Lo & Leduc
Zwei junge Berner nehmen einen Mundart-Song auf, in dem es um eine Frau geht, die ihre Handynummer nicht herausrücken will. Und schreiben damit Schweizer Chartgeschichte. So lässt sich der Werdegang von Lo & Leduc in einem Satz erzählen. Das Duo aus der Bundesstadt hat Rap und Pop auf Berndeutsch zusammengebracht und mit «079» den erfolgreichsten Mundart-Hit der Digitalära geschaffen, einen Song, der sich 21 Wochen lang an der Spitze der Schweizer Hitparade hielt.
Dahinter stecken Lorenz Häberli, genannt Lo, und Luc Oggier, genannt Leduc. Dieser Beitrag behandelt die Geschichte der Band, ihre Mitglieder, die bekanntesten Songs, die Konzertaktivität und die Konzerte 2026 rund um das neue Album «Krise als Chanson».
Name | Lo & Leduc |
|---|---|
Typ | Schweizer Mundart-Pop/Rap-Duo |
Herkunft | Bern, Schweiz |
Gründung | aus dem Berner Mundart-Ensemble Pacomé (ab 2007), erstes eigenes Album 2009 |
Mitglieder | Lorenz Häberli («Lo»), Luc Oggier («Leduc») |
Genre | Mundart-Pop, Hip-Hop / Rap (Berndeutsch) |
Durchbruch | 2014, Album «Zucker fürs Volk» |
Grösster Hit | «079» (2018) – 21 Wochen #1, 6-fach-Platin |
Bekannte Songs | «079», «Jung verdammt», «All di Büecher», «Tribut», «Räuber u Poli» |
Alben | «Update 1.0–4.0», «Zucker fürs Volk», «Ingwer und Ewig», «Krise als Chanson» (2026) |
Auszeichnungen | 3× Swiss Music Award 2015 (Best Group, Best Live Act, Best Talent) |
Offizielle Website |
Lo & Leduc
Geschichte
Angefangen hat alles im Berner Mundart-Ensemble Pacomé, gegründet Mitte der 2000er-Jahre. Dort lernten sich die beiden kennen. Als Luc Oggier, damals Sänger und Rapper der vielköpfigen Band, 2007 wegen Stimmproblemen für ein halbes Jahr ausfiel, sprang Lorenz Häberli als Ersatz ein und blieb danach gleich ganz dabei. Als Pacomé 2009 sein erstes Album herausbrachte, waren so viele Lieder übrig, dass die beiden, damals noch als Lo & Luc, nebenher ein eigenes Album mit dem Titel «Update 1.0» als Gratis-Download veröffentlichten.
Der Anfang war also ein Nebenprodukt. Doch er trug Früchte. Schon ein halbes Jahr später folgte «Update 2.0», ebenfalls kostenlos, und 2012 kam «Update 3.0 – Fin de siècle». Auch das gab es gratis, und dank Songs wie «Räuber u Poli», der als YouTube-Video erschien, wurde es ein Erfolg. Mit dieser Gratis-Strategie erspielten sich Lo & Leduc überhaupt erst die Basis für ihre spätere Fangemeinde.
Der eigentliche Durchbruch kam 2014. Am 11. April erschien mit «Zucker fürs Volk» ihr erstes klassisches Album, produziert mit Dodo, der zuvor schon Steff la Cheffe gross herausgebracht hatte. Die Platte stieg auf Platz 3 ein, kletterte eine Woche später auf Platz 2 und blieb ganze 99 Wochen in den Charts. Anfang 2015 kehrte sie noch einmal in die Top Ten zurück, nachdem sich «Jung verdammt» zum Top-3-Hit gemausert hatte, dazu kamen Lieder wie «All di Büecher» und «Blaui Peperoni». Album und Single holten Platin. Ein Jahr nach dem Release räumten Lo & Leduc bei den Swiss Music Awards 2015 gleich dreifach ab. Es folgte das Album «Ingwer und Ewig» (2017), ehe 2018 jene Single kam, die alles veränderte.

Lo & Leduc - Jung verdammt
Diese Single war «079», enthalten auf «Update 4.0». Im März 2018 erschienen, schoss der Song auf Platz 1 der Schweizer Hitparade und hielt sich dort sagenhafte 21 Wochen. Damit knackte er den bis dahin bestehenden Rekord und liess sogar Klassiker wie «Chihuahua» von DJ Bobo und «Grüezi wohl Frau Stirnimaa» der Minstrels hinter sich. Der Song holte 6-fach-Platin und gilt als erfolgreichster Schweizer Mundart-Hit der Digitalära. Erzählt wird darin von einem verschmähten Verehrer, dem eine Frau nicht einmal die Vorwahl ihrer Handynummer verraten will. Die Melodie stammt vom Berner Produzenten Maurice Könz, besser bekannt als Dr. Mo, der sie unabhängig vom Text schrieb, ehe beides zusammenkam. 2019 liehen Lo & Leduc im Animationsfilm «Willkommen im Wunder Park» einem Biber-Duo die deutschen Stimmen mit Schweizer Akzent.

