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Aufsteirern in Graz

von Anna-Maria Leitner

Inhaltsverzeichnis
Aufsteirern in Graz

Einmal im Jahr wird die Grazer Altstadt zur größten Bühne des Landes. Das Aufsteirern 2026 verwandelt das Zentrum von Graz wieder in ein einziges Fest: Musik, Tanz, Handwerk, steirische Küche. Größer ist kein Volkskulturfest in Österreich. Heuer fällt es auf den 19. und 20. September, und das Datum hat Gewicht, denn 2026 wird das Fest 25 Jahre alt.

Stellen wir es uns kurz vor. Tausende Menschen in Tracht füllen die Plätze und Gassen, in Dirndl und Lederhose. Auf Bühnen und in Innenhöfen spielen gleichzeitig Dutzende Musikgruppen, dazu Tanzformationen und Chöre. Und über allem liegt der Duft von Gebratenem, der einem schon am Beginn der Herrengasse in die Nase steigt. Hunderttausende kommen jedes Jahr. Wie viele genau, dazu gleich mehr.

Festival

Aufsteirern

Termine 2026

19.–20. September 2026 (Samstag, Sonntag)

Eröffnungskonzert

16. September 2026, Congress Graz

Ort

Grazer Altstadt (Hauptplatz, Herrengasse und weitere Plätze)

Eintritt

frei

Gegründet

2002

Jubiläum 2026

25 Jahre

Mitwirkende

rund 2.500

Veranstalter

Agentur Ivents, unterstützt von Land Steiermark und Stadt Graz

Website

aufsteirern.at

Aufsteirern in Graz, Österreich

Aufsteirern Festival

Geschichte

Angefangen hat alles 2002. Die Idee war schlicht: steirische Volkskultur, Tracht, Musik und Handwerk einem breiten Publikum näherbringen, und zwar mitten in der Landeshauptstadt. Das erste Aufsteirern zog rund 40.000 Menschen an. Aus heutiger Sicht ein bescheidener Start, damals schon ein Erfolg.

In den zwei Jahrzehnten danach wuchs das Fest Jahr für Jahr. Mehr Plätze, mehr Gruppen, mehr Besucher. Schon 2003 wurde der fertiggestellte Hauptplatz zur Hauptbühne. Später kamen laufend neue Schauplätze dazu, 2012 etwa der Karmeliterplatz und der Freiheitsplatz. Aus einer lokalen Initiative wurde so das größte Fest seiner Art in Österreich. 2023 fiel dann der bisherige Rekord: 175.000 Gäste schoben sich an einem Wochenende durch die Innenstadt. Für die Steiermark hieß das nicht nur volle Gassen, sondern auch eine Wertschöpfung im zweistelligen Millionenbereich.

Aufsteirern Festival in Graz

Ganz reibungslos lief es trotzdem nicht. 2020 und 2021 fiel das Fest der Corona-Pandemie zum Opfer und wich einer Fernsehshow. 2024 kam es noch dicker: eine schwere Unwetterwarnung zwang die Veranstalter kurz vor dem Termin zur Absage. Zwei Mal in wenigen Jahren stand das Aufsteirern also still.

Umso größer war die Rückkehr 2025. Nach einem Jahr Pause fand das Fest am 13. und 14. September statt, eröffnet schon am Vorabend, am 12. September, mit einem Crossover-Konzert. Der Südtiroler Ausnahmemusiker Herbert Pixner spielte gemeinsam mit den Grazer Philharmonikern in der Grazer Oper, und die Karten waren im Nu weg. Was folgte, konnte sich sehen lassen: rund 200.000 Besucher an zwei Tagen, 900 Musikanten, 350 Tänzer auf 18 Tanzböden und Bühnen, verteilt auf elf Plätze der Stadt.

Heute ist das Aufsteirern beides zugleich. Ein Fest der echten Volkskultur, das sich zugleich der zeitgenössischen Kunst öffnet. Profis stehen neben Amateuren, dazu ein breites Angebot an steirischen Speisen und Weinen. Und jedes Jahr überträgt ORF 2 die Höhepunkte, sodass auch alle etwas mitbekommen, die es nicht nach Graz schaffen.

