Persönlichkeiten

Stefan Büsser

von Elena Keller

Inhaltsverzeichnis
Stefan Büsser - Schweizer TV-Moderator

Als Stefan Büsser 2025 seinen 40. Geburtstag feierte, war das keine Selbstverständlichkeit. In seiner Kindheit, als Ärzte ihm eine Lebenserwartung von rund 15 Jahren gaben, wäre dieses Jubiläum schlicht undenkbar gewesen. Heute moderiert er «Late Night Switzerland» auf SRF 1, co-hosted den «Donnschtig-Jass» und tourt mit einem neuen Soloprogramm namens «ÜBER-LEBT» durch die Schweiz. Die Krankheit ist geblieben. Aufgehört hat er deswegen nie.

Büssi – so nennen ihn seine Fans – ist einer jener seltenen Typen, der in jedem Medium funktioniert. Radio, Fernsehen, Bühne, Podcast. Was ihn von anderen unterscheidet, ist weniger das Talent als das Bewusstsein dafür, warum er das alles überhaupt tun kann.

Vollständiger Name

Stefan Büsser («Büssi»)

Geburtsdatum

4. März 1985

Geburtsort / Wohnort

Zürich

Staatsbürgerschaft

Schweizer

Krankheit

Cystische Fibrose (CF) – angeboren, unheilbar

Aktuelle Sendungen

Late Night Switzerland (SRF 1), Donnschtig-Jass (SRF 1), Gipfelstürmer (SRF 1), Focus (Radio SRF 3)

Aktuelles Soloprogramm

ÜBER-LEBT (Tour ab Frühling 2026)

Podcasts

Quotenmänner / Comedymänner (mit Michael Schweizer und Aron Herz)

Erste öffentliche Erwähnung CF

Soloprogramm AU(R)A, 2013

Auszeichnung

«Beliebtester Zürcher» 2017

Instagram

109.000+ Follower (@stefanbuesser)

Website

stefanbuesser.ch

Stefan Büsser - Schweizer TV-Moderator, Comedian und Podcaster

Stefan Büsser

Biografie

Stefan Büsser wuchs in Zürich auf – und der Befund, mit dem er ins Leben startete, hätte jeden anderen kleingemacht. Cystische Fibrose, angeboren, unheilbar. Die Ärzte sagten seiner Familie, man könne froh sein, wenn er die Pubertät erlebe. Die Lebenserwartung: rund 15 Jahre. Das Zürcher Kind mit der schweren Diagnose hat seinen 40. Geburtstag inzwischen gefeiert, steht auf den grössten Schweizer Fernsehbühnen und eröffnet jeden Sonntagabend auf SRF 1 eine Late-Night-Show.

Komödiantisches Talent zeigte er früh. Nicht in der Schule – aber dort, wo es wirklich darauf ankommt. Nach der Volksschule machte er eine KV-Lehre beim Medienhaus Ringier. Dort durfte er nebenbei kleine Texte schreiben, wurde für die «Schweizer Illustrierte» auf Promijagd geschickt und bekam so seinen ersten Vorgeschmack auf die Branche, in der er Jahrzehnte verbringen würde.

Den ersten nationalen Auftritt hatte er als «Blick-Büsser» – in der Rolle des Gonzo-Praktikanten beim Blick. Reportagen mit Paris Hilton, Michael Jackson und anderen Prominenten machten ihn schweizweit bekannt. Das klingt nach PR-Gag. War aber der Anfang einer ernsthaften Karriere.

Parallel dazu baute er zusammen mit Sascha Wanner eines der ersten Schweizer Internetradios auf. «Radio Unique» sendete aus einem Keller im aargauischen Jonen – Musik- und Talkshows, wöchentlich, für ein kleines, aber treues Publikum. Niemand hätte damals gedacht, dass dieser Kellersender der Startpunkt für eine Karriere im nationalen Radio sein würde.

Stefan Büsser - TV-Moderator, Comedian und Podcaster

Stefan Büsser

Persönliches Leben

Stefan Büsser lebt in Zürich. Er ist – trotz nationaler Bekanntheit – kein Typ, der im Schutze einer abgeschirmten Promi-Welt lebt. Er beschreibt die Erfahrung, erkannt zu werden, als angenehm:

Die Menschen sprechen dich selten direkt an. Ich werde weder belästigt noch angefeindet.

