Persönlichkeiten

Top 20 der besten Schweizer Schauspielerinnen

von Elena Keller

Inhaltsverzeichnis
Top 20 der besten Schweizer Schauspielerinnen

Die Schweiz ist ein kleines Land mit drei grossen Sprachkulturen, und genau das hört und sieht man auch auf der Leinwand. Vom deutschsprachigen Norden über die welsche Romandie bis ins italienische Tessin hat dieses Land erstaunlich viele Schauspielerinnen hervorgebracht, die weit über die Landesgrenzen hinaus Karriere machten. Manche wurden zu Hollywood-Ikonen, andere holten sich die Goldene Palme, wieder andere sind die Lieblinge des heimischen Fernsehens.

Die folgende Auswahl versammelt zwanzig der bekanntesten Schweizer Schauspielerinnen aller Zeiten, aus verschiedenen Epochen und aus allen Landesteilen. Jede bekommt ein kurzes Porträt und eine Übersicht mit den wichtigsten Fakten. Eines vorweg: die Reihenfolge ist kein knallhartes Ranking, sondern eher ein Streifzug durch die Bekanntheit. Vom Weltstar der 1960er bis zur gefeierten Charakterdarstellerin von heute ist alles dabei.

Ursula Andress

Ursula Andress - Schweizer Schauspielerin

Ursula Andress

Name

Ursula Andress

Geboren

19. März 1936, Ostermundigen BE

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«James Bond jagt Dr. No» (1962)

Bereich

Film, international / Hollywood

Wenn es eine Schweizer Schauspielerin gibt, die wirklich jeder auf der Welt kennt, dann sie. Ursula Andress ist die international berühmteste Darstellerin, die dieses Land je hervorgebracht hat. Und das verdankt sie einer einzigen, unvergesslichen Szene.

Geboren wurde sie am 19. März 1936 in Ostermundigen bei Bern. Ihren Durchbruch feierte sie 1962 als Honey Ryder in «James Bond jagt Dr. No», dem allerersten Bond-Film. Der Moment, in dem sie im weissen Bikini aus dem Meer steigt, wurde zu einem der ikonischsten Bilder der Filmgeschichte und machte sie über Nacht zum Weltstar. Sie war das erste «Bond-Girl» überhaupt, und viele halten sie bis heute für das prägendste. Kurios dabei: Wegen ihres starken Akzents synchronisierte eine andere Schauspielerin ihre Stimme im Film nach.

Für diese Rolle bekam Andress einen Golden Globe als «New Star of the Year». Danach ging es Schlag auf Schlag zwischen Hollywood und Europa. Sie spielte an der Seite von Elvis Presley in «Fun in Acapulco» (1963) und stand mit Frank Sinatra und Dean Martin in «4 for Texas» vor der Kamera. In den 1960er-Jahren war sie eines der grössten Sexsymbole des Kinos.

Ihr Weg dorthin begann übrigens abenteuerlich. Mit 17 riss sie aus dem Internat aus, arbeitete in Rom als Aktmodell und machte in Hollywood zunächst vor allem als Begleiterin von James Dean Schlagzeilen, kurz vor dessen tödlichem Unfall 1955. Den späten Bezug zum Schweizer Film fand sie erst 1988, mit einer Rolle im Ensemble-Krimi «Klassezämekunft», an der Seite von Stephanie Glaser und Anne-Marie Blanc. Heute lebt Andress zurückgezogen, meist in Rom.

Bis heute ist Ursula Andress das Gesicht, das man im Ausland mit dem Schweizer Film verbindet. Ein Weltstar aus Ostermundigen, das muss man erst einmal schaffen.

Marthe Keller

Marthe Keller - Schweizer Schauspielerin

Marthe Keller

Name

Marthe Keller

Geboren

28. Januar 1945, Basel

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«Marathon Man», «Fedora»

Bereich

Film, Theater, Opernregie

Marthe Keller gehört zu den wenigen Schweizerinnen, die es in den 1970er-Jahren bis nach Hollywood schafften, und das ganz oben. Ihre Karriere begann allerdings ganz woanders.

Geboren 1945 in Basel, wollte Keller zuerst Balletttänzerin werden. Nach einem Skiunfall mit 16 musste sie diesen Traum aufgeben. Sie sattelte auf die Schauspielerei um und arbeitete am Theater in Berlin, unter anderem am Schiller Theater und am Berliner Ensemble. Der erste grosse Erfolg kam über Frankreich, mit der Rolle der geheimnisvollen Prinzessin in der Kultserie «La demoiselle d'Avignon».

Dann kam Hollywood. Für ihre Rolle als Freundin von Dustin Hoffman im Thriller «Marathon Man» (1976) wurde sie für einen Golden Globe nominiert. Es folgten die Terroristin im Blockbuster «Black Sunday», die Zusammenarbeit mit Billy Wilder in «Fedora» und die romantische Drama-Rolle neben Al Pacino in «Bobby Deerfield». In den 1970ern war sie eine echte Ikone.

