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Swiss Open Gstaad

von Elena Keller

Inhaltsverzeichnis
EFG Swiss Open Gstaad

Es gibt Tennisturniere, bei denen man zum Sport geht. Und dann gibt es Gstaad. Hier setzt man sich auf eine Holztribüne, und hinter dem Aufschläger sieht man Berggipfel. Echte, verschneite, grosse Berggipfel. Die Spieler kommen von Wimbledon direkt hierher, tauschen Gras gegen roten Sand, spielen auf 1.050 Metern über Meer vor 4.500 Zuschauern – und viele von ihnen teilen sich nach dem Match denselben Zug zurück in die Stadt wie die Ballkinder. So ist Gstaad. Klein, nah, und genau deshalb unvergesslich.

Vom 11. bis 19. Juli 2026 findet die nächste Ausgabe des EFG Swiss Open Gstaad statt. Gegründet 1915 – also noch vor dem ersten Weltkrieg – und bis heute ein Fixpunkt im Schweizer Sommer.

Offizieller Name

EFG Swiss Open Gstaad

ATP-Kategorie

ATP 250 (seit 2009)

Daten 2026

11.–19. Juli 2026

Qualifikation

11.–12. Juli

Hauptturnier

13.–19. Juli (Finale: 19. Juli)

Venue

Roy Emerson Arena

Adresse

Neueretstrasse 2, 3780 Gstaad, Kanton Bern

Höhe

1.050 m ü.M.

Belag

Roter Sand (Clay)

Kapazität

4.500 Plätze

Preisgeld 2026

€612.620

Einzel-Sieger

ca. €91.000

Draw

28 Spieler (Einzel), 16 Paare (Doppel)

Qualifikation

16 Spieler, 4 Hauptfeldplätze

Erste Ausgabe

1915

Spitzname

«Wimbledon der Alpen»

Website

swissopengstaad.ch

Swiss Open Gstaad (Herren-Tennisturnier)

Swiss Open Gstaad

Geschichte des Turniers

Das EFG Swiss Open Gstaad wurde 1915 zum ersten Mal gespielt – auf den Plätzen beim Gstaad Palace Hotel, direkt im Dorf. Es ist das älteste Tennisturnier der Schweiz und das achte älteste der Welt.

Von 1971 bis 1989 gehörte es zum Grand-Prix-Kalender. Seit 1968 läuft es in der Open Era, seit 2009 als ATP 250. Das Feld der früheren Sieger liest sich wie ein Lehrbuch der Tennisgeschichte: Rod Laver, Ilie Nastase, Tony Roche, Stefan Edberg, Boris Becker, Yannick Noah, Jim Courier, Richard Gasquet, Fabio Fognini, Dominic Thiem. Casper Ruud gewann 2021 und 2022 hintereinander. Matteo Berrettini holte den Titel 2018 – und dann nochmals 2024.

Den Rekord hält Roy Emerson: fünf Titel, mehr als jeder andere. Die Arena trägt seinen Namen.

Roger Federer spielte 1998 in Gstaad sein erstes professionelles Turnier. 2004 gewann er dort. Das Turnier schenkte ihm dabei eine Kuh – und wiederholte die Geste 2013 bei seiner Rückkehr. Das klingt nach Legende, ist aber dokumentiert.

Stan Wawrinka bestritt 2005 in Gstaad seine allererste ATP-Finalteilnahme. Er verlor das Finale. Gewonnen hat er das Turnier in all den Jahren danach nie. Dass er im Juli 2026 zum 14. und letzten Mal aufschlägt, schliesst damit einen sehr persönlichen Kreis.

Und noch eine historische Kuriosität: 1958 waren das Wimbledon-Finale und das Gstaad-Finale identisch. Ashley Cooper gegen Neale Fraser. Zwei Wochen, zwei Kontinente, dieselben Finalisten.

