Eidgenössisches Jodlerfest
Basel war schon 1924 dabei. Jetzt, über hundert Jahre später, kehrt das Eidgenössische Jodlerfest zurück – und verwandelt die Altstadt am Rhein drei Tage lang in das grösste Aufeinandertreffen von Jodelnden, Alphornbläsern und Fahnenschwingern der Schweiz. Rund 12'000 Aktive, 200'000 erwartete Besucherinnen und Besucher, ein Festgelände, das sich vom Petersplatz durch mittelalterliche Gassen bis zum Marktplatz erstreckt. Das 32. Eidgenössische Jodlerfest findet vom 26. bis 28. Juni 2026 statt. Das Motto: «Stadt und Land mitenand». Das beschreibt es besser als jede Festbroschüre.
Offizielle Bezeichnung | 32. Eidgenössisches Jodlerfest |
|---|---|
Datum 2026 | Freitag, 26. Juni – Sonntag, 28. Juni 2026 |
Stadt | Basel |
Festgelände | Altstadt Grossbasler Seite – Petersplatz, Petersgraben, Altstadt bis Marktplatz |
Motto | «Stadt und Land mitenand» |
Vortragslokale | 10 (8 Kirchen/Konzertsäle + 2 Schulanlagen) |
Bewertungsvorträge | rund 1'200 (alle drei Disziplinen) |
Festumzug | So, 28. Juni, 14:00 Uhr – 60 Formationen, ca. 1'500 Teilnehmende |
Offizielle Website |
Jodlerfest
Was ist das Jodlerfest?
Das Eidgenössische Jodlerfest ist nicht einfach ein Konzert. Es ist auch kein gewöhnlicher Wettbewerb. Es ist ein dreitägiges Eintauchen in Schweizer Volkskultur – eine, die seit Dezember 2025 offiziell zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört.
Wer Jodeln sagt, meint tatsächlich zwei grundverschiedene Formen. Das Jodellied ist eine strukturierte Liedform mit Text in drei Strophen und einem Jodelteil – häufig begleitet vom Schwyzerörgeli, der kleinen chromatischen Handorgel. Der Naturjodel kommt ohne Worte aus. Er drückt das aus, was Alpbäuerinnen und Hirten seit Jahrhunderten mit der Stimme kommuniziert haben – ein Gefühl, keine Botschaft. Der Naturjodel lebt vor allem in Appenzell, Toggenburg, dem Berner Oberland und Freiburg. Heute existieren rund 2'000 Kompositionen schweizerischer Jodellieder, die meisten auf Schweizerdeutsch.
Das Fest wird vom Eidgenössischen Jodlerverband organisiert, dessen Vorläufer 1910 von Oskar Friedrich Schmalz – dem «Vater des Berner Jodelns» – ins Leben gerufen und 1932 zur heutigen Form reorganisiert wurde. Alle drei Jahre findet es statt, drei Disziplinen stehen im Mittelpunkt: Jodelgesang, Alphornblasen und Fahnenschwingen. Wer daran teilnehmen will, muss sich zuvor an einem Unterverbandsfest qualifiziert haben. Kein bürokratischer Hürdenakt – sondern ein Qualitätsfilter, der das Niveau sichert.

31. Eidgenössisches Jodlerfest 2023 Zug | offizielles Video (Rückblick)
Jodlerfest 2026
Das erste Eidgenössische Jodlerfest in der Geschichte fand 1924 in Basel statt – mit 31 Gruppen, 48 Jodelnden (darunter nur zwei Frauen), 16 Alphornbläsern und 17 Fahnenschwingern. 102 Jahre später kehrt die Veranstaltung zurück.
Dieser Rückkehr geht eine verworrene Geschichte voraus. Das Basler Fest war ursprünglich für 2020 vorgesehen. Die Pandemie machte das unmöglich, das Fest wurde auf 2021 verschoben – und drei Monate vor dem neuen Termin endgültig abgesagt. Im März 2022 vergaben die Delegierten das Austragungsrecht für 2026 neu an den Nordwestschweizer Unterverband, ausserhalb des üblichen Rotationszyklus. Möglich wurde das durch einen aussergewöhnlichen Akt: der Bernisch-Kantonale Jodlerverband trat seinen turnusmässigen Platz an Basel ab. Ein Zeichen für den Zusammenhalt, der innerhalb dieser Tradition offenbar selbstverständlich ist.
Das Festgelände liegt in der Altstadt auf der Grossbasler Seite des Rheins. Das Jodlerdorf befindet sich auf dem Petersplatz, die Jodlermeile läuft am Petersgraben entlang, und der Jodlerberg umfasst Gassen, Plätze und Hinterhöfe bis hinunter zum Marktplatz. Diese Zonen bilden zusammen einen festlichen Perimeter, der den Kern des mittelalterlichen Basel bespielt – fast rund um die Uhr. Zehn Vortragslokale verteilen sich über acht Kirchen und Konzertsäle für den Jodelgesang sowie zwei Schulanlagen für Alphorn und Fahnenschwingen.
