Persönlichkeiten

Elyas M'Barek

von Florian Wiesinger

Inhaltsverzeichnis
Elyas M'Barek, Schauspieler

Es gibt im deutschsprachigen Kino nicht viele Namen, die so verlässlich Leute in die Säle bringen wie diesen. Elyas M'Barek spielt seit über zwanzig Jahren in den erfolgreichsten Komödien zwischen München, Wien und Zürich. Wer in den Nullerjahren jung war, kennt ihn als Cem Öztürk aus der ARD-Serie «Türkisch für Anfänger». Goldkettchen, Lederjacke, ein Tonfall, den halbe Schulhöfe nachgeäfft haben. Wer später dazukam, kennt ihn als Zeki Müller aus «Fack ju Göhte».

Vollständiger Name

Elyas M'Barek

Geboren am

29. Mai 1982

Geburtsort

München, Stadtteil Sendling

Staatsbürgerschaft

Österreichisch (geboren in Deutschland)

Wurzeln

Vater aus Tunesien, Mutter aus Österreich

Geschwister

Zwei jüngere Brüder: Joseph (Schauspieler und Produzent), Raphael (Fitnesstrainer)

Beruf

Schauspieler, Produzent

Ehefrau

Jessica M'Barek (geb. Riso)

Wohnort

München (2023–2026 New York)

Bekannteste Filme

«Türkisch für Anfänger», «Fack ju Göhte», «Die Welle», «Der Vorname», «Das perfekte Geheimnis»

Elyas M'Barek – österreichischer Schauspieler.

Elyas M'Barek

Biografie

Elyas M'Barek kommt am 29. Mai 1982 in München zur Welt und wächst in Sendling auf. Damals war das noch kein hippes Pflaster, sondern ein normales Arbeiterviertel. Bodenständig, gemischt, ohne Glamour.

Sein Vater stammt aus Tunesien und arbeitet als Programmierer. Die Mutter ist Österreicherin, genealogischen Quellen zufolge kommt ihre Familie aus Oberösterreich, und sie arbeitete als Krankenschwester. Über sie hat Elyas seine österreichische Staatsbürgerschaft geerbt. Das ist mehr als eine Fußnote. Es macht ihn zu einem der bekanntesten Österreicher im deutschen Filmgeschäft, obwohl er nie dauerhaft bei uns gelebt hat. Wie seine Eltern heißen, weiß die Öffentlichkeit nicht. Kein Zufall, sondern Absicht: er hält seine Familie eisern aus dem Rampenlicht.

Beim Thema Herkunft lohnt sich ein zweiter Blick, weil kaum etwas an ihm so oft falsch verstanden wurde. Trotz der tunesisch-österreichischen Wurzeln wuchs M'Barek in einem liberalen, katholisch geprägten Elternhaus auf. Zu Hause sprach man Deutsch, ausschließlich. Weihnachten wurde gefeiert. Arabisch? Kann er nicht. Türkisch? Erst recht nicht.

Er hat sich immer dagegen gewehrt, auf eine Herkunft reduziert zu werden. Er sieht sich zuerst als Münchner, dann als Europäer, vor allem aber als Mensch. Tunesien verbindet er mit Familienurlauben und schönen Erinnerungen, ein Heimatgefühl löst das Land bei ihm nicht aus. Richtig deutlich wurde er, wenn ihm die Öffentlichkeit die Rolle des dankbaren, gut integrierten Vorzeige-Ausländers zuschieben wollte. Diese Erwartung hat er offen zurückgewiesen. Für niemanden wolle er der «gute Ausländer» sein. Ein Satz, der in der Integrationsdebatte im ganzen deutschsprachigen Raum, bei uns eingeschlossen, oft aufgegriffen wurde.

Elyas ist der Älteste von drei Brüdern. Joseph M'Barek, Jahrgang 1986, arbeitet auch in der Filmbranche, als Schauspieler und Produzent. Die beiden standen für «Die Welle» gemeinsam vor der Kamera. Der zweite Bruder, Raphael, hat mit dem Filmgeschäft nichts am Hut und arbeitet als Fitnesstrainer.