Das Turnier liegt im Kalender direkt nach Wimbledon. Viele Spieler kommen gerne hierher, weil Gstaad einem das Gefühl gibt, dass Tennis auch Erholung sein darf.

Aftermovie EFG Swiss Open Gstaad 2025

Turnier 2026 – Format und Teilnehmer

Das Turnier 2026 startet mit einem der stärksten Felder der jüngeren Geschichte. Zwei aktuelle Top-10-Spieler haben bereits zugesagt: Lorenzo Musetti (ATP 5) und Alexander Bublik (ATP 10). Für ein ATP-250-Turnier ist das aussergewöhnlich.

Musetti gibt seine Gstaad-Premiere. Der Italiener ist bekannt für seine einhändige Rückhand und besonders gefährlich auf Sand. Bublik kommt als Titelverteidiger – er gewann 2025 das Finale gegen Juan Manuel Cerundolo 6:4, 4:6, 6:3 mit 13 Assen. Kleines Detail am Rande: 2025 gefiel Bublik das zuerst angebotene Hotel nicht, woraufhin er woanders untergebracht wurde. Charakterkopf, das Turnier weiss das.

Casper Ruud (ATP 12), zweifacher Sieger (2021 und 2022), ist zurück. Matteo Berrettini (ATP 58), Turniersieger 2018 und 2024, ebenfalls. Dazu Valentin Vacherot aus Monaco (ATP 27) – er gewann im Herbst 2025 das Shanghai Masters 1000 und ist damit eine der überraschendsten Figuren der laufenden Saison.

Und dann ist da noch Stan Wawrinka. 40 Jahre alt, ATP 113, auf Abschiedstour. Er spielt in Gstaad zum 14. und letzten Mal. Am Sonntag, 12. Juli, findet eine Abschiedszeremonie mit dem Schweizer Musiker Bastian Baker statt. Sein Erstrundenmatch ist für Dienstag, 14. Juli, angesetzt. Wawrinka hat Gstaad nie gewonnen. Er kommt trotzdem jedes Jahr wieder. Das sagt etwas über das Turnier.

Das vollständige Feld findet sich auf swissopengstaad.ch und atptour.com.

Die Qualifikation am 11. und 12. Juli ist das unterschätzte Highlight des Turniers. 16 Spieler kämpfen um vier Hauptfeldplätze – mit spürbarem Hunger und ohne Abstand zum Publikum. Die Stände sind ruhiger, die Atmosphäre direkter. Wer Gstaad zum ersten Mal erlebt, sollte auch die Qualifikation einplanen. Tickets kosten weniger als für die Hauptrunden. Aktuelle Preise auf swissopengstaad.ch.

Das Gesamtpreisgeld 2026 beträgt €612.620. Der Einzel-Sieger erhält rund €91.000, der Finalist rund €53.000, das Doppelsieger-Paar rund €31.530. Als ATP-250-Turnier vergibt Gstaad 250 Rankingpunkte für den Sieger, 150 für den Finalisten. Für Spieler zwischen Top 30 und Top 100 sind das entscheidende Punkte.

Spielszene beim EFG Swiss Open Gstaad

Swiss Open Gstaad

Runde

Preisgeld (Einzel)

Sieger

ca. €91.000

Finalist

ca. €53.000

Halbfinale

ca. €29.000

Viertelfinale

ca. €17.000

Achtelfinale

ca. €10.000

Erste Runde

ca. €5.500

Spielplan

Der tägliche Spielplan erscheint auf auf der offiziellen Website und in der ATP-App. Erste Matches auf dem Centre Court beginnen üblicherweise um 10:00 oder 11:00 Uhr. Auf Court 1 beginnt der Betrieb oft früher.

Gstaad liegt in den Bergen. Nachmittägliche Gewitter im Juli sind keine Seltenheit. Der Spielplan kann sich kurzfristig ändern. Wer sicher gehen will, checkt am Morgen des Besuchs die Turnier-App.

