Hecht - Schweizer Rockpopband
Was 2011 in der Zürcher Bar La Catrina vor knapp 100 Leuten begann, endet 2027 im Letzigrund – ausverkauft in 90 Minuten. Die Geschichte von Hecht ist eine Geschichte über Geduld, Freundschaft und den Entschluss, in der eigenen Sprache zu singen. Fünf Männer aus dem Luzerner Seetal, die jahrelang neben der Musik als Ingenieure, Lehrer und Fintech-Manager arbeiteten. Irgendwann merkten sie, dass die Welle, auf der sie surfen, grösser ist als alles, was sie sich vorgestellt hatten.
Ihr fünftes Studioalbum «Lovers» erschien am 12. September 2025. Die LOVERS Tour wurde die grösste ihrer Bandgeschichte: 31 Konzerte durch die Schweiz, Deutschland und Österreich. An den Swiss Music Awards 2026 gewannen sie vier Preise auf einmal – Best Group, Best Live Act, Best Streaming Artist und Best Hit für «Mon Amour». Acht Betonklötze insgesamt. Wer im Sommer 2026 noch dabei sein will: Gampel und Summerdays in Arbon stehen noch aus.
Name | Hecht |
|---|---|
Genre | Pop-Rock, Mundartmusik, Schweizer Pop |
Sprache | Schweizerdeutsch (Mundart) |
Herkunft | Luzern / Luzerner Seetal |
Gegründet als Seng | um 2000 |
Gegründet als Hecht | 2011 |
Mitglieder | 5 |
Debütalbum | Wer zerscht s'Meer gsehd (2012) |
Aktuelles Album | Lovers (12. September 2025) |
Bekannteste Songs | Charlotta, Heicho, Kawasaki, Sommervögel, Mon Amour |
Swiss Music Awards | 8 (Stand März 2026) |
Grösster Auftritt | Hallenstadion Zürich, 28. Oktober 2019, 13.000 Personen |
Website |
Hecht
Geschichte
Stefan Buck und Christoph Schröter sind im selben Dorf im Luzerner Seetal aufgewachsen. Als Teenager war die Sache klar: Sie wollen Musik machen. Die Zeit von Oasis, grosse Gitarren, der Traum vom Rockstar. Zusammen mit Rolf Furrer gründeten sie um 2000 die Band «Seng» – angeblich kantonesisch für «excellent», zumindest laut dem Film «Wayne's World». Über zehn Jahre spielten sie englische Songs. Über hundert Konzerte. Der Erfolg: bescheiden.
Der Wendepunkt kam an einem Konzert in London, als Stefan Buck mitten im Publikum stand und realisierte: Er muss Musik in der Sprache machen, die er selbst spricht. Zwei Jahre hatte er davor keine Songs mehr geschrieben. Der erste Mundart-Song hiess «Tänzer».
2011 wurde die Band um Philipp Morscher (Bass) und Daniel Gisler (Keyboard) erweitert und in Hecht umbenannt. Die ersten Mundart-Songs «Tänzer» und «24 Bilder» erschienen gleichzeitig mit der EP «Revier Songs». Den Namen erklärte Stefan Buck so: Ein ehemaliger Mitbewohner fing im Baldeggersee Hechte und kochte sie für die ganze Crew.
Hecht, das war der erste Wurf und sagt alles, was es braucht.

HECHT - Tänzer
Ihr erster Auftritt als Hecht: Bar La Catrina in Zürich, knapp 100 Menschen. Rund fünf Jahre später stiess Chris Filter als Schlagzeuger dazu und das Quintett war vollständig.
Als Support von Baschi und 77 Bombay Street lernten sie erste Fanreihen kennen. Das Debütalbum «Wer zerscht s'Meer gsehd» erschien im Mai 2012 auf Platz 72 der Schweizer Hitparade. Die Swiss Music Awards zeichneten sie als «Best Talent National» aus – ihr erster von heute acht Betonklötzen.
«Adam + Eva» erschien am 28. August 2015 auf Platz 5. Platin. Dann kam 2017 «Charlotta». Die Zeile «Weg dir machi d'Auge nümme zue bim Küsse» wurde zum Mundart-Hit des Jahres, 15,4 Millionen Streams, und mit ihr kletterten auch ältere Hecht-Songs in die Charts.