Bemerkenswert ist, dass Keller sich nie auf das Kino allein verliess. Sie blieb immer auch dem Theater treu und stand über die Jahrzehnte auf den grossen Bühnen Europas. Ihre Bühnenpräsenz und ihr Gespür für Sprache brachten sie schliesslich zu einer zweiten Laufbahn hinter den Kulissen.

Später weitete Keller ihr Schaffen aus und wurde auch Opernregisseurin. Ihre Laufbahn reicht damit weit über das Kino hinaus und macht sie zu einer der vielseitigsten Schweizer Künstlerinnen überhaupt.

Liselotte «Lilo» Pulver

Liselotte «Lilo» Pulver - Schweizer Schauspielerin

Liselotte «Lilo» Pulver

Name

Liselotte Pulver («Lilo»)

Geboren

11. Oktober 1929, Bern

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«Das Wirtshaus im Spessart», «One, Two, Three»

Bereich

Film, Theater

Kaum eine Schweizerin war im deutschsprachigen Kino so beliebt wie Lilo Pulver. Mit ihrem herzhaften Lachen und ihrem Gespür für Komik wurde sie in den 1950er- und 1960er-Jahren zum Publikumsliebling.

Geboren 1929 in Bern, spielte sich Pulver mit einer Reihe von Komödien in die Herzen des Publikums. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen «Das Wirtshaus im Spessart» und «Ich denke oft an Piroschka». Ihr Markenzeichen war die Mischung aus Charme, Witz und einer gewissen Bodenständigkeit, die sie besonders nahbar machte.

Auch international hinterliess sie Spuren. In Billy Wilders Komödie «One, Two, Three» (1961) spielte sie eine denkwürdige Rolle, ihr ausgelassener Tanz darin ist bis heute in Erinnerung. Damit gehörte sie zu den wenigen Schweizerinnen ihrer Zeit, die auch in Hollywood-Produktionen auftauchten.

Ihr Privatleben war von schweren Schicksalsschlägen geprägt, über die sie später offen sprach, was ihr beim Publikum noch mehr Sympathie einbrachte. Gerade diese Ehrlichkeit, gepaart mit ihrem ungebrochenen Humor, machte sie zu einer Figur, mit der sich Generationen verbunden fühlten. Sie blieb nie die unnahbare Diva, sondern die herzliche Bernerin von nebenan.

Später wurde Pulver noch einer ganz neuen Generation bekannt, als Vorleserin und Darstellerin in der deutschsprachigen «Sesamstrasse». Ihre Karriere zieht sich damit über Jahrzehnte, und ihren Status als Volksliebling hat sie nie verloren.

Anne-Marie Blanc

Anne-Marie Blanc - Schweizer Schauspielerin

Anne-Marie Blanc

Name

Anne-Marie Blanc

Geboren

2. September 1919 – 5. Februar 2009

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«Gilberte de Courgenay» (1941)

Bereich

Film, Theater

Anne-Marie Blanc ist eine Legende des klassischen Schweizer Films. Wer sich mit der Geschichte des heimischen Kinos beschäftigt, kommt an ihr nicht vorbei.

Geboren 1919, wurde Blanc mit einer einzigen Rolle im ganzen Land berühmt: als Titelfigur im patriotischen Film «Gilberte de Courgenay» (1941). Der Film entstand mitten in den Kriegsjahren und traf einen Nerv, er stärkte das Schweizer Selbstbewusstsein in einer schwierigen Zeit. Blanc wurde damit über Nacht zur nationalen Berühmtheit.

Bei diesem einen Film blieb es aber nicht. Über Jahrzehnte hinweg spielte sie in Kino und Theater und wurde zur «Grande Dame» der Schweizer Schauspielkunst. Sie verkörperte eine Ära, in der der Schweizer Film überhaupt erst seine eigene Identität fand.

Auch als das Kino sie seltener rief, blieb Blanc der Schauspielerei treu, vor allem auf der Theaterbühne, und war noch im hohen Alter in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, etwa 1988 im Ensemble-Krimi «Klassezämekunft» neben Ursula Andress und Stephanie Glaser. Sie gehörte zu jener Generation, die den Beruf mit einer Ernsthaftigkeit und Ausdauer betrieb, die Respekt abnötigt.

Als Blanc 2009 starb, verlor die Schweiz eine ihrer letzten grossen Filmpersönlichkeiten aus der klassischen Zeit. Ihr Name steht bis heute für die Anfänge des einheimischen Kinos.

Stephanie Glaser

Stephanie Glaser - Schweizer Schauspielerin

Stephanie Glaser

Name

Stephanie Glaser

Geboren

30. April 1920 – 26. Januar 2011

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«Die Herbstzeitlosen»

Bereich

Film, Theater, TV

Stephanie Glaser war eine dieser Schauspielerinnen, die das Publikum ein Leben lang begleiten, in Theater, Film und Fernsehen. Ihren vielleicht grössten Moment hatte sie erst im hohen Alter.

