Marco Odermatt
Es gibt Sportler, die dominieren eine Saison. Und es gibt Marco Odermatt. Der Skirennfahrer aus dem Kanton Nidwalden ist seit Jahren der beste Alpin-Skifahrer der Welt und der erfolgreichste Schweizer, den der Skiweltcup je gesehen hat. Fünf Gesamtweltcupsiege in Folge (Stand 2026), olympisches Gold von Peking 2022, weitere Medaillen von Milano-Cortina 2026, dazu ein ganzer Berg an Rennsiegen. Eine Bilanz, wie sie kaum ein anderer vorweisen kann.
«Odi», wie ihn alle nennen, ist dabei kein Spezialist, sondern ein Allrounder. Im Riesenslalom schlägt er genauso zu wie im Super-G und in der Abfahrt. Dieser Beitrag behandelt die Biografie, die Ausbildung und die Familie des Ski-Superstars, dazu sein Privatleben mit Freundin Stella Parpan, seine sportliche Karriere, die Weltcupsiege, die Olympia-Medaillen und die aktuellsten News rund um den Nidwaldner.
Name | Marco Odermatt («Odi») |
|---|---|
Geboren | 8. Oktober 1997, Stans / Buochs, Kanton Nidwalden |
Nationalität | Schweiz |
Grösse | 1,83 m |
Disziplinen | Riesenslalom, Super-G, Abfahrt |
Verein / Club | SC Hergiswil |
Weltcup-Debüt | 19. März 2016 |
Weltcupsiege | 54 (Stand Februar 2026; 29 RS, 17 SG, 8 DH) |
Gesamtweltcupsiege | 5 (2022, 2023, 2024, 2025, 2026) |
Olympia | Gold Riesenslalom (Peking 2022); Medaillen Milano-Cortina 2026 (2× Silber, 1× Bronze) |
WM-Titel | 3 (alle Gold) |
Freundin | Stella Parpan (seit 2020) |
Wohnort | Buochs / Ennetbürgen, Nidwalden |
Buch | «Marco Odermatt – Meine Welt» (11. November 2025) |
Offizielle Website |
Marco Odermatt
Biografie
Marco Odermatt kam am 8. Oktober 1997 in Stans zur Welt und wuchs in Buochs auf, genauer im Kirchenrain-Quartier, im Kanton Nidwalden direkt am Vierwaldstättersee, am Fuss des Pilatus. Die Familie ist bodenständig und sportbegeistert. Die Eltern heissen Priska und Walter, genannt «Walti», dazu kommt die jüngere Schwester Alina, Jahrgang 2000, die selbst bis 2021 Skirennen fuhr und sogar Europacup-Punkte holte.
Auf die Ski stellte ihn der Vater. Walti Odermatt ist Ingenieur von Beruf, Präsident des Skiclubs Hergiswil und seit Jahren in der Nachwuchsförderung aktiv. Mit zwei Jahren stand der kleine Marco zum ersten Mal auf den Brettern, und zwar auf der winzigen Skistation Langmattli, die gerade einmal einen einzigen Skilift und eine Piste mit Panoramablick auf den Vierwaldstättersee hat. Einen grossen Karriereplan habe es nie gegeben, betont der Vater bis heute. Zum Training zwingen musste man den Buben ohnehin nie, auch wenn das hiess, am Samstag um sechs Uhr aufzustehen. Schon mit fünf oder sechs Jahren wollte er unbedingt mit ins JO-Training, obwohl die anderen in der Gruppe zwei, drei Jahre älter waren. Er hielt trotzdem gut mit.
Marco Odermatt und seine Eltern
Ein Glücksfall war dabei die Begabtenförderung in Hergiswil, an deren Aufbau Walti Odermatt 2004 massgeblich beteiligt war, ursprünglich gar nicht mit Blick auf den eigenen Sohn, sondern um älteren Talenten der Region zu helfen. Das Modell erlaubte es Kindern, schon in der Volksschule intensiv zu trainieren und für verpasste Stunden Stützunterricht zu bekommen. Marco profitierte davon und wechselte später an die Sportmittelschule in Engelberg, wo sich Schule und Skisport verbinden lassen. Seither ist der Titlis sein Hausberg. Nebenbei bemerkt: Das Lernen fiel ihm leicht, sogar die Matura bestand er nach Aussage seiner Mutter «relativ locker», ohne grossen Stress.
