Stolze Openair Zürich
Kein Ticket. Keine Schlange an der Kasse. Kein Wristband. Das Stolze Openair auf der Stolzewiese im Zürcher Kreis 6 ist das grösste Gratis-Openair der Stadt – und findet am 12. und 13. Juni 2026 bereits zum dritten Jahrzehnt in Folge statt, ohne dass dafür ein einziger Franken Eintritt verlangt wird. Dieses Jahr stehen zwei der aufregendsten Schweizer Stimmen auf der Hauptbühne: Lou Kaena und Cachita. Zwei Zürcher Künstlerinnen, zwei Abende, eine Wiese, keine Ausreden. Wer im Juni noch nichts vorhat, hat jetzt einen Plan.
Offizieller Name | Stolze Openair |
|---|---|
Datum 2026 | Freitag, 12. Juni – Samstag, 13. Juni 2026 |
Wochentage | Freitag und Samstag |
Ort | Stolzewiese, Quartier Oberstrass |
Adresse | Stolzestrasse 1, 8006 Zürich |
Eintritt | Gratis – kein Ticket erforderlich |
Genres | Hip-Hop, Garage-Rock, Latin, RnB, Club |
Headliner 2026 | Lou Kaena, Cachita |
Acts im Line-up | 9 bestätigte Acts + DJs |
Offizieller Website |
Stolze Openair
Geschichte
Das Stolze Openair gibt es seit 2002. Es entstand nicht durch ein Kulturamt oder einen Festivalveranstalter mit Businessplan, sondern aus dem Impuls von Jugendlichen aus dem Quartier Oberstrass, die einfach Musik auf der Wiese machen wollten – draussen, zugänglich, ohne Eintrittsbarriere. Der Quartierverein Oberstrass trug das Projekt von Anfang an mit. Das Stolze ist kein Festival, das in einem Quartier stattfindet. Es ist ein Festival, das aus dem Quartier gewachsen ist. Dieser Unterschied ist bei jedem Besuch spürbar.
Aus dieser kleinen Anfangsidee wurde ein zweitägiges Programm mit Hauptbühne, DJ-Zelt, Kinderkonzert, Jass-Turnier, Kreativstationen und Streetfood aus aller Welt. Das Publikum kommt heute aus dem ganzen Zürich – aber der Geist des Quartiers ist geblieben. Und das, obwohl – oder gerade weil – es noch nie auch nur einen Stutz Eintritt gekostet hat.
Der inoffizielle Wetterbericht des Festivals fasst den Charakter des Ganzen gut zusammen:
Und wenns am einen Tag nicht regnet, dann regnets meistens am anderen.
Das ist keine Entschuldigung, das ist Haltung. Das Stolze macht sich keine Illusionen über Zürichs Juniwetter – und zieht trotzdem jedes Jahr Tausende an. Das Publikum ist eine bunte Mischung aus Familien mit Kinderwagen, Quartierbewohnerinnen auf der Decke, Studentinnen mit Bier in der Hand und Musikfans aus dem ganzen Stadtgebiet. Genau diese Mischung ist es, die bezahlte Festivals so selten hinbekommen.

Festivalatmosphäre am Stolze Openair
Stolze Openair 2026
Das diesjährige Festival findet am Freitag, 12. Juni, und Samstag, 13. Juni 2026 statt. Ort: Ottikerstrasse 37-51, 8006 im Zürcher Kreis 6. Wer noch nie dort war: es ist kein abgezäuntes Gelände am Stadtrand. Es ist eine echte Stadtwiese, umgeben von Wohnhäusern, Bäumen und dem Alltagsleben eines Zürcher Wohnquartiers. Man geht nicht raus aus der Stadt, um ein Festival zu besuchen. Man geht rein ins Quartier. Das merkt man sofort.
Zwei Bühnen laufen gleichzeitig: die Hauptbühne für Live-Acts und das DJ Zelt, wo die elektronischere, clubbigere Seite des Festivals zuhause ist. Der Eintritt ist frei – keine Registrierung, kein QR-Code, keine Warteliste. Einfach hingehen.
Line-Up & Timetable
Lou Kaena (Freitag, 20:15 Uhr, Hauptbühne), bürgerlich Lou Nausicaa Lengsfeld, ist eine Zürcherin mit algerischen Wurzeln – bilingual aufgewachsen und in beiden Welten zuhause. Ihre Musik bewegt sich zwischen French Rap, RnB und Pop, und sie singt ausschliesslich auf Französisch. Mit ihrem Debütalbum «Faire de la place», das sie mit 16 Jahren veröffentlichte, machte sie sich schnell einen Namen in der Schweizer Musikszene. Ihre Stimme ist tief und warm, ihre Texte persönlich und direkt.