Geboren 1920, stand Glaser jahrzehntelang auf der Bühne und vor der Kamera und wurde zu einer festen Grösse im Schweizer Kulturleben. Ihre warme, bodenständige Art machte sie zur Lieblingsschauspielerin vieler Generationen.

Der ganz grosse Erfolg kam 2006, als sie schon weit über achtzig war, mit der Hauptrolle in «Die Herbstzeitlosen». Der Film über vier ältere Frauen, die in einem Dorf eine Dessous-Boutique eröffnen, wurde zu einem der erfolgreichsten Schweizer Filme überhaupt und begeisterte ein Millionenpublikum. Glaser wurde damit auch bei einer jungen Generation bekannt.

Dabei war «Die Herbstzeitlosen» keineswegs ihr erster Auftritt vor grossem Publikum. Schon 1988 hatte sie im Ensemble-Krimi «Klassezämekunft» mitgespielt, zusammen mit Ursula Andress und Anne-Marie Blanc, ein Beleg dafür, wie eng die Welt der Schweizer Schauspielgrössen über die Jahrzehnte verwoben war. Glaser verkörperte über ihre lange Laufbahn immer wieder genau jene herzlichen, eigenwilligen Frauenfiguren, die dem Publikum in Erinnerung blieben. Dass eine Schauspielerin in diesem Alter noch einmal so einen Triumph feiert, ist selten. Genau das machte Stephanie Glaser so besonders. Als sie 2011 starb, trauerte das ganze Land um eine echte Volksschauspielerin.

Ursina Lardi

Ursina Lardi - Schweizer Schauspielerin

Ursina Lardi

Name

Ursina Lardi

Geboren

19. Dezember 1970, Samedan GR

Region

Graubünden, mehrsprachig

Bekannt für

«Das weisse Band»

Bereich

Film, Theater

Ursina Lardi zählt zu den bedeutendsten Schweizer Schauspielerinnen der Gegenwart, und das auf internationalem Niveau. Sie ist der Typ Darstellerin, die man für die schwierigen, vielschichtigen Rollen holt, für die Frauen mit doppeltem Boden.

Geboren wurde sie am 19. Dezember 1970 in Samedan im Kanton Graubünden, mit italienischsprachigen und rätoromanischen Wurzeln, ein Kind der mehrsprachigen Schweiz. Die Schauspielerei lernte sie an der renommierten Ernst-Busch-Schule in Berlin, und Deutschland wurde denn auch zur Basis ihrer Theaterlaufbahn. An den grossen Bühnen, allen voran der Berliner Schaubühne, ist sie bis heute zu Hause.

Der internationale Durchbruch im Film kam 2009 mit der Rolle der Baronin Marie-Louise in Michael Hanekes «Das weisse Band», das in Cannes die Goldene Palme gewann und für den Oscar nominiert wurde. Es folgten Rollen in «Lore» und im Hollywood-Thriller «A Most Wanted Man» an der Seite von Philip Seymour Hoffman. Lardi hat sich darauf spezialisiert, tief traumatisierte, komplexe Frauenfiguren zu verkörpern, leise, aber mit enormer Intensität.

Neben dem Film ist und bleibt das Theater ihr eigentliches Zentrum. Besonders eng ist ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Milo Rau, mit dem sie mehrfach politisch aufgeladene Produktionen erarbeitete und teils sogar die Texte mitschrieb. Ihre Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2014 mit dem Schweizer Filmpreis als beste Darstellerin für «Traumland» und 2017 mit dem Hans-Reinhart-Ring, der höchsten Theaterauszeichnung der Schweiz.

Wer Lardi auf der Bühne oder Leinwand erlebt, versteht schnell, warum Regisseure sie so schätzen. Sie geht in ihren Rollen bis an die Grenze und darüber hinaus, ohne je ins Effekthascherische zu kippen.

Carla Juri

Carla Juri - Schweizer Schauspielerin

Carla Juri

Name

Carla Juri

Geboren

2. Januar 1985, Locarno TI

Region

Tessin, dreisprachig

Bekannt für

«Feuchtgebiete», «Blade Runner 2049»

Bereich

Film, international

Carla Juri ist der Beweis, dass ein kleines Bergdorf im Tessin und Hollywood näher beieinanderliegen, als man denkt. Von Ambrì bis «Blade Runner», das ist ihr Weg in Kürze.

Geboren wurde sie am 2. Januar 1985 in Locarno und wuchs im Tessiner Bergdorf Ambrì auf, als Tochter eines Anwalts und einer Bildhauerin. Sie wuchs dreisprachig auf, Deutsch, Italienisch und Englisch, was ihr später international enorm zugutekam. Eine kuriose Randnotiz: in der Schule spielte sie Eishockey, unter anderem für den HC Ambrì-Piotta.

Der Durchbruch kam 2013 mit der Hauptrolle in der Verfilmung von «Feuchtgebiete», einem Film, der wegen seiner drastischen Offenheit für Aufsehen und hitzige Diskussionen sorgte. Juri spielte die Rolle mit einer Furchtlosigkeit, die sofort auffiel und ihr Türen öffnete.

