OpenAir St. Gallen
Es gibt Festivals, die entstehen und verschwinden. Und dann gibt es das OpenAir St.Gallen. Seit 1977 – ohne eine einzige Unterbrechung, abgesehen von der Pandemie – verwandelt sich das Sittertobel am Stadtrand von St.Gallen jeden Sommer in eine Festivalstadt. Vom 25. bis 28. Juni 2026 findet die 48. Ausgabe statt, und Twenty One Pilots werden endlich den Auftritt nachholen, den die Pandemie 2020 unmöglich gemacht hatte. Dazu Nina Chuba, Paul Kalkbrenner und über siebzig weitere Acts. Vier Tage, eine Schlucht, keine halben Sachen.
Vollständige Bezeichnung | OpenAir St.Gallen |
|---|---|
Datum 2026 | 25.–28. Juni 2026 |
Ort | Sittertobel, St.Gallen, Schweiz |
Gegründet | 1977 |
Kapazität | rund 30'000 Besucherinnen und Besucher täglich |
Genres | Pop, Rock, Indie, Hip-Hop, Electronic |
Headliner 2026 | Twenty One Pilots, Nina Chuba, Paul Kalkbrenner |
Bestätigte Acts | 74 (Stand Juni 2026) |
Offizieller Website |
OpenAir St. Gallen
Geschichte
Das OpenAir St.Gallen gibt es seit 1977. Damit ist es das älteste kontinuierlich durchgeführte grosse Open-Air-Festival der Schweiz. Kein anderes vergleichbares Festival im Land hat diese Tradition ohne Unterbruch aufrechterhalten. Das ist kein Marketingargument – das ist schlicht Tatsache.
Wer die Geschichte des Festivals versteht, versteht auch den Ort. Das Sittertobel – eine natürliche Schlucht im Naturschutzgebiet nahe St.Gallen – ist eine Kulisse, die man nicht bauen kann. Die Hänge umgeben das Festival wie ein Amphitheater. Wer einmal dort war, versteht, warum Besucherinnen und Besucher und Künstlerinnen und Künstler immer wiederkommen.
Das Festival wird von einem festen Team von zwölf Personen unter Festivalleiter Christof Huber organisiert. Die Grundsätze, die über fast fünfzig Jahre getragen haben: offene Kommunikation, solide Finanzplanung, Selbstfinanzierung und eine tiefe Verwurzelung in der Region. Kein Konzernfestival, das nach Quartalszahlen funktioniert – sondern eine Organisation, die langfristig denkt.
Historische Aufnahme des OpenAir St. Gallen
Die einzige echte Unterbrechung der Geschichte waren 2020 und 2021 – pandemiebedingter Ausfall. 2022 kehrte das Festival zurück und war sofort wieder das OASG, das alle kannten. Den Green Operations Award der European Festival Awards 2019 hat es übrigens auch gewonnen.
Das OpenAir St.Gallen gilt als Pionier des nachhaltigen Festivalmachens in der Schweiz – und das ist keine Selbstbezeichnung, sondern eine belegte Position. Das Festival ist die erste «Commune» der Schweiz mit klimaneutralem Status: Restemissionen, die sich nicht vollständig vermeiden lassen, werden durch gezielte Kompensationsmassnahmen ausgeglichen. Der gesamte Strombedarf des Festivals wird aus ökologischen Quellen gedeckt.
Beim Essen setzt das OASG auf biologische und regional produzierte Lebensmittel – kein Greenwashing, sondern ein Beschaffungsansatz, der die Region einbezieht. Und der Wiederverwendungsanteil bei Bechern und Geschirr liegt bei über 95 Prozent. Wer schon einmal auf einem anderen Festival einen weggeworfenen Plastikbecher gesehen hat, weiss, was diese Zahl bedeutet.

Video-Rückblick auf das OpenAir St. Gallen 2025
OpenAir St.Gallen 2026
Die Headliner Twenty One Pilots sollten 2020 in St.Gallen spielen. Dann kam die Pandemie. Sechs Jahre später kommt das Duo aus Columbus, Ohio – Tyler Joseph und Josh Dun – endlich ins Sittertobel. Wer ihre Konzertvideos kennt, weiss, was das bedeutet.
