Persönlichkeiten

Mona Petri

von Elena Keller

Inhaltsverzeichnis
Mona Petri (Schauspielerin)

Mona Petri gehört zu den bekanntesten Schauspielerinnen der Schweiz. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie, wie sie im Land ihresgleichen sucht: Enkelin der legendären Schweizer Schauspielerin Anne-Marie Blanc, sowie Tochter des Komponisten Daniel Fueter und der Flötistin Anna-Katharina Graf.

Als eine der beliebtesten Schweizer Schauspieler ist Mona Petri einem breiten Publikum aus zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen ein Begriff. Sie verbindet die Arbeit vor der Kamera mit dem Theater und, was in der Branche selten ist, mit einem zweiten Beruf in der Altenpflege. Auch privat geht sie ihren eigenen Weg, mit ihrer Tochter Anouk und Beziehungen zu den Schauspielern Jannek Petri und Fabian Krüger. Doch dazu später mehr.

Voller Name

Mona Petri (geborene Fueter)

Geburtsdatum

16. Dezember 1976

Geburtsort

Zürich, Schweiz

Nationalität

Schweiz

Beruf

Schauspielerin, Dramaturgin

Ausbildung

Hochschule für Musik und Theater Bern (1997–2001)

Sprachen

Deutsch, Schweizerdeutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Spanisch

Bekannteste Rolle

Sonja Christen / Jessica, «Tatort»

Künstlername

Mona Fueter

Theatergruppe

freie Schweizer Theatergruppe MARIE (seit 2007)

Tochter

Anouk (Schauspielerin)

Wichtigste Auszeichnung

Schweizer Filmpreis 2003, Beste Darstellerin

Offizielles Profil

swissfilms.ch

Mona Petri - Schweizer Schauspielerin

Mona Petri

Biografie

Mona Petri kam am 16. Dezember 1976 in Zürich zur Welt, mitten in einer Familie, in der die Kunst allgegenwärtig war. Ihr Vater Daniel Fueter ist ein bekannter Schweizer Musiker und Komponist, ihre Mutter Anna-Katharina Graf Flötistin. Und ihre Grossmutter, Anne-Marie Blanc, gehörte zu den bedeutendsten Schweizer Schauspielerinnen ihrer Zeit. Aufgewachsen ist Mona zusammen mit ihrer jüngeren Schwester, der Sängerin Rea Claudia Kost, geboren 1979, die 2020 verstarb. Abends wurde in der Familie musiziert, und die Kinder durften immer dabei sein. Ein Umfeld, das prägt.

Zur Schule ging sie in Zürich, unterbrochen von einem Jahr in Russland, ehe sie die Matura machte. Der Weg zur Schauspielerei verlief dabei nicht geradlinig. Bevor die Bühne rief, arbeitete Petri als Übersetzerin, als Kellnerin und in der Altenpflege. Erst danach folgte die Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Bern, die sie 2001 abschloss. Die Aufnahmeprüfung machte sie damals heimlich, ohne der Familie etwas zu erzählen. In Zürich hatte sie sich bewusst nicht beworben, weil ihr Vater dort früher unterrichtet hatte. In Bern klappte es auf Anhieb.

Die ersten Engagements führten sie nach Deutschland. Gleich nach dem Studium spielte sie am Landestheater Tübingen, danach wechselte sie ans Badische Staatstheater Karlsruhe, wo sie von 2002 bis 2006 zum Ensemble gehörte. 2003 erhielt sie dort den Förderpreis der Armin-Ziegler-Stiftung für ihre Rolle als Eve in «Das Mass der Dinge». Ein besonderer Moment fiel ins Jahr 2004, als Mona Petri gemeinsam mit ihrer Grossmutter Anne-Marie Blanc in Marguerite Duras' Zweifrauenstück «Savannah Bay» auf der Bühne stand. Ein sinnbildliches Weiterreichen der schauspielerischen Tradition innerhalb der Familie.

Mona Petri - eine Schweizer Schauspielerin aus Zürich

Mona Petri

Privatleben

Mona Petri ist Mutter einer Tochter, Anouk, die aus der Beziehung mit dem Schauspieler Jannek Petri stammt und inzwischen selbst eine Schauspielkarriere verfolgt. Mit dem Vater ihrer Tochter ist Petri schon lange nicht mehr zusammen, und lange Zeit zog sie das Kind allein gross, neben ihrer intensiven Arbeit beim Film und am Theater. Wer beides unter einen Hut bringt, weiss, wie viel Organisation das verlangt. Einen klassischen Ehemann gibt es in dieser Geschichte nicht. Heute ist Mona Petri mit dem Schauspieler Fabian Krüger befreundet.