Danach folgte der Sprung ins internationale Kino. In «Blade Runner 2049» spielte sie die Erinnerungsdesignerin Ana Stelline, eine kleine, aber zentrale Rolle in einem der grössten Science-Fiction-Filme des Jahrzehnts. Dazu kamen Arbeiten wie «Paula», in dem sie die Malerin Paula Modersohn-Becker verkörperte, und «Als Hitler das rosa Kaninchen stahl». Sie bewegt sich mühelos zwischen europäischem Autorenkino und Hollywood-Grossproduktion.

Was Juri auszeichnet, ist ihre Bereitschaft, sich auf unbequeme, sperrige Figuren einzulassen. Sie sucht nicht die glatte Rolle, sondern die, die etwas riskiert, und genau das macht sie zu einer der spannendsten Schweizer Schauspielerinnen ihrer Generation.

Sabine Timoteo

Sabine Timoteo - Schweizer Schauspielerin

Sabine Timoteo

Name

Sabine Timoteo

Geboren

25. März 1975, Bern

Region

Deutschschweiz / Romandie

Bekannt für

«L'amour, l'argent, l'amour»

Bereich

Film, Theater

Sabine Timoteo hat einen der ungewöhnlichsten Werdegänge in diesem ganzen Ranking, denn sie kam eigentlich vom Tanz. Und sie ist der Beweis, dass man auch abseits des Rampenlichts eine grosse Karriere machen kann.

Geboren wurde sie am 25. März 1975 in Bern. Ursprünglich war sie Balletttänzerin und gewann mit 17 Jahren den renommierten Prix de Lausanne. Doch dann liess sie den Tanz hinter sich und wechselte zur Schauspielerei, ein mutiger Schnitt, der sich auszahlen sollte.

Seit dem Jahr 2000 hat Timoteo in über dreissig Filmen mitgespielt, überwiegend im europäischen Autorenkino. Gleich ihre erste Hauptrolle in Philip Grönings «L'amour, l'argent, l'amour» brachte ihr 2000 den Bronzenen Leoparden in Locarno und 2001 den Schweizer Filmpreis als beste Darstellerin ein. Ein Auftakt nach Mass.

Timoteo gilt als eine Art «Antistar», eine Schauspielerin, die den Glamour meidet und lieber die Arbeit sprechen lässt. Ihr Stil ist intensiv, oft körperlich, immer kompromisslos. Zuletzt war sie in internationalen Produktionen wie «Meanwhile on Earth» und «Transamazonia» zu sehen.

Gerade weil sie sich dem Betrieb nie angebiedert hat, geniesst Timoteo unter Fachleuten höchsten Respekt. Sie ist die Schauspielerin für alle, die Wahrhaftigkeit über Hochglanz stellen.

Gardi Hutter

Gardi Hutter - Schweizer Schauspielerin

Gardi Hutter

Name

Gardi Hutter

Geboren

5. März 1953, Altstätten SG

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«Hanna hat Hosenträger»

Bereich

Theater, Clownerie

Gardi Hutter ist der Exot in dieser Liste, und das im allerbesten Sinne. Denn ihre Bühne ist nicht das Kino, sondern die Manege, und ihr Handwerk ist die Clownerie. Als eine der wenigen weltbekannten Clownfrauen hat sie ein ganzes Genre mitgeprägt.

Geboren wurde sie am 5. März 1953 in Altstätten im Kanton St. Gallen. Nach ihrer Ausbildung an der Schauspiel-Akademie Zürich zog es sie nach Italien, wo sie die Kunst der klassischen Clownerie von Grund auf erlernte, eine jahrelange, harte Lehre. Damit betrat sie ein Feld, das bis dahin fast ausschliesslich Männern vorbehalten war.

Ihr grösster Wurf ist die Soloproduktion «Hanna hat Hosenträger», die sie seit 1981 spielt. Das Stück über die tollpatschige Wäscherin Hanna wurde zum internationalen Klassiker, tourte durch Dutzende Länder und machte Hutter weit über die Schweiz hinaus berühmt. Ganz ohne grosse Worte, allein mit Körpersprache, Timing und Mimik.

Hutter zeigt, dass Schauspielkunst nicht an Sprache oder Leinwand gebunden ist. Sie erweitert den Begriff der Schauspielerin auf das Theater ohne Worte und hat der Schweizer Clownerie ein weltweit erkennbares Gesicht gegeben. 1991 durfte sie zum 700-Jahr-Jubiläum der Schweiz sogar als Hofnärrin im Bundeshaus auftreten.

In einer Welt, in der Ruhm oft mit Kino und Fernsehen gleichgesetzt wird, ist Gardi Hutter eine wohltuende Ausnahme. Ihre Kunst lebt vom direkten Kontakt mit dem Publikum, Abend für Abend, live und unmittelbar.