Nina Chuba zählt zu den einflussreichsten Künstlerinnen im deutschsprachigen Raum. Ihre Texte treffen, ihre Live-Auftritte begeistern quer durch alle Altersklassen. Am Samstagabend steht sie auf der Sitterbühne.
Paul Kalkbrenner steht seit über zwanzig Jahren für Techno und Electronic. «Sky and Sand» kennt jeder – was er spätabends im Sittertobel auslöst, weiss, wer schon einmal auf einem seiner Konzerte war.
Programm nach Tagen:
Tag | Datum | Bestätigte Acts |
|---|---|---|
Donnerstag | 25. Juni | Jan Delay & Disko No.1, Souly, Galantis, Supermodel, Cordoba78, Heera, Belia Winnewisser, Moira x Otrava, Alay, Slaymobil x Bassluder, Morgan Button & Luca Dario, Elin, Ramon Clau |
Freitag | 26. Juni | Twenty One Pilots, Paul Kalkbrenner, Hecht, Zartmann, Wet Leg, Danny Ocean, Jalen Ngonda, Jule X, Modestep, Ivo Martin, Sunday (1994), Splendid, Esther Graf, Nina Valotti, Bella, Lum, und weitere |
Samstag | 27. Juni | Nina Chuba, Scooter, Nothing But Thieves, Cmat, Modeselektor, Levin Liam, All Them Witches, Baschi, Schrotthagen, Florence Road, EDB, Monet192, James Marriott, Panda Lux, und weitere |
Sonntag | 28. Juni | SDP, Zara Larsson, Of Monsters And Men, Kaffkiez, Don West, Amistat, Ritter Lean, Meld, Natascha Polke, The Sophs, Eileen Alister, Lily Costa, Lionel David, Gloria Amelia, Ana Lou, Christian Löffler, und weitere |
Aktueller und vollständiger Timetable mit Bühnen und Uhrzeiten: openairsg.ch.
Die Sitterbühne ist die grosse Hauptbühne im Herzen des Sittertobels – Schluchtwand im Rücken, grösste Kapazität, Headliner. Die Sternenbühne ist die zweite grosse Bühne mit ihrer eigenen Atmosphäre. Die Day Dance-Zone liegt direkt an der Sitter – ein Bereich, der den Übergang vom Bad zum Dancefloor ermöglicht. Dieses Jahr stehen dort Christian Löffler und Natascha Polkè am Sonntag.
OpenAir St. Gallen
Tickets
Der 4-Tagespass für Donnerstag bis Sonntag kostet CHF 299. Wer erst ab Freitag kommt, zahlt CHF 275 für den 3-Tagespass. Ab Samstag: CHF 239 für zwei Tage. Wer ausschliesslich sonntags kommt, zahlt CHF 109 für den einzigen verfügbaren Einzeltag. Alle Preise beinhalten MWST, CHF 5 Klimabeitrag und Vorverkaufsgebühr. Wer bis zum 9. Juni 2026 kauft, bekommt das Festivalbändel direkt per Post.
Im Ticketpreis inbegriffen: ÖV-Reise aus der ganzen Schweiz hin und zurück, der Campingplatz auf dem Festivalgelände und der CHF 5 Klimabeitrag.
Jetzt zur Regelung, die viele überrascht: es gibt keine Tagespässe für Donnerstag, Freitag und Samstag. Das ist keine Panne, sondern Systemlogik. Beim OpenAir St.Gallen ist das Campinggelände nicht vom Festivalgelände getrennt. Wer einen Act am Freitag sehen will, braucht mindestens einen 3-Tagespass. Wer samstags dabei sein will, einen 2-Tagespass. Nur der Sonntag ist als Einzeltag buchbar.
Tickets sind nicht personalisiert und dürfen weitergegeben werden. Kaufen nur über openairsg.ch oder von Personen, denen man vertraut. Viagogo und ähnliche Plattformen: keine Gültigkeitsgarantie.
Für VIP-Upgrade-Angebote mit Blick auf die Bühne gibt es zusätzliche Pakete mit Classic Brunch – Wurst- und Käsespezialitäten, frische Früchte, Brot, heisse Getränke. Für manche Optionen reicht ein normales Festival-Ticket, der VIP-Zugang gilt dann für einen definierten Zeitraum. Aktuelle Pakete und Preise auf openairsg.ch.