Bemerkenswert ist ihr zweiter Beruf. Petri arbeitet regelmässig, wenn auch mit unregelmässigem Pensum, als Pflegerin in einem Zürcher Altersheim. Diese Wahl erklärt sie mit der engen Bindung an ihre Grossmutter, die in den letzten Lebensjahren selbst Pflege brauchte. Für Petri ist diese Arbeit keine Nebensache, sondern ein Gegengewicht zum Rampenlicht, eine, wie sie es beschreibt, Verneigung vor dem Leben.

Auch gesellschaftlich mischt sie sich ein. Als parteilose Kandidatin auf der Liste «Kunst + Politik» trat Mona Petri 2015 und im Herbst 2019 für den Schweizer Nationalrat an und setzte sich dabei für bessere Arbeitsbedingungen für Kulturschaffende ein. Dazu kommt ihr Engagement als Botschafterin für die Schweizer Sektion des Hunger Project. Die Frage nach Ehemann und Kindern greift bei ihr also zu kurz, wenn man verstehen will, wer sie ist. Ihr Leben besteht aus mehr als einer Rolle.

Karriere

Der erste grosse Durchbruch beim Film gelang Mona Petri 2001 mit der Hauptrolle der Helena im Fernsehfilm «Big Deal» unter der Regie von Markus Fischer. Es war der Auftakt zu einer Zusammenarbeit, die sich fortsetzen sollte, denn schon ein Jahr später folgte die nächste Hauptrolle, die zum Wendepunkt wurde. In «Füür oder Flamme» (2002), ebenfalls von Markus Fischer, spielte sie die Tina und überzeugte so, dass sie mit dem Schweizer Filmpreis 2003 als «Beste Darstellerin» ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr holte sie sich den Titel des Shooting Star am Berliner Filmfestival, als Vertreterin der Schweiz. Zwei Auszeichnungen gleich zu Beginn, die den Grundstein für alles Weitere legten. Bezeichnend ist eine Anekdote von der Preisverleihung: Petri wusste damals nicht, dass man eine Rede halten muss, und wäre um ein Haar in Jeans erschienen, hätte ihr eine Freundin nicht in letzter Minute ein Kleid geliehen.

Parallel zur Filmarbeit entwickelte sich die Theaterkarriere stetig weiter, und sie blieb über all die Jahre ihr zweites Standbein. Nach den Jahren in Tübingen und Karlsruhe zog es Petri zurück in die Schweiz. Seit 2007 ist sie Schauspielerin und Dramaturgin bei der freien Schweizer Theatergruppe MARIE in Aarau, wo sie bis heute arbeitet. Das Theater ist für sie mehr als eine Bühne. Es ist ein Ort, an dem sie auch als Autorin und Dramaturgin gestaltet und nicht nur spielt. Anfang 2025 etwa stand sie im Stück «Ohne Norden», inspiriert von Charlotte Perkins Gilmans Text «Die gelbe Tapete», im Zürcher Sogar-Theater und im Berner Schlachthaus Theater in der Hauptrolle. Ihre Bühnenarbeit reicht dabei von Zürich über Aarau bis ins Landschaftstheater Ballenberg.

Mona Petri gehört zu den bekannten Schauspielerinnen der Schweiz

Mona Petri

Beim Film ging es Schlag auf Schlag weiter. In der Kammer-Dramödie «Hello Goodbye» (2007) spielte sie nicht nur die weibliche Hauptrolle als Melina Berger, sondern schrieb auch am Drehbuch mit, gemeinsam mit Stefan Jäger und ihrem Filmpartner Stefan Gubser. Die Doppelrolle als Darstellerin und Autorin ist typisch für sie, denn sie will Figuren nicht nur spielen, sondern mitgestalten. 2011 folgte «Fliegende Fische müssen ins Meer», in dem sie die Doris Gilbert verkörperte.

Eine ihrer markantesten Rollen kam 2013. In «Verliebte Feinde» verkörperte Mona Petri die Schweizer Frauenrechtlerin Iris von Roten, eine streitbare reale Figur, der sie Gesicht und Stimme gab. Solche Rollen, in denen historische Persönlichkeiten und ihre Haltungen lebendig werden, liegen ihr, und gerade Iris von Roten passt zu einer Schauspielerin, die sich auch abseits der Kamera für gesellschaftliche Fragen einsetzt. Dazwischen liegt mit «Lionel» (2010) eine weitere Kinoarbeit, die zeigt, wie breit sie sich schon früh aufstellte, vom Autorenkino bis zum publikumsnahen Fernsehfilm. Im selben Jahr spielte sie in «Taxiphone» die Elena, eine junge Schweizerin, die mit ihrem Partner in der algerischen Wüste strandet, an der Seite von Bruno Ganz.

