Philipp Hochmair
Kaum ein österreichischer Schauspieler polarisiert und fasziniert so wie Philipp Hochmair. Auf der einen Seite der «Jedermann» der Salzburger Festspiele und der TV-Star aus «Vorstadtweiber», «Blind ermittelt» oder «Die Wannseekonferenz», ein Gesicht, das Millionen kennen. Auf der anderen ein Theaterrebell, der Klassiker in ein Rockkonzert verwandelt und sein Privatleben eisern für sich behält.
Name | Philipp Hochmair |
|---|---|
Geboren | 16. Oktober 1973, Wien |
Nationalität | Österreich |
Beruf | Schauspieler (Film, Fernsehen, Theater), Performer |
Ausbildung | Max-Reinhardt-Seminar Wien (Meisterschüler von Klaus Maria Brandauer), CNSAD Paris |
Theater | Burgtheater Wien (2003–2009), Thalia Theater Hamburg (2009–2014/16) |
Bekannteste Rolle | «Jedermann» (Salzburger Festspiele, seit 2024) |
Bekannt aus (TV) | «Vorstadtweiber», «Blind ermittelt», «Die Wannseekonferenz», «Charité» |
Band | Die Elektrohand Gottes (seit 2013, «Jedermann Reloaded») |
Buch | «Hochmair, wo bist du?» (16. Juli 2025, mit Katharina von der Leyen) |
Freundin (ex) | Lisi Brandlmaier (Journalistin; Beziehung ~7 Jahre, 2025 beendet) |
Offizielle Website |
Philipp Hochmair
Biografie
Philipp Hochmair kam am 16. Oktober 1973 in Wien zur Welt und wuchs in einer bürgerlich-katholischen Familie auf. Die Mutter war Ärztin, eine Pulmologin, die nebenbei als Theaterärztin am Burgtheater arbeitete. Der Vater war Ingenieur, und der jüngere Bruder schlug wie die Mutter die medizinische Laufbahn ein. Über die Mutter kam Hochmair schon als Kind mit der Bühne in Berührung, denn er begleitete sie oft ins Burgtheater oder in die Staatsoper. Die Theaterwelt war für ihn also von klein auf kein fremder Ort.
Dass in ihm ein Schauspieler steckte, zeigte sich früh. Eine kleine Episode aus der Schulzeit ist überliefert: als er im Unterricht ein Gedicht aufsagen sollte, sprang er kurzerhand auf den Tisch und trug es Lehrerin und Mitschülern von dort oben vor. Zunächst zog ihn aber die Malerei und Grafik in den Bann, ehe die Entscheidung fürs Schauspiel fiel. Von 1993 bis 1997 studierte er am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, unter anderem als Meisterschüler von Klaus Maria Brandauer, dazu am Conservatoire national supérieur d'art dramatique (CNSAD) in Paris. Diese doppelte Ausbildung in Wien und Paris prägte seinen Zugang zur Bühne nachhaltig.
Gleich nach dem Studium schloss er sich einer Schauspieltruppe rund um den Musiker und Regisseur Nicolas Stemann an, mit dem ihn eine lange Zusammenarbeit verbinden sollte. Aus dieser Verbindung entstand schon 1997 das Ein-Personen-Stück «Werther!» nach Goethe, in dem Hochmair die Leiden des jungen Werther in zeitgenössischer Form auf die Bühne bringt. Das Stück wurde zum Dauererfolg, lief an vielen deutschsprachigen und internationalen Bühnen und gehört etwa am Burgtheater Wien und am Thalia Theater Hamburg zum festen Repertoire. Die begleitende CD und das Buch fanden sogar Eingang in den Deutsch- und Literaturunterricht. Schon hier deutete sich an, was seine Handschrift werden sollte: der Solo-Kraftakt, bei dem ein einzelner Schauspieler einen ganzen Kosmos verkörpert.
Philipp Hochmair
Privatleben
Wer etwas über das Privatleben von Philipp Hochmair erfahren will, stösst schnell an Grenzen. Das ist durchaus Absicht, denn diesen Teil seines Lebens hält er bewusst geschlossen. «Ein Privatleben im klassischen Sinn kann ich Ihnen leider nicht bieten», antwortete er einmal auf eine entsprechende Frage. Er lebe für seine Rollen, und so finde das Private bei ihm eben anders statt als bei anderen Menschen.
