Nik Hartmann
Zwanzig Jahre lang war Nik Hartmann das Gesicht der wandernden Schweiz. Er hat Talgründe abgelaufen, Geheimtipps im Emmental ausgegraben und Familien besucht, die sonst nie auf einem Bildschirm gelandet wären. Dann verliess er SRF. Dann kehrte er zurück. Seit dem 27. September 2025 sitzt er dort, wo Röbi Koller fast zwei Jahrzehnte sass. Was dazwischen lag, ist die eigentliche Geschichte.
Vollständiger Name | Dominik-Marc «Nik» Hartmann |
|---|---|
Geburtsdatum | 1. Juni 1972 |
Geburtsort | Burgdorf, Kanton Bern |
Aufgewachsen in | Emmental und am Zugersee |
Wohnort | Buonas, Kanton Zug |
Ehefrau | Carla Cerletti-Hartmann |
Kinder | Constantin, Frederik, Melchior |
Ausbildung | Jura (Uni Bern, abgebrochen); seit 2022 Musikhochschule Luzern (Querflöte) |
SRF | 1999–2020, Rückkehr ab Oktober 2025 |
CH Media | 2020–2025, Co-Leiter Eigenproduktionen (3+, TV24) |
Aktuelle Rolle | Moderator «Happy Day» (ab 27.09.2025) |
Auszeichnungen | Schweizer Fernsehpreis 2010, Bronze Schweizer Journalistenpreis 2016 |
Eigene Firma | Hartmann Medienmacher GmbH |
Nik Hartmann
Biografie
Nik Hartmann wurde am 1. Juni 1972 als Dominik-Marc Hartmann in Burgdorf geboren, aufgewachsen im Emmental und am Zugersee. In Buonas, Kanton Zug, lebt er bis heute.
Der Weg zur Kamera war alles andere als direkt. Er studierte Jura in Bern und schloss das Studium nicht ab. Seine Frau Carla hat den gleichen Abschluss übrigens doch noch gemacht. Stattdessen landete Hartmann 1996 beim Radio: bei Radio extraBERN und Radio 24, als Moderator und Redaktor. 1999 folgte der Wechsel zu SRF, wo er bei Radio DRS 3 zunächst die Morgensendung «Vitamin 3» und später das Tagesprogramm präsentierte.
Dann kam 2022 ein Schritt, den niemand erwartet hatte. Hartmann, inzwischen 50, schrieb sich an der Musikhochschule Luzern ein. Querflöte. Ein Instrument aus der Jugend, jahrzehntelang liegengelassen. «Ich habe noch nie so gut Querflöte gespielt wie jetzt», sagt er. Den Anstoss gab ausgerechnet die Arbeit bei CH Media: als er dort die Schweizer Version von «Sing meinen Song» produzierte, weckte die Nähe zur Musik eine alte Leidenschaft. Als das Angebot kam, zu SRF zurückzukehren, unterbrach er das Studium. Die Flöte liegt noch da.

Nik Hartmann blickt auf sein Leben zurück
Persönliches Leben
Nik Hartmann und Carla Cerletti sind seit 34 Jahren zusammen, 26 davon verheiratet. Sie heirateten am 19. Juni 1999 auf einer Wiese am Seeufer in Buonas. Dort wohnen sie noch immer. Romantik sieht bei ihm nicht nach Lehrbuch aus.
Wir haben uns an 364 Tagen lieber als am Valentinstag. Unser grosser Tag ist sowieso der 19. Juni, unser Hochzeitstag.
Carla hat ihr Jurastudium abgeschlossen und arbeitet Teilzeit als Friedensrichterin für die Gemeinde Risch ZG. Sie koordiniert Melchiors Betreuung, erledigt die IV-Administration – und hilft beim Nachbarn hin und wieder bei der Kirschenernte mit. Bei jedem «Happy Day»-Direktauftritt sitzt sie im Studiopublikum. Carla hat ihm übrigens schon Jahre vor der offiziellen Ankündigung prophezeit, dass er Röbi Koller nachfolgen würde. Er selbst hatte damals mehr Zweifel als sie. Recht hatte sie trotzdem.
