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KLANG­LICHT Graz

von Anna-Maria Leitner

Inhaltsverzeichnis
KLANG­LICHT Graz

Ende Oktober wird es in Graz schon gegen halb sechs finster. Für die meisten ein Grund, früher heimzugehen. Für KLANGLICHT ist es der Startschuss. Heuer zieht das Festival der Bühnen Graz komplett ins Schloss Eggenberg und bespielt 16 Abende lang Schloss und Park mit Licht- und Klangkunst. Angefangen hat alles 2015 mit einer einzigen Projektion, heute zählt KLANGLICHT zu den bekanntesten Lichtfestivals Österreichs.

Wer das Festival von früher kennt, muss umdenken. Statt drei oder vier Abenden in der Innenstadt gibt es heuer 16 Abende an einem Ort, von 23. Oktober bis 7. November 2026. Gratis ist der Besuch nicht mehr, jedes Ticket gilt für ein fixes Zeitfenster. Das Thema heißt „Zeit“, und das passt zu einem Schloss mit 365 Fenstern fast schon zu gut. Dazu kommt eine Premiere in Wien. Mehr dazu weiter unten.

Name

KLANGLICHT, Festival für Licht- und Klangkunst

Veranstalter

Bühnen Graz

Kuratorin

Birgit Lill-Schnabl

Erstes Festival

2. Mai 2015, Rückfassade der Oper Graz

Termine 2026

23. Oktober bis 7. November 2026 (16 Abende)

Öffnungszeiten

täglich 18:00 bis 22:00 Uhr

Einlass-Zeitfenster

18:00, 19:00, 20:00, 21:00 Uhr

Veranstaltungsort 2026

Schloss Eggenberg und Schlosspark, Eggenberger Allee 90, 8020 Graz

Thema 2026

„Zeit“ (Kosmos, Geschichte, Gegenwart, Zukunft)

Anzahl der Installationen

14 künstlerische Arbeiten sowie die Young Masters Exhibition

Offizielle Website

klanglicht.buehnen-graz.com

KLANG­LICHT im Schloss Eggenberg

KLANG­LICHT

Geschichte 

Am 2. Mai 2015 projizierte das Kollektiv OchoReSotto eine Lichtshow auf die Rückfassade der Oper Graz. Das Publikum schaute vom Kaiser-Josef-Platz aus zu, ein DJ von Radio Soundportal legte auf, daneben standen ein paar Essensstände. Mehr war nicht geplant. Der Andrang fiel allerdings so groß aus, dass die Bühnen Graz daraus ein jährliches Festival machten. 2017 dauerte KLANGLICHT schon zwei Tage und reichte von der Oper bis zum Freiheitsplatz. 2018 folgten drei Tage im April mit 17 Installationen in der Innenstadt. 2019 leuchtete die Stadt zu Ostern, wieder mit 17 Stationen.

KLANG­LICHT 2019

Dann kam Corona. Für 2020 hatte das Team eine Route über die Mur geplant, vom Kunsthaus bis nach Eggenberg. Abgesagt. Ein Jahr später holte KLANGLICHT zumindest einen Teil davon nach: von 27. bis 30. Oktober 2021 leuchteten elf Orte im Schlosspark Eggenberg und rundherum, laut graz.net erstmals mit Eintritt. 2022 wanderte das Festival auf den Schlossberg und nach Reininghaus und verlor wegen der Energiekrise einen Tag. 2023 und 2024 ging es zurück in die Innenstadt, mit 15 beziehungsweise 17 Orten, großteils gratis.

KLANG­LICHT 2021

2024 schloss sich ein Kreis. Unter dem Thema Träume projizierten OchoReSotto von 24. bis 26. Oktober ihre Arbeit „Unveiled“ auf die Fassade der Oper, genau dorthin, wo neun Jahre zuvor alles begonnen hatte. In der Stadtpfarrkirche schwebte Luke Jerrams „Museum of the Moon“. Laut Grazjournal kamen an drei Abenden rund 100.000 Menschen. Kuratorin Birgit Lill-Schnabl meinte damals, ihr bedeuteten die 24 Installationen mehr als die Besucherzahl. Ein Satz, den nicht jede Festivalleitung unterschreiben würde.

