Album sollte am 27. Februar 2026 herauskommen, die Tour am 18. April in der Mühle Hunziken starten.

Steff la Cheffe - 13 Juwele
Am 10. Februar 2026 kam die Kehrtwende. Auf Instagram schrieb Steff la Cheffe, ihr Team und ihre Band hätten viel Herzblut in das Projekt gesteckt, doch in dieser intensiven Phase habe sich vieles angestaut. Sie habe lange versucht, alles zusammenzuhalten, es sei aber zu viel. Kopf und Körper bräuchten dringend Ruhe. Sie verschob das Album, und auch die Konzerte rückten auf unbestimmte Zeit nach hinten. Die Reaktionen kamen schnell: Das Bierhübeli in Bern wünschte gute Besserung, die Luzerner Band Hecht schrieb ihr, sie solle gut auf sich schauen. Ihr Management teilte mit, sie sei vorerst nicht erreichbar und gebe keine weiteren Statements ab.
Für Fans gibt es inzwischen eine gute Nachricht. Die Konzerte fallen nicht aus, sie wandern in den April 2027, und gekaufte Tickets bleiben gültig. Für das neue Album gibt es noch keinen Termin, da ist vorerst Geduld gefragt.
Diskografie
Jahr | Titel | Typ | Bemerkung |
|---|---|---|---|
2010 | Bittersüessi Pille | Studioalbum | Debüt, Platz 7 der Schweizer Hitparade |
2013 | Vögu zum Geburtstag | Studioalbum | Platz 1 der Schweizer Hitparade |
2018 | Härz Schritt Macherin | Studioalbum | Platz 1, feministisches und künstlerisches Manifest |
2020 | PS: | Studioalbum | Platz 2 der Schweizer Hitparade |
2026 | Stoff | Studioalbum | Veröffentlichung verschoben, neuer Termin offen |
Wer die Alben hintereinander hört, merkt den Wandel sofort. 2010 dominieren Beatbox und freche Reime, später geht es um Herzschmerz und Selbstzweifel, oft mit Popmelodien. Jedes Album schaffte es in die Top Ten der Hitparade, zwei davon auf Platz 1.

Steff la Cheffe - Stoff
Konzertleben
Live hält sie sich selten zurück. Beim Energy Air 2018 im Berner Stade de Suisse stand sie vor rund 40'000 Leuten mit neunzehn Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne, dazu kam die erste Pyroshow ihrer Karriere. Zwischendurch zeigte sie, dass sie das Beatboxen nicht verlernt hat.
2009 tourte sie mit Andreas Vollenweider um die Welt. 2022 spielte sie am Gurtenfestival erstmals auf der Hauptbühne, für eine Bernerin ein echtes Heimspiel. Und im Dachstock der Reitschule feierte sie ihre ersten drei Plattentaufen.
Im Sommer 2025 kam sie mit zwei Openairs auf der «Bühne am Teich» der Mühle Hunziken zurück. Das erste Konzert war im Nu ausverkauft, also hängte die Mühle eine Zusatzshow am Folgetag an. Für die neue Tour hat sie eine neue Band zusammengestellt, die Musik soll emotionaler klingen als früher.
Kommende Konzerte
Datum | Ort | Tickets |
|---|---|---|
1. April 2027 | Liestal, Elefantehuus | stefflacheffe.ch |
2. April 2027 | Rubigen, Mühle Hunziken | stefflacheffe.ch |
3. April 2027 | Rubigen, Mühle Hunziken | stefflacheffe.ch |
10. April 2027 | Bern, Bierhübeli | stefflacheffe.ch |
25. April 2027 | Zürich, Kaufleuten | stefflacheffe.ch |
30. April 2027 | Luzern, Südpol (Kriens) | stefflacheffe.ch |
Die Tour ist quasi das zweite Kapitel der Geschichte vom verschobenen Album. Nach der Pause im Frühling 2026 plant Steff la Cheffe für April 2027 sechs Abende quer durch die Deutschschweiz, von Liestal bis Luzern.