Ab 16 Jahren, also ab 2013, fuhr Odermatt nationale Juniorenrennen und FIS-Rennen. Der grosse Paukenschlag gelang ihm 2018 bei der Junioren-WM in Davos: fünf Rennen, fünf Mal Gold. So eine Ausbeute hatte es noch nie gegeben, und Odermatt selbst denkt bis heute gern an diese «verrückte Woche» zurück. Die solide Schulbildung, die frühe Förderung und diese aussergewöhnliche Juniorenzeit formten den Allrounder, der er heute ist, einen, der in gleich mehreren Disziplinen zur Weltspitze gehört.
Im November 2025 brachte Odermatt seine erste Biografie heraus, und die ist so aussergewöhnlich wie ihr Protagonist. «Marco Odermatt – Meine Welt», geschrieben von den Sportjournalisten Christof Gertsch und Mikael Krogerus, ist kein gewöhnliches Buch, sondern eine Box mit zehn einzelnen Heften, jedes Kapitel ein kleines Journal für sich. Im Schuber blieb bewusst noch Platz für weitere Booklets.
Auf rund 300 Seiten geht es um die Fragen, wer ihn geprägt hat, wie er als Kind war, welche Rolle seine Schwester spielt und was er an einem Sonntagabend nach einem Rennen macht. Dazu kommen ungewöhnliche Extras: ein Ganzkörperbild samt physiotherapeutischer Analyse, eine Anleitung zu seinem Trainingsprogramm und ein Leiterlispiel für die ganze Familie. Ein Detail aus dem Buch sorgte für Staunen, nämlich sein Ruhepuls von rund 40 Schlägen pro Minute, ein Zeichen für ein aussergewöhnlich effizientes Herz.
Herzstück ist aber sein Renntagebuch im A5-Format, das er seit der Saison 2021/22 führt und in dem er Material, Rennablauf und vor allem seine Gefühle festhält. «Wer das liest, versteht, wie ich funktioniere», sagt Odermatt. Dass er die Biografie schon mit 28 veröffentlicht, also mitten in der Karriere, begründet er pragmatisch: nachdem 2024 ohne sein Wissen ein Buch über ihn erschienen war, wollte er lieber selbst etwas Richtiges machen. Vorgestellt hat er «Meine Welt» am 10. November 2025 vor rund tausend Gästen im Zürcher Volkshaus.
Marco Odermatt
Privatleben
Seit 2020 ist Marco Odermatt mit Stella Parpan liiert, die wie er aus dem Kanton Nidwalden stammt. Die Geschichte der beiden hat einen schönen Bogen. Sie kannten sich schon aus dem Kindergarten, dann zog Parpans Familie ins Nachbardorf, und die Wege trennten sich. Erst Jahre später kreuzten sie sich durch gemeinsame Freunde wieder. Der Funke sprang 2020 über, als der damals verletzte Odermatt über Snapchat den Kontakt suchte. Stella Parpan hat die Ausbildung zur Krankenschwester abgeschlossen und arbeitet heute als Assistenzärztin, studiert hat sie an der Universität Basel. Mit dem Skirennsport hat sie wenig am Hut, auf dem Schnee ist sie trotzdem gern, am liebsten auf dem Snowboard. Die beiden leben zusammen in Ennetbürgen, und bei den wichtigsten Rennen ist sie dabei. In der Biografie «Meine Welt» kommt sie ausführlich zu Wort.
Und die vielzitierte Ex-Freundin? Hier lohnt sich ein ehrlicher Blick. Öffentlich bekannte frühere Partnerinnen gibt es keine, Stella Parpan ist die einzige öffentliche Partnerin an Odermatts Seite. Bekannt ist nur eine kleine Randnotiz, die er selbst erzählt hat: Zu Beginn seiner Weltcup-Karriere schwärmte er ein wenig für die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin. Eine Beziehung war das aber nie, Shiffrin ist heute mit dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde zusammen.