Lo & Leduc - 079
Danach ging die Reise weiter. Auf die EP «Hype» (2019) folgten die Alben «Mercato» und «Luft» (beide 2022) sowie Singles wie «Tribut» und «Snooze». Musikalisch bewegten sich Lo & Leduc dabei immer stärker vom reinen Rap hin zu melodiösem Pop. 2024 kam das Live-Album «Live 858 m ü. M.». Und heute? Nach beinahe vier Jahren meldet sich das Duo 2026 mit seinem sechsten Studioalbum «Krise als Chanson» zurück, politischer und persönlicher als je zuvor, mit erstmals zwei Songs auf Deutsch und Singles wie «Loyalty x Many Men», «Altpapier» und «Sola».

Lo & Leduc - Tribut
Mitglieder
Mitglied | Bürgerlicher Name | Geboren | Rolle |
|---|---|---|---|
Lo | Lorenz Häberli | 25. September 1986 | Gesang, Rap, Text |
Leduc | Luc Oggier | 1989 | Gesang, Rap, Text |
Lo, mit bürgerlichem Namen Lorenz Häberli, kam am 25. September 1986 in Bern zur Welt. Bekannt wurde er zuerst als Battle-Rapper, und zwar als erster, dem es gelang, das renommierte «Ultimate MC Battle» in Bern gleich dreimal zu gewinnen, von 2008 bis 2010. Dieses Battle gilt als das wichtigste der Schweiz. Häberli ist studierter Historiker und war auch als Gast auf Alben von Tommy Vercetti zu hören. Seine leicht heisere Stimme ist eines der Markenzeichen des Duos.
Leduc, bürgerlich Luc Oggier, wurde 1989 geboren und kommt ebenfalls aus Bern. Er singt, rappt und schreibt an den Texten mit, daneben arbeitet er als Musiklehrer. Bei einem Talentwettbewerb namens Stammplatz gewann er einst einen Preis für die Komposition des Titelsongs zum Pacomé-Album «Küste vo Bern». Sein etwas nasaler Gesang bildet den Kontrast zu Los Stimme.
Beide schreiben die Texte selbst, und beide legten lange Wert darauf, nicht allein von der Musik abhängig zu sein. Deshalb arbeiteten sie nebenbei mindestens zur Hälfte in der Kommunikation, studiert haben die zwei Germanistik und Geschichte. Die Besetzung ist seit den Anfängen unverändert, auf der Bühne begleitet die beiden eine Live-Band.
Mitglieder von Lo & Leduc
Konzertleben
Live zu spielen ist bei Lo & Leduc kein Beiwerk, sondern der Kern. Auf der Bühne entfaltet sich die volle Dynamik zwischen den beiden Frontmännern und dem Publikum, dazu kommt eine hochkarätig besetzte Live-Band. Von leisen Momenten bis zu bebenden Hallen reicht die Spannweite, und der Berner Dialekt hält alles zusammen.
Auf den grossen Schweizer Openair-Bühnen sind Lo & Leduc ohnehin gern gesehene Gäste. Besonders oft standen sie am Berner Gurtenfestival, am Open Air Gampel und am Zürich Openair auf der Bühne, dazu kamen Auftritte am traditionsreichen Open Air St. Gallen, am Openair Solothurn, am Sound of Glarus und an Stars in Town in Schaffhausen. Eigene Stadionkonzerte gehören zwar nicht zu ihrem Repertoire, dafür füllen sie zuverlässig grosse Festivalgelände und die wichtigsten Konzertsäle des Landes. Die «Update Reloaded»-Tour 2018 etwa war restlos ausverkauft.
Konzerte 2026
Das Jahr 2026 steht bei Lo & Leduc ganz im Zeichen der Rückkehr mit «Krise als Chanson». Nach dem Album-Release im Frühling und einer Sommer-Festivaltour geht es im Herbst und Winter in die Klubs und Konzertsäle. Schon im September ist das Duo an Openairs und bei den «Hiking Sounds»-DJ-Shows zu erleben, im Oktober folgt ein Auftritt an der Baloise Session in Basel.
Konzert / Event | Datum | Ort | Tickets |
|---|---|---|---|
Openair Greifensee | 5. September 2026 | Greifensee, Openair Greifensee | |
Hiking Sounds (DJ Show) | 13. September 2026 | Airolo | lo-leduc.ch |
Hiking Sounds (DJ Show) | 20. September 2026 | Schwarzsee | lo-leduc.ch |
Baloise Session | 17. Oktober 2026 | Basel, Baloise Session | lo-leduc.ch |
Krise als Chanson Tour | 8. November 2026 | Zürich, Kaufleuten | ausverkauft |
Krise als Chanson Tour | 11. November 2026 | Rubigen, Mühle Hunziken | ausverkauft |
Krise als Chanson Tour | 13. November 2026 | Rubigen, Mühle Hunziken | ausverkauft |
Krise als Chanson Tour | 14. November 2026 | Rubigen, Mühle Hunziken | ausverkauft |
Krise als Chanson Tour | 20. November 2026 | Luzern, Schüür | lo-leduc.ch |
Krise als Chanson Tour | 21. November 2026 | Luzern, Schüür | ausverkauft |
Krise als Chanson Tour | 5. Dezember 2026 | Aarau, KIFF | lo-leduc.ch |
Krise als Chanson Tour | 16. Dezember 2026 | Winterthur, Salzhaus | lo-leduc.ch |
Auffällig ist, wie viele Termine schon ausverkauft sind, von Zürich über gleich drei Abende in der Mühle Hunziken bis Luzern. Umso mehr lohnt sich bei den restlichen Konzerten ein früher Ticketkauf. Gespielt wird ein Mix aus den neuen Liedern von «Krise als Chanson» und den grossen Hits wie «079», «Jung verdammt» und «Tribut». Über die genannten Daten hinaus kommen laufend weitere Termine dazu, weshalb sich der Blick auf den aktuellen Tourplan lohnt.