Einen Teil seiner Schulzeit verbrachte M'Barek im Klosterinternat Metten in Niederbayern. Dort stand er schon im Schultheater auf der Bühne. Das Fachabitur machte er danach an der Robert-Bosch-Fachoberschule in München. Und jetzt kommt das Detail, das gern untergeht: In der Schule tat er sich lange schwer. Am Ende schloss er trotzdem als Klassenbester ab. Wer je einen Teenager erlebt hat, der schulisch einfach nicht in die Gänge kommt, wird die Geschichte mögen. Danach begann er BWL zu studieren und brach 2006 wieder ab. Der Grund war banal und einleuchtend zugleich: Er hatte längst genug Arbeit vor der Kamera.

Elyas M'Barek zu Beginn seiner Karriere

Der junge Elyas M'Barek

Persönliches Leben

Privatleben heißt bei M'Barek tatsächlich Privatleben. Kein Reality-Format, keine Homestory, keine öffentlich ausgebreitete Beziehungskrise. Entsprechend dünn sind die belegbaren Fakten, und entsprechend munter wurde spekuliert. Im August 2017 brachten Medien ihn mit seiner Kollegin Pia Stutzenstein in Verbindung. Bestätigt hat das nie jemand. Seine letzte öffentlich bekannte Beziehung war die zu Julia Czechner, die 2016 endete. Danach Funkstille, zumindest offiziell.

Seine Frau, Jessica M'Barek, geborene Riso, kam 1988 in den USA zur Welt und wuchs mit ihrem Bruder Joey in Kalifornien auf. Nach der Schule zog sie nach New York, wo die Agentur Wilhelmina Models sie unter Vertrag nahm. Sie arbeitet als Model und Schauspielerin. Ihre Filmografie ist überschaubar, aber vorhanden: kleinere Auftritte in den Serien «Blue Bloods» (2010) und «Dietland» (2018), eine Rolle im Film «Gender Bender» (2016), dazu Werbung, darunter ein Kinder-Bueno-Spot von 2017.

Wie die Beziehung angefangen hat, lässt sich nur grob rekonstruieren, weil die beiden nie ausführlich darüber gesprochen haben. Offiziell sind sie seit 2021 ein Paar. Jessica war jene geheimnisvolle Begleiterin, mit der M'Barek im Mai 2021 auf Formentera seinen Geburtstag feierte. Damals rätselte die halbe Boulevardpresse. Im September 2022 dann die Überraschung: ein Instagram-Foto, ein kurzer Satz, geheiratet. Kein Interview, keine Exklusivstrecke in einer Hochglanzzeitschrift. Sie nahm seinen Nachnamen an. Gemeinsam zeigen sich die beiden selten. 2025 gingen sie zur Premiere der Netflix-Doku «Babo: Die Haftbefehl-Story» über den roten Teppich, an der Elyas als Co-Produzent beteiligt war.

Beim Thema Kinder ist Ehrlichkeit wichtiger als eine hübsche Antwort. Es gibt keine öffentlich bestätigten Informationen darüber, ob das Paar Kinder hat. M'Barek äußert sich dazu nicht. Alles, was im Netz kursiert, ist Spekulation. Das Thema bleibt privat, und das sollte man respektieren.

Im Frühjahr 2023 zog das Ehepaar nach New York. Ein Kapitel, das länger hätte halten können, es hielt drei Jahre. 2026 kündigte M'Barek die Rückkehr nach München an. Der Grund war pragmatisch: die ständigen Flüge nach Deutschland zu Dreharbeiten zermürbten ihn. Seit Sommer 2026 lebt er wieder in seiner Heimatstadt.

Elyas M'Barek gemeinsam mit seiner Ehefrau Jessica M'Barek

Elyas M'Barek und Jessica M'Barek

Das Stichwort Vermögen taucht in Suchanfragen ständig auf, seriös beantworten lässt es sich aber nicht. Offizielle Angaben zu seinen Finanzen gibt es nicht. Die Summen, die auf diversen Portalen herumgeistern, sind Schätzungen, und M'Barek selbst hat nie eine davon bestätigt. Belegen lässt sich immerhin das: zwischen 2015 und 2018 gehörte ihm ein Anteil an einer Münchner Bar. Unternehmerisch war er also durchaus aktiv. Alles andere gehört in die Rubrik «geschätztes Vermögen», mit Quellenangabe oder gar nicht.

Karriere

Seinen ersten Kinofilm drehte M'Barek noch als Schüler: «Mädchen, Mädchen» (2001) unter der Regie von Dennis Gansel. 2003 folgte ein Auftritt in einem Film aus der Reihe «Aktenzeichen XY … ungelöst», da kannte ihn praktisch niemand. Auch bei «Alarm für Cobra 11» war er zu sehen.