Das Jodlerdorf selbst ist keine leere Festfläche, sondern ein belebtes Quartier auf Zeit. Zahlreiche Festbeizli – kleine Festrestaurants, die von regionalen Vereinen betrieben werden – säumen die Gassen. Hier sitzen Aktive nach ihren Vorträgen neben Besucherinnen aus Basel und Gästen aus dem ganzen Land. Dieses Nebeneinander, ohne Absperrungen und ohne Trennung zwischen Bühne und Publikum, ist das Herzstück des Fests.

Eidgenössisches Jodlerfest 2026 in Basel: Interview mit Carlo Conti
Programm und Zeitplan
Am Freitag, 26. Juni, öffnet das Jodlerdorf um 12:00 Uhr – der Festbetrieb beginnt auf dem Petersplatz, der Jodlermeile und dem Jodlerberg. Um 14:00 Uhr folgt die offizielle Eröffnungsfeier, gleichzeitig starten die Bewertungsvorträge im Alphornblasen. Um 16:00 Uhr beginnen die Fahnenschwinger, um 18:30 Uhr die ersten Jodelwertungen. Wer schon am Freitagabend in den Vortragssaal möchte: die Stimmung dort ist dicht, konzentriert und intensiv.
Samstag, 27. Juni, ist der vollste Tag. Ab 9:30 Uhr gehen die Jodelvorträge weiter, um 10:00 Uhr folgen Alphorn und Fahnenschwingen. Der Festbetrieb öffnet ebenfalls um 10:00 Uhr. Der Abend gehört SRF: um 18:10 Uhr sendet «Potzmusig» live aus dem Jodlerdorf. Wer dabei ist, ist mittendrin.
Sonntag, 28. Juni, beginnt mit dem Festakt auf dem Marktplatz um 10:00 Uhr – mit Musik, Reden und Ehrengästen. Um 14:00 Uhr startet der Festumzug: 60 Formationen mit rund 1'500 Teilnehmenden bewegen sich vom Münsterplatz und der Freie Strasse über den Marktplatz, die Schifflände und die Mittlere Rheinbrücke durch die Clarastrasse bis zum Messeplatz. Live übertragen von SRF, RTS und RSI. Um 18:00 Uhr endet das Fest offiziell.
Die Umzugsroute ist nicht nur logistisch gut gewählt – sie führt durch die Stadtgeschichte: vom geistlichen und politischen Zentrum über Handelsachsen und Rheinübergang bis zum Messequartier. Wer weiss, was er sieht, sieht mehr.
Jodlerfest
Im Jodelgesang treten Gruppen in verschiedenen Besetzungen an – solo, als Duett, Terzett, Quartett, Sextett oder als Chor. Auch Kinderjodlerklubs und Auslandschweizer-Klubs nehmen teil. Rund 1'200 Bewertungsvorträge finden in allen drei Disziplinen verteilt über drei Festivaltage statt – zehn Vortragslokale, dreimal täglich geöffnet.
Alphornisten und Büchelbläser spielen solo, als Duett, Terzett, Quartett oder Gruppe. Drei Jury-Mitglieder beurteilen Ton, Intonation und Gestaltung nach klar definierten Regeln. Beim Fahnenschwingen gelten strenge Vorgaben: Geschwungen werden darf ausschliesslich mit Schweizer Fahnen oder Kantonalfahnen, das Tuch muss mindestens 118 × 118 Zentimeter messen.
Was für alle drei Disziplinen gilt: nur wer die Unterverbandshürde genommen hat, steht hier auf dem Podest. Das Eidgenössische ist kein offener Wettbewerb – es ist der Abschluss eines langen Wegs.
Praktische Informationen
Das Jodlerdorf, die Jodlermeile und der gesamte Festperimeter sind kostenlos zugänglich. Kein Ticket, keine Barriere, keine Reservierung. Wer einfach vorbeischaut, ist willkommen.
Für den Besuch der Bewertungsvorträge in den zehn Vortragslokalen braucht es ein Eintrittsbändel. Es kostet CHF 15.– am Freitag und CHF 20.– am Samstag. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre kommen überall kostenlos rein.
Das offizielle Festabzeichen – die «Jodlerfest-Blaggedde» – kostet CHF 10.–. Wer es trägt, zeigt Solidarität mit den Aktiven. Ehrensache, wie es die Festtradition nennt. Kein Zwang, aber ein klares Zeichen.
Jodlerfest
Festabzeichen, Eintrittsbändel und Festführer gibt es ab Anfang Mai 2026 auf jodlerfestbasel.ch. Die Besucherfestsets inklusive ÖV-Billett für den Tarifverbund Nordwestschweiz sind ab dem 1. Juni 2026 auch an SBB-Schaltern und -Automaten erhältlich. Wer das SBB-Set kauft, löst damit automatisch die Hin- und Rückfahrt innerhalb der Region Basel. Festabzeichen und physische Bändel können am Infopavillon auf dem Bahnhofsplatz Basel SBB oder beim Eingang jedes Vortragslokals abgeholt werden.