Lo & Leduc auf der Bühne
Auszeichnungen und Anerkennung
Auszeichnung | Jahr | Details |
|---|---|---|
Swiss Music Award – Best Group | 2015 | |
Swiss Music Award – Best Live Act | 2015 | |
Swiss Music Award – Best Talent | 2015 | drei Awards in einem Jahr |
«Zucker fürs Volk» – Platin | 2014/15 | 99 Wochen in den Charts |
«079» – 6-fach-Platin | 2018 | 21 Wochen #1 der Schweizer Hitparade |
Der erste grosse Ritterschlag kam 2015. Bei den Swiss Music Awards hatten Lo & Leduc die meisten Nominierungen, nämlich in den Kategorien Best Group, Best Live Act und Best Talent, und gewannen in allen drei. Damit waren sie nach Stress im Jahr 2008 erst die zweiten Interpreten, die drei Awards in einem einzigen Jahr holten. Schon zuvor hatte man sie zum «SRF 3 Best Talent» gekürt.
Die grösste Duftmarke ihrer Karriere bleibt aber «079». Mit 21 Wochen an der Chartspitze und 6-fach-Platin überbot der Song bestehende Rekorde und schrieb ein Stück Schweizer Popgeschichte. Doch auch das Durchbruchsalbum «Zucker fürs Volk» hat sich mit 99 Wochen in den Charts und Platin-Status längst zum Klassiker entwickelt. Solche Zahlen erreicht kaum eine Mundart-Produktion, und genau deshalb gilt das Duo bis heute als Massstab für den Erfolg auf Berndeutsch.
Interessante Fakten
- Der Name ist schnell erklärt. Lo steht für Lorenz, Leduc leitet sich von Luc ab, mehr Understatement geht kaum.
- Ein Zufall stand am Anfang. Lo kam nur als Ersatz für den stimmlich angeschlagenen Leduc in die Band Pacomé und blieb dann gleich ganz.
- Gratis als Geschäftsmodell. Die ersten drei «Update»-Alben stellten die beiden kostenlos ins Netz und legten so den Grundstein für ihre Fangemeinde.
- Ein dreifacher Battle-König. Lo gewann das wichtigste Schweizer Rap-Battle, das Ultimate MC Battle in Bern, gleich dreimal in Folge.
- Historiker trifft Musiklehrer. Im Hauptberuf brachten die beiden ganz andere Qualifikationen mit, der eine studierte Geschichte, der andere unterrichtet Musik.
- «079» entstand getrennt. Text und Melodie des Rekord-Hits schrieben sie zunächst unabhängig voneinander, gemeinsam mit Produzent Dr. Mo, und plötzlich passte alles perfekt zusammen.
Lo & Leduc
Soziale Medien
FAQ
Wer sind die Mitglieder von Lo & Leduc?
Das Duo besteht aus Lorenz Häberli, genannt Lo, und Luc Oggier, genannt Leduc. Beide stammen aus Bern, singen, rappen und schreiben die Texte.
Was ist der bekannteste Song von Lo & Leduc?
Mit Abstand «079» aus dem Jahr 2018. Weitere bekannte Songs sind «Jung verdammt», «All di Büecher» und «Tribut».
Warum war «079» so erfolgreich?
Der Song hielt sich 21 Wochen an der Spitze der Schweizer Hitparade, holte 6-fach-Platin und erzählt mit viel Humor eine runde Geschichte. Er gilt als erfolgreichster Schweizer Mundart-Hit der Digitalära.
Welche Alben haben Lo & Leduc veröffentlicht?
Nach den Gratis-Alben «Update 1.0» bis «3.0» folgten «Zucker fürs Volk» (2014), «Ingwer und Ewig» (2017), «Update 4.0» (2018), «Mercato» und «Luft» (2022) sowie «Krise als Chanson» (2026).
Welche Auszeichnungen haben Lo & Leduc gewonnen?
2015 gewannen sie drei Swiss Music Awards in einem Jahr (Best Group, Best Live Act, Best Talent). Ihr Hit «079» wurde mit 6-fach-Platin ausgezeichnet.
Was bedeutet der Name Lo & Leduc?
Lo steht für Lorenz Häberli, Leduc leitet sich vom Vornamen Luc (Oggier) ab.