Sarah Spale

Sarah Spale - Schweizer Schauspielerin

Sarah Spale

Name

Sarah Spale (geb. Bühlmann)

Geboren

7. Dezember 1980, Basel

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«Wilder», «Platzspitzbaby»

Bereich

Film, TV

Sarah Spale ist eines der bekanntesten Gesichter des heutigen Schweizer Films und Fernsehens. Wer in den letzten Jahren einen Schweizer Krimi oder ein grosses Kinodrama geschaut hat, ist ihr fast zwangsläufig begegnet.

Geboren wurde sie am 7. Dezember 1980 in Basel, wo sie auch aufwuchs und die Matura machte. Sie studierte zunächst Kulturwissenschaften in Deutschland und liess sich anschliessend in Ludwigsburg zur Schauspielerin ausbilden. Erste Bühnenerfahrung sammelte sie schon als Jugendliche am Jungen Theater Basel.

Der grosse Durchbruch kam mit der Rolle der Kantonspolizistin Rosa Wilder in der erfolgreichen SRF-Serie «Wilder». Die Figur der eigenwilligen, sturen Ermittlerin machte sie einem breiten Publikum bekannt und wurde zu einer der prägenden Rollen des Schweizer Fernsehens der letzten Jahre.

Dass Spale weit mehr kann als Genrefernsehen, bewies sie 2020 im Kinodrama «Platzspitzbaby». Für ihre Rolle als drogenabhängige Mutter, die im Zürich der späten Achtziger abstürzt und ihre Tochter sich selbst überlässt, erhielt sie 2021 den Schweizer Filmpreis als beste Darstellerin. Eine Leistung, die einem den Atem stocken lässt.

Genau diese Spannbreite macht Spale so wertvoll, von der taffen Ermittlerin bis zur zerbrochenen Mutter. Sie ist eine Schauspielerin, die in ganz unterschiedliche Milieus eintaucht und dabei immer glaubwürdig bleibt.

Delia Mayer

Delia Mayer - Schweizer Schauspielerin

Delia Mayer

Name

Delia Mayer

Geboren

8. März 1967, Hongkong

Region

aufgewachsen bei Zürich

Bekannt für

Luzern-«Tatort», «Unorthodox»

Bereich

Film, TV, Gesang

Delia Mayer ist gleich in zwei Künsten zu Hause, in der Schauspielerei und in der Musik. Diese Doppelbegabung zieht sich durch ihre ganze Laufbahn.

Geboren wurde sie am 8. März 1967 in Hongkong und wuchs in der Nähe von Zürich auf. Die Musik lag ihr praktisch in den Genen, denn sie ist die Tochter des Schweizer Jazzmusikers Vali Mayer und die Schwester des international bekannten Schlagzeugers Jojo Mayer. Ihre Ausbildung führte sie quer durch die Disziplinen: Schauspiel, Tanz und Gesang lernte sie in Wien, dazu kam klassischer Gesang in Zürich.

Einem breiten Publikum wurde Mayer vor allem durch eine Rolle bekannt, nämlich als Kommissarin Liz Ritschard im Luzerner «Tatort», an der Seite von Stefan Gubser. Über Jahre gehörte sie damit zum festen Sonntagabend-Ritual vieler Schweizer Krimifans. International machte sie zudem mit einer Rolle in der gefeierten Netflix-Miniserie «Unorthodox» auf sich aufmerksam.

Was Mayer besonders macht, ist eben diese Verbindung von Schauspiel und Musik. Sie steht nicht nur vor der Kamera, sondern auch als Sängerin auf der Bühne, und beide Welten befruchten sich bei ihr gegenseitig. Eine Künstlerin, die sich nie auf ein einziges Fach festlegen liess.

Anna Schinz

Anna Schinz - Schweizer Schauspielerin

Anna Schinz

Name

Anna Schinz

Geboren

1987, Zürich

Region

Deutschschweiz, schweizerisch-tschechisch

Bekannt für

«Alles bleibt anders», «Undercover»

Bereich

Film, Theater, TV

Anna Schinz gehört zur jüngeren Generation der Schweizer Schauspielerinnen, die sich sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera einen Namen gemacht haben. Vielseitigkeit ist bei ihr Programm.

Geboren wurde sie 1987 in Zürich, als Tochter einer Tschechin und eines Schweizers, und wuchs im Zürcher Oberland auf. Ihr Schauspielstudium absolvierte sie an der Zürcher Hochschule der Künste, das sie 2011 mit dem Master abschloss. Schon während des Studiums stand sie an renommierten Häusern auf der Bühne, unter anderem am Schauspielhaus Zürich und am Theater am Neumarkt.

Bereits vor und während ihrer Ausbildung war Schinz im Kino zu sehen, etwa in «Alles bleibt anders» und in «Undercover» von Sabine Boss. Für ihre Leistungen erhielt sie eine ganze Reihe an Studien- und Förderpreisen, was früh auf ihr Talent hindeutete.

Heute ist Schinz ein vertrautes Gesicht im Schweizer Film und Fernsehen und war in verschiedenen Serien und Produktionen zu sehen. Sie pendelt zwischen Zürich und Berlin und bewegt sich mühelos zwischen Theater, Kino und TV. Eine Schauspielerin, die in der aktuellen Schweizer Szene fest verankert ist.