Einem breiten Publikum bekannt wurde sie durch ihren Auftritt am UEFA-Kongress in Lissabon, wo sie die Schweizer Kandidatur für die Frauen-EM 2025 mitprägte – und dabei bewiesen hat, dass sie auch in einem Raum voller älterer Herren in Businessanzügen die Stimmung drehen kann. Am Open Air Frauenfeld 2025 gab sie nach zwei Absagen wegen der Matura schliesslich ihr Debüt auf dem grössten Hip-Hop-Festival Europas. Jetzt ist sie bereit. Ihr Auftritt am Freitagabend dürfte einer der Höhepunkte des Festivals werden.

Lou Kaena - FF
Cachita (Samstag, 19:30 Uhr, Hauptbühne), bürgerlich Gabriela Mennel, ist 26 Jahre alt und im Grossraum Zürich aufgewachsen. Ihre kubanischen Wurzeln prägen ihre Musik auf eine Art, die sich schwer in eine Schublade stecken lässt: Reggaeton, Mundart-Rap, Latin, Pop, RnB, Soul. Sie selbst will sich auf keine Richtung festlegen – «Ich will Menschen den passenden Soundtrack zu ihrem momentanen Leben schenken», sagt sie.
Auf Spanisch zeigt sie ihre kubanischen Wurzeln, auf Schweizerdeutsch überrascht sie mit Ohrwurm-Potenzial. Seit ihrem Sieg beim Nachwuchswettbewerb Band-It 2019 hat sie sich kontinuierlich weiterentwickelt. Sie war am Zürich Openair, am Open Air Frauenfeld, an der Royal Arena und an den Winterthurer Musikfestwochen auf der Bühne. 2024 war sie Teil des TV-Formats «Sing meinen Song – Das Schweizer Tauschkonzert» auf 3+, wo sie Latin- und R&B-Interpretationen beisteuerte und einem Fernsehpublikum zeigte, was sie kann. Am Stolze Openair tritt sie als Headlinerin auf der Hauptbühne auf – am Samstagabend, wenn die Wiese am lautesten ist.

Cachita - POV
- Freitag, 12. Juni: Lou Kaena startet auf der Hauptbühne um 20:15, Gaga im DJ Zelt um 21:00, KEZA schliesst die Hauptbühne um 22:00.
- Samstag, 13. Juni: Das DJ Zelt beginnt bereits um 13:30 mit Baile Libre x daaDJes. Karl Otter X FÈ BRI folgen dort um 15:00. Auf der Hauptbühne starten Pferd um 16:00, das Schmusikollektiv hält das DJ Zelt um 16:30 am Laufen. Alexia Thomas bespielt die Hauptbühne um 17:45, Cachita folgt um 19:30. Den Abschluss machen Cozy Riddim im DJ Zelt um 20:00 und Starrlight auf der Hauptbühne um 21:15.
Das Lineup ist offiziell als Hip-Hop und Garage-Rock klassifiziert – aber das greift zu kurz. French Rap neben Latin, Mundart neben elektronischen Clubsets, Indie neben Singer-Songwriter-Einflüssen. Wer offen hingeht, findet für jeden Abend etwas Neues.
Wer nach dem letzten Act noch nicht nach Hause will – das ist ein völlig berechtigter Zustand – setzt die Nacht fort. Die offizielle Afterparty findet gemeinsam mit Ritmo Union im Club Sono statt. Funk, Soul, House, Afro, Latin. Als Host gibt DJ Fruchtsaft seinen Debütset, Special Guest ist Mumbi Kameri. Von der Wiese direkt auf den Dancefloor – die logische Verlängerung eines guten Festivaltages.
Das Stolze Openair ist mehr als ein Konzertprogramm. Parallel zur Musik läuft auf der Wiese ein Programm, das das Festival in ein echtes Quartiersfest verwandelt.
Das Samschtig-Jass-Turnier gehört zu den beliebtesten Dingen auf der Wiese: Schweizerdeutsche Kartenspiele, Stammtischgespräche, Bier in der Hand. Ob man die Regeln kennt oder nicht, spielt keine Rolle. Hauptsache mitspielen.
Festivalatmosphäre am Stolze Openair
Die Kreativzone bietet Face Paint, Henna und Siebdruck. Wer ein eigenes T-Shirt oder ein Stück Stoff mitbringt, kann es vor Ort bedrucken lassen – ein neues Leben für ein altes Kleidungsstück, mitten auf dem Festivalgelände. Für die jüngsten Gäste spielt Dubadur ein Kinderkonzert mit rockigen Kinderliedern, schrägen Geschichten und viel Mitsingen. Offiziell ist es für Kinder. Inoffiziell bleiben auch die Erwachsenen stehen.
Praktische Informationen
Das Wichtigste zuerst: es gibt keine Parkplätze. Weder auf dem Festivalgelände noch in unmittelbarer Umgebung. Im Zürcher Kreis 6 sind Parkplätze ohnehin rar. Wer trotzdem mit dem Auto kommt, sucht und ärgert sich. Mit dem ÖV ist man in zehn Minuten da.