HECHT - Adam + Eva
«Oh Boy» kam am 9. März 2018 auf Platz 2. Radio Pilatus schrieb:
Trockene Riffs, eingängige Mundart-Texte und dazu Melodien, die sich unweigerlich im Gedächtnis festkrallen.
Hecht arbeiteten früh mit dem Zürcher Filmproduzenten Claude Gabriel, der die Clips zu «Heicho» und «Kawasaki» realisierte.
Am 28. Oktober 2019 spielten sie im Hallenstadion Zürich – 13.000 Fans, der erste Schweizer Mundartband, der diese Halle füllte. SRF 1 begleitete die Vorbereitungen mit einem Dokumentarfilm. 2020 erschien «Live im Hallenstadion» als Konzertalbum.

HECHT - Heicho - Live im Hallenstadion
Im März 2022 spielten Benefizkonzerte im KKL Luzern und sammelten 183.000 Franken für die Ukraine. Im November standen sie erneut im Hallenstadion, diesmal im Rahmen der «Hecht for Life»-Tour zum vierten Album.
«Lovers» erschien am 12. September 2025 – das fünfte Studioalbum, das persönlichste. Stefan Buck darüber:
Es ist sehr nah bei mir und handelt von den letzten drei Jahren.
Freundschaft, die Kehrseite des Erfolgs, Vaterschaft, das Familienleben, das auf die Probe gestellt wird. Vier der fünf sind Väter. Der Sommer-Vorbote «Mon Amour» wurde zum grössten Hecht-Song aller Zeiten.
Die LOVERS Tour umfasste 31 Konzerte. Clubshows in der Schweiz, Deutschland und Österreich unter dem Motto «hautnah, in deinem Club, 1 hl Schweiss». Dazu drei Hallenshows in Basel, Bern und Zürich. 20 von 21 Schweizer Clubshows waren innerhalb von sechs Stunden ausverkauft.
Am 20. März 2026 fanden die Swiss Music Awards im Hallenstadion Zürich statt. Hecht gewannen alle vier Kategorien, in denen sie nominiert waren: Best Group, Best Live Act, Best Streaming Artist und Best Hit für «Mon Amour». Stefan Bucks spontane erste Reaktion: «Fucking Hell!» Den Live-Act-Preis nannte er kurz danach den wichtigsten:
Das ist für uns mit Abstand der wichtigste Award. Vom Gefühl auf der Konzertbühne erhole man sich nie, und genau deswegen machen wir Musik.
Vier Preise in einer Nacht hatten vor ihnen nur Nemo (2018) geschafft. Mit acht Betonklötzen total liegen Hecht nun vor Züri West, Nemo, Bligg und Bastian Baker.
Bekannteste Songs
- «Tänzer» war der erste Mundart-Song von Hecht – 2011, kurz nach der Umbenennung. Er ist der Beleg, dass der Wechsel zur eigenen Sprache alles verändert hat. Für Stefan Buck ist er persönlicher Ausgangspunkt und emotionaler Anker.
«Charlotta» (2017) ist der Song, nach dem die Band noch heute gemessen wird. 15,4 Millionen Streams, wochenlang in den Charts. «Weg dir machi d'Auge nümme zue bim Küsse» – simpler Gedanke, perfekt verpackt. Hecht-Konzerte enden selten ohne ihn.

HECHT - Charlotta
- «Heicho» kam kurz danach und zeigte, dass «Charlotta» kein Zufallsglück war. Mit einem der originellsten Clips, den Claude Gabriel realisierte, wurde «Heicho» zum festen Standard im Konzertrepertoire.
«Kawasaki» ist das Stück, bei dem Stefan Buck sich ins Publikum fallen lässt und singend auf Fanhänden getragen wird. «Uf mim Grabstei muess din Name stah» – eine Zeile, die man nicht mehr loswird. Beim Gurtenfestival wurde das zur ikonischen Szene.