Rachel Braunschweig

Rachel Braunschweig - Schweizer Schauspielerin

Rachel Braunschweig

Name

Rachel Braunschweig

Geboren

29. Mai 1968, Zürich

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

Schweizer Film & Theater

Bereich

Theater, Film

Rachel Braunschweig ist eine dieser Schauspielerinnen, deren Gesicht man aus unzähligen Schweizer Filmen kennt, auch wenn einem der Name vielleicht nicht sofort einfällt. Sie ist die verlässliche Charakterdarstellerin par excellence.

Geboren wurde sie am 29. Mai 1968 in Zürich. Ihr Weg zur Schauspielerei führte über einen Umweg: Zunächst studierte sie Germanistik und Komparatistik an der Universität Zürich, ehe sie von 1991 bis 1995 an der Zürcher Hochschule der Künste die Fachrichtung Theater absolvierte. Dieser doppelte Hintergrund, akademisch und künstlerisch, prägt ihre Arbeit bis heute.

Auf der Bühne war Braunschweig an zahlreichen Häusern zu sehen, vom Deutschen Schauspielhaus über das Theater St. Gallen bis zum Opernhaus Zürich. Parallel dazu baute sie sich eine solide Filmkarriere auf und übernahm Rollen in diversen Schweizer Produktionen. Sie lebt und arbeitet zwischen Zürich und Berlin.

Braunschweig steht für eine Art von Schauspielkunst, die ohne grosses Aufheben auskommt, aber immer präzise ist. Sie ist die Sorte Darstellerin, die einem Film Tiefe und Glaubwürdigkeit gibt, oft in Nebenrollen, die im Gedächtnis bleiben. Eine feste Grösse des Schweizer Kinos.

Liliane Amuat

Liliane Amuat - Schweizer Schauspielerin

Liliane Amuat

Name

Liliane Amuat

Geboren

7. März 1989, Zürich

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«Skizzen von Lou», «Das Mädchen und die Spinne»

Bereich

Theater, Film

Liliane Amuat zählt zur jungen Generation der Schweizer Schauspielerinnen, hat aber trotz ihres Alters schon eine beachtliche Karriere zwischen den grossen Bühnen und dem Kino hingelegt.

Geboren wurde sie am 7. März 1989 in Zürich. Ihr Schauspielstudium absolvierte sie von 2008 bis 2012 am renommierten Max Reinhardt Seminar in Wien. Schon während des Studiums stand sie am Schauspielhaus Zürich und bei den Wiener Festwochen auf der Bühne, ein früher Vertrauensbeweis. Danach folgten vier Jahre im Ensemble des Wiener Burgtheaters, vier Jahre am Theater Basel und ab 2019 ein Engagement am Münchner Residenztheater.

Auch im Film hat Amuat sich einen Namen gemacht. Für ihre Hauptrolle im Kinofilm «Skizzen von Lou» wurde sie 2017 für den Schweizer Filmpreis als beste Darstellerin nominiert. Besonders viel Beachtung fand «Das Mädchen und die Spinne», in dem sie neben Henriette Confurius eine der beiden Hauptrollen spielte und der an der Berlinale 2021 mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet wurde.

Amuat arbeitete mit renommierten Regisseuren wie Luc Bondy, Katie Mitchell und Simon Stone, mit dessen Inszenierungen sie gleich zweimal zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Eine Schauspielerin, die auf der Bühne wie vor der Kamera überzeugt und noch viel vorhaben dürfte.

Bettina Stucky

Bettina Stucky - Schweizer Schauspielerin

Bettina Stucky

Name

Bettina Stucky

Geboren

18. April 1969, Bern

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe», «Traumland»

Bereich

Theater, Film

Bettina Stucky ist in erster Linie eine Frau des Theaters, eine Bühnenschauspielerin von Format, die daneben auch im Film ihre Spuren hinterlassen hat. Ihr Zuhause aber ist und bleibt die grosse Bühne.

Geboren wurde sie am 18. April 1969 in Bern, als Tochter des klassischen Archäologen Rolf A. Stucky. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie an der Hochschule der Künste Bern. Danach führte sie ihr Weg quer durch den deutschsprachigen Raum, mit Engagements an der Volksbühne Berlin, in Kassel, Jena und Wuppertal sowie am Theater Basel und am Schauspielhaus Zürich. Seit der Spielzeit 2013/14 gehört sie zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg.

Auch im Film und Fernsehen war Stucky immer wieder zu sehen, etwa in «Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe» oder in Petra Volpes «Traumland». Ihre Filmografie umfasst zahlreiche Serien- und Kinorollen im deutschsprachigen Raum, meist prägnante Charakterrollen.

