Persönlichkeiten

Simone Kopmajer

von Florian Wiesinger

Inhaltsverzeichnis
Simone Kopmajer (Jazzsängerin)

Aus einem stillen Winkel der Steiermark hinaus in die ganze Welt. Diesen Weg hat Simone Kopmajer geschafft. Die Jazzsängerin aus dem Ausseerland ist heute Österreichs international erfolgreichste Stimme ihres Genres, mit einem samtweichen Timbre, das die Jazz-Charts in Japan, Thailand, den USA, Israel und in ganz Südostasien anführt. Wer hätte gedacht, dass eine gebürtige Steirerin einmal vor Millionen von Menschen im asiatischen Fernsehen singen würde.

Genau das macht ihre Geschichte so reizvoll: der Kontrast zwischen der Ruhe der Heimat und einer Karriere, die sie in rund 35 Länder und auf über 1'200 Bühnen geführt hat. Bei einem einzigen Auftritt in einer thailändischen Abendshow sahen ihr geschätzte sieben Millionen Menschen zu. Dieser Beitrag behandelt die Biografie und das Privatleben mit Ehemann Reinhardt Winkler, den Kindern und der Familie, dazu die musikalische Karriere, die bekanntesten Lieder und das gemeinsame Projekt mit Viktor Gernot.

Name

Simone Kopmajer

Geboren

1981, Schladming (Steiermark)

Nationalität

Österreich

Genre

Jazz (Vocal Jazz, Swing, Lounge Jazz)

Instrumente (früher)

Klavier (mit 8 Jahren), Saxophon (mit 12), später Gesang

Ausbildung

Kunstuniversität Graz (Jazz-Gesang, bei Mark Murphy)

Ehemann

Reinhardt Winkler (Schlagzeuger ihrer Band)

Kinder

drei (Töchter)

Wohnort

Bad Waltersdorf (Steiermark, Thermenland)

Debütalbum

«Moonlight Serenade» (Venus Records, ca. 2003)

Auszeichnung

Hans-Koller-Preis / New-York-Stipendium (2003)

Offizielle Website

simonekopmajer.com

Simone Kopmajer - erfolgreiche österreichische Musikerin

Simone Kopmajer

Biografie

Geboren wurde Simone Kopmajer 1981 in Schladming, aufgewachsen ist sie im Ausseerland, genauer in Bad Aussee, und zwar in einer Musikerfamilie. Der Weg zur Musik begann früh. Mit acht Jahren lernte sie Klavier, mit zwölf wechselte sie zum Saxophon. Zum Jazz kam sie über ihren Vater, in dessen Band sie schon als Jugendliche mitspielte und mitsang. Ganz ohne Widerstand ging das nicht, denn eigentlich hätten die Eltern sie lieber am Klavier gesehen. Doch es war der Jazz, bei dem sie hängen blieb, bis heute ihre grosse Liebe. Mit 17 kam dann der Moment, der alles drehte: die amerikanische Jazzlegende Sheila Jordan riet ihr, sich ganz auf den Gesang zu konzentrieren. Sie hörte auf den Rat.

Ihr Studium absolvierte Kopmajer an der Kunstuniversität Graz im Fach Jazz-Gesang, unter anderem bei Sheila Jordan und bei Mark Murphy. Beiden verdankt sie musikalisch viel, und gerade Murphy ebnete ihr später den Sprung über den grossen Teich. Bemerkenswert dabei: Nach eigenen Angaben schrieb sie sich schon mit rund 15 Jahren an der Grazer Musik-Uni ein, also aussergewöhnlich früh. Einen Plan B habe es für sie nie gegeben, sagt sie rückblickend. Die Musik war von Anfang an gesetzt.

Steirischer geht es dabei kaum: geboren in Schladming, aufgewachsen im Ausseerland, studiert in Graz und heute im Thermenland zu Hause. Diese Verwurzelung zieht sich durch ihr ganzes Leben, auch als die Karriere sie längst um die halbe Welt trug. Die Volksmusik ihrer Heimat war ihr als Kind ganz nah, und trotzdem war es der Jazz, der sie packte und nie mehr losliess.

Erste Erfolge stellten sich schon früh ein. Kopmajer trat bei diversen Talentwettbewerben an und gewann sie auch, dazu kamen erste Fernsehauftritte in Österreich. Als junge Sängerin tourte sie zweimal mit der «Euro Big Band» durch die Niederlande und stand später bei mehreren internationalen Jazzfestivals auf der Bühne. Die Grundlage für die spätere Weltkarriere war gelegt.

Simone Kopmajer - eine der bekanntesten Jazzstimmen Österreichs

Simone Kopmajer

Privatleben

Bei Simone Kopmajer fallen Beruf und Privatleben ein Stück weit zusammen, denn ihr Ehemann ist Reinhardt Winkler, der Schlagzeuger ihrer Band. Ehemann und musikalischer Partner in einer Person. Dass beide Musiker sind, hat einen grossen Vorteil, wie sie selbst erzählt: Sie bringen gegenseitiges Verständnis mit und teilen sich ihre Zeit gut ein. Beschäftigt er sich mit den Kindern, arbeitet sie an einem Lied, und umgekehrt. Vieles machen sie auch gemeinsam, und wenn es eng wird, springt die Oma ein.