Der Centre Court (Roy Emerson Arena) ist die Hauptbühne. Court 1 liegt direkt daneben – kleiner, ohne Tribüne, dafür noch näher am Spielgeschehen. Wer früh am Morgen kommt, kann auf Court 1 Halbfinalisten beim Aufwärmen beobachten. Das kostet keinen zusätzlichen Franken.

Roy Emerson Arena und «Love»

Die Roy Emerson Arena fasst 4.500 Zuschauer. Das klingt nach wenig. In Relation zu Grand-Slam-Stadien mit 20.000 Plätzen stimmt das auch. Aber genau das ist der Punkt. Man sitzt nah am Spieler. Man hört den Ball auf dem Schläger. Man sieht die Gesichter.

Die Tribünen umgeben den Platz von drei Seiten. Die vierte Seite bleibt offen – dort liegt das Bergpanorama. Wer auf der «falschen» Seite sitzt, schaut in die Nachmittagssonne. Das lässt sich mit etwas Planung vermeiden: Nachmittagsmatches, Ostseite, Schatten.

«Love» bedeutet im Tennis Null. In Gstaad meint es auch die Zuneigung, die das Turnier bei seinen Stammgästen auslöst. Wer einmal hier war, versteht den Vergleich zu Wimbledon – nicht wegen der Grösse, sondern wegen der Qualität des Erlebnisses. Autogramm-Sessions finden regelmässig statt. Spieler, die nicht im Match sind, spazieren durch das Dorf.

Roy Emerson Arena (Swiss Open Gstaad)

Roy Emerson Arena

Praktische Informationen

Tickets gibt es ausschliesslich über offizielle Kanäle: ticketcorner.ch und Gstaad Saanenland Tourism (+41 33 748 81 81). Viagogo, Ricardo, Tutti – keine zuverlässigen Quellen, das Turnier warnt ausdrücklich davor.

  • Ein Tagesticket gibt Zugang zu allen Plätzen am jeweiligen Tag.
  • Die Preise steigen mit dem Turnierverlauf.
  • Centre-Court-Tickets mit fixem Sitzplatz sind begrenzt und sollten früh gebucht werden.

Familienticket: am Swiss Tennis Family Day (Dienstag, 14. Juli 2026, 10:30–14:00 Uhr) gibt es 2 Erwachsene und Kinder für CHF 130. Gruppenrabatt: 10% ab 10 Personen, 20% ab 20 Personen. SBB RailAway bringt 10% Ermässigung, die Zürich Card 20%.

Tageskasse vor Ort gibt es. Aber für Halbfinals und Finals ist das Risiko, ohne Ticket dazustehen, real. Lieber früh buchen.

Gstaad liegt an der MOB Goldenpass Line – einer der schönsten Bahnstrecken der Schweiz. Die Fahrt ist Teil des Erlebnisses. Panoramawagen, grosse Fenster, Alpenlandschaft.

Stimmungsvolle Atmosphäre beim EFG Swiss Open Gstaad

Swiss Open Gstaad

Aus Bern: Zug nach Zweisimmen (ca. 1 Stunde), Umsteigen auf die MOB nach Gstaad (ca. 30 Minuten). Gesamtdauer rund 1,5 Stunden. Aus Zürich: IC nach Bern (ca. 55 Minuten), dann weiter – insgesamt ca. 2,5 Stunden. Aus Genf oder Lausanne: Zug nach Montreux, dann MOB via Château-d'Œx nach Gstaad, ca. 2,5 Stunden ab Genf.

Der Bahnhof Gstaad liegt zentral, die Arena ist zu Fuss in etwa 10 Minuten erreichbar. Allfällige SBB-Spezialangebote auf sbb.ch prüfen.

Mit dem Auto aus Bern: A12 bis Bulle, dann Landstrasse durch Saanen, ca. 1 Stunde. Aus Genf oder Lausanne: über Col des Mosses oder via Saanen, ca. 1,5 bis 2 Stunden. Aus Interlaken: über Zweisimmen, ca. 1 Stunde.