Was Stucky auszeichnet, ist ihre Wandelbarkeit und ihre Bühnenpräsenz. Sie gehört zu jenen Schauspielerinnen, die im Theaterbetrieb höchstes Ansehen geniessen, auch wenn sie dem breiten Kinopublikum weniger geläufig sind. Eine echte Theaterkünstlerin mit Schweizer Wurzeln.

Johanna Bantzer

Johanna Bantzer - Schweizer Schauspielerin

Johanna Bantzer

Name

Johanna Bantzer

Geboren

1978, Zürich

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

Theater & Film

Bereich

Theater, TV, Film

Johanna Bantzer ist eine Bühnen- und Filmschauspielerin, die aus einer echten Künstlerfamilie stammt. Das Schauspiel wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt.

Geboren wurde sie 1978 in Zürich, aufgewachsen ist sie allerdings in Hamburg. Ihre Eltern sind die Schauspieler Christoph Bantzer und Anne-Marie Kuster, auch ihr Bruder Aurel arbeitet als Drehbuchautor. Von 1999 bis 2003 studierte Bantzer Schauspiel an der Theaterhochschule Zürich und kehrte damit an ihren Geburtsort zurück.

Nach dem Studium war sie drei Jahre lang Ensemblemitglied am Theater Basel und spielte danach an grossen Häusern wie dem Schauspiel Hannover, dem Schauspiel Frankfurt und dem Schauspielhaus Zürich. Parallel zur Bühne steht sie regelmässig für Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schweizer Filmpreis.

Bantzer verkörpert den Typ der wandlungsfähigen Ensembleschauspielerin, die im Theaterbetrieb hoch angesehen ist und daneben im Film überzeugt. Zu ihren Arbeiten zählen Produktionen wie «Strähl» und Auftritte in Krimireihen. Eine Künstlerin, die zwischen Bühne und Kamera zu Hause ist.

Anna Katharina Schwabroh

Anna Katharina Schwabroh - Schweizer Schauspielerin

Anna Katharina Schwabroh

Name

Anna Katharina Schwabroh

Geboren

21. Oktober 1979, Hamburg

Region

in der Schweiz ausgebildet

Bekannt für

«Cargo» (2009)

Bereich

Film, Theater

Anna Katharina Schwabroh ist zwar keine gebürtige Schweizerin, hat ihre schauspielerischen Wurzeln aber ganz in der Schweiz und ist eng mit dem Schweizer Film verbunden. Ihre bekannteste Rolle spielte sie denn auch in einer Schweizer Produktion.

Geboren wurde sie am 21. Oktober 1979 in Hamburg, wo ihre Theaterliebe schon als Kind bei Besuchen im Thalia Theater begann. Von 2002 bis 2006 absolvierte sie ihre Schauspielausbildung an der Hochschule der Künste Bern und erhielt dort ihr Diplom. Die Schweiz wurde damit zum Ausgangspunkt ihrer Karriere.

Ihre grösste Bekanntheit erlangte Schwabroh mit der Hauptrolle als Laura Portmann im Schweizer Science-Fiction-Film «Cargo» aus dem Jahr 2009, einem der ambitioniertesten Genre-Filme, die in der Schweiz je entstanden sind. Daneben war sie in deutschen Fernsehserien zu sehen und stand auf zahlreichen Theaterbühnen, unter anderem am Schauspielhaus Zürich, am Luzerner Theater und, seit 2010 als festes Ensemblemitglied, am Landestheater Detmold.

Schwabroh ist zudem als Sängerin aktiv und deckt ein breites Spektrum ab, von Chanson über Klassik bis Pop. Diese Verbindung von Schauspiel und Gesang macht sie zu einer vielseitigen Künstlerin, deren Name eng mit «Cargo» und dem Schweizer Genrekino verknüpft bleibt.

Isabelle Caillat

Isabelle Caillat - Schweizer Schauspielerin

Isabelle Caillat

Name

Isabelle Caillat

Geboren

1978, New York

Region

Romandie, französischsprachig

Bekannt für

«All That Remains», «Cellule de crise»

Bereich

Film, TV, Theater

Isabelle Caillat bringt die französischsprachige Schweiz in diese Liste, und das mit einer beeindruckenden internationalen Biografie. Sie ist das Gesicht des Westschweizer Kinos in dieser Auswahl.

Geboren wurde sie 1978 in New York, als Tochter eines Schweizer Vaters und einer haitianischen Mutter. Aufgewachsen ist sie in Genf, wo sie ihre ersten Theaterkurse nahm. Von 2001 bis 2003 lebte sie in New York und liess sich am renommierten Stella Adler Studio of Acting zur Schauspielerin ausbilden, danach folgte ein Seminar in Los Angeles.

2005 kehrte Caillat nach Genf zurück und ist seither in zahlreichen Filmen und Serien in der Schweiz und im Ausland zu sehen, vor allem in der Romandie. Ihren grössten Erfolg feierte sie mit dem Film «All That Remains», für den sie 2011 den Schweizer Filmpreis Quartz als beste Darstellerin erhielt. Später überzeugte sie in der Serie «Cellule de crise», in der sie an der Seite von André Dussollier die Präsidentin einer grossen humanitären Organisation spielte.