Zum zehnten Geburtstag legte KLANGLICHT einen Abend drauf. Vier statt drei, von 24. bis 27. Oktober 2025, jeweils bis 23:00 Uhr und pünktlich zum Start der Herbstferien. Rund 16 Stationen zogen sich vom Joanneumsviertel bis auf den Schlossberg. Der Eintritt war frei, nur für Arbeiten mit wenig Platz wie die 3D-Installation im Schauspielhaus brauchte es einen Festivalpass.

Den größten Andrang erlebte Olafur Eliasson. Vor seiner Arbeit „Eye see you“ in der Orangerie im Burggarten standen die Leute Schlange, und zwar lange. Liz West legte in den Kasematten mehr als 700 farbige Spiegel aus. Auf dem Freiheitsplatz reagierten die „Lotus Pods“ von David Ram auf Berührung. Und die Gründer von 2015, OchoReSotto, tauchten die Dreifaltigkeitskirche in Licht.

KLANG­LICHT 2025

Und dann der Schnitt. Die Bühnen Graz müssen sparen, laut 5min.at hat sich das Festivalbudget halbiert. Die Antwort darauf: ein einziger Ort mit 16 Abenden und Tickets mit Zeitfenster. Dafür versprechen die Veranstalter mehr Ruhe. Wer sich 2025 durch die Gassen geschoben hat, versteht das Argument.

KLANGLICHT 2026

Schloss Eggenberg ist im Grunde ein Kalender aus Stein. 365 Fenster stehen für die Tage des Jahres, 24 Prunkräume für die Stunden. Diese Prunkräume haben zusammen 52 Fenster, eines pro Woche, und jedes Stockwerk zählt 31 Räume. Einen passenderen Veranstaltungsort für ein Festival über Zeit gibt es in Graz kaum.

Kuratorin Birgit Lill-Schnabl bringt es laut MeinBezirk so auf den Punkt: KLANGLICHT kehre zwar ins Schloss Eggenberg zurück, drehe die Zeit aber nicht zurück. Die Arbeiten dehnen Zeit oder zerlegen sie und machen alte Rhythmen hörbar. Spiegel und Lichtachsen sollen laut ORF Steiermark die Barockgärten zu Orten machen, an denen das Tempo sinkt. Mit kommerziellen Lichtshows will das KLANGLICHT Programm bewusst nichts zu tun haben.

Los geht es schon vor dem Tor. Daniel Rossa lässt in „Kadenzen“ Tanz über die barocke Fassade laufen. Im Innenhof warten die „Whispering Mountains“ des australischen Studio ENESS, aufblasbare Lichtberge, die Besucherinnen und Besucher laut 5min.at angreifen dürfen. Detlef Hartung und Georg Trenz machen die Hauptallee mit „Räume der Zeit“ zu einem Raum aus Sprache und Licht.

Drinnen bespielen die Teilnehmer Schlosskirche, Sakristei, Planetensaal und Lapidarium. Robin Beekman stellt in der Schlosskirche mit „Continuum“ ein Modell vor, wie sich Zeit anders messen ließe. Helga Griffiths arbeitet am selben Ort in „Migratory Senses“ mit Düften, die Erinnerungen wecken. Im Planetensaal führt Inge Dick mit „jahres licht weiss“ durch die vier Jahreszeiten, mitten zwischen den barocken Gemälden. Im Lapidarium verbindet Heleen Blanken in „ABIOSIS“ den Ursprung des Lebens mit künstlichem Leben von morgen.

Draußen untersucht Javier Riera mit „Resonanzen der unsichtbaren Ordnung“, wie Licht und Geometrie mit der Landschaft spielen. Joschua Hohenbrink verwandelt den Kuppelpavillon mit „Floral Forest“ in einen Wald aus Licht und Klang. Miriam Hamann schaut mit „Planet 9“ in einen Teil des Kosmos, den noch niemand kennt. Alicia Eggert zeigt „All the light you see“, Omer van Soldt eine Spiegelskulptur namens „The Self at 50 Hertz“.

Auch der Nachwuchs bekommt Platz. Studierende der FH JOANNEUM zeigen „Prism“, Zeineb Kaabi montiert in „Energy in Time“ alte Bilder und Werbefilme zu einem Kaleidoskop. Dazu kommt die Young Masters Exhibition.