Wer ihn nicht mag, äussert das im Schutz der Anonymität im Netz. Das weiss er – und lässt es dort.

Um 2016/17 war er mit Deborah Rullo zusammen, einer Basler Radiomoderatorin. Das Paar lebte in Zürich, gab der «Schweizer Illustrierten» gemeinsame Interviews und sprach über Zukunftspläne. Büsser nannte sie damals «die Frau meines Lebens». Anfang 2019 gaben Stefan Büsser und Deborah Rullo ihre Trennung bekannt und sagten ihre geplante Hochzeit ab. Beide erklärten, dass sie mit der Zeit erkannt hätten, als Freunde besser miteinander zu harmonieren als als Lebenspartner. Über aktuelle romantische Beziehungen spricht er nicht.

Stefan Büsse und seine Ex-Partnerin Deborah Rullo

Stefan Büsser und Deborah Rullo

Mit der ehemaligen liechtensteinischen Skirennfahrerin Tina Weirather verbindet ihn eine öffentliche Zusammenarbeit. Im Sommer 2020 drehten die beiden eine fünfteilige Videoserie auf YouTube und Facebook: «Tina zeigt Büssi Liechtenstein». Weirather führte ihn durch ihr Heimatland – von Lamatrekking in Triesenberg bis zum Weingut. In der zweiten Staffel von «Late Night Switzerland» (ab September 2024) war sie ausserdem als Talkgast zu Gast. Eine romantische Beziehung ist nicht bestätigt.

Das Credo, das Büsser immer wieder formuliert, ist so einfach wie klar: er engagiert sich dort, wo er Glaubwürdigkeit hat. Das gilt für Organspenden, für soziale Projekte, für sein Auftreten auf der Bühne. Als er 2017 zum «Beliebtesten Zürcher» gewählt wurde und dafür einen Preisgeldcheque erhielt, spendete er die Summe den Hilfswerken von Pfarrer Sieber. Kein Aufheben darüber, keine Pressemitteilung.

Krankheit

Cystische Fibrose ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung. Sie lässt in der Lunge zähen Schleim entstehen, der die Atemwege blockiert. Unheilbar. Mit Medikamenten aber managebar – und das ist es, was Büsser seit Jahrzehnten tut. Irgendwann, sagt er selbst, wird er eine Spenderlunge brauchen. Das weiss er. Deswegen spricht er öffentlich über Organspenden – nicht als Botschafter mit Pressemappe, sondern weil er das Thema am eigenen Leib kennt.

Öffentlich gesprochen hat er darüber erstmals 2013, in seinem Soloprogramm AU(R)A. Keine Beichte, kein Mitteilungsbedürfnis. Eine künstlerische Entscheidung. Die Krankheit gehöre zu ihm, sagt er – und das Publikum dürfe das wissen.

Stefan Büsser über Leben, Krankheit und Comeback | TalkTäglich

Karriere

2005 begann Büsser seine Radiokarriere bei Radio Top in Winterthur. Zuerst Tagesprogramm, dann Morgenshow. Drei Jahre später wechselte er zu Radio Energy Zürich, wo er bis Frühling 2016 die Abendsendung «Energy Downtown» moderierte. Acht Jahre im Abendprogramm eines der grössten Zürcher Privatsender.

2016 folgte Radio SRF 3. Montags bis donnerstags moderierte er von 12 bis 15 Uhr live aus Zürich die «Büsser am Mittag»-Show. Fünf Jahre lang. Ende August 2021 verliess er den Sender:

Als ich vor 20 Jahren mein Internetradio gegründet habe, hätte ich nie geglaubt, einmal eine eigene Show im nationalen Radio zu haben.

Seit September 2022 ist er als Host der Gesprächssendung «Focus» auf Radio SRF 3 zurück.

2011 feierte sein erstes Soloprogramm «Der Büsser» Premiere – selbstbewusst im Zürcher Kaufleuten. 2013 kam «AU(R)A», mit der ersten öffentlichen Erwähnung seiner Cystischen Fibrose. Von 2017 bis 2021 war er mit «Masterarbeit» unterwegs, das unter anderem seine kultigen Bachelor-Videoverschnitte verarbeitete – jene Clips, mit denen er auf YouTube Kultstatus erlangte.