Die Stolzewiese erreicht man mit dem Tram 9 oder 10 bis zur Haltestelle Stolzestrasse – einfacher geht es nicht. Der Bus 33 ist ebenfalls eine Option. Wer bis spät bleibt, kommt mit dem Nachtbus N11 nach Hause. Eine etwas ausgefallenere Alternative: die Seilbahn Rigiblick des VBZ. Wer zu Fuss oder mit dem Velo kommt, findet den Weg problemlos: Ottikerstrasse 37-51, 8006, Zürich – einfach in die Karte tippen.
Das Festival öffnet am Freitag um 14:00 Uhr. Schluss ist um 23:00. Am Samstag startet das DJ Zelt bereits um 13:30. Wer die ganze Bandbreite erleben will, hat genug Zeit.
Für die Kleidung gilt: Juni in Zürich kann sonnig, kühl und regnerisch sein – manchmal alles davon an einem Nachmittag. Eine leichte Jacke oder ein Regenponcho gehört in den Rucksack, nicht weil man pessimistisch ist, sondern weil man schon mal dort war. Bargeld mitnehmen – nicht alle Stände akzeptieren Karten. Wer eine eigene Trinkflasche mitbringt, trifft den Geist des Festivals.
Das kulinarische Herzstück ist Kottu Roti – eine Streetfood-Spezialität aus Sri Lanka, die zum inoffiziellen Wahrzeichen des Festivals geworden ist und die treue Fangemeinde Jahr für Jahr herbeilockt. Dazu kommen Stände mit Essen aus verschiedenen Küchen der Welt, Bier, Säfte und die entspannte Atmosphäre von Holztischen und Wiesendecken. Musik von zwei Seiten gleichzeitig, Geruch von Essen in der Luft – das Stolze ist an diesen zwei Tagen das entspannteste Wohnzimmer der Stadt.
Stolze Openair
Wer nach dem Stolze Openair noch ein paar Tage Zeit hat, sollte sie nutzen: die Zürcher Sehenswürdigkeiten sind einen eigenen Aufenthalt wert – und die Stadt hat abseits der Festivalwiese einiges zu bieten, das den Weg hierher mehr als rechtfertigt.
Interessante Fakten
- Das Stolze Openair nennt sich selbst «Zürichs grösstes Stadtopenair» – und das ist keine Übertreibung. Mehr als zwanzig Jahre ohne Eintrittsgelder ist dabei keine Selbstverständlichkeit. Das Festival finanziert sich über Sponsorengelder, Getränkeverkäufe und die Unterstützung des Quartiervereins. Diese Mischung aus Quartierengagement und städtischer Kulturförderung hat etwas entstehen lassen, das sich kein gewinnorientierter Veranstalter so hätte leisten können.
- Das Festival wuchs aus einer Jugendbewegung im Quartier Oberstrass – und ist bis heute nicht von einer professionellen Eventagentur übernommen worden. Die Verwurzelung im Quartier ist organisatorische Realität, kein Marketingtext.
- Kottu Roti auf dem Stolze hat inzwischen fast denselben Stellenwert wie die Musik. Die shrilankische Streetfood-Spezialität hat auf dieser Wiese im Kreis 6 einen Stammplatz – was zeigt, wie das Stolze die Vielfalt seines Quartiers auch kulinarisch abbildet.
Soziale Medien
FAQ
Ist der Eintritt wirklich gratis – und braucht man sich irgendwo zu registrieren?
Ja, vollständig kostenlos. Keine Tickets, keine Online-Registrierung, keine Warteliste. Man geht einfach hin. Das gilt seit der ersten Ausgabe 2002.
Ist das Stolze Openair für Familien mit kleinen Kindern geeignet?
Ja. Dubadur spielt ein Kinderkonzert mit rockigen Kinderliedern und lädt zum Mitsingen ein. Die Kreativzone mit Face Paint und Henna funktioniert für alle Altersgruppen. Auf einer Wiese mit Picknickdecke und Kinderwagen ist man hier genauso richtig wie als Konzertnacht-Enthusiast.
Was für Musik läuft im DJ Zelt – ist es dasselbe wie auf der Hauptbühne?
Nein. Die Hauptbühne gehört den Live-Acts. Das DJ Zelt ist die Club-Seite des Festivals: Sets statt Konzerte, elektronischer, tanzbarer. Am Samstag läuft es bereits ab 13:30 Uhr. Wer ausschliesslich zur Hauptbühne geht, verpasst gut die Hälfte des Programms.
Wo findet die offizielle Afterparty statt – und wer spielt dort?
Im Club Sono, gemeinsam mit Ritmo Union. Funk, Soul, House, Afro, Latin – DJ Fruchtsaft eröffnet mit seinem Debütset, Mumbi Kameri kommt als Special Guest. Von der Wiese direkt auf den Dancefloor, ohne Umweg nach Hause.
Wie viele Bühnen gibt es – und was ist der Unterschied?
Zwei: die Hauptbühne für Live-Acts und das DJ Zelt für Sets. Am Samstag laufen beide gleichzeitig – man wählt, wechselt, oder versucht, beides gleichzeitig zu hören, was nicht funktioniert, aber versucht wird.







