Wienerwald Festival
Wenn der Wald zum Konzertsaal wird, klingt Musik gleich ein wenig anders. Genau das macht das Wienerwald Festival 2026: es verwandelt den Wienerwald und seine Umgebung in eine weiträumige Konzertbühne. Das junge, aber längst beachtete Kammermusikfestival geht von 19. September bis 3. Oktober 2026 in seine vierte Runde, nach drei erfolgreichen Saisonen.
Die Idee ist reizvoll. Konzerte mit klassischer und Kammermusik an besonderen Orten im und rund um den Wienerwald, von Aussichtsplätzen bis zu historischen Villen, wo Musik und Natur ineinander übergehen. Gegründet haben es vier Musikerinnen und Musiker, die ihre größten Leidenschaften zusammenbringen wollten: die Musik und die Natur. Doch dazu später mehr.
Festival | Wienerwald Festival |
|---|---|
Termine 2026 | 19. September – 3. Oktober 2026 |
Ausgabe | die 4. |
Schauplätze | u. a. Kapelle des Norbertinums (Tullnerbach), Waldlichtung Sandling, Schloss Pötzleinsdorf, Otto-Wagner-Areal, Hermesvilla |
Genre | Kammer- und klassische Musik |
Veranstaltungen 2026 | 5 (Auftakt, Waldklänge, Wiesenklänge, Hautnah, Bühne der Zukunft) |
Gründerinnen und Gründer | Sabrina Reheis-Rainer, Manuel Egger, Magdalena Pramhaas, Elena Biosca Bas |
Website |
Wienerwald Festival
Geschichte
Angefangen hat alles 2023 mit einem Trio. Die Klarinettistin Sabrina Reheis-Rainer, der Hornist Manuel Egger und die Fagottistin der Wiener Symphoniker Magdalena Pramhaas taten sich zusammen. Kennengelernt hatten sie sich an der Musikuniversität Wien, in einem Kammermusikkurs, aus dem ein Ensemble und zahllose gemeinsame Auftritte wurden. Später stieß die aus Valencia stammende Klarinettistin Elena Biosca Bas dazu und brachte frischen Wind ins Leitungsteam. Die Idee zum eigenen Festival wuchs aus diesen Jahren auf der Bühne und aus dem Wunsch, zwei große Leidenschaften zu verbinden: Musik und Natur. Daraus wurde ein Festival, das mit gewohnten Konzepten bewusst bricht.
Von Beginn an trägt es eine klare Haltung. Qualität ohne Kompromisse, bei den Schauplätzen wie bei den Mitwirkenden, ein Fokus auf junge österreichische Komponistinnen und Komponisten und faire Bezahlung. Gerade den letzten Punkt nehmen die Gründerinnen und Gründer ernst, denn sie stehen selbst auf der Bühne und wissen, wie mühsam die Suche nach Engagements sein kann. Wer einmal in derselben Lage war, weiß, was eine faire Gage bedeutet. Dazu kommt eine soziale und ökologische Seite. Das Festival arbeitet mit den Österreichischen Bundesforsten, dem Wien Museum und dem Kulturbuddy der Caritas Wien zusammen, und alle Schauplätze lassen sich mit öffentlichem Verkehr erreichen, der Nachhaltigkeit zuliebe.
Ein Anliegen liegt dem Team besonders am Herzen: Frauen in der klassischen Musik sichtbarer machen. Über gemischte Ensembles, über einen Schwerpunkt auf Komponistinnen im Programm. Der Anteil an Musikerinnen auf der Bühne liegt Jahr für Jahr bei über 50 Prozent. Dazu kommt der Wunsch, ein jüngeres und breiteres Publikum zu gewinnen, mit leistbaren Preisen und kostenlosen Formaten. Barrieren gibt es keine: Im Frack ist man ebenso willkommen wie in Wanderschuhen. In den ersten drei Jahren hat sich das Festival als fixe Größe etabliert und seine Schauplätze und Formate im Wienerwald Jahr für Jahr erweitert.
Wienerwald Festival
Die dritte Ausgabe 2025 brachte Konzerte an mehreren malerischen Schauplätzen im Wienerwald, lieferte die Bilder für die Fotogalerie auf der Website und zeigte, wie gut das Festival beim Wiener Publikum ankommt. So sieht es heute aus: Jeden Herbst gibt es eine Reihe von Kammerkonzerten, die klassische Musik, Naturschauplätze und neue Konzertformen zusammenbringen, darunter die junge Initiative «Klassisch Frau*» für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Klassik.
Wienerwald Festival 2026
Die vierte Ausgabe läuft von 19. September bis 3. Oktober 2026 und verteilt sich auf fünf Veranstaltungen an verschiedenen Schauplätzen im Wienerwald. Das Programm ist heuer so breit wie noch nie, von Renaissance und Barock über Kammermusik bis zu Crossover und Familienkonzerten.