Zusammen haben die beiden drei Kinder, drei Töchter. Ab 2013 legte Kopmajer eine familienbedingte Pause ein und widmete sich ganz ihren Töchtern, ehe sie später wieder auf die Bühne zurückkehrte. Mutter zu sein habe ihr ganzes Leben verändert und ihre Prioritäten verschoben, sagt sie. Die Musik sei ihre Leidenschaft, doch die Familie stehe an erster Stelle. Dass sich beides vereinbaren lässt, verdankt sie nicht zuletzt dem Umstand, dass Mann und Musik unter einem Dach zusammenkommen.

Gelebt wird all das in Bad Waltersdorf im steirischen Thermenland, während die Wurzeln im Ausseerland liegen. Bewusst hat sich Kopmajer für die Steiermark entschieden, obwohl sie mit dem Jazz überall auf der Welt leben könnte. Gerade wegen der Musik, sagt sie, sei die Wahl auf die Heimat gefallen. Und wenn einmal keine Bühne ruft, steht sie gern in der Küche, denn zu ihren Leidenschaften abseits der Musik gehört das Backen. Ein bodenständiges Gegengewicht zu einem Beruf, der sie sonst rund um den Globus schickt.

Simone Kopmajer mit ihrem Mann Reinhardt Winkler

Simone Kopmajer und Reinhardt Winkler

Musikalische Karriere

Den Grundstein legte Kopmajer noch in der Band ihres Vaters und mit dem Studium in Graz. Ihr Debütalbum «Moonlight Serenade» nahm sie in jungen Jahren für das japanische Label Venus Records auf, und die Platte stand in Japan wochenlang an der Spitze der Hitparade. So baute sie sich in Asien eine grosse Fanbase auf, noch bevor sie in Österreich überhaupt Konzerte gab. Kurios: sieben oder acht Alben veröffentlichte sie nach eigenen Worten in Asien, ehe es hierzulande je eine CD von ihr gab. Ihren Weg machte sie zuerst über Asien und Amerika und fasste erst später in Europa Fuss. Für Venus spielte sie mehrere weitere Alben ein, unter anderem mit George Mraz, Houston Person und Aaron Heick.

Von dort nahm die internationale Karriere richtig Fahrt auf. Ihre Popularität wuchs in Japan, Thailand, den USA, Israel, in Südostasien, Australien und Europa, und in den ausländischen Jazz-Charts landete sie regelmässig auf Platz eins. In Ländern wie Japan, Thailand, Malaysia und Singapur geniesst sie geradezu Kultstatus. Mit «Nothing's Gonna Change» gelang ihr 2011 ein Jazz-Bestseller in Thailand. Die Zahlen sprechen für sich: rund 1'200 Konzerte in etwa 35 Ländern und nach eigenen Angaben rund 220 veröffentlichte Songs.

Nothing´s Gonna Change My Love for You - SIMONE KOPMAJER (LYRIC VIDEO)

Über die Jahre spielte Kopmajer mit einer ganzen Reihe von Jazzgrössen zusammen, darunter George Mraz, Houston Person, Eric Alexander, Dick Oatts und der amerikanische Saxofonist Terry Myers, langjähriger Chef des Tommy-Dorsey-Orchesters, der schon mit Ray Charles und Natalie Cole arbeitete. Dass ihr solche Legenden früh ihr Vertrauen schenkten, weiss sie bis heute zu schätzen. Manche der Musiker, mit denen sie immer wieder auftritt, sind ihr über die Jahre zu einer Art Familie geworden.

Musikalisch reicht ihr Repertoire vom Great American Songbook bis zu eigenen Kompositionen. Zu den Standards und Neubearbeitungen, die sie interpretiert, zählen «Pennies From Heaven», «Poinciana» und «Stompin' At The Savoy» ebenso wie «Take Five», «One Note Samba» und «Witchcraft», dazu überraschende Lesarten wie ein ganz dem Country verpflichtetes «Blue Bayou», ein Lied, das sie schon aus Kindheitstagen kennt und besonders mag. Auf Albumseite sticht «Spotlight On Jazz» (2018) hervor, das die HMV Japan Jazz Charts anführte, dazu «My Wonderland» (2020), mit dem sie sich aus dem Corona-Lockdown zurückmeldete und das sogar die heimischen Charts erreichte, sowie die weihnachtliche Produktion «Christmas». Kennzeichnend für all das ist ihre samtige Stimme, ihr zurückhaltendes Vibrato und ihr Gespür für den Swing. Ihr Ziel, sagt sie, sei es, auch bekannte Songs so umzuformen, dass sie durch ihren Stil zu ihren eigenen werden.