Camping
Das OpenAir St.Gallen hat ein Feature, das kein anderes Schweizer Festival so hat. Der Campingplatz liegt nicht hinter einem Zaun am Rand. Er ist mitten drin. Die Zelte stehen zwischen den Bühnen, den Foodständen und den Wegen zum Konzert. Wer abends aus dem Zelt tritt, steht schon fast auf dem Festivalgelände – weil er es ist.
Camping ist im Ticket inbegriffen. Für jeden Zelteingang wird beim Eingang ein Depot von CHF 20 eingezogen, das beim Verlassen gegen Rückgabe des Jetons zurückkommt. Lotus Belle-Zelte für Gruppen bis sechs Personen gibt es separat im Ticketshop – für 2026 bereits ausverkauft.
Wohnmobile haben keinen Zugang zum Festivalgelände. Wer mit dem Campervan anreist, wendet sich an St.Gallen-Bodensee Tourismus: +41 (0)71 227 37 37.
Auf dem gesamten Festivalgelände zahlt man bargeldlos.
Blick auf das Festivalgelände mit Campingzone
Praktische Informationen
Der ÖV ist nicht nur die bequemste Option – er ist auch die günstigste, weil die Reise aus der ganzen Schweiz im Ticket inbegriffen ist. Wer also ein gültiges OASG-Ticket hat, zahlt für den Zug zur Anreise und zur Abreise nichts extra. Das gilt für alle SBB-Verbindungen aus der ganzen Schweiz. Aus Zürich dauert die Fahrt nach St.Gallen mit dem Intercity rund 65 Minuten, ab Hauptbahnhof direkt. Aus Bern sind es etwa 2 Stunden. Aus Basel rund 1 Stunde 40 Minuten mit Umstieg. Wer aus Winterthur oder Romanshorn kommt, ist in unter einer Stunde vor Ort. Ab Zürich Flughafen funktioniert die direkte Verbindung ebenfalls.
Vom Bahnhof St.Gallen fährt ein direkter Festivalshuttle ins Sittertobel. Die Fahrtzeit beträgt wenige Minuten, die Busse fahren während des Festivals in engem Takt. Wer auf Nummer sicher gehen will: Früh anreisen, besonders am Donnerstagnachmittag und Freitagabend, wenn die Massen ankommen.
Wer mit dem Auto anreist, findet Parkplätze ausserhalb des Sittertobels – Beschilderung vor Ort. Wichtig: das Festivalgelände selbst ist nicht mit dem Auto erreichbar. Von den Parkplätzen aus gibt es Shuttle-Verbindungen oder einen Fussweg zum Eingang. Die genauen Parkinformationen und aktuellen Zufahrtsregelungen auf openairsg.ch – diese können sich je nach Anreisetag unterscheiden.
Ende Juni in St.Gallen bedeutet manchmal Sonne, manchmal Regen und manchmal beides am gleichen Nachmittag. Regenjacke oder Poncho gehören in jeden Rucksack – das ist keine Panikreaktion, sondern OASG-Erfahrung. Gummistiefel oder feste wasserdichte Schuhe sind bei Regen Gold wert, wenn das Sittertobel zum berühmten «charmantesten Matschbad der Schweiz» wird.
Sommerliche Stimmung - OpenAir St. Gallen
Da auf dem gesamten Gelände bargeldlos gezahlt wird, reicht eine Kreditkarte oder Debitkarte. Bargeld braucht es hier nicht. Für die Übernachtung lohnt sich ein gutes Zelt mit Bodenplane, eine warme Schlafsacklage für kühle Nächte und ausreichend Wechselkleidung. Powerbank für das Handy – Ladestationen gibt es im Campingbereich für Rollstuhlfahrende, aber für den allgemeinen Gebrauch ist eine eigene Lösung sinnvoll.
Ein ALDI SUISSE-Partner eröffnet direkt auf dem Festivalgelände einen Festivalshop. Wer Wasservorräte, Snacks oder vergessene Camping-Basics nachkaufen will, muss dafür nicht das Gelände verlassen. Das erspart den Weg in die Stadt und spart Zeit.