Den Anfang macht, passenderweise, der «Auftakt» am Samstag, 19. September, in der Kapelle des Norbertinums in Tullnerbach. Dort erwecken zwei Ausnahmetalente der Alten Musik, Johanna Rosa Falkinger und Alexander Gergelyfi, barockes Repertoire zu neuem Leben. Ein intimer, kammermusikalischer Rahmen, in dem barocke Klangkunst überraschend frisch klingt.
Am Sonntag, 20. September, folgt «Waldklänge» auf der malerischen Waldlichtung Sandling im Irenental. Hier entfesseln die Ausnahmemusiker von Wieder, Gansch & Paul, also Albert Wieder, Thomas Gansch und Leonhard Paul, ein spektakuläres musikalisches «Rambazamba» unter freiem Himmel. Virtuose Bläserkunst trifft auf pure Natur. Ein Open-Air-Erlebnis, bei dem Klang und Landschaft eins werden.
Eine Woche später, am Samstag, 26. September, wird es familientauglich. Beim Familienkonzert «Wiesenklänge» im Garten von Schloss Pötzleinsdorf gehen «Musikdetektivin Fis» und das Publikum gemeinsam auf Spurensuche, um den «rätselhaften Melodienraub» aufzuklären. Ein musikalischer Krimi für kleine Spürnasen, farbenreich und unter freiem Himmel, der Kinder ganz nebenbei an die Klassik heranführt.
Wienerwald Festival
Am Sonntag, 27. September, geht es mit «Hautnah» weiter, im Theater am Otto-Wagner-Areal. Ein philharmonisches Trio taucht gemeinsam mit Teresa Vogl in die Dreiecksbeziehung zwischen dem Ehepaar Schumann und Johannes Brahms ein, an der Schwelle von Jugendstil und Romantik. Der Titel ist Programm, denn das Ensemble lässt sich so nah wie nie zuvor erleben. Jugendstil trifft Romantik, und Musik und Publikum rücken eng zusammen.
Den Abschluss bildet am Samstag, 3. Oktober, «Bühne der Zukunft» in der historischen Hermesvilla, dem «Schloss der Träume». Dort verschmilzt das Trio nilena Cello, Kontrabass und Tanz zu einer Suche nach Freiheit, in einem immersiven Format fernab gewohnter Konzertrahmen. Gespielt wird an diesem Tag gleich zweimal, um 11 und um 14.30 Uhr, beide Konzerte in Kooperation mit dem Wien Museum.'
Über die fünf Veranstaltungen hinaus bringt das Festival ein neues Konzertformat auf die Schiene: «Klassisch Frau*». Der zugehörige Open Call läuft bereits, Bewerbungen sind eine Zeit lang möglich, und das Format selbst soll aus einem rein weiblich gelesenen Ensemble aus maximal fünf Künstlerinnen entstehen. Ziel ist es, die traditionelle Aufführungspraxis der Klassik aufzubrechen und gezielt Strukturen für mehr Frauen in der klassischen Musik zu schaffen. Das Programm 2026 mit seinen Konzerten und Veranstaltungen zeigt damit, wie breit sich das Festival aufstellt und wie ernst es ihm mit seinen Werten ist.
Wienerwald Festival
Praktische Informationen
Tickets für das Wienerwald Festival 2026 gibt es schnell und unkompliziert über die Website des Festivals, in wenigen Klicks. Wer lieber persönlich Kontakt aufnimmt, ruft an oder schickt eine Nachricht, auch so klappt der Kartenkauf. Reservieren kann man grundsätzlich nicht, doch die Veranstalter sind um individuelle Lösungen bemüht. Wer noch Bedenkzeit braucht, meldet sich einfach per E-Mail oder Telefon, dann findet sich ein Weg.
Die Preise hält das Festival bewusst niedrig, und einzelne Veranstaltungen sind sogar gratis. Förderinnen und Förderer bekommen zusätzlich 20 Prozent Rabatt auf bis zu zwei Veranstaltungen, und für die jüngsten Gäste gibt es bei den kostenpflichtigen Konzerten eigene Kinder- und Jugendtickets. Beim Alter der Kinder verlassen sich die Veranstalter auf die Einschätzung der Eltern. Familien mit Kindern und Jugendlichen sind ausdrücklich erwünscht, besonders ans Herz gelegt wird das Familienkonzert «Wiesenklänge». Das Publikum der Zukunft, wie sie es nennen, ist bei ihnen gern gesehen.