Simone Kopmajer - MY WONDERLAND

Ein besonderes Kapitel bildet die Zusammenarbeit mit Viktor Gernot. Mit dem österreichischen Entertainer und Crooner steht Kopmajer im gemeinsamen Bühnenprogramm «Jazz On A Summer's Day», einer Duett-Show mit Standards aus dem Great American Songbook und humorvoller Moderation. 2026 erscheint mit «You Wonderful You» ihr erstes gemeinsames Album, veröffentlicht am 8. Mai 2026, begleitet von einer Konzerttournee. Zur Einordnung: Viktor Gernot ist ein musikalischer Kollege, nicht der Lebenspartner der Sängerin.

Simone Kopmajer & Viktor Gernot - "You Wonderful You"

Auszeichnungen und Anerkennung

Auszeichnung

Jahr

Details

Hans-Koller-Preis – New-York-Stipendium

2003

Förderung, danach USA / erste Platte

Jazz-Bestseller in Thailand

2011

Album «Nothing's Gonna Change»

#1 HMV Japan Jazz Charts

2018

Album «Spotlight On Jazz»

Steiermark-«Herzbotschafterin»

Kulturbotschafterin der Steiermark

#1 in ausländischen Jazz-Charts

mehrfach

mindestens zehnmal (laut Interview)

Die Bilanz zeigt, welchen Stellenwert Kopmajer im Jazz hat. Schon 2003 holte sie das New-York-Stipendium des Hans-Koller-Preises, eine Förderung, die ihr den Weg in die USA und zur ersten Platte ebnete. Sie zählt heute zu den bekanntesten österreichischen Jazzstimmen und ist international anerkannt.

Die Mischung ist es, die beeindruckt: ein Publikum von Japan über Thailand bis in die USA und nach Israel, dazu zahlreiche Nummer-eins-Platzierungen in ausländischen Jazz-Charts und volle Konzertsäle. Als Herzbotschafterin ist sie zudem eng mit ihrer Heimat, der Steiermark, verbunden. Fest steht: eine Karriere dieser Reichweite ist für eine Jazzsängerin aus dem Ausseerland alles andere als selbstverständlich.

Simone Kopmajer live auf der Bühne

Simone Kopmajer auf der Bühne

Interessante Fakten

  • Sie war ein echtes Frühstudium. Nach eigenen Angaben schrieb sich Kopmajer schon mit rund 15 Jahren an der Musik-Universität in Graz ein.
  • Vor dem Gesang kam das Saxophon. Ehe sie sich ganz auf die Stimme konzentrierte, spielte Kopmajer Klavier und Saxophon, ein Rat von Sheila Jordan mit 17 gab schliesslich den Ausschlag.
  • Berühmt in Asien vor der Heimat. Sieben oder acht Alben veröffentlichte sie in Asien, ehe es in Österreich überhaupt eine CD von ihr gab.
  • Ein Auftritt vor Millionen. In einer thailändischen Abendshow sang sie vor geschätzt sieben Millionen Zuschauern, und bis zur Ankunft am Flughafen wusste sie nicht einmal, wohin die Reise überhaupt gehen würde.
  • Beeindruckende Zahlen. Rund 1'200 Konzerte in etwa 35 Ländern und rund 220 veröffentlichte Songs stehen zu Buche.
  • Ein grosses Debüt in guter Gesellschaft. Beim Jazzsommer Graz 2004 stand sie auf demselben Programm wie Ibrahim Ferrer, Chick Corea, Dave Brubeck und Dionne Warwick.
  • Ein neues Kapitel 2026. Mit Viktor Gernot veröffentlicht sie am 8. Mai 2026 ihr erstes gemeinsames Album «You Wonderful You».

Soziale Medien

FAQ

Wer ist der Ehemann von Simone Kopmajer?

Ihr Ehemann ist Reinhardt Winkler, der Schlagzeuger ihrer Band. Die beiden sind also Ehepartner und musikalische Partner zugleich.

Hat Simone Kopmajer Kinder?

Ja, sie hat drei Kinder, drei Töchter. Ab 2013 legte sie eine familienbedingte Pause ein, um sich ganz ihnen zu widmen, ehe sie wieder auf die Bühne zurückkehrte.

Wo lebt Simone Kopmajer mit ihrer Familie?

Sie lebt mit ihrer Familie in Bad Waltersdorf im steirischen Thermenland, ihre Wurzeln liegen im Ausseerland.

Welche bekannten Lieder und Alben hat Simone Kopmajer?

Ihr Repertoire reicht von Standards wie «Poinciana», «Take Five» oder «Witchcraft» bis zu eigenen Kompositionen. Bekannte Alben sind «Moonlight Serenade», «Spotlight On Jazz» (2018) und «My Wonderland» (2020).

Welche Musikrichtung macht Simone Kopmajer?

Sie ist Jazzsängerin und bewegt sich im Vocal Jazz, Swing und Lounge Jazz, mit einem Repertoