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ZSC Lions

von Markus Schneider

Inhaltsverzeichnis
ZSC Lions (Zürcher Schlittschuh Club Lions)

Wer in Zürich über Eishockey redet, landet früher oder später bei den ZSC Lions. Der Club spielt in der National League, trägt seine Heimspiele in der Swiss Life Arena in Altstetten aus und hat elf Meistertitel gesammelt, die letzten zwei 2024 und 2025. 2025 kam etwas dazu, das in Zürich vorher niemand geschafft hatte: das Double aus Meisterschaft und Champions Hockey League.

Lange hielt die Feierlaune allerdings nicht. Im Frühling 2026 war im Playoff-Halbfinal gegen Davos Schluss, kurz darauf musste Trainer Marco Bayer gehen. Jetzt steht mit Claude Julien ein Mann an der Bande, der in der NHL über 1000 Spiele gecoacht hat. Gestartet ist die Saison 2026/27 am 15. September mit einem 5:3 gegen den SC Bern. Spielplan, Tickets und Anreise folgen weiter unten.

Clubname

ZSC Lions (Zürcher Schlittschuh Club Lions)

Stadt

Zürich

Liga

National League (höchste Spielklasse der Schweiz)

Club in heutiger Form seit

1997 (Fusion von ZSC und Eishockeyabteilung des Grasshopper Club Zürich)

Heimstadion

Swiss Life Arena, Altstetten, Zürich

Eröffnung der Arena

Oktober 2022 (erstes Spiel am 18. Oktober 2022 gegen Fribourg-Gottéron, 2:1)

Kapazität

rund 12'000 Plätze

Cheftrainer (ab Saison 2026/27)

Claude Julien

Sportchef

Sven Leuenberger

Meistertitel

11

Letzter Meistertitel

2025

Siege in der Champions Hockey League

2009 und 2025

Erstes Spiel der Saison 2026/27

15. September 2026, zu Hause gegen den SC Bern

Farmteam

GCK Lions (Swiss League)

Offizielle Website

zsclions.ch

ZSC Lions (Zürcher Schlittschuh Club Lions) aus Schweiz

ZSC Lions

Geschichte

Die ZSC Lions in ihrer heutigen Form gibt es seit 1997. Im April jenes Jahres verkündeten der 1930 gegründete Zürcher Schlittschuh Club und die Eishockeyabteilung des Grasshopper Club Zürich ihre Fusion. Auf dem Papier sollte der neue Club «Zürich Lions» heissen. Die Fans sahen das anders. Sie wollten das Kürzel ZSC nicht hergeben und protestierten, bis die Verantwortlichen nachgaben.

Die Geschichte des ZSC beginnt aber viel früher. Bis 1950 spielte die Mannschaft auf der Kunsteisbahn Dolder, danach zog sie ins Hallenstadion in Oerlikon. Damit stand der ZSC als erstes Schweizer Team in einer geschlossenen Halle auf dem Eis. 1992 folgte ein Coup unter Trainer Arno Del Curto: im Playoff warf der ZSC den grossen HC Lugano raus und stiess bis in den Halbfinal vor.

Alte Aufnahmen der ZSC Lions

Alte Fotos der ZSC Lions

Nach der Fusion kamen die Titel. Im Jahr 2000 wartete Zürich seit 39 Jahren auf eine Meisterschaft. Im Final ging es gegen Lugano. Im sechsten Spiel traf der kanadische Verteidiger Adrien Plavsic rund zehn Sekunden vor Schluss zum 4:3. Rund 11'500 Leute im Hallenstadion verloren kollektiv die Fassung. Die Serie ging 4:2 an Zürich, und ein Jahr später verteidigten die Lions den Titel gleich.

2008, 2012, 2014 und 2018 folgten weitere Meistertitel. International lief es ebenfalls: 2001 und 2002 gewannen sie den IIHF Continental Cup, in der Saison 2008/09 die erste Champions Hockey League. Im Victoria Cup 2009 schlugen sie dann die Chicago Blackhawks aus der NHL mit 2:1. Ein Schweizer Club besiegt ein NHL-Team, das passiert nicht jedes Jahr.

2022 zogen die Lions nach über 70 Jahren aus Oerlikon aus und in die neue Swiss Life Arena in Altstetten ein. Zum ersten Mal hatte der Club damit eine eigene Arena.

Die Saison 2024/25 schrieb Clubgeschichte. Am 18. Februar 2025 gewannen die Lions den Final der Champions Hockey League mit 2:1 gegen Färjestad. Im Frühling holten sie auch noch die Meisterschaft. Vor ihnen hatten das nur Frölunda (2016 und 2019) und Tappara (2023) geschafft. Der Nachwuchs zog mit: die Junioren gewannen die Titel auf den Stufen U15-Elit, U17-Elit und U20-Elit.

Nach zwei Titeln in Folge träumte Zürich vom Hattrick. Daraus wurde nichts. Die Lions beendeten die Qualifikation auf Rang vier und verloren den Playoff-Halbfinal gegen Davos klar mit 1:4 Siegen. Der Club trennte sich von Marco Bayer, weil die Mannschaft laut Clubangaben «neue Impulse» brauchte. Die kamen im Juni, und zwar mit einem grossen Namen.

ZSC Lions - ein professioneller Schweizer Eishockeyclub

ZSC Lions

Frühere Meisterschaften und Meisterschaftssiege

Elf frühere Meisterschaften stehen in der Bilanz: 1936, 1949, 1961, 2000, 2001, 2008, 2012, 2014, 2018, 2024 und 2025. Die ersten drei Meisterschaftssiege holte der ZSC noch vor der Fusion, die restlichen acht gehen auf das Konto der ZSC Lions.

Jahr

Wettbewerb

Bemerkung

1936

Schweizer Meisterschaft

Titel des ZSC vor der Fusion

1949

Schweizer Meisterschaft

Titel des ZSC vor der Fusion

1961

Schweizer Meisterschaft

Titel des ZSC vor der Fusion

2000

Schweizer Meisterschaft

erster Titel seit 39 Jahren

2001

Schweizer Meisterschaft

zweiter Titel in Folge

2008

Schweizer Meisterschaft

Titel nach der Fusion

2012

Schweizer Meisterschaft

Titel nach der Fusion

2014

Schweizer Meisterschaft

Titel nach der Fusion

2018

Schweizer Meisterschaft

Titel nach der Fusion

2024

Schweizer Meisterschaft

Titel nach der Fusion

2025

Schweizer Meisterschaft

erstes Double mit der Champions Hockey League

Den Schweizer Cup gewann der Club 1960, 1961 und 2016. Die Champions Hockey League holten die Lions 2009 und 2025, den IIHF Continental Cup 2001 und 2002. Dazu kommt der Victoria Cup 2009. Und wer ganz tief in die Archive steigt, findet sogar zwei Siege am Spengler Cup in Davos, 1944 und 1945.

Die ZSC Lions Frauen wurden 1989, 1990, 1991, 2011 und 2012 Meisterinnen. Laut Medienberichten kamen von 2022 bis 2024 drei Titel in Folge dazu. Der Club zählt bei den Frauen inzwischen neun Meistertitel unter dem ZSC-Namen.

Den zweiten Sieg in der Champions Hockey League führen manche Quellen unter 2025, andere unter 2024/25. Beides stimmt, denn der Final fand im Februar 2025 statt.

ZSC Lions Meistervideo 2025

Etwas kniffliger ist die Zahl der Meistertitel. Der Club listet den Titel des Grasshopper Club Zürich von 1966 separat auf. Zählt man ihn zur Bilanz der heutigen ZSC Lions, kommt man auf zwölf statt elf. Für Diskussionen am Stammtisch reicht das allemal.

Trainer und Team der Saison 2026/27

Der neue Trainer heisst Claude Julien, ist 66 Jahre alt, Kanadier und hat einen Vertrag bis 2027/28. Sein Lebenslauf füllt locker eine Seite. In der NHL stand er bei mehr als 1000 Spielen als Cheftrainer an der Bande, bei den Boston Bruins, den New Jersey Devils und den Montreal Canadiens. Mit Boston gewann er 2011 den Stanley Cup. 2014 holte er als Assistent mit Kanada Olympiagold.

Von 2022 bis 2026 arbeitete Julien als Scout und Assistenztrainer bei den St. Louis Blues. Die Schweiz kennt er trotzdem schon: in der Saison 2022/23 half er vorübergehend in Ambri aus. Am 3. Juni 2026 gab der ZSC die Verpflichtung bekannt. Sportchef Sven Leuenberger brauchte gegenüber SRF nur einen Satz: «Sein Palmarès spricht für sich.»