Comedian und Moderator - Stefan Büsser

Stefan Büsser

Im Fernsehen moderierte er von 2017 bis 2020 die Swiss Music Awards: 2017 und 2018 mit Alexandra Maurer, 2019 erstmals allein. 2017 lieferte er zudem zusammen mit Micky Beisenherz den satirischen Zweitkanalton beim ESC-Finale, 2018 mit Jonny Fischer. Im selben Jahr 2018 moderierte er mit Sven Epiney den Schweizer ESC-Vorentscheid.

Seit 2019 ist er Co-Host des «Donnschtig-Jass» auf SRF 1, gemeinsam mit Rainer Maria Salzgeber und Sonia Kälin. Das ist das Format, in dem er nach eigenem Bekunden am befreitesten wirkt: raus ins Land, direkter Kontakt mit dem Publikum, kein Redaktionsalltag, der den Blick vernebelt. 2022 kam «Gipfelstürmer» auf SRF 1 dazu.

Manchmal verliere ich im Redaktionsalltag ein bisschen das Gefühl dafür, für wen ich eine Show eigentlich mache. Beim Donnschtig-Jass spüre ich das sofort.

Am 11. Februar 2024 startete «Late Night Switzerland» auf SRF 1, jeweils sonntags um 21:40 Uhr, dreimal monatlich. Büsser übernahm damit das Erbe von Dominic Deville – das Erbe der einzigen Late-Night-Show im nationalen Schweizer Fernsehen. Das Set befindet sich im Kaufleuten Zürich, demselben Veranstaltungsort, an dem Büsser 2011 sein erstes Soloprogramm uraufführte. Kreisläufe schliessen sich.

Stefan Büsser im Studio von «Late Night Switzerland»

Stefan Büsser - «Late Night Switzerland»

Sein Sidekick ist Michael Schweizer, sein Weggefährte aus dem Podcast «Comedymänner». Aussenreporterin Martina Hügi und Aussenreporter Milan Milanski berichten in der ganzen Deutschschweiz. Das Comedy-Duo Nadia Goedhart und Sandro Galfetti liefert Sketches, die Showband The Beatz unter Leitung von Massimo Buonanno sorgt für den musikalischen Unterbau. Erster Talkgast der allerersten Folge war Bundesrat Albert Rösti. Der Medienminister als Premierengast – das war, je nach Perspektive, entweder ein kluger Schachzug oder ein schweizweit nachvollziehbarer Witz.

Im April 2025 kam es zu einem Eklat: die Ombudsstelle rügte Büsser, weil er in einer Sendung die SP-Politikerin Vera Çelik in Verbindung mit «dem Stereotyp einer Selbstmordattentäterin» brachte. Der Shitstorm, der folgte, hinterliess Spuren. Im Watson-Interview gestand er: «Seit diesem Shitstorm habe ich eine Schere im Kopf.» Das ist selten so direkt zu hören von jemandem, der für seinen Job Grenzen austestet.

Büsser war früh im Podcastbusiness. Sein bekanntestes Format: «Quotenmänner», später «Comedymänner» – ein Satire-Podcast zusammen mit Michael Schweizer und Aron Herz, der von Juni 2020 bis Juli 2021 lief. Jeden Dienstag, ein satirischer Blick auf das aktuelle Weltgeschehen. Das Format gilt als eines der prägenden Schweizer Comedy-Podcasts seiner Zeit.

«ÜBER-LEBT» – Tour 2026

Nach fünf Jahren Bühnenpause ist Stefan Büsser im Frühling 2026 mit einem neuen Soloprogramm zurück. «ÜBER-LEBT» – der Titel spielt auf zwei Ebenen: das medizinische Überleben trotz düsterer Kindheitsdiagnose, und ein Leben, das über jede frühere Erwartung hinausging. Büsser selbst beschreibt es als:

ein Comedy-Programm über Menschen, Glück und das beste Medikament für alle Lebenslagen: Humor. Rezeptfrei erhältlich.

Startschuss war der 30. April 2026 im Kaufleuten Zürich – demselben Ort, an dem er 2011 sein allererstes Soloprogramm uraufführte. Das ist kein Zufall.