HECHT - Kawasaki
«Mon Amour» (2025) übertrifft inzwischen «Charlotta» in den absoluten Streamingzahlen. Intim, mit einem französischen Refrain, den niemand erwartet hatte. Sommerhit 2025, Swiss Music Award für den besten Hit 2026. Drei Jahre lang versuchte die Band, genau diesen Preis zu gewinnen. Mit «Mon Amour» klappte es endlich.

HECHT - Mon Amour
«Sommervögel» beginnt ruhig und reisst dann das Festival mit. Ein Beweis, dass Hecht auch mit leiseren Tönen funktionieren – und dass nicht jeder Hit ein Ohrwurm-Refrain sein muss.

HECHT - Sommervögel
Bandmitglieder
Hecht sind fünf Freunde. Nicht fünf Kollegen, nicht fünf Profis, die zusammenarbeiten – fünf Freunde, die seit Jahrzehnten gemeinsam Musik machen und danach zusammen einen Gin Tonic trinken.
«Die Leute denken: die finden das so lässig, sagt Schlagzeuger Chris Filter. Und genau so ist es.
Alle Songs schreibt Stefan Buck – abends, wenn die Kinder schlafen. Er ist Frontmann, Songschreiber und treibende Kraft. Es war sein Entschluss, auf Mundart zu wechseln. Alle fünf hatten lange «normale» Berufe neben der Musik. Heute liegt der Fokus auf Hecht – aber die Berufe existieren noch, nur zurückgestellt. Vier der fünf sind Väter, zehn Kinder insgesamt. Konzerte an Wochenenden bedeuten fehlende Familienzeit. Das thematisiert «Lovers» direkt.
Name | Spitzname | Instrument | Im Band seit | Beruf |
|---|---|---|---|---|
Stefan Buck | – | Gesang, Gitarre | 2000 (als Seng) | Managing Partner, Zürcher Fintech-Unternehmen |
Christoph Schröter | Chrigel / Chregu | Gitarre | 2000 (als Seng) | Medizintechnik (ETH Zürich, Maschinenbau + Biomedizintechnik) |
Rolf Furrer | – | Schlagzeug | 2000 (als Seng), später ausgeschieden | – |
Philipp Morscher | Phil | E-Bass | 2011 | Sekundarlehrer |
Daniel Gisler | Gisi | Keyboard | 2011 | KI-Berater und Programmierer (Master Geografie) |
Chris Filter | Baby-Hecht | Schlagzeug | ca. 2016 | Vertriebsleiter, Audiosystemlösungen |
Hecht
Konzertleben
Hecht spielen jede Show, als wäre es die letzte. Die Markenzeichen: einstudierte Choreografien, der «Hecht-Sprung» mit durchgestrecktem Rücken, Buck im Publikum surfend auf Fanhänden, Selfies am Bühnenrand. Kein Abstand, keine kalte Show, keine Scheinwerfershow ohne Herz dahinter.
Wir machen Musik für die Bühne. Wir schreiben monatelang an den Songs, damit wir sie mehrere Jahre zu den Menschen bringen können.
- 28 Oktober 2019: Hallenstadion Zürich, 13.000 Menschen – erster Schweizer Mundartband in dieser Halle, SRF 1 Dokumentarfilm inklusive.
- März 2022: KKL Luzern, CHF 183.000 für die Ukraine.
- 4. November 2022: zweites Mal Hallenstadion, «Hecht for Life»-Tour.
- 30. Mai 2026: drittes Mal Hallenstadion, Finale der LOVERS Tour.
Konzerte 2026
Datum | Venue | Stadt | Tickets |
|---|---|---|---|
22. August 2026 | Open Air Gampel | Gampel-Bratsch | |
29. August 2026 | SummerDays Festival | Arbon | ticketcorner.ch |
12. Juni 2027 | Stadion Letzigrund | Zürich | ausverkauft |
Ein Hecht-Konzert ist kein passiver Abend. Das Publikum singt von der ersten Minute mit. Die Band baut die Bühne so, dass sie ins Publikum gehen kann – das Hallenstadion inklusive. Wer einmal dabei war, kommt wieder. Das ist keine Marketingbehauptung. Das sind schlicht die Eintrittszahlen. Ausserdem traten sie im Juni 2026 an einem der grössten Open-Air-Musikfestivals der Schweiz auf – dem OpenAir St. Gallen.