Die einzige offiziell bestätigte langjährige Partnerin ist die österreichische Journalistin und Medienfrau Lisi Brandlmaier. Rund sieben Jahre waren die beiden ein Paar, und sie hielten ihre Beziehung konsequent aus dem Rampenlicht. Im November 2025 bestätigte die «Krone» das Ende nach diesen gemeinsamen Jahren.
Verheiratet ist Hochmair nicht, Kinder hat er keine. Er selbst sagt, er sei für ein klassisches Familienleben nicht gemacht, und in seiner Biografie beschreibt er sich als jemanden, der ohne festen Wohnsitz und ohne dauerhafte Bindung lebt. Zur engeren Familie zählen die Mutter, die Ärztin war, der Vater als Ingenieur und der Bruder, der Mediziner wurde.
Dass sein Lebensstil und feste Beziehungen schwer zusammenpassen, hat Hochmair selbst mehrfach angedeutet. 2022 bezeichnete er sich in einem Interview als Single und begründete das ganz offen damit, dass Beziehungen bei ihm meist am Lebensstil scheiterten. «Ich stelle mich der Kunst zur Verfügung. Die Arbeit geht vor», sagte er damals. Dieser Lebensstil mache wohl auch einsam, räumte er ein, doch genau das sei es, was er sich erkämpft habe. Passend dazu unterhielt er lange gleich mehrere Wohnsitze, unter anderem in Wien, Hamburg und Berlin.
Karriere
Vor der Kamera stand Hochmair schon früh. Bereits zu Beginn seiner Laufbahn spielte er in Oliver Hirschbiegels vielbeachtetem «Das Experiment», und 2000 verkörperte er in «Die Manns – Ein Jahrhundertroman» von Heinrich Breloer den Golo Mann. Parallel dazu baute er eine intensive Theaterkarriere auf. Von 2003 bis 2009 gehörte er zum Ensemble des Wiener Burgtheaters, von 2009 bis 2014 zum Thalia Theater in Hamburg, dazu kamen Stationen am Deutschen Theater Berlin, am Schauspielhaus Zürich und an der Volksbühne. Klassische Rollen wie Hamlet, Mephisto oder Werther interpretierte er in einem modernen, postdramatischen Stil.
Philipp Hochmair auf der Theaterbühne
Ein roter Faden zieht sich durch sein Schaffen: der Solo-Kraftakt. Nach dem Erfolgsmuster von «Werther!» machte Hochmair auch aus Kafkas «Der Prozess» und «Amerika» sowie aus Büchners «Lenz» Ein-Personen-Stücke, Hörspiele und szenische Lesungen. Immer wieder arbeitete er dabei mit den Regisseuren Nicolas Stemann und Friederike Heller zusammen. Diese Verbindung aus grosser Literatur und der radikalen Reduktion auf einen einzigen Darsteller wurde zu seinem Markenzeichen und bereitete den Boden für seine späteren Musik-Theater-Projekte.
Im Kino sorgte vor allem seine Hauptrolle in «Kater» von Händl Klaus für Aufsehen, für die er 2017 den Schauspielerpreis auf der Diagonale in Graz erhielt. International machte er mit «Candelaria» auf sich aufmerksam, 2019 war er im Kinofilm «Ich war noch niemals in New York» zu sehen. Der grosse Durchbruch beim breiten Publikum kam dann über das Fernsehen. In der ORF-Serie «Vorstadtweiber» gab er von 2015 bis 2021 den zynischen Politiker Joachim Schnitzler, und ab 2018 bekam er mit «Blind ermittelt» ein eigenes Format, in dem er an der Seite von Andreas Guenther den blinden Sonderermittler Alexander Haller spielt. Bis 2025 kamen bereits mehr als ein Dutzend Folgen zusammen. Dazu war Hochmair immer wieder in «Tatort»-Filmen zu sehen.

Kater - Trailer
Auch in grossen Serienproduktionen war er gefragt. 2020 spielte er als Graf Viktor von Szápáry eine der Hauptrollen in der achtteiligen ORF-Netflix-Serie «Freud», 2021 übernahm er in der dritten Staffel der ARD-Arztserie «Charité» den Gerichtsmediziner Otto Prokop. In «Die Wannseekonferenz» verkörperte er 2022 den SS-Funktionär Reinhard Heydrich, dazu kamen die Krimireihe «Der Geier» und die Komödie «Die letzte Walküre» an der Seite von Maria Furtwängler und Adele Neuhauser.