Was das Programm inhaltlich enthält, hat er dem Blick gegenüber offen erzählt:

Als Betroffener einer Lungenkrankheit habe ich natürlich viele Freiheiten, über das Thema Witze zu machen.

Er spielt darin überzeichnete Versionen seiner selbst – darunter «DJ Stöffel», sein Alter Ego aus der Jugend, als er in der Ostschweiz als Teenager auflegte. Und eine Figur aus einem Schweigekloster, das er vor ein paar Jahren tatsächlich besuchte. Was wäre geworden, wenn er an diesen Punkten im Leben anders abgebogen wäre? Das ist die Frage, um die sich das Programm dreht. Persönlich, pointiert, und ohne falsche Ehrfurcht vor dem Ableben.

Bislang bestätigt sind Auftritte in Winterthur (27. und 28. November 2026) sowie weitere Stationen, die laufend ergänzt werden. Die vollständige und aktuelle Tourübersicht – mit allen Daten, Spielorten und Ticketlinks – findet sich auf der Website sowie über ticketcorner.ch.

Stefan Büsser begeistert das Publikum mit «ÜBER-LEBT»

Stefan Büsser – «ÜBER-LEBT»

Interessante Fakten

  • Als Kind lebte Büsser mit einer Lebenserwartung von rund 15 Jahren. Seinen 40. Geburtstag feierte er als Gastgeber der ersten Schweizer Late-Night-Show auf SRF 1.
  • Erster Gast der allerersten «Late Night Switzerland»-Sendung war Bundesrat Albert Rösti – im Set im Kaufleuten Zürich, demselben Ort, an dem Büsser 2011 sein erstes Comedyprogramm uraufgeführt hatte.
  • «ÜBER-LEBT» ist kein zufälliger Programmtitel. Er spielt auf das Überleben trotz düsterer Diagnose an – und auf ein Leben, das über jede frühere Erwartung hinausging.
  • Als er 2017 zum «Beliebtesten Zürcher» gewählt wurde, spendete er das Preisgeld – ohne Ankündigung, ohne Pressemitteilung. Einfach gespendet.
  • Sein Internet-Radio «Radio Unique» aus dem Joner Keller sendete, lange bevor es YouTube, Spotify und Podcasts gab. Das war nicht rückblickend visionär – das war einfach Büssi, der Dinge machen wollte.

Soziale Medien

FAQ

Was ist Cystische Fibrose und wie beeinflusst die Krankheit das Leben von Stefan Büsser?

Cystische Fibrose ist eine angeborene, unheilbare Stoffwechselerkrankung, bei der die Lunge unter zähem Schleim leidet. Stefan Büsser lebt damit seit seiner Geburt. In seiner Kindheit gaben ihm Ärzte eine Lebenserwartung von rund 15 Jahren. Mit Medikamenten ist die Krankheit managebar – irgendwann wird er eine Spenderlunge brauchen. Das weiss er, deswegen wirbt er öffentlich für Organspenden.

Wann hat Stefan Büsser erstmals öffentlich über seine Krankheit gesprochen?

2013, im Soloprogramm AU(R)A. Eine künstlerische Entscheidung, keine Beichte. Seither ist CF Teil seines öffentlichen Auftritts – ohne dass er sich darüber definieren würde.

Was bedeutet der Name seines neuen Programms «ÜBER-LEBT»?

Das Wort spielt auf zwei Bedeutungen an: das medizinische Überleben trotz düsterer Diagnose und ein Leben, das über jede frühere Erwartung hinausging.

Welchen Skandal gab es bei «Late Night Switzerland» im Frühjahr 2025?

Im April 2025 brachte Büsser die SP-Politikerin Vera Çelik in Verbindung mit «dem Stereotyp einer Selbstmordattentäterin». Die Ombudsstelle rügte ihn wegen Verletzung der Menschenwürde. Büsser sagte danach: «Seit diesem Shitstorm habe ich eine Schere im Kopf.»

Was hat Stefan Büsser mit dem Preisgeld gemacht, als er zum «Beliebtesten Zürcher» gewählt wurde?

Er spendete es den Hilfswerken von Pfarrer Sieber. Ohne Pressemitteilung, ohne Ankündigung. Einfach gespendet.