Best of Trachten | Aufsteirern 2025 in Graz

Aufsteirern 2026

2026 steigt das Jubiläumsfest am 19. und 20. September. 25 Jahre Aufsteirern, das ist der rote Faden des heurigen Jahrgangs. Und die Bilanz kann sich sehen lassen: seit der Premiere 2002 haben die Veranstalter rund 2,14 Millionen Gäste in Graz begrüßt. Los geht es schon am Mittwoch, 16. September, mit einem Konzert im Congress Graz. Auf der Bühne treffen Global Kryner, Thomas Gansch, die steirische Jazzsängerin Simone Kopmajer und das Härtel Quintett aufeinander. Volksmusik, Jazz, Pop und Oberkrainer-Klänge fließen in einem eigens gebauten Programm zusammen, und die Musiker stehen nicht nur mit ihren eigenen Nummern auf der Bühne, sondern begegnen einander immer wieder in neuen Konstellationen. Ein Abend, der zeigt, wie weit der Bogen der steirischen Volkskultur inzwischen reicht.

Die eigentliche Neuerung im Jubiläumsjahr betrifft die Herrengasse. Zum ersten Mal wird sie an beiden Tagen bespielt, am Samstag und am Sonntag. Früher spielte sich das dortige Geschehen vor allem am Sonntag ab. Die Veranstalter nennen die zweitägige Herrengasse das neue Herzstück des Festes. Damit zieht sich der Trubel an beiden Tagen stärker durchs Zentrum, und man kann schon am Samstag zwischen Hauptplatz, Herrengasse und den übrigen Plätzen pendeln, bevor am Sonntag das große traditionelle Programm folgt. Aufgeteilt ist die Gasse in mehrere Bereiche, etwa rund um die Jungferngasse und den nördlichen Abschnitt, mit Volksmusik, Blasmusik und Ständen voller steirischer Getränke.

Der Samstag, 19. September, startet gegen 12 Uhr am Hauptplatz. Den Anfang macht die Oper Graz mit Ausschnitten aus der Operette „Im weißen Rössl“. Danach übernehmen die ZIRBENZWERGE, die Jugendblaskapelle Nabburg, die Stadtmusik Feldbach und Da Blechhauf'n. Am Abend, von 20 bis 22 Uhr, beschließen Die Niachtn und Caro Fux das Programm am Hauptplatz. Ein langer Tag, und einer, der die ganze Bandbreite zeigt: von der klassischen Operette bis zum modernen Volksmusik-Sound. Auch die anderen Plätze legen schon am Samstag los. Am Mariahilferplatz etwa eröffnet um 12 Uhr die Weinblüten Blaspartie, danach spielt RobertHafnerZiach als Radio-Steiermark-Wunscherfüller, am späten Nachmittag folgen Die Jungen Wilden, und ab 20 Uhr heizt der KERNÖLSALSAKLUB ein. Am Karmeliterplatz steht vor allem Blasmusik auf dem Plan, den Auftakt macht um 12 Uhr die Pernegger Böhmische, spätabends übernehmen die Desperate Brasswives.

Der Sonntag, 20. September, beginnt um 10 Uhr mit der offiziellen Eröffnung am Hauptplatz. Mit dabei sind die Stadtkapelle Rottenmann, der Chor conCHORdare und der Chor der Kärntner in Graz. Den Schlusspunkt setzt die Brandhof Böhmische. Ein besonderer Akzent liegt heuer auf dem Nachwuchs. Unter dem Motto „So jung ist Aufsteirern“ treten junge Gruppen auf, von den Oberkrainer Youngsters über die Stubnsoundmusi und die Rabenwalder Tanzlmusi bis zu Saitenzauber & Blechgewitter und Resch und Fesch. Wer Volkskultur für eine Sache der älteren Generation hält, wird hier eines Besseren belehrt. Insgesamt sorgen heuer über 50 Acts für Stimmung, von traditioneller Volksmusik bis zu modernen Klängen.

Aufsteirern Festival - die größte volkskulturelle Veranstaltung in Österreich

Aufsteirern Festival

Jeder Platz hat seinen eigenen Charakter. Der Färberplatz gehört ganz dem Kunsthandwerk. Am Mariahilferplatz dreht sich vieles ums Essen, von Käferbohnensalat bis Schilcher. Am Freiheitsplatz stellen sich Tourismusregionen wie Schladming-Dachstein vor, und in der Stubenberggasse, der Handwerksmeile, setzt am Sonntag Slowenien internationale Akzente. Wer es ruhiger und besinnlicher mag, findet in der Stadtpfarrkirche gleich zwei Programmpunkte: am Vormittag den Eröffnungsgottesdienst, am späten Nachmittag eine Andacht.

Für Familien gibt es ebenfalls etwas. Am Mariahilferplatz laufen offene Tänze für Kinder, bei denen jeder mitmachen kann. Dazu wartet ein eigenes Kinderprogramm mit vielen kreativen und handwerklichen Stationen, Spiel und Bastelspaß. Und im Innenhof des Leslihofs lädt das Steirische Volksliedwerk zum Ausprobieren ein: Jodeln, Paschen, also das rhythmische Klatschen, Gstanzln singen und Volkstanz. Wer schon immer wissen wollte, wie so ein Jodler von innen funktioniert, kann es hier herausfinden.