Abseits der Piste sucht Odermatt vor allem die Ruhe. Er geniesst die Stille am Vierwaldstättersee und die Nähe zur Natur, zu Wald, See und Bergen. Zu seinen Hobbys zählen Wakeboarden, Tennis, Fussball und das Powdern im Tiefschnee. Und er gilt als jemand, der Ordnung schätzt und gern in der Nähe seiner Eltern bleibt.
Marco Odermatt und Stella Parpan
Sportliche Karriere
Sein Weltcup-Debüt gab Odermatt am 19. März 2016, mit gerade einmal 18 Jahren. Der Durchbruch liess dann noch etwas auf sich warten und kam in der Saison 2020/21. Nach einem zweiten Platz im Riesenslalom von Sölden feierte er in Santa Caterina seinen ersten Weltcupsieg im Riesenslalom, als erster Schweizer seit dem Triumph von Carlo Janka 2011. Es folgten Siege in Saalbach im Super-G und in Kranjska Gora im Riesenslalom. Am Ende der Saison stand Platz zwei im Gesamtweltcup, hinter Sieger Alexis Pinturault.
Ab der Saison 2021/22 begann die grosse Dominanz. Odermatt reihte Sieg an Sieg, in Sölden, Val-d'Isère, Alta Badia und im Super-G von Beaver Creek. Anfang 2022 gewann er als erster Schweizer seit 2008 den Riesenslalom in Adelboden und dazu den Super-G im heimischen Wengen. Am Ende stand sein erster Gesamtweltcupsieg, dem er in der Saison 2022/23 eine der besten Saisons der Skigeschichte folgen liess.
Bei den Weltcupsiegen sprechen die Zahlen für sich. 54 Siege stehen zu Buche (stand Februar 2026), davon 29 im Riesenslalom, 17 im Super-G und 8 in der Abfahrt, dazu über hundert Podestplätze. Mit seinem 41. Sieg zog er an Pirmin Zurbriggen vorbei und wurde zum erfolgreichsten Schweizer Mann in der Geschichte des Skiweltcups. Beeindruckend ist vor allem seine Vielseitigkeit, denn er glänzt im technischen Riesenslalom genauso wie in den schnellen Disziplinen.

Odermatts unglaublicher Abfahrtssiegeslauf in Wengen | FIS Alpin
Ein besonderes Kapitel ist Kitzbühel. Die legendäre Streif am Hahnenkamm gilt als die schwierigste Abfahrt der Welt, ein Prüfstein für jeden Speed-Fahrer. Mit dieser Piste hat Odermatt eine Rechnung offen. Im Januar 2025 erfüllte er sich mit dem Sieg im Super-G einen Kindheitstraum, seinen ersten Weltcupsieg überhaupt auf der Streif. In der prestigeträchtigen Abfahrt aber wartet er noch auf den grossen Triumph. Gleich dreimal wurde er dort Zweiter, 2022 hinter Beat Feuz, 2024 hinter Cyprien Sarrazin und 2026 hauchdünn hinter dem Italiener Giovanni Franzoni. 2023 warf es ihn im Steilhang beinahe aus der Bahn, am Ende blieb nur Rang 54. Gerade weil dieser Hang so gnadenlos ist, bleibt Kitzbühel eine spezielle Herausforderung in seiner Karriere.
Die Krönung sind die fünf Gesamtweltcupsiege in Folge von 2022 bis 2026, dazu zahlreiche Disziplinen-Kristallkugeln im Riesenslalom, im Super-G und in der Abfahrt. Diese Konstanz auf allerhöchstem Niveau, Jahr für Jahr und über mehrere Disziplinen hinweg, hebt Odermatt aus der Masse heraus.

Odermatt | Siegeslauf in Adelboden | FIS Alpin
Auszeichnungen und Anerkennung
Auszeichnung / Erfolg | Jahr(e) | Details |
|---|---|---|
Olympia-Gold, Riesenslalom | 2022 (Peking) | erste olympische Goldmedaille |
Olympia-Medaillen | 2026 (Milano-Cortina) | 2× Silber, 1× Bronze |
WM-Titel (Gold) | 2023–2025 | 3 Weltmeistertitel |
Gesamtweltcup | 2022, 2023, 2024, 2025, 2026 | 5 Titel in Folge |
Disziplinen-Kristallkugeln | 2022–2026 | Riesenslalom, Super-G, Abfahrt (mehrfach) |
Schweizer Sportler des Jahres | 2021, 2022, 2023, 2024 | mehrfach ausgezeichnet |
Die Bilanz zeigt, in welchen Sphären sich Odermatt bewegt. Mit den Medaillen von Milano-Cortina wurde er zum ersten Schweizer, der insgesamt vier olympische Medaillen gewonnen hat (Stand 2026), und er ist der erfolgreichste Schweizer Skifahrer in der Geschichte des Weltcups. Die Mischung macht es: olympisches Gold im Riesenslalom von Peking 2022, drei Weltmeistertitel, fünf Gesamtweltcupsiege in Folge und ein ganzes Regal voller Kristallkugeln.