Auf dem Programm stehen die neuen Songs von «Stoff», darunter «13 Juwele», «Toure», «Madame Butterfly», «Königinne» und der Titelsong. Dazu kommen die älteren Hits, «Ha ke Ahnig» dürfte kaum fehlen. Die neue Band soll dem Ganzen einen frischen Anstrich geben. Für Rubigen ist der Zug abgefahren, beide Abende in der Mühle Hunziken sind ausverkauft. Für Liestal, Bern, Zürich und Luzern lohnt sich ein Blick auf die offizielle Website oder die üblichen Ticketplattformen.
Steff la Cheffe - Konzertauftritt
Auszeichnungen und Anerkennung
Jahr | Auszeichnung | Kategorie |
|---|---|---|
2009 | m4music | Newcomer of the Year, 1. Platz in der Kategorie Urban |
2009 | Beatbox-Weltmeisterschaft | Vize-Weltmeisterin bei den Frauen |
2010 | Prix Walo | Newcomer |
2011 | Swiss Music Award | Best Talent National |
2013 | Prix Walo | Hip-Hop |
2019 | Swiss Music Award | Best Female Solo Act |
2022 | Berner Musikpreis | Musikpreis des Kantons Bern |
Unter dem Strich stehen je zwei Swiss Music Awards und Prix Walo, dazu der mit 15'000 Franken dotierte Musikpreis des Kantons Bern. Nur wenige Frauen im Schweizer Hip-Hop haben so viele Preise im Regal.
Interessante Fakten
- Zwei Jahre lebte Steff la Cheffe in einer Jurte, im Garten von Freunden in Oberkulm im Aargau. Eine Künstlerin mit Nummer-1-Alben im Rundzelt: Das passt irgendwie zu ihr. Weniger idyllisch war die Zeit am Münstergassmärit, wo sie während ihrer Pause am Stand von Jumi Käse verkaufte, bis klar war, wie es mit der Musik weitergeht.
- Als sie im Februar 2026 Album und Tour verschob, lobten Schweizer Medien den Post als bemerkenswert ehrlich. In einer Branche, die lieber über Erfolge redet, ist so viel Offenheit selten. Mit dem Reggae-Musiker Dodo verbindet sie eine lange Zusammenarbeit: er produzierte ihr Debüt, und sie revanchierte sich mit drei Auftritten auf seinem Album «Reggae Against the Machine».
- Weniger bekannt ist, dass sie als Kind zuerst Gitarre spielte, bevor sie zum Mikrofon griff. 2014 erhielt sie den Ida-Somazzi-Preis, eine Auszeichnung, die ausserhalb der Musikszene vergeben wird. Und 2022 steckte sie in der Show «The Masked Singer Switzerland» im Kostüm der Koi-Elfe und schaffte es auf den vierten Platz.
Steff la Cheffe
Soziale Medien
FAQ
Wie heisst Steff la Cheffe richtig?
Ihr richtiger Name ist Stefanie Peter. Sie kam am 4. April 1987 in Bern zur Welt.
Warum ist das Album «Stoff» nicht im Februar 2026 erschienen?
Am 10. Februar 2026, zwei Wochen vor dem geplanten Release, teilte sie mit, dass sie wegen körperlicher und psychischer Erschöpfung eine Pause braucht. Album und Konzerte rückten deshalb nach hinten.
Was ist mit der Gesundheit von Steff la Cheffe passiert?
Sie selbst spricht von Erschöpfung nach der intensiven Vorbereitung von Album und Tour. Eine Diagnose hat sie nicht genannt. Mehrere Medien sprachen von einem Burnout.
Ist Steff la Cheffe verheiratet?
Dafür gibt es keine öffentliche Bestätigung. Sie hält ihr Privatleben weitgehend für sich. Das oft zitierte Statement über Ehefrau und Schwiegereltern stammt nicht von ihr.
Wie viele Studioalben hat die Künstlerin veröffentlicht?
Bisher vier: «Bittersüessi Pille» (2010), «Vögu zum Geburtstag» (2013), «Härz Schritt Macherin» (2018) und «PS:» (2020). Das fünfte, «Stoff», ist angekündigt, hat aber noch keinen neuen Termin.
Welche Auszeichnungen hat Steff la Cheffe erhalten?
Sie gewann je zwei Swiss Music Awards (2011, 2019) und Prix Walo (2010, 2013). 2022 kam der Berner Musikpreis dazu. Ihren Durchbruch markierten 2009 der Titel «Newcomer of the Year» am m4music und die Vize-Weltmeisterschaft im Beatboxing.