Unterm Strich sind das 14 Arbeiten, so zählen es leadersnet und 5min.at, verteilt auf die Veranstaltungsorte im Schloss und im Park. graz.net rechnet die Young Masters mit und landet bei 15. Die vollständige Liste der Teilnehmer steht auf der Website.

KLANG­LICHT - Lichtkunst in Graz

KLANG­LICHT

KLANGLICHT in Wien

Heuer leuchtet KLANGLICHT erstmals auch in Wien. „KLANGLICHT im Park“ mit dem Untertitel „The Sound of Light“ läuft von 23. Oktober 2026 bis 10. Jänner 2027 im Schwarzenberggarten beim Belvedere. Die Bühnen Graz organisieren die Wiener Station mit der Stiftung Schwarzenberg und Musikmanager Georg Hoanzl, der dort auch das Theater im Park betreibt. Laut 1000things zeigen in Wien unter anderem Luke Jerram sein „Museum of the Moon“ und Philipp Artus seine „Flora“, auch OchoReSotto und Yasuhiro Chida sind dabei.

Ein Haken für alle, die beide Städte besuchen wollen: das Grazer Ticket gilt in Wien nicht. Im Schwarzenberggarten zahlen Erwachsene laut 1000things 24,90 Euro, Kinder unter fünf kommen gratis hinein. Die Bühnen Graz kostet Wien laut ORF Steiermark übrigens nichts extra, weil ein Lizenzvertrag 50.000 Euro pro Jahr einbringt.

Kurz vor dem Start stellen die Veranstalter einen Audioguide online, vor Ort läuft er per QR-Code am Handy. Wie jedes Jahr geht während des Festivals die Straßenbeleuchtung aus, damit die Kunst nicht gegen Laternen ankämpfen muss. Die meisten Arbeiten laufen mit LEDs, Generatoren kommen möglichst nicht zum Einsatz, und den Strom liefert das E-Werk Franz aus Wind- und Wasserkraft. Essen und Getränke gibt es im Park und davor. Hunde bleiben daheim, Assistenzhunde ausgenommen.

Praktische Informationen

Ohne Ticket kein KLANGLICHT. Jedes Ticket gilt für ein Zeitfenster um 18:00, 19:00, 20:00 oder 21:00 Uhr, und hinein geht es nur zur gebuchten Zeit. Bleiben dürfen die Gäste laut Grazjournal bis 22:00 Uhr.

Der Vollpreis liegt bei 19 Euro im Vorverkauf und 24 Euro an der Abendkasse. Jugendliche bis 19 Jahre, Studierende, Lehrlinge, Zivildiener und Menschen mit Behinderung zahlen 10,50 beziehungsweise 15,50 Euro. Mit der Steiermark Card kostet das Ticket 10,50 Euro, allerdings nur im Vorverkauf. Kooperationspartner kommen um 12 Euro hinein, Kinder bis zum 7. Lebensjahr in Begleitung gratis.

Gratis geht es auch mit dem Kulturpass von „Hunger auf Kunst und Kultur“. Den Gutschein dafür gibt es im Büro der Aktion, einlösen lässt er sich persönlich im Ticketzentrum am Kaiser-Josef-Platz 10. Das Ticketzentrum sperrt Montag bis Freitag von 9:00 bis 18:00 Uhr auf, am Samstag von 9:00 bis 13:00 Uhr. Online klappt der Kauf über die Website.

Kurze Rechnung für Familien: zwei Erwachsene mit zwei Jugendlichen zahlen im Vorverkauf 59 Euro, an der Abendkasse 79 Euro. Mit Kindern unter sieben bleibt es bei 38 Euro für die Eltern.

KLANG­LICHT - Lichtkunst trifft Architektur

KLANG­LICHT

Am einfachsten geht es mit der Bim. Die Linie 1 hält bei der Haltestelle Schloss Eggenberg direkt beim Schloss. Das Festivalticket gilt am Besuchstag als Fahrschein für Bus und Bim in der Zone 101, zwei Stunden vor und zwei Stunden nach dem Besuch. RegioBusse, S-Bahn, Züge und Nightline zählen nicht dazu. Laut Veranstalter fährt die Holding Graz an Festivalabenden öfter.