Auch in der Heimat blieb das nicht unbemerkt. Gleich mehrfach wurde Odermatt zum «Schweizer Sportler des Jahres» gekürt. Bei all diesen Zahlen lohnt der Hinweis, dass sie den Stand der laufenden Karriere abbilden und mit jedem Rennen weiter steigen können. Fest steht schon jetzt: Ein Skifahrer dieser Konstanz und Vielseitigkeit ist eine Seltenheit.
Marco Odermatt mit seinen Auszeichnungen
Interessante Fakten
- Fünf Rennen, fünf Mal Gold. Bei der Junioren-WM 2018 in Davos gewann Odermatt in allen fünf Rennen die Goldmedaille, eine bis dahin einmalige Leistung.
- Der Rekordmann. Mit seinem 41. Weltcupsieg zog er an Pirmin Zurbriggen vorbei und wurde zum erfolgreichsten Schweizer in der Geschichte des Skiweltcups.
- Ein Buch mitten in der Karriere. 2025 brachte Odermatt seine Biografie «Meine Welt» heraus, erschienen am 11. November, ein ungewöhnlicher Zeitpunkt für ein solches Werk, das tiefe persönliche Einblicke gewährt.
- Das Geheimnis heisst Renntagebuch. In seiner Biografie verrät Odermatt, dass er vor den Rennen einen Blick in sein Renntagebuch wirft, ein Ritual, das zu seinem Erfolgsrezept gehört.
- Liebe aus dem Kindergarten. Seine Freundin Stella Parpan kannte er bereits aus dem Kindergarten, ehe sie sich Jahre später wieder trafen.
- Skifahren liegt in der Familie. Auch seine Schwester Alina fuhr bis 2021 Skirennen, der Sport prägte also das ganze Elternhaus.
- Das grosse Ziel Bormio. Für die Saison 2025/26 nahm sich Odermatt das Abfahrtsgold von Milano-Cortina vor, gefahren wird die Abfahrt im Stelvio Ski Centre in Bormio.

Interview mit Marco Odermatt
Soziale Medien
FAQ
Wie viele Weltcupsiege hat Marco Odermatt?
Stand Februar 2026 stehen 54 Weltcupsiege zu Buche, davon 29 im Riesenslalom, 17 im Super-G und 8 in der Abfahrt, dazu über hundert Podestplätze. Diese Zahl kann mit jedem Rennen weiter steigen.
Wie viele Olympia-Medaillen hat Marco Odermatt?
Er gewann 2022 in Peking Gold im Riesenslalom und holte 2026 in Milano-Cortina zwei Silber- und eine Bronzemedaille. Damit ist er der erste Schweizer mit insgesamt vier olympischen Medaillen.
Wie viele Gesamtweltcups hat Marco Odermatt gewonnen?
Fünf, und zwar in Folge von 2022 bis 2026. Dazu kommen zahlreiche Disziplinen-Kristallkugeln im Riesenslalom, im Super-G und in der Abfahrt.
Hat Marco Odermatt eine Biografie geschrieben?
Ja. Seine autorisierte Biografie «Marco Odermatt – Meine Welt» erschien am 11. November 2025 und gibt tiefe persönliche Einblicke, unter anderem in sein Erfolgsrezept, das Renntagebuch.
Wer ist die Freundin von Marco Odermatt?
Seit 2020 ist Stella Parpan seine Freundin. Die beiden stammen beide aus dem Kanton Nidwalden, kennen sich seit dem Kindergarten, und Parpan ist als Assistenzärztin in der Medizin tätig.