Verliebte Feinde - Trailer

Ein Kapitel für sich ist der «Tatort». Bereits 2011 trat Mona Petri im Schweizer «Tatort: Wunschdenken» in Erscheinung, unter der Regie von Markus Imboden. 2015 spielte sie im «Tatort: Schutzlos» die Sascha Zurbuchen. Später kehrte sie als Sonja Christen zurück, etwa 2019 im «Tatort: Der Elefant im Raum». Und seit 2024 gehört sie mit der festen Rolle der Jessica zur Zürcher «Tatort»-Reihe. Damit ist sie eine der Konstanten des Schweizer «Tatort», jenem Format, das ihr über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit verschafft hat. Genau diese Mischung aus wiederkehrender Serienrolle und wechselnden Filmfiguren macht ihr Profil aus. Wer sie über die Jahre verfolgt hat, hat sie in ganz unterschiedlichen Gestalten gesehen, ohne dass sie je auf einen Typ festgelegt worden wäre.

Tatort: Der Elefant im Raum - Trailer

Die Liste der weiteren Fernsehprojekte ist lang. Sie reicht von «Jeune Homme» (2006) über «Hundeleben» (2009), in dem sie die Hauptrolle der Mara Cristobal Keller spielte, und «Wie zwischen Himmel und Erde» (2012) bis zu «Ziellos» (2014) als Sonja Saner, «Lina» (2016) und «Dolores» (2016), in dem sie die Managerin Simone gab. 2018 war sie in «Finsteres Glück» als Nachbarin Vera zu sehen. Und 2023 stand sie im Kinofilm «Der Bestatter – Der Film» als Sonja Lardelli vor der Kamera, der grossen Leinwand-Adaption der beliebten Schweizer Serie, in der erneut Stefan Gubser eine zentrale Figur spielte. Dazu kommen Gastauftritte in populären deutschen Serien wie «Die Rosenheim-Cops» und «WaPo Bodensee», wo sie 2019 die Rita Neuhaus verkörperte. Das zeigt, dass ihre Filme und Serien nicht nur im Schweizer, sondern ebenso im deutschen Fernsehen laufen.

Der Bestatter – Der Film - Trailer

Nicht zu vergessen ist ihre Arbeit jenseits der klassischen Rolle. Petri wirkte in Dokumentarfilmen mit, etwa in «Giovanni Segantini – Magie des Lichts» (2015) und in einer SRF-Produktion zum 100-jährigen Bestehen des Circus Knie, und sie stand auch als Drehbuchautorin in den Credits, neben «Hello Goodbye» etwa bei «Tel Aviv Rendezvous» (2008). Ein Detail am Rande, das zur Familiengeschichte passt: in den Credits mancher Projekte taucht Mona Petri unter dem Künstlernamen Mona Fueter auf, unter ihrem Mädchennamen also. So bleibt der Name der Künstlerfamilie, aus der sie stammt, auch in ihrer eigenen Arbeit sichtbar. Über gut zwei Jahrzehnte hinweg hat sie sich damit als eine Schauspielerin etabliert, deren Präsenz in Schweizer Filmen und Serien zu den beständigsten ihrer Generation zählt.

Giovanni Segantini – Magie des Lichts - Trailer

Filmografie

Ein Überblick über die wichtigsten Film- und Fernsehrollen von Mona Petri:

Jahr

Titel

Rolle

Typ

2001

Big Deal

Helena (Hauptrolle)

Fernsehfilm

2002

Füür oder Flamme

Tina (Hauptrolle)

Fernsehfilm

2006

Jeune Homme

Kathrin Zollweger

Fernsehfilm

2007

Hello Goodbye

Melina Berger

Film

2009

Hundeleben

Mara Cristobal Keller

Fernsehfilm

2010

Lionel

Laura

Film

2010

Taxiphone

Elena

Film

2011

Fliegende Fische müssen ins Meer

Doris Gilbert

Film

2011

Tatort: Wunschdenken

Jessica

Serie

2012

Wie zwischen Himmel und Erde

Florence

Fernsehfilm

2013

Verliebte Feinde

Iris von Roten

Fernsehfilm

2014

Ziellos

Sonja Saner

Film

2014

Liebe und Zufall

Spezialepisode

Serie

2015

Tatort: Schutzlos

Sascha Zurbuchen

Serie

2015

Verdacht

Eva Gruber

Serie

2016

Lina

Mariann Trachsler

Fernsehfilm

2016

Dolores

Managerin Simone

Film

2018

Finsteres Glück

Vera

Film

2019

Tatort: Der Elefant im Raum

Sonja Christen

Serie

2023

Der Bestatter – Der Film

Sonja Lardelli

Film

Die Filmografie von Mona Petri umfasst über zwanzig Jahre Karriere und zeigt sie als vielseitige Schauspielerin, die in dramatischen Kinofilmen, in Krimiserien wie dem «Tatort» und in intimen Fernsehproduktionen gleichermassen überzeugt. Sie bleibt dabei eine der wenigen Schweizer Schauspielerinnen, deren Rollen regelmässig sowohl im Schweizer als auch im deutschen Fernsehen laufen.