Die Söhne: Constantin, 23, studiert Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität Zürich. Frederik, 20, hat eine Bäcker- und Konditorlehre begonnen. Melchior, 16, ist der Jüngste. Er hat eine Behinderung und ist im Alltag auf Unterstützung angewiesen. Hartmann spricht offen über ihn: «Er verbindet uns.» Die Familie koordiniert Betreuung und Alltag gemeinsam.
Auf die älteren Söhne blickt er mit einer Mischung aus Stolz und echtem Wehmut. «Es ist schön, zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln» – und gleichzeitig weiss er, dass sie bald das Elternhaus verlassen werden. Das klingt bei ihm nicht wie eine Floskel.
Hunde gehören seit Jahren zu Hartmanns Alltag. Hündin Jabba begleitete ihn durch die frühen Wanderjahre und starb 2011. Danach kam Oshkosh, eine Border-Collie-Hündin, die ihn bis nach Montreux begleitete. Heute beschreibt die Presse seinen Sport als «Spaziergänge mit seiner Hündin» – was er halb im Scherz selbst so kommentiert.
Nik Hartmann und seine Familie
Karriere
1996 fing er bei Radio extraBERN und Radio 24 an. Moderator, Redaktor, Stimme ohne Gesicht. 1999 wechselte er zu SRF, wo er jahrelang Radio DRS 3 moderierte, bevor das Fernsehen kam.
Am 15. September 2005 stand er das erste Mal vor einer Fernsehkamera. Er übernahm «Fensterplatz» von Sven Epiney und eröffnete seinen ersten Auftritt mit dem Satz «Grüezi mitenand, ich bin jetzt also der Neue!» – dabei zeigte er auf seinen eigenen Namenstitler im Bild. Dieser Moment ist für ihn bis heute das Symbol seiner ganzen TV-Karriere.
Ab 2007 wurde er der Wanderer der Nation. «SRF bi de Lüt» führte ihn durch das ganze Land – zu Berufen, Orten und Menschen, die sonst nie im Fernsehen aufgetaucht wären. Das Format «Über Stock und Stein» mit Hündin Jabba wurde zum Quotenhit. Nach Jabbas Tod 2011 übernahm Border-Collie-Hündin Oshkosh die Begleitung, das Format lief unter «Wunderland» weiter.
Nik Hartmann
Das Grossprojekt kam 2019: Via Alpina. Hartmann wanderte mit Team und Oshkosh in 28 Tagen von Vaduz in Liechtenstein bis nach Montreux. Sieben Folgen, ausgestrahlt als «SRF bi de Lüt Wunderland Spezial – Via Alpina». Er nennt es die längste und abenteuerlichste Reise seines Berufslebens. Das klingt nicht nach einer Pressemitteilung, sondern nach jemandem, dem das noch heute nachgeht.
Auf SF 1 leitete er von 2012 bis 2014 das Bergformat «Gipfelstürmer» – ein weiteres Format in der naturbezogenen Linie, die sein Fernsehbild geprägt hat.
Von 2009 bis 2015 und nochmals 2018 moderierte Hartmann «Jeder Rappen zählt» – sechs Tage am Stück, aus einer Glasstudio-Anlage auf dem Berner Bundesplatz (2009, 2010, 2015) und dem Luzerner Europaplatz (2011, 2012, 2014). 2018 kehrte er für den letzten Luzerner Auftritt zurück.
Von 2003 bis 2009 spielte er in der Schlagertruppe «Die Pissnelken» mit. Wer das mit dem Wanderjournalisten-Bild verbinden will, darf das gerne versuchen. Von 2016 bis 2018 folgte ein eigenes Bühnenprogramm: «Nik Hartmann – live», Geschichten aus den Reisejahren, erzählt auf der Bühne.