Mit dem Auto zahlt sich die Anfahrt kaum aus, denn öffentliche Parkplätze rund ums Schloss sind rar. Barrierefreie Plätze gibt es vor dem Schlosspark. Das Rad ist eine gute Alternative. Vom Parkeingang zum Schloss sind es dann noch rund 300 Meter auf Schotter.

KLANGLICHT findet bei jedem Wetter statt. Sperrt der Veranstalter den Park wegen Unwetter, bleibt das Ticket gültig, und per E-Mail kommt ein Ersatztermin. Im Park ist es Ende Oktober feucht und kalt, Haube und feste Schuhe schaden nicht. Nasse Jacken bleiben vor den Schlossräumen in der Garderobe.

Für Garten und Innenräume braucht es mindestens eineinhalb Stunden, die Wege zwischen den Stationen ziehen sich. Wer um 18:00 Uhr hineingeht, hat vier Stunden, wer um 21:00 Uhr kommt, nur eine. Auch das Licht spielt mit. Am 23. und 24. Oktober geht die Sonne erst kurz vor 18:00 Uhr unter, finster ist es gegen 18:30 Uhr. Ab der Zeitumstellung am 25. Oktober ist es schon gegen 17:30 Uhr dunkel.

Kopfhörer für den Audioguide gehören in die Jackentasche. Mit Kindern lohnt sich ein frühes Zeitfenster, um 21:00 Uhr sind die meisten Kleinen ohnehin schon müde. Die Wege im Park sind leicht geschottert und auch mit Rollstuhl gut befahrbar, die Toiletten barrierefrei. Wer im Vorverkauf bucht, spart fünf Euro, die sich an einem der Essensstände gut anlegen lassen.

Interessante Fakten

  • 2020 hätte eine Route über die Mur bis nach Eggenberg geführt. Die Pandemie strich sie ersatzlos.
  • 2022 kostete die Energiekrise das Festival einen ganzen Abend.
  • In Eggenberg war KLANGLICHT schon 2021, damals an vier Abenden und laut graz.net zum ersten Mal mit Eintritt.
  • Beim Jubiläum 2025 zog allein der Samstag laut graz.net fast 40.000 Menschen an.
KLANG­LICHT - Kunst im öffentlichen Raum

KLANG­LICHT

Soziale Medien

FAQ

Wann findet KLANGLICHT Graz 2026 statt?

Von 23. Oktober bis 7. November 2026, an 16 Abenden, täglich von 18:00 bis 22:00 Uhr.

Wo findet das Festival 2026 statt?

Nur im Schloss Eggenberg und im Schlosspark, Eggenberger Allee 90, 8020 Graz. Die Bim-Linie 1 hält direkt beim Schloss.

Was kosten die Tickets und braucht es ein Zeitfenster?

Ja, ohne Zeitfenster geht nichts, zur Wahl stehen vier Einlasszeiten von 18:00 bis 21:00 Uhr. Der Vollpreis beträgt 19 Euro im Vorverkauf und 24 Euro an der Abendkasse, ermäßigt 10,50 beziehungsweise 15,50 Euro. Kinder bis zum 7. Lebensjahr zahlen in Begleitung nichts.

Welche Künstler und Installationen gibt es bei KLANGLICHT 2026?

Unter anderem Daniel Rossa mit „Kadenzen“, Studio ENESS mit „Whispering Mountains“, Inge Dick mit „jahres licht weiss“ und Heleen Blanken mit „ABIOSIS“. Dazu kommt der Nachwuchs von FH JOANNEUM und Young Masters Exhibition. Die ganze Liste steht auf klanglicht.at.

Ist der öffentliche Verkehr im Ticket enthalten?

Ja, am Besuchstag für Bus und Bim in der Zone 101, zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach dem Besuch.

Findet das Festival auch bei Regen statt?

Ja. Ein Großteil der Installationen steht im Freien, Regenjacke und feste Schuhe gehören daher ins Gepäck.

Wie viel Zeit sollte für den Besuch eingeplant werden?

Mindestens eineinhalb Stunden. Um 22:00 Uhr sperrt das Festival zu, das späteste Zeitfenster lässt nur eine Stunde.