Ein wichtiger Hinweis für alle, die in die Vortragslokale wollen: die Plätze sind nicht nummeriert, Reservierungen gibt es nicht. Zwischen den einzelnen Vorträgen öffnen die Türen, man kann jederzeit eintreten und gehen. Das macht spontane Programmwechsel möglich – und hält den Abend lebendig.
Basel ist von Zürich, Bern und allen umliegenden Regionen hervorragend per Bahn erreichbar – über die drei Bahnhöfe Basel SBB, Basel Badischer Bahnhof und Basel St. Johann. Von Basel SBB sind alle Festgelände zu Fuss erreichbar. Ein Mietauto braucht niemand.
Da rund 200'000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden – ein Andrang vergleichbar mit der Basler Fasnacht – lohnt eine frühe Hotelbuchung. Das Festportal jodlerfestbasel.ch listet Partnerhotels aller Kategorien.
Wer mit Tram oder Bus fährt: die BVB- und BLT-Linien 3, 6, 8, 10, 11 und 16 halten am Barfüsserplatz oder der Haltestelle Universität, von dort sind es wenige Gehminuten zum Petersplatz. Mit dem Auto: die grössten Parkhäuser in Altstadtnähe sind das Parkhaus Elisabethen, das Parkhaus Kunstmuseum und das Parkhaus Storchen. Während der Festtage sind diese schnell voll. Öffentliche Verkehrsmittel sind die klar empfohlene Wahl.
Wer das Fest über mehrere Tage besucht, sollte bequeme Schuhe einplanen. Die Altstadt ist zwar gut begehbar, aber die Gassen, Hinterhöfe und Verbindungswege zwischen den Vortragslokalen summieren sich über einen langen Festtag. Wer abends nach dem letzten Vortrag noch im Jodlerdorf sitzt, merkt irgendwann, dass er seit dem Mittag kaum stillgestanden hat. Das ist keine Beschwerde, das ist der Beweis, dass das Fest funktioniert.
Jodlerfest
Wer im Juni noch weitere Veranstaltungen in der Schweiz erleben möchte: das Stolze Openair Zürich findet am 12. und 13. Juni statt – kostenlos, mitten in Zürich, mit Live-Musik auf der Stolzewiese. Und das OpenAir St.Gallen läuft vom 25. bis 28. Juni im Sittertobel – vier Tage Rock und Pop mit internationalen Headlinern. Beide lohnen sich.
Interessante Fakten
- Das Jodlerfest 2026 ist die erste Ausgabe nach der UNESCO-Anerkennung des Jodelns als immaterielles Kulturerbe. Kein schlechtes Timing – das Fest bekommt damit einen internationalen Rahmen, den die Organisatorinnen selbst nicht hätten planen können.
- SRF ist mit einem Stand auf dem Petersplatz präsent. «Potzmusig» und «Zoogä-n-am Boogä» werden live vor Ort produziert. Wer hinter die Kulissen schauen möchte, kann an einer Verlosung für exklusive Produktionsführungen teilnehmen – Anmeldung bis 17. Juni 2026 auf srf.ch.
- Das erste Eidgenössische Jodlerfest 1924 in Basel hatte 48 teilnehmende Jodelnde, davon zwei Frauen. Heute sind Frauen in Jodlerklubs und Wettbewerben gleichermassen vertreten. Hundert Jahre machen einen Unterschied.
FAQ
Wann und wo findet das Eidgenössische Jodlerfest 2026 statt?
Vom 26. bis 28. Juni 2026 in Basel, Altstadt auf der Grossbasler Rheinseite. Zentraler Treffpunkt ist das Jodlerdorf auf dem Petersplatz.
Wie viele Teilnehmende und Besucherinnen werden erwartet?
Rund 12'000 Aktive in den drei Disziplinen und rund 200'000 Besucherinnen und Besucher über alle drei Tage.
Braucht man ein Ticket?
Der Eintritt zum Festgelände ist gratis. Für die Bewertungsvorträge in den zehn Vortragslokalen kostet das Eintrittsbändel CHF 15.– am Freitag und CHF 20.– am Samstag. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre kommen überall kostenlos hinein.
Wie oft findet das Eidgenössische Jodlerfest statt?
Alle drei Jahre, mit wechselnden Austragungsregionen nach einem Rotationsprinzip.
Wo findet der grosse Festumzug statt?
Am Sonntag, 28. Juni 2026, um 14:00 Uhr. Die Route führt vom Münsterplatz und der Freie Strasse über den Marktplatz, die Schifflände und die Mittlere Rheinbrücke durch die Clarastrasse bis zum Messeplatz. Live auf SRF, RTS und RSI.
Wo befindet sich das Jodlerdorf?
Auf dem Petersplatz. Die Jodlermeile läuft am Petersgraben entlang, der Jodlerberg umfasst Gassen und Höfe bis zum Marktplatz.