«Nik Hartmann – live»
Seit 2013 spricht er die deutschsprachige Version des Charakters Oaken in Disneys «Frozen» – den schrulligen Ladenbesitzer. Wer die Stimme kennt und sie danach irgendwo wiederhört, braucht einen Moment.
Den Abgang von SRF 2020 beschreibt er einfach und ohne Dramatik: «Ich fühlte mich irgendwie in einer Talsohle.» Kein Streit, kein Rausschmiss. Er wechselte zu CH Media als Co-Leiter Eigenproduktionen TV National, gemeinsam mit Miriam Martino, zuständig für die Kanäle 3+ und TV24. Er produzierte die Schweizer Ausgabe von «Sing meinen Song».
Parallel zu seiner Produzentenrolle bei CH Media stand Hartmann auch selbst wieder vor der Kamera: ab 8. März 2021 lief auf 3+ das Abenteuerformat «Abenteuerlustig», das er gemeinsam mit dem Schweizer Comedian Claudio Zuccolini moderierte.
Das Konzept war denkbar einfach – und denkbar anstrengend: Die zwei reisen an einen Ort, wo sie noch nie waren, erhalten je eine Aufgabe allein und eine gemeinsam. Keine Vorbereitung, keine Sicherheitsnetze, dafür viel Scheitern vor laufender Kamera. Zuccolini, bekannt als Komiker und doppelter Swiss Comedy Award-Gewinner, brachte den Humor mit. Hartmann brachte den Rucksack an Reiseerfahrung. Zusammen funktionierte das – die Sendung kam auf mehrere Staffeln, unter anderem im Tessin und in Südtirol. Für Hartmann war «Abenteuerlustig» der Beweis, dass er auch ausserhalb der Schweizer Grenzen funktioniert. Für Zuccolini war es – gelinde gesagt – ein Abenteuer.
Nik Hartmann
Happy Day
«Happy Day» läuft seit 2007 samstagabends auf SRF 1. Das Format lebt von etwas, das man nicht produzieren kann: echten Momenten. Menschen, die eine Geschichte erzählen, die sie alleine nie erzählt hätten. Überraschungen, Zusammenführungen, ein Hausumbau, der ein Leben verändert.
Röbi Koller moderierte 86 Ausgaben lang – 18 Jahre. Er war nicht nur das Gesicht der Sendung, er war die Sendung. Als er in Rente ging, war die Frage nicht ob, sondern wer.
Am 16. Mai 2024 gab SRF bekannt: es wird Nik Hartmann. Seine Reaktion damals:
Genauso wie die riesige Fangemeinde von ‹Happy Day› liebe ich das Format. Die Nähe zu den Menschen und die authentischen Geschichten waren und sind seit jeher wichtiger Bestandteil meiner Fernseharbeit.
Intern war er nervöser, als das klingt. Vor dem ersten Auftritt am 27. September 2025 hatte er «ziemlich Bammel». Die Quoten gaben dann eine ziemlich klare Antwort. Sie sind so hoch wie lange nicht mehr.
Neues Studiobild, neuer Gastgeber – aber dieselben Rubriken, dieselbe Haltung. Das Format renovierte er behutsam:
Ein so etabliertes Format ist wie ein altehrwürdiges Hotel. Wir renovieren sanft das Drumherum.
Als Gastgeber reist er für die Sujets persönlich: er flog mit dem 32-jährigen Marvin nach Thailand, um nach dessen Mutter zu suchen – sie hatten sich seit seiner Kindheit nicht gesehen. Allein dieser Dreh hat ihn sichtlich bewegt, wie er sagt. Das ist kein Rollenspiel.
An seiner Seite: Kiki Maeder, die die Sendung seit 2013 co-moderiert und die Umbaurubrik gemeinsam mit Architekt Andrin Schweizer leitet. Sie blieb beim Übergang von Koller zu Hartmann die stabile Konstante. Hartmann über sie:
Wir lernen bei jedem Dreh und in jedem Meeting voneinander. Ihre herzliche Art, wie sie bei den Umbauten mit den Familien umgeht, bewundere ich sehr.