Caillat gilt als sensible, präzise Darstellerin, die lange vor allem am Theater zu Hause war, ehe das grosse Publikum sie über Film und Fernsehen entdeckte. Sie steht damit stellvertretend für die lebendige, aber im Ausland oft unterschätzte Filmszene der Westschweiz.

Barbara Terpoorten

Barbara Terpoorten - Schweizer Schauspielerin

Barbara Terpoorten

Name

Barbara Terpoorten

Geboren

5. Juni 1975

Region

Deutschschweiz

Bekannt für

«Der Bestatter»

Bereich

TV, Film, Theater

Barbara Terpoorten ist eine Walliser Schauspielerin, die einem breiten Publikum vor allem aus einer der beliebtesten Schweizer Fernsehserien bekannt ist. Neben der Kamera ist sie auch eine gestandene Theaterfrau und Hörspielsprecherin.

Geboren wurde sie am 5. Juni 1975 in Visp, als Barbara Maurer, und wuchs im Walliser Brig auf. Ihre Ausbildung zur Schauspielerin absolvierte sie von 1996 bis 2000 an der Theaterhochschule beziehungsweise Schauspielakademie Zürich. Danach folgten Engagements in der Schweiz und in Deutschland, unter anderem am Schauspielhaus Zürich, am Maxim-Gorki-Theater in Berlin und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg.

Auf der Bühne ist Terpoorten fest verwurzelt. Von 2000 bis 2009 gehörte sie zur bekannten Künstlergruppe «400asa», und 2010 gründete sie zusammen mit Rolf Hermann und Daniel Imboden die Theatergruppe «Sempione-Productions», die im Wallis verankert ist. Ihre Theaterarbeit reicht von Zürich über Basel bis zu Gastspielen an Festivals wie den Wiener Festwochen.

Den grossen Bekanntheitsschub brachte ihr 2013 die Rolle der Aargauer Kommissarin Anna-Maria Giovanoli in der Erfolgsserie «Der Bestatter», einer der populärsten Schweizer Fernsehproduktionen überhaupt. Privat ist sie seit 2001 mit dem deutschen Schauspieler Siegfried Terpoorten verheiratet, den sie in Zürich kennenlernte, gemeinsam mit ihren beiden Kindern leben sie heute in Zürich. Nicht selten stehen die beiden zusammen auf der Bühne oder vor der Kamera, etwa in «Der Bestatter» oder im finnischen Film «Tappava talvi».

Sunnyi Melles

Sunnyi Melles - Schweizer Schauspielerin

Sunnyi Melles

Name

Sunnyi Melles

Geboren

7. Oktober 1958, Luxemburg

Region

Schweizer Staatsbürgerschaft, aufgewachsen in Basel

Bekannt für

«Triangle of Sadness», «Die Zweiflers»

Bereich

Film, Theater

Sunnyi Melles ist eine Schauspielerin mit einer langen, glanzvollen Karriere im deutschsprachigen Kino und Theater, und mit einem spektakulären internationalen Comeback in jüngster Zeit. Sie beschliesst diese Liste mit einem echten Paukenschlag.

Geboren wurde sie am 7. Oktober 1958 in Luxemburg, als Tochter des ungarischen Dirigenten Carl Melles und der Schauspielerin Judith Melles. Die Familie war 1956 aus Ungarn geflohen, und Sunnyi wuchs bei ihrer Mutter in Basel auf, wo diese am Theater engagiert war. Schon mit zehn Jahren stand sie dort auf der Bühne, mit 14 kam ihre erste Filmrolle in «Der Steppenwolf» an der Seite von Max von Sydow. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Sie besitzt die Schweizer Staatsbürgerschaft, den Prinzessinnentitel trägt sie erst seit ihrer Heirat 1993.

Über Jahrzehnte war Melles eine feste Grösse im deutschsprachigen Film und Fernsehen und vor allem auf den grossen Theaterbühnen, unter anderem als langjähriges Ensemblemitglied bei Regisseur Dieter Dorn in München. Eine Grande Dame mit unverkennbarer Präsenz.

Einem weltweiten Publikum wurde sie 2022 schlagartig bekannt, mit der Rolle der Vera in Ruben Östlunds Satire «Triangle of Sadness», die in Cannes die Goldene Palme gewann. Als Frau eines Oligarchen, an der Seite von Woody Harrelson, spielte sie in der berühmten Szene auf der Luxusyacht, in der bei schwerem Seegang die feine Gesellschaft die Contenance verliert, eine der meistdiskutierten Sequenzen des Films. Sogar Brad Pitt schwärmte ihr später vor, er habe den Film zweimal gesehen.

Damit rückte Melles nach Jahrzehnten wieder in den internationalen Fokus und legte gleich nach, etwa in der gefeierten ARD-Serie «Die Zweiflers». Eine Schauspielerin, die beweist, dass ein grosser Auftritt keine Frage des Alters ist, und ein glanzvoller Schlusspunkt für diese Auswahl.