Aus Ambri bringt Julien René Matte mit. Der 53-jährige Schweiz-Kanadier war dort neun Saisons lang Assistent. Fabio Schwarz und Andreas Lilja bleiben ebenfalls Assistenten. Goalietrainer Magnus Wennström und Athletiktrainer Mattia Stendahl gehören weiter zum Staff, und Sven Leuenberger bleibt Sportchef.

Bayers Geschichte beim ZSC klingt fast wie ein Drehbuch. Im Dezember 2024 trat Marc Crawford aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung zurück, Bayer sprang ein. Wenige Monate später hatte er die Champions Hockey League und die Meisterschaft gewonnen, als erster Trainer des Clubs überhaupt. Am 27. April 2026 war er seinen Job trotzdem los. Zwischen Meistertitel und Entlassung lagen genau 368 Tage. Im Eishockey geht es eben schnell, in beide Richtungen.

Das aktuelle Kader steht auf der Website. In öffentlichen Quellen tauchen unter anderem Derek Grant, Justin Sigrist, Robin Zumbühl und Juho Lammikko auf. Junge Spieler sammeln beim Farmteam GCK Lions in der Swiss League Spielpraxis. Am 12. Oktober 2026 meldete der Club einen Transfer für die Zukunft: Verteidiger Simon Seiler kommt auf die Saison 2027/28 von Fribourg-Gottéron und unterschrieb für vier Jahre bis 2030/31.

Preseason 2026/27 - Testspiel vs. GCK Lions

Spielplan 2026/27

Zum Auftakt empfingen die ZSC Lions am Dienstag, 15. September 2026, den SC Bern. Nach dem ersten Drittel lag Zürich 1:2 hinten, am Ende stand ein 5:3-Sieg vor 10'618 Fans. Die Qualifikation endet am 1. März 2027, die Playoff-Viertelfinals beginnen am 13. März.

ZSC Lions vs. SC Bern - Game Highlights

Vorher gab es am Samstag, 29. August 2026, den Season Opener. Die Arena öffnete um 11:00 Uhr, um 11:45 Uhr stellte sich das Frauenteam vor, um 15:45 Uhr die Männer, und um 16:00 Uhr folgte ein Testspiel. Eintritt frei, aber ohne Gratisticket ging nichts, auch nicht mit Saisonabo.

Laut Ticketcorner kommen am Freitag, 23. Oktober, die SCL Tigers nach Altstetten (19:45 Uhr). Am Freitag, 30. Oktober, folgt Ambri-Piotta (19:45 Uhr). Im November stehen Heimspiele gegen den EV Zug und den HC Lugano an. Am Sonntag, 29. November, spielen die Lions schon um 14:00 Uhr gegen Ajoie, ein guter Termin für Familien.

Auswärts geht es am Sonntag, 25. Oktober, nach Genf zu Servette. Am Donnerstag, 12. November, wartet Biel (20:00 Uhr), eine Woche später Lausanne (20:00 Uhr). Im neuen Jahr steht am Donnerstag, 14. Januar 2027, das Spiel in Rapperswil-Jona an (20:00 Uhr).

Ein paar Abende fallen aus dem Rahmen. Am Samstag, 5. Dezember, steigt gegen die SCL Tigers das Impact Game. Am Mittwoch, 23. Dezember, kommt Biel zum Christmas Game (19:45 Uhr). Und am Sonntag, 17. Januar 2027, laufen die Lions beim Retro Game gegen Ajoie auf (15:45 Uhr).

Die Frauen starteten am Samstag, 12. September 2026, in Davos und spielten einen Tag später erstmals zu Hause, gegen Ambri.

Den kompletten Spielplan führen zsclions.ch und nationalleague.ch, ein Blick vor dem Matchbesuch schadet nicht.

Highlights: ZSC Lions vs Fribourg-Gottéron - 10.10.2026

Stadion: Swiss Life Arena

Das Stadion der ZSC Lions steht seit Oktober 2022 in Altstetten und fasst rund 12'000 Leute. Damit gehört die Swiss Life Arena zu den grössten Arenen der Schweiz. Neben Eishockey finden dort auch andere Anlässe Platz. Das erste Spiel am 18. Oktober 2022 war ausverkauft, die Lions schlugen Fribourg-Gottéron 2:1. Gekostet hat das Ganze rund 169 Millionen Franken. Im Mai 2026 spielte zudem die Eishockey-WM hier, neben Fribourg als zweitem Standort. Die alte Heimat, das Hallenstadion in Oerlikon, hatte der ZSC davor über 70 Jahre lang bespielt.