Konzerte von Hecht
Diskografie
Jahr | Titel | Format | Auszeichnung |
|---|---|---|---|
2011 | Revier Songs | EP | – |
2012 | Wer zerscht s'Meer gsehd | Album | – |
2015 | Adam + Eva | Album | Platin |
2018 | Oh Boy | Album | Gold |
2020 | Live im Hallenstadion | Livealbum | – |
2022 | Hecht for Life | Album | Gold |
2025 | Lovers | Album | – |
Auszeichnungen
Auszeichnung | Jahr | Kontext |
|---|---|---|
Swiss Music Award – Best Talent National (SRF 3) | 2013 | Erster Preis nach Debütalbum |
Swiss Music Award – Best Group | 2026 | Einer von vier Preisen in einer Nacht |
Swiss Music Award – Best Live Act | 2026 | «Mit Abstand der wichtigste Award für uns» |
Swiss Music Award – Best Streaming Artist | 2026 | Streamingdominanz durch Mon Amour |
Swiss Music Award – Best Hit | 2026 | Für «Mon Amour» – erster Publikumspreis |
Platin | – | Adam + Eva, diverse Singles |
Gold | – | Oh Boy, Hecht for Life, diverse Singles |
Hecht - Swiss Music Awards
Interessante Fakten
- Das erste Hecht-Konzert als Band fand 2011 in der Bar La Catrina in Zürich statt – vor knapp 100 Menschen. Sechzehn Jahre später spielen sie im Letzigrund. Der grösstmögliche Kreis, der sich auf Schweizer Bühnen schliessen lässt.
- Auf der Spotify-Playlist «Swiss Mundart Hits» mit fast 5.000 Followern sind in den ersten 15 Songs fünf von Hecht.
- «Tontauben» ist der einzige Hecht-Song auf Hochdeutsch – ein Experiment für den deutschen Markt. Das Ergebnis war eindeutig: Das deutschsprachige Publikum wollte sie auf Mundart hören, so wie sie immer sind.
- Stefan Bucks Lieblingssong von Hecht ist «Brissago» – kein grosser Hit, aber bei Konzerten nach wie vor frenetisch gefeiert. «Das oh yeah und oh je finde ich irgendwie gelungen», sagt er selbst.
- Vier der fünf Hecht-Mitglieder sind Väter. Zehn Kinder insgesamt. Und Stefan Buck schreibt ihre Songs abends, wenn die Kinder schlafen. Das ist kein romantisiertes Detail – das ist die einzige Zeit, die bleibt.
Soziale Medien
FAQ
Woher kommt der Name «Hecht»?
Ein ehemaliger Mitbewohner fing im Baldeggersee Hechte und kochte sie für die ganze Crew. «Hecht, das war der erste Wurf und sagt alles, was es braucht», erklärt Frontmann Stefan Buck.
Wer schreibt die Songs bei Hecht?
Alle Songs schreibt Stefan Buck – abends, wenn seine drei Kinder schlafen. Er ist Frontmann, Sänger und alleiniger Songwriter der Band.
Wie viele Studioalben hat Hecht veröffentlicht?
Fünf: Wer zerscht s'Meer gsehd (2012), Adam + Eva (2015), Oh Boy (2018), Hecht for Life (2022) und Lovers (2025). Dazu das Livealbum Live im Hallenstadion (2020).
Was ist der meistgestreamte Song von Hecht?
«Mon Amour» aus dem Album Lovers (2025). Er hat «Charlotta» (15,4 Millionen Streams) inzwischen überholt und gewann 2026 den Swiss Music Award als Best Hit.
Wann und wo hat Hecht ihr bisher grösstes Konzert gespielt?
Am 28. Oktober 2019 im Hallenstadion Zürich – 13.000 Personen, erster Schweizer Mundartband in dieser Halle.
Wie viele Swiss Music Awards hat Hecht gewonnen?
Acht, Stand März 2026. An den SMA 2026 gewannen sie viermal auf einmal – Best Group, Best Live Act, Best Streaming Artist und Best Hit für «Mon Amour». Vier Preise in einer Nacht hatten vor ihnen nur Nemo geschafft.