Das alte Modell – Hauptmoderator plus weiblicher Sidekick – hat er bewusst aufgebrochen. 2025 sei das schlicht falsch, sagt er. Röbi Koller hat ihn persönlich zum Erfolg gratuliert. Hartmann kommentiert das so:
Das Schönste ist doch, wenn du etwas in neue Hände geben kannst und es weiterlebt.
«Happy Day»
Bücher und Tonträger
2009 erschien «Über Stock und Stein. Souvenir Schweiz» bei Edition Fona (ISBN 3-03780-379-7) – ein Reisebuch eng verbunden mit dem TV-Format. Wer die Sendung mochte und mehr wollte als 45 Minuten pro Woche, fand es hier.
Aus der Radiozeit stammen zwei frühe Produktionen: «Rüedu, die Homestory» (Kein & Aber Records, 2001, ISBN 3-0369-1201-0) und «Ramseyer – Sommersitcom» (DRS 3, 2002). Kreative Experimente aus einer Zeit, als noch niemand sein Gesicht kannte.
Auszeichnungen
Auszeichnung | Jahr | Kontext |
|---|---|---|
Schweizer Fernsehpreis | 2010 | Kategorie «Star» – meiste Publikumsstimmen |
Schweizer Journalistenpreis (Bronze) | 2016 | Kategorie Gesellschaft |
Interessante Fakten
- Seit 2013 leiht er Oaken in Disneys «Frozen» seine Stimme. Wer den Film kennt, hört das danach anders.
- Von 2003 bis 2009 war er Mitglied der Schlagertruppe «Die Pissnelken». Es steht wirklich in seiner Biografie.
- Seit 2010 ist er Botschafter von SolidarMed und engagiert sich für Gesundheitsversorgung in abgelegenen Regionen Afrikas. Er sitzt ausserdem im Ausschuss der Stiftung Cerebral, die Menschen mit cerebraler Beeinträchtigung unterstützt.
- Hündin Jabba – seine erste grosse Wanderbegleiterin – starb 2011. Wer die Sendung zur richtigen Zeit verfolgt hatte, weiss, was das bedeutete.
- Sein erster Satz im Fernsehen war: «Grüezi mitenand, ich bin jetzt also der Neue!» Er zeigte dabei auf seinen eigenen Namenstitler im Bild. Diesen Moment trägt er bis heute mit sich.

Resilienz und das Leben zwischen Bühne und Alltag. Nik Hartmann im Interview.
Soziale Medien
FAQ
Wer ist die Ehefrau von Nik Hartmann?
Carla Cerletti-Hartmann. Verheiratet seit dem 19. Juni 1999 in Buonas, Kanton Zug. 34 Jahre zusammen, 26 davon verheiratet. Sie ist Friedensrichterin der Gemeinde Risch ZG, koordiniert Melchiors Betreuung und sitzt bei jedem «Happy Day»-Direktauftritt im Studiopublikum.
Wie viele Kinder hat Nik Hartmann?
Drei Söhne: Constantin, Frederik, Melchior.
Warum verliess er SRF 2020?
Er nennt es «Talsohle» – ein persönliches Gefühl von Stagnation. Kein Streit, kein Rausschmiss. Er wollte etwas anderes.
Wann kehrte er zurück?
SRF gab am 16. Mai 2024 bekannt, dass Hartmann «Happy Day» übernimmt. Erster Auftritt: 27. September 2025.
Was ist Via Alpina?
Ein 28-tägiger Alpendurchzug von Vaduz bis Montreux, 2019 absolviert mit Team und Hündin Oshkosh. Sieben Folgen auf SRF. Er nennt es die längste und abenteuerlichste Reise seines Berufslebens.
Welche Bücher hat er geschrieben?
«Über Stock und Stein. Souvenir Schweiz» (Edition Fona, 2009) sowie zwei frühe Radioproduktionen auf CD: «Rüedu, die Homestory» (2001) und «Ramseyer – Sommersitcom» (2002).