Praktische Informationen

Das Wichtigste zuerst: der Eintritt ist frei, Tickets braucht niemand. Nur fürs Eröffnungskonzert braucht man ein Ticket. Es beginnt um 19:30 Uhr im Stefaniensaal des Congress Graz, Einlass ist ab 18:30 Uhr. Die Karten gibt es ab 39,50 Euro über oeticket.com, wobei sowohl Stehplätze als auch mehrere Sitzplatzkategorien angeboten werden. Wer diesen Abend mitnehmen will, sollte früh buchen, das Eröffnungskonzert 2025 mit Herbert Pixner war im Nu ausverkauft. Das Festival selbst am 19. und 20. September bleibt hingegen gratis und braucht keine Voranmeldung. Das Fest läuft auf offenen Straßen und Plätzen, mitten in der Stadt, ohne Absperrungen und Kassen. Man kommt einfach hin und ist mittendrin.

Am leichtesten kommt man mit den Öffis. Straßenbahn oder Bus bis zum Jakominiplatz, dann zu Fuß durch die Herrengasse, und schon steckt man mittendrin. Ein Hinweis dazu: weil die Innenstadt zur Bühne wird, fahren die Bahnen während des Festes nicht über Hauptplatz und Herrengasse, es gilt Schienenersatzverkehr. Wer mit dem Auto anreist, sollte wissen, dass die Altstadt in diesen Tagen nur zu Fuß erreichbar ist und der Verkehr im Zentrum stark eingeschränkt bleibt.

Beim Parken zahlt sich Vorausdenken aus. Die Plätze entlang des Murkais oder am Glacis sind während des Festes heiß begehrt und schnell voll. Entspannter fährt man die Tiefgaragen an, etwa beim Kunsthaus, beim Kaufhaus Kastner & Öhler oder am Andreas-Hofer-Platz. Wer mit dem Rad kommt, stellt es besser etwas außerhalb ab, Richtung Südtiroler Platz oder Kaiser-Josef-Platz. Durchs Gedränge in der Herrengasse oder am Hauptplatz schiebt man es ohnehin nur mühsam und gefährdet dabei sich und andere. Und weil gefeiert wird, ob Sonne oder Regen, hilft ein Blick auf die Vorhersage am Vorabend. Ende September kann es mild sein oder kühl und nass. Ein Regenschutz schadet nie, festes Schuhwerk auch nicht.

Aufsteirern - das bekannte volkskulturelle Festival

Aufsteirern Festival

Kulinarisch spielt die Steiermark ihre ganze Bandbreite aus. Kaiserschmarrn und Spätzle, Kernölschmarrn, frisch gefangener Fisch, dazu Weine, Bier und Schnäpse von heimischen Produzenten. Die großen Genussbereiche liegen am Hauptplatz, am Mariahilferplatz, am Karmeliter- und Freiheitsplatz und entlang der Herrengasse. Bezahlt wird an den Ständen meist bar, also lieber genug Bargeld einstecken, auch wenn in der Innenstadt genügend Bankomaten stehen. Tickets braucht man, um es noch einmal zu sagen, nur fürs kostenpflichtige Eröffnungskonzert im Congress Graz. Das Fest selbst ist gratis, ganz ohne Voranmeldung.

Wer die volle Wucht will, kommt am Sonntag, dann ist am meisten los. Wer es lieber ruhiger mag, ist am Samstagvormittag gut dran, wenn die Stände gerade erst öffnen und die ersten Gruppen aufspielen. Bleiben kann man ohnehin den ganzen Tag, die vielen Verpflegungsstände machen das leicht, mitbringen muss man nichts. Öffentliche WCs sind im Festplan eingezeichnet. Und weil es in den Gassen eng wird, gerade rund um die Herrengasse, braucht es ein bisschen Geduld beim Durchkommen. Das gehört dazu. Übrigens läuft das Aufsteirern traditionell am ersten Wochenende nach Schulbeginn, ein Fixpunkt, an dem sich viele Steirer längst orientieren.

Wer im September gern auf Festen unterwegs ist, sollte auch das Erntedankfest in Wien einplanen, das größte Fest der heimischen Land- und Forstwirtschaft.