Das Foodangebot im Sittertobel ist breit: von internationaler Streetfood-Küche bis zu Schweizer Klassikern, von vegetarischen Optionen bis zu deftigen Festivalgerichten. Da bargeldlos gezahlt wird, geht das Bezahlen schnell. Wer besondere Ernährungsbedürfnisse hat, findet auf openairsg.ch vorab eine Übersicht der Foodpartner und Angebote.
Verbotene Gegenstände auf dem Festivalgelände: Glas, eigener Alkohol, Waffen und Drohnen. Professionelle Foto- und Filmausrüstung nur mit Akkreditierung. Hunde sind nicht zugelassen. Die vollständige Hausordnung auf openairsg.ch – es lohnt sich, sie vor dem Festival zu lesen, um an der Einlasskontrolle keine Überraschungen zu erleben.
Das OASG hat einen eigenen Campingbereich für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer mit Ladestationen. Erhöhte Tribünen der Stiftung Cerebral stehen an der Sitterbühne und der Sternenbühne für IV-Ausweisinhaber mit Begleitperson zur Verfügung. Eine EuroKey-Zone liegt nahe dem Rollstuhlcamping, acht Sanitäranlagen verteilen sich über das gesamte Gelände. Reservationen über das Formular auf openairsg.ch.
Das Festival ist All Ages. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.
Nachtstimmung am OpenAir St. Gallen
Wer im Juni noch ein weiteres Festival in der Schweiz einplanen möchte: das Stolze Openair Zürich findet am 12. und 13. Juni statt – also gut zwei Wochen vor dem OpenAir St.Gallen – und ist vollständig kostenlos. Kein Ticket, keine Registrierung, einfach hingehen.
Interessante Fakten
- Das OASG ist das einzige grosse Schweizer Open-Air-Festival, das seinen Campingplatz vollständig ins Festivalgelände integriert hat. Anderswo ist das Zelt ein Ort zum Schlafen. Hier ist es ein Teil des Festivallebens – und der Grund, warum es keine Tagestickets für die ersten drei Festivaltage gibt.
- In den letzten Jahrzehnten spielten im Sittertobel Depeche Mode, Linkin Park, Die Ärzte, Nine Inch Nails, Muse, Florence + The Machine, Die Toten Hosen und Kings Of Leon. Die Liste der Bands, die in dieser Schlucht standen, liest sich wie ein komprimiertes Rockgeschichtsbuch.
- Das Festival finanziert sich selbst. Keine Besitzerfamilie aus dem Ausland, kein Konzernbackground. Die OpenAir St.Gallen AG sitzt an der Heiligkreuzstrasse 9 in St.Gallen – und macht seit 1977 einfach ihr Ding.
Soziale Medien
FAQ
Wann findet das OpenAir St.Gallen 2026 statt?
Vom 25. bis 28. Juni 2026 im Sittertobel in St.Gallen. Vier Tage, Donnerstag bis Sonntag.
Ist Camping inbegriffen – und kostet es extra?
Camping ist im Ticket enthalten. Für jeden Zelteingang wird ein Depot von CHF 20 hinterlegt, das beim Verlassen zurückerstattet wird. Lotus Belle-Zelte sind für 2026 ausverkauft.
Warum gilt das OASG als «grünes» Festival?
Das Festival ist klimaneutral durch Kompensation seiner Restemissionen, läuft auf ökologischem Strom, nutzt regionale und biologische Lebensmittel und erreicht einen Wiederverwendungsanteil von über 95 Prozent bei Geschirr und Bechern. Der Green Operations Award 2019 der European Festival Awards bestätigt das offiziell.
Gibt es barrierefreien Zugang?
Ja. Eigener Campingbereich mit Ladeinfrastruktur für Rollstuhlfahrende, erhöhte Tribünen an beiden Hauptbühnen, EuroKey-Zone. Reservationsformular auf openairsg.ch.
Seit wann gibt es das OpenAir St.Gallen?
Seit 1977. Unterbrochen nur durch die Pandemiejahre 2020 und 2021. Das 2026er Festival ist die 48. Ausgabe.