Historische Stoffe ziehen sich durch Hochmairs Werk, und dabei kreuzten sich seine Wege gleich zweimal mit jenen der Salzburger Schauspielerin Verena Altenberger. Im Historiendrama «Ein Dorf wehrt sich – Das Geheimnis von Altaussee» (2020) über die Rettung der im Salzbergwerk versteckten Kunstschätze am Kriegsende gab Hochmair den fanatischen Gauleiter August Eigruber. 2025 standen die beiden erneut gemeinsam vor der Kamera, diesmal für die ARD-ORF-Serie «Mozart/Mozart» über Mozarts vergessene Schwester Maria Anna: Hochmair spielt Kaiser Joseph II., Altenberger die Marie Antoinette.
Der wohl grösste Moment seiner Theaterlaufbahn hat mit einem Zufall zu tun. Im August 2018 sprang Hochmair bei den Salzburger Festspielen kurzfristig für den erkrankten Tobias Moretti als «Jedermann» ein, für fünf Vorstellungen, und sorgte damit für Furore. Seit 2024 spielt er die Titelrolle in der Erstbesetzung, ebenso 2025 und 2026. Für ihn ist das die Krönung einer langen Auseinandersetzung mit dieser Figur.
Die Elektrohand Gottes
Hochmair ist nicht nur Schauspieler, sondern auch Bühnenmusiker mit einem eigenen Bandprojekt. 2013 gründete er zusammen mit Dresdner Musikern, darunter Tobias Herzz Hallbauer und Jörg Schittkowski, die Rockband Die Elektrohand Gottes, und zwar für sein Projekt «Jedermann Reloaded». In dieser One-Man-Show schlüpft er in mehr als 20 Rollen und wird zum Rockstar, getrieben von Gitarrenriffs und elektronischen Klängen, die das mittelalterliche Mysterienspiel in ein apokalyptisches Sprech-Konzert verwandeln. «Österreichische Hochkultur meets Dresdner Ostpunks», so lässt sich das Konzept auf den Punkt bringen.

Philipp Hochmair - JEDERMANN Reloaded - Trailer
Im Dezember 2018 führte Hochmair den «Jedermann» mit Gästen im Wiener Stephansdom zugunsten der Lifeball-Aids-Hilfe auf, 2024 gastierte die Konzertperformance als Open-Air-Event auf der Burg Clam. Die Aufnahmen erschienen als CD und Doppel-LP auf dem bandeigenen Label. Über den «Jedermann» hinaus schuf Hochmair mit «Schiller Balladen Rave» und «Der Hagestolz» weitere genreübergreifende Musik-Theater-Formate. Für diesen Zugang zu literarischen Texten würdigte man ihn 2024 mit dem Cross-Over-Sonderpreis des Österreichischen Musiktheaterpreises.
Buch
Im Sommer 2025 legte Hochmair auch als Autor nach. Am 16. Juli 2025 erschien im Brandstätter Verlag seine Biografie «Hochmair, wo bist du?», die er gemeinsam mit der Autorin Katharina von der Leyen verfasste. Es ist ausdrücklich keine klassische Biografie, sondern das Porträt eines rastlosen, gewissermassen heimatlosen Künstlers. Das Buch beschreibt seinen Weg vom «Jedermann» bis zu «Blind ermittelt», seine innere Unruhe und ein Leben ohne festen Wohnsitz und ohne dauerhafte Bindung. Erschienen ist auch eine limitierte Edition.
Das Buch „Hochmair, wo bist du?“
Filmografie
Titel | Jahr | Rolle |
|---|---|---|
Das Experiment | 2001 | (Nebenrolle) |
Die Manns – Ein Jahrhundertroman | 2001 | Golo Mann |
Der Glanz des Tages | 2012 | Philipp |
Kater | 2016 | Andreas |
Vorstadtweiber (Serie) | 2015–2021 | Joachim Schnitzler |
Blind ermittelt (Reihe) | seit 2018 | Alexander Haller |
Ein Dorf wehrt sich – Das Geheimnis von Altaussee | 2020 | August Eigruber |
Charité (Staffel 3) | 2021 | Otto Prokop |
Die Wannseekonferenz | 2022 | Reinhard Heydrich |
Der Geier | 2023 | (Hauptrolle) |
Die letzte Walküre | 2025 | Bauunternehmer |
Mozart/Mozart | 2025 | Kaiser Joseph II. |
Die Auswahl zeigt die Bandbreite von Hochmairs Arbeit, vom Autorenkino bis zu populären TV-Serien. Dazu kommt seine ebenso intensive Arbeit auf der Theaterbühne und mit seiner Band, die ihn zu einem der vielseitigsten Künstler des Landes macht.