Interessante Fakten

  • Die Zahlen sagen viel. 40.000 Besucher beim ersten Fest 2002, rund 200.000 im Jahr 2025. In gut zwei Jahrzehnten hat sich das Publikum verfünffacht, und damit ist das Aufsteirern das größte Volkskulturfest Österreichs. Zwei Mal zwang höhere Gewalt zur Pause, die Corona-Pandemie 2020 und 2021 und die Unwetterwarnung 2024. Und beide Male kam das Fest danach zurück, größer als zuvor.
  • Seit ein paar Jahren gehört auch das Fernsehen dazu. Die ORF-2-Show mit den Höhepunkten läuft mittlerweile im sechsten Jahr und trägt die Stimmung in Wohnzimmer in ganz Österreich. Vergleichbares gibt es sonst nirgends im Land, kein anderes Volkskulturfest erreicht diese Größe und diese Machart. So ist das Aufsteirern zu einer Art Aushängeschild der Steiermark geworden.
  • Nicht jedes Jahr lief glatt. Für Diskussionen sorgte eine Episode rund um die geplante „queere Hütte“ der RosaLila PantherInnen. Erst eingeladen, dann wieder ausgeladen, und nach öffentlicher Debatte doch zurück im Programm. Ein Vorgang, der zeigt, dass auch ein Traditionsfest immer wieder für gesellschaftliche Debatten gut ist.
Aufsteirern Festival in Graz

Aufsteirern Festival

Soziale Medien

FAQ

Muss man für das Aufsteirern 2026 Tickets kaufen?

Nein. Der Eintritt ist frei, Tickets braucht man keine. Das Fest läuft auf öffentlichen Straßen und Plätzen der Grazer Altstadt. Nur fürs Eröffnungskonzert am 16. September im Congress Graz braucht man ein eigenes Ticket.

Findet das Aufsteirern bei jedem Wetter statt, auch bei Regen?

Grundsätzlich ja, gefeiert wird bei Sonne wie bei Regen. Bei schlechtem Wetter kann es zu einzelnen Programmänderungen kommen, darüber informieren die Veranstalter rechtzeitig über Website und Social Media. Ein Blick auf die Vorhersage und wetterfeste Kleidung schaden trotzdem nicht. Zur Erinnerung: 2024 musste das Fest wegen einer schweren Unwetterwarnung ausnahmsweise ganz ausfallen.

Wie viele Mitwirkende und Musikgruppen sind 2026 dabei?

Rund 2.500 Mitwirkende zeigen beim Jubiläumsfest ihre Talente, Traditionen und Produkte, darunter viele Musikgruppen, Tanzformationen, Chöre und Kunsthandwerker. Das vollständige Programm mit allen Gruppen erscheint im August 2026 auf aufsteirern.at.

Gibt es ein eigenes Programm für Kinder?

Ja. Am Mariahilferplatz laufen offene Tänze für Kinder zum Mitmachen. Dazu kommt das Angebot des Steirischen Volksliedwerks im Leslihof, wo sich Jung und Alt im Jodeln, Paschen, Gstanzlsingen und Volkstanz versuchen können.

Wo genau in Graz findet das Fest statt?

In der gesamten Grazer Altstadt. Zentrale Schauplätze sind der Hauptplatz und die Herrengasse, dazu kommen der Karmeliterplatz, der Mariahilferplatz, der Freiheitsplatz, der Färberplatz, die Stubenberggasse, der Leslihof und weitere Plätze und Innenhöfe. Die Straßenbahnen fahren während des Festes nicht über Hauptplatz und Herrengasse, es gilt Schienenersatzverkehr.

Was ist das Eröffnungskonzert?

Es läutet am 16. September im Congress Graz das Jubiläumsjahr ein. Auf der Bühne stehen Thomas Gansch, Simone Kopmajer, Global Kryner und das Härtel Quintett, mit einer Mischung aus Volksmusik, Jazz, Pop und Oberkrainer-Klängen.

Welche Speise oder welches Getränk wird am stärksten mit dem Fest verbunden?

Das Aufsteirern lebt von der steirischen Küche in ihrer ganzen Breite, von Kaiserschmarrn und Spätzle bis zu Kernölschmarrn und frischem Fisch. Dazu Weine, Bier und Schnäpse von regionalen Produzenten, etwa ein Glas Schilchersturm. Ein einzelnes Nationalgericht gibt es nicht, eher das Zusammenspiel vieler Schmankerl.

Kann man an Workshops zum Jodeln oder zu Volkstänzen teilnehmen?

Ja. Im Innenhof des Leslihofs bietet das Steirische Volksliedwerk genau das an: Jodeln, Paschen, Gstanzlsingen und Volkstanz zum Ausprobieren. Ein niederschwelliges Angebot, bei dem jeder mitmachen kann, ganz ohne Vorkenntnisse.