Mona Petri - ein bekanntes Gesicht des Schweizer Films

Mona Petri

Auszeichnungen und Anerkennung

Die wichtigsten Auszeichnungen im Überblick:

Jahr

Auszeichnung

Kategorie/Projekt

2003

Schweizer Filmpreis

Beste Darstellerin, «Füür oder Flamme»

2003

Shooting Star, Berlinale

Vertreterin der Schweiz

2003

Förderpreis der Armin-Ziegler-Stiftung

Rolle der Eve in «Das Mass der Dinge»

Trotz der überschaubaren Zahl an formalen Auszeichnungen gilt Mona Petri als eine der bekanntesten und angesehensten Schauspielerinnen der Schweiz. Das verdankt sie ihrer beständigen, langjährigen Präsenz in wichtigen nationalen Filmprojekten und Serien. Der Gewinn des Schweizer Filmpreises und der Titel als Shooting Star der Berlinale, beide gleich zu Beginn ihrer Laufbahn, legten den Grundstein für einen Status, den sie bis heute hält.

Interessante Fakten

  • Mona Petri ist die Enkelin der legendären Schweizer Schauspielerin Anne-Marie Blanc. Und beide standen 2004 sogar gemeinsam auf der Bühne, im Stück «Savannah Bay». Ein seltener Fall, in dem sich das künstlerische Erbe mehrerer Generationen einer Familie so unmittelbar begegnet, denn auch Petris Tochter Anouk ist inzwischen als Schauspielerin tätig. Ein Familienname, der sich durch die Schweizer Kulturgeschichte zieht.
  • Bemerkenswert ist auch, dass Mona Petri parallel zu ihrer erfolgreichen Schauspielkarriere regelmässig als Pflegerin in einem Zürcher Altersheim arbeitet. Diese Arbeit hält sie für ebenso bedeutsam wie den Beruf vor der Kamera. Zweimal, 2015 und 2019, kandidierte sie zudem auf der Liste «Kunst + Politik» für den Schweizer Nationalrat, was über das übliche öffentliche Engagement von Schauspielern hinausgeht und ihre staatsbürgerliche Haltung unterstreicht. Und schliesslich taucht sie in den Credits mancher Projekte unter dem Künstlernamen Mona Fueter auf, unter Verwendung ihres Mädchennamens.

FAQ

Wer sind die Eltern und die Grossmutter von Mona Petri?

Ihr Vater ist der Musiker und Komponist Daniel Fueter, ihre Mutter die Flötistin Anna-Katharina Graf. Ihre Grossmutter war Anne-Marie Blanc, eine der bedeutendsten Schweizer Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts.

Ist Mona Petri verheiratet, und wer ist der Vater ihrer Tochter?

Der Vater ihrer Tochter Anouk ist der Schauspieler Jannek Petri, mit dem Mona Petri aber schon lange nicht mehr zusammen ist. Einen Ehemann im klassischen Sinn gibt es nicht. Heute ist sie mit dem Schauspieler Fabian Krüger befreundet.

Welche Rolle spielt Mona Petri im «Tatort»?

Sie trat zunächst 2011 in «Wunschdenken» auf und spielte 2015 die Sascha Zurbuchen in «Schutzlos». Später war sie als Sonja Christen zu sehen, und seit 2024 gehört sie mit der festen Rolle der Jessica zur Zürcher «Tatort»-Reihe.

Für welche Rolle erhielt Mona Petri den Schweizer Filmpreis?

Für ihre Hauptrolle im Film «Füür oder Flamme» wurde sie 2003 mit dem Schweizer Filmpreis als «Beste Darstellerin» ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie zudem Shooting Star der Berlinale.

Warum arbeitet Mona Petri nebenbei in der Altenpflege?

Sie erklärt diese Wahl mit der engen Bindung an ihre Grossmutter, die in ihren letzten Lebensjahren Pflege brauchte. Für Petri ist die Arbeit im Altersheim ebenso bedeutsam wie die Schauspielerei, ein Gegengewicht zum Rampenlicht.

Unter welchem Künstlernamen tritt Mona Petri manchmal auf?

Gelegentlich erscheint sie in den Credits einzelner Projekte unter dem Namen Mona Fueter, also unter ihrem Mädchennamen.