Auszeichnungen
Auszeichnung | Jahr | Anlass |
|---|---|---|
Schauspielerpreis, Diagonale Graz | 2017 | für «Kater» |
ROMY als beliebtester Schauspieler Serie/Reihe | 2019 | für «Blind ermittelt» |
ROMY Kino/TV-Film | 2022 | für «Die Wannseekonferenz» |
Grimme-Preis | 2023 | für «Die Wannseekonferenz» |
Cross-Over-Sonderpreis, Österreichischer Musiktheaterpreis | 2024 | für seine Musik-Theater-Formate |
ROMY Kurier-Publikumshit | 2025 | für «Jedermann» Salzburg 2024 |
Die Liste macht deutlich, dass sich Hochmair in keine Schublade stecken lässt. Ausgezeichnet wurde er sowohl für seine Arbeit in Kino und Fernsehen als auch für seinen Zugang zum Musiktheater, was seine Vielseitigkeit unterstreicht.
Philipp Hochmair
Interessante Fakten
- Aufgewachsen hinter den Kulissen. Weil die Mutter als Theaterärztin am Burgtheater arbeitete, verbrachte der kleine Philipp viel Zeit hinter den Kulissen.
- Ein Gedicht vom Tisch aus. Schon in der Schule sprang Hochmair beim Aufsagen eines Gedichts kurzerhand auf den Tisch, ein früher Vorgeschmack auf sein expressives Spiel.
- Ein prominenter Lehrer. Am Max-Reinhardt-Seminar war Hochmair Meisterschüler von Klaus Maria Brandauer.
- Der Sprung ins kalte Wasser. 2018 rettete er eine Premiere, als er spontan für den erkrankten Tobias Moretti als «Jedermann» einsprang.
- Jedermann im Stephansdom. Für die Lifeball-Aids-Hilfe führte er den «Jedermann» sogar im Wiener Stephansdom auf.
- Hochkultur trifft Ostpunk. Seine Band Die Elektrohand Gottes besteht aus Dresdner Musikern mit Ostpunk-Wurzeln.
- Ein Leben ohne festen Wohnsitz. In seinem Buch beschreibt er sich als jemanden, der ohne dauerhaften Wohnort lebt.
Soziale Medien
FAQ
Hat Philipp Hochmair eine Freundin?
Seine einzige offiziell bestätigte langjährige Partnerin war die Journalistin Lisi Brandlmaier, mit der er rund sieben Jahre zusammen war. Im November 2025 wurde das Ende dieser Beziehung bekannt. Ansonsten hält Hochmair sein Privatleben bewusst zurück.
Ist Philipp Hochmair verheiratet?
Nein, Philipp Hochmair ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Er sagt von sich selbst, er sei für ein klassisches Familienleben nicht gemacht.
In welchen Filmen und Serien spielte Philipp Hochmair?
Bekannt ist er unter anderem aus «Vorstadtweiber», der Krimireihe «Blind ermittelt», «Die Wannseekonferenz», «Charité» und Kinofilmen wie «Kater». Dazu kommt seine Rolle als «Jedermann» in Salzburg.
Was ist «Die Elektrohand Gottes»?
Das ist die Rockband, die Hochmair 2013 mit Dresdner Musikern für sein Projekt «Jedermann Reloaded» gründete. In dieser One-Man-Show verwandelt er den «Jedermann» in ein Sprech-Konzert mit Gitarrenriffs und elektronischen Klängen.
Seit wann spielt Philipp Hochmair den «Jedermann» in Salzburg?
Bereits 2018 sprang er spontan für den erkrankten Tobias Moretti ein. Seit Sommer 2024 ist er der offizielle neue «Jedermann» der Salzburger Festspiele.
Worum geht es in seinem Buch «Hochmair, wo bist du?»?
Die am 16. Juli 2025 erschienene Biografie, verfasst mit Katharina von der Leyen, ist keine klassische Biografie, sondern das Porträt eines rastlosen Künstlers, der ohne festen Wohnsitz und ohne dauerhafte Bindung lebt.
Welche Auszeichnungen hat Philipp Hochmair erhalten?
Zu seinen Auszeichnungen zählen der Schauspielerpreis der Diagonale 2017, mehrere ROMYs, der Grimme-Preis 2023 für «Die Wannseekonferenz» sowie 2024 der Cross-Over-Sonderpreis des Österreichischen Musiktheaterpreises.