Dann kam «Türkisch für Anfänger». Die ARD-Vorabendserie über eine deutsch-türkische Patchworkfamilie machte ihn als Cem Öztürk im ganzen deutschsprachigen Raum zum Gesprächsthema. Die Auszeichnungen folgten prompt: 2006 der Deutsche Fernsehpreis als bester Serienschauspieler, 2012 der Bambi. Den Preis dafür zahlte er in Form eines Etiketts. Jahrelang klebte der «Proll» an ihm, und er brauchte lange, um ihn wieder loszuwerden.

Es folgte eine Hauptrolle in «Wholetrain», einem Film über die Graffiti-Szene. 2008 spielte er den türkischstämmigen Sinan in der Verfilmung von «Die Welle». Die Geschichte dahinter ist zu gut, um sie wegzulassen: M'Barek machte damals ein Praktikum bei der Produktionsfirma Rat Pack, und im selben Gebäude lief das Casting. Er trug sich kurzerhand ein. So bekommt man Rollen. Danach ging es Schlag auf Schlag. «Männerherzen» neben Christian Ulmen, Nadja Uhl und Til Schweiger, dann «Zweiohrküken» (2009), der junge Bushido in «Zeiten ändern dich» (2010), die Komödie «What a Man» (2011), die Kinoversion von «Türkisch für Anfänger» (2012) und die internationale Produktion «Chroniken der Unterwelt – City of Bones».

2013 kam der Film, der aus einem bekannten Schauspieler einen Star machte. Die Prämisse von «Fack ju Göhte» ist herrlich schlicht: ein frisch entlassener Häftling sucht seine Beute, vergraben auf dem Gelände einer Schule, und landet dabei als Aushilfslehrer im Klassenzimmer. Zeki Müller wurde die Rolle seines Lebens. Regisseur Bora Dagtekin schrieb die Figur von Anfang an für ihn. Die drei Teile füllten Millionen Kinosessel, auch bei uns zählten sie zu den erfolgreichsten Starts ihrer Jahre. Entsprechend fielen die Auszeichnungen aus. Die Münchner Abendzeitung machte ihn 2013 zum Stern des Jahres, 2014 holte er die Romy als besten Schauspieler, also ausgerechnet den österreichischen Publikumspreis, wurde bei GQ Mann des Jahres und bekam die Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa.

FACK JU GÖHTE Trailer

Mit Regisseur Simon Verhoeven arbeitete er zweimal: «Willkommen bei den Hartmanns» (2016) und später «Alter weisser Mann» (2024). Eine seiner stärksten dramatischen Leistungen zeigte er als Journalist Juan Moreno in Michael Bully Herbigs «Tausend Zeilen» (2022), einer von realen Ereignissen inspirierten Aufarbeitung des Relotius-Skandals. Dazwischen liefen die Komödien, die auch hierzulande gut ankamen: «Der Vorname» und «Das perfekte Geheimnis». Beim Deutschen Filmpreis 2018 wurde er ausgezeichnet, nach vorliegenden Angaben eine von rund sieben Auszeichnungen seiner Laufbahn.

2025 spielte er den tunesischen politischen Flüchtling Rahid Youseffi in der internationalen Serie «Smilla's Sense of Snow» unter der Regie von Amma Asante. Im Juli 2026 kam «Virginia Woolf's Night & Day» in die Kinos, an der Seite von Haley Bennett. Als Produzent verantwortete er den Erfolg der Netflix-Doku «Babo: Die Haftbefehl-Story» mit, die Ende Oktober 2025 in Berlin Premiere feierte.

Sprechen kann er übrigens auch. In Animationsfilmen lieh er mehreren Figuren die Stimme, und 2015 nominierte ihn das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart für eine Hauptrolle für den Deutschen Animationssprecherpreis.

Zum Schluss ein paar Zahlen und Widersprüche. Rund 30 Kino- und Fernsehfilme, etwa sieben Auszeichnungen, und ein Mann, der den bekanntesten Türken des deutschen Fernsehens spielte, ohne ein Wort Türkisch zu können. Arabisch, die Sprache seines Vaters, beherrscht er ebenso wenig. Und wegen seines österreichischen Passes durfte er in Deutschland nie wählen gehen.