Alle Schauplätze sind so gewählt, dass man sie mit öffentlichem Verkehr erreicht, als Teil des ökologischen Konzepts. Die Veranstalter raten darum, genau so anzureisen, und die Wege und Spaziergänge zu den Spielstätten gehören ohnehin dazu. Man kommt also nicht bloß zu einem Konzert, sondern macht einen kleinen Ausflug daraus. Sollte eine Veranstaltung einmal nicht wie geplant stattfinden, etwa wegen des Wetters, geben die Veranstalter umgehend Bescheid und erstatten den Ticketpreis in voller Höhe. Für die meisten Open-Air-Events liegt ohnehin ein Plan B bereit. Ein Regenschauer bringt das Festival also nicht aus dem Takt.
Die Schauplätze des Wienerwald Festivals
Noch ein Tipp für den Besuch. Weil die Konzerte oft im Freien oder entlang von Wanderwegen stattfinden und der Herbst im Wienerwald kühl und feucht sein kann, empfehlen sich wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk. Wer früh dran ist, hat außerdem Zeit, den Weg zur Spielstätte in Ruhe zu genießen, statt ihn im Eilschritt hinter sich zu bringen. So beginnt das Erlebnis, ganz im Sinne der Veranstalter, schon lange vor dem ersten Ton.
Wer Ende September ohnehin auf Musik aus ist, sollte sich auch das Aufsteirern in Graz vormerken, das größte Volkskulturfest Österreichs.
Interessante Fakten
- Das Wienerwald Festival ist eine Seltenheit. Gegründet haben es aktive Orchestermusikerinnen und -musiker, darunter eine Fagottistin der Wiener Symphoniker, ein Hornist und zwei Klarinettistinnen. Ein Festival also, das komplett von Menschen erdacht und geführt wird, die selbst klassische Musik spielen. So etwas gibt es nicht oft. Kennengelernt haben sich die drei Gründungsmitglieder übrigens an der Musikuniversität Wien, was dem Projekt von Anfang an eine gemeinsame musikalische Sprache gab.
- Eine der Gründerinnen, Elena Biosca Bas, stammt aus Valencia und bringt eine interkulturelle, mehrdisziplinäre Note ein, mit Malerei, Tanz und Poesie. Auch die Schauplätze sind alles andere als gewöhnlich. Die historische Hermesvilla, das «Schloss der Träume», und die Waldlichtung Sandling unter freiem Himmel unterscheiden das Format deutlich vom klassischen Konzertsaal. Dazu die Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesforsten, dem Wien Museum und dem Kulturbuddy der Caritas Wien, ein schönes Beispiel dafür, wie sich Kultur mit einer sozialen und ökologischen Mission verbinden lässt.
Soziale Medien
FAQ
Wo und wann findet das Wienerwald Festival 2026 statt?
Das Festival läuft von 19. September bis 3. Oktober 2026 an mehreren Schauplätzen im und rund um den Wienerwald, darunter die Kapelle des Norbertinums in Tullnerbach, die Waldlichtung Sandling, Schloss Pötzleinsdorf, das Otto-Wagner-Areal und die Hermesvilla. Es ist die vierte Ausgabe.
Kann man das Festival mit Kindern besuchen?
Ja, ausdrücklich. Kinder und Jugendliche sind gern gesehene Gäste. Das Alter überlassen die Veranstalter der Einschätzung der Eltern. Besonders empfohlen wird das Familienkonzert «Wiesenklänge» am 26. September im Garten von Schloss Pötzleinsdorf.
Gibt es beim Festival kostenlose Veranstaltungen?
Ja. Die Preise sind bewusst niedrig gehalten, und einzelne Veranstaltungen sind sogar gratis. Förderinnen und Förderer bekommen zusätzlich 20 Prozent Rabatt auf bis zu zwei Veranstaltungen, für Kinder und Jugendliche gibt es eigene Tickets.
Wer hat das Wienerwald Festival gegründet?
Die Klarinettistin Sabrina Reheis-Rainer, der Hornist Manuel Egger und die Fagottistin Magdalena Pramhaas gründeten es 2023. Später kam die aus Valencia stammende Klarinettistin Elena Biosca Bas dazu.
Wodurch unterscheidet sich das Wienerwald Festival von klassischen Konzerten?
Vor allem durch seine Schauplätze. Statt im Konzertsaal spielt die Musik an außergewöhnlichen Orten im und rund um den Wienerwald, von der Waldlichtung bis zur Hermesvilla. Musik und Natur verschmelzen zu einem Erlebnis, dazu kommen neue Konzertformate.
Was ist das neue Format «Klassisch Frau*»?
«Klassisch Frau*» ist ein neues Konzertformat, das die traditionelle Aufführungspraxis aufbrechen und ein klares Signal für Geschlechtergerechtigkeit in der klassischen Musik setzen will. Es soll aus einem rein weiblich gelesenen Ensemble aus maximal fünf Künstlerinnen bestehen, der Open Call dazu läuft bereits.
Wie viele Veranstaltungen umfasst das Programm 2026?
Fünf: «Auftakt», «Waldklänge», das Familienkonzert «Wiesenklänge», «Hautnah» und «Bühne der Zukunft».