Parken in Gstaad während des Turniers ist begrenzt. Wer an Halbfinals oder Finals kommt und auf Parkplätze wartet, wartet oft lange. Empfehlenswert: in Saanen oder Schönried parkieren und von dort zu Fuss oder mit dem Bus weiterfahren. Aktuelle Shuttle-Infos auf swissopengstaad.ch kurz vor dem Turnier.

Sonnencreme ist Pflicht. Auf 1.050 Metern brennt die Sonne intensiver als im Tal – und auf der Tribüne gibt es je nach Seite keinen Schatten. Leichte Jacke für den Abend, bequeme Schuhe für den Weg vom Bahnhof.

Tennisetikette auf der Tribüne: Stille während des Aufschlags, kein Rufen während des Ballwechsels. Das ist keine strenge Regel, sondern der Grund, warum die Atmosphäre hier so konzentriert wirkt.

Mehr Wasser trinken als gewohnt – auf 1.050 Metern merkt man die Höhe nicht sofort, aber nach ein paar Stunden in der Sonne schon. Pause im Schatten einplanen, wenn das Nachmittagsprogramm lang wird.

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Interessante Fakten

  • Das Turnier von 1915 ist das achte älteste Tennisturnier der Welt. Es hat zwei Weltkriege überlebt und mehrere komplette Umstrukturierungen des professionellen Tenniskalenders.
  • 1958 waren das Wimbledon-Finale und das Gstaad-Finale identisch: Ashley Cooper gegen Neale Fraser. Derselbe Match, zwei Wochen hintereinander, auf verschiedenen Kontinenten.
  • Roger Federer spielte 1998 in Gstaad sein erstes professionelles Turnier und gewann dort 2004. Zweimal bekam er vom Turnier eine lebendige Kuh geschenkt – einmal nach dem Wimbledonsieg 2003, einmal bei der Rückkehr 2013.
  • Stan Wawrinka spielt 2026 zum 14. und letzten Mal in Gstaad – und hat das Turnier in all den Jahren nie gewonnen. Er bestritt dort 2005 seine allererste ATP-Finalteilnahme. Das ist die Art von Geschichte, die man nur in Gstaad findet.
  • Alexander Bublik servierte im Finale 2025 13 Asse. Auf 1.050 Metern fliegt der Ball schneller durch die dünnere Luft – ein klarer Vorteil für Aufschläger.

Soziale Medien

FAQ

Wann und wo findet das Swiss Open Gstaad 2026 statt?

Vom 11. bis 19. Juli 2026 in der Roy Emerson Arena, Gstaad. Qualifikation 11.–12. Juli, Hauptturnier 13.–19. Juli.

Wer spielt beim Swiss Open Gstaad 2026?

Bestätigt: Lorenzo Musetti (ATP 5), Alexander Bublik (ATP 10, Titelverteidiger), Casper Ruud (ATP 12), Matteo Berrettini (ATP 58), Valentin Vacherot (ATP 27), Stan Wawrinka (Abschiedstour, 14. und letzter Auftritt). Aktuelles Feld auf swissopengstaad.ch.

Gibt es Parkplätze beim Turnier?

Begrenzt. Besser in Saanen oder Schönried parkieren und von dort weiterfahren. Shuttle-Infos auf swissopengstaad.ch.

Was ist die Qualifikation und kann man sie besuchen?

Ja, am 11. und 12. Juli. Günstigere Tickets, kleine Runden, direkter Kontakt zum Spielgeschehen.

Wie hoch ist das Preisgeld 2026?

€612.620 gesamt. Einzel-Sieger ca. €91.000, Doppelsieger-Paar ca. €31.530.

Ist das Turnier für Familien mit Kindern geeignet?

Ja. Am 14. Juli gibt es den Swiss Tennis Family Day. Familienticket für CHF 130. Buchung über [email protected].