FACK JU GÖHTE 3 - Interview Elyas Teil 1

Filmografie

Titel

Rolle

Jahr

Mädchen, Mädchen

Nebenrolle

2001

Aktenzeichen XY … ungelöst

Nebenrolle

2003

Alarm für Cobra 11 (Serie)

Nebenrolle

Wholetrain

Hauptrolle

2006

Türkisch für Anfänger (Serie)

Cem Öztürk

2006–2008

Die Welle

Sinan

2008

Männerherzen

Nebenrolle

2009

Zweiohrküken

Nebenrolle

2009

Zeiten ändern dich

Junger Bushido

2010

What a Man

Nebenrolle

2011

Türkisch für Anfänger (Kinofilm)

Cem Öztürk

2012

Fack ju Göhte

Zeki Müller

2013

Chroniken der Unterwelt – City of Bones

Nebenrolle

2013

Fack ju Göhte 2

Zeki Müller

2015

Willkommen bei den Hartmanns

Nebenrolle

2016

Fack ju Göhte 3

Zeki Müller

2017

Der Vorname

Hauptrolle

2018

Das perfekte Geheimnis

Hauptrolle

2019

Tausend Zeilen

Juan Moreno

2022

Alter weisser Mann

Hauptrolle

2024

Smilla's Sense of Snow (Serie)

Rahid Youseffi

2025

Virginia Woolf's Night & Day

Hauptrolle

2026

Elyas M'Barek - Schauspieler und Synchronsprecher

Elyas M'Barek

Auszeichnungen

Auszeichnung

Jahr

Kontext

Deutscher Fernsehpreis

2006

Bester Schauspieler Serie – «Türkisch für Anfänger»

Bambi

2012

Für seine Arbeit als Schauspieler

Stern des Jahres (Abendzeitung München)

2013

Im Zuge des «Fack ju Göhte»-Erfolgs

Romy

2014

Bester Schauspieler, österreichischer Publikumspreis

GQ Männer des Jahres

2014

Auszeichnung als Schauspieler des Jahres

Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa

2014

Verdienste um Bayern in Europa

Deutscher Animationssprecherpreis (Nominierung)

2015

ITFS Stuttgart, Hauptrolle Synchronsprecher

Deutscher Filmpreis

2018

Auszeichnung im Rahmen des Deutschen Filmpreises

Interessante Fakten

  • Ohne das Praktikum bei Rat Pack hätte es die Rolle in «Die Welle» womöglich nie gegeben. Das Casting fand einfach im selben Haus statt, und er ging kurz rüber.
  • In «Die Welle» stand er mit Bruder Joseph gemeinsam vor der Kamera. Zwei M'Bareks in einem Film über Gruppendynamik, das hat schon eine gewisse Ironie.
  • Drei Jahre lang, von 2015 bis 2018, gehörte ihm ein Stück Münchner Nachtleben. Er war Mitinhaber einer Bar.
  • Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er nicht an einer Schauspielschule, sondern im Schultheater eines niederbayerischen Klosterinternats.
  • Die Rolle des Zeki Müller schrieb Bora Dagtekin von Anfang an für ihn. Ein Casting gab es in dem Sinn gar nicht.
  • Und der Klassiker: Österreichischer Pass, Leben in Deutschland. An einer deutschen Wahl hat er nie teilgenommen, obwohl er den größten Teil seines Lebens dort verbracht hat.

Soziale Netzwerke

FAQ

Woher stammt Elyas M'Barek?

Er wurde am 29. Mai 1982 in München geboren und wuchs im Stadtteil Sendling auf. Sein Vater stammt aus Tunesien, seine Mutter ist Österreicherin. Daher besitzt er die österreichische Staatsbürgerschaft.

Wie heisst die Frau von Elyas M'Barek?

Seine Ehefrau heisst Jessica M'Barek, geborene Riso. Sie kam 1988 in den USA zur Welt, wuchs in Kalifornien auf und arbeitet als Model und Schauspielerin. Geheiratet haben die beiden im September 2022.

Hat Elyas M'Barek Kinder?

Dazu gibt es keine öffentlich bestätigten Informationen. Der Schauspieler äussert sich nicht zu diesem Thema, alle kursierenden Angaben sind Spekulation.

Wo wohnt Elyas M'Barek heute?

Seit Sommer 2026 wieder in München. Zwischen 2023 und 2026 lebte er mit seiner Frau in New York.

Was war die erste Rolle von Elyas M'Barek?

Sein Kinodebüt gab er 2001 als Schüler in «Mädchen, Mädchen» von Dennis Gansel.