Fans und Medien haben der Arena schnell einen Spitznamen verpasst: «Löwenkäfig». Die steilen Ränge holen das Publikum nah ans Eis, und die Fankurve sorgt bei Heimspielen für ordentlich Lärm. Gästefans merken das spätestens beim ersten Zürcher Tor.

Swiss Life Arena | ZSC Lions

Praktische Informationen

Tickets gibt es im Online-Ticketshop des Clubs, im Fanshop und bei Ticketcorner. Der Verkauf startet Monat für Monat jeweils um 14:00 Uhr. Die Oktoberspiele gab es ab dem 17. September, die Novemberspiele ab dem 20. Oktober. Für Dezember geht es am 17. November los, für Januar am 3. Dezember.

Beim Preis gilt eine simple Regel: Je näher das Spiel rückt, desto teurer wird das Ticket. Wer bis zum Vortag wartet, zahlt drauf. Laut Ticketcorner gibt es Stehplätze für Erwachsene ab 30.70 Franken. Reservieren lässt sich jeweils ab zwei Wochen vor dem Spiel.

Familien sitzen im Sektor K1 mit einem Familyticket. Ein Erwachsener mit einem Kind zahlt 45 Franken, zwei Erwachsene mit vier Kindern 110 Franken. Der Verkauf folgt demselben Zeitplan wie bei den übrigen Tickets. Mit der KulturLegi der Caritas, gedacht für Menschen mit kleinem Budget, kostet ein Stehplatz im Sektor H einheitlich 15 Franken für Erwachsene und 10 Franken für Kinder. Bei den Frauen kostet ein Einzelticket 10 Franken, das Saisonabo 150 Franken. Kinder und Personen ab 65 Jahren kommen mit Ausweis gratis rein.

Vom Bahnhof Altstetten sind es nur wenige Gehminuten bis zur Arena, dazu liegen die Haltestellen Bändliweg (Tram 17, Bus 78 und 307) und Seidelhof (Bus 20 und 31) in der Nähe. Mit dem Auto wird es mühsam. Das Parkhaus der Arena bleibt an Spieltagen der ersten Mannschaft zu, und auf den Arealen Engrosmarkt und Aligro gibt es nur ein kleines Kontingent an Plätzen, online im Voraus für 20 Franken.

Rund eine Stunde vor Spielbeginn da zu sein, hat sich bewährt. Dann bleibt Zeit für Einlass und eine Wurst, bevor das erste Bully fällt. Für Derbys und Finalspiele lohnt es sich, früh zu buchen, denn die Preise ziehen an, je näher der Termin kommt.

Interessante Fakten

  • Der ZSC spielte als erstes Schweizer Team in einer geschlossenen Halle, im Hallenstadion.
  • Den Titel 2000, den ersten seit 39 Jahren, entschied Adrien Plavsic im sechsten Finalspiel zehn Sekunden vor Schluss zum 4:3.
  • Mit dem Double 2025 reihten sich die ZSC Lions als dritter europäischer Club neben Frölunda und Tappara ein.
  • Marco Bayer holte als erster Trainer des Clubs das Double und war 368 Tage nach dem Meistertitel trotzdem weg.
  • Claude Julien kam mit einem Stanley Cup als Cheftrainer und über 1000 NHL-Spielen an der Bande nach Zürich.
ZSC Lions - ein professioneller Schweizer Eishockeyclub aus Zürich

ZSC Lions

Soziale Medien

FAQ

Wer ist der Cheftrainer der ZSC Lions?

Claude Julien. Der 66-jährige Kanadier gewann 2011 mit Boston den Stanley Cup und hat einen Vertrag bis 2027/28.

Wo spielen die ZSC Lions und wie gross ist das Stadion?

In der Swiss Life Arena in Zürich-Altstetten, ein paar Gehminuten vom Bahnhof Altstetten entfernt. Platz gibt es für rund 12'000 Leute.

Wie oft wurden die ZSC Lions Schweizer Meister?

Elfmal. Wer den Titel des Grasshopper Club Zürich von 1966 mitzählt, den der Club separat führt, kommt auf zwölf.

Wann gewannen die ZSC Lions die Champions Hockey League?

2009 (Saison 2008/09) und 2025 (Saison 2024/25). Der zweite Sieg gehörte zum Double mit der Meisterschaft.

Gibt es ein Frauenteam der ZSC Lions und wo spielt es?

Ja. Sie spielen in der PostFinance Women’s League, der höchsten Liga der Schweiz, und haben laut Club in der Swiss Life Arena ihre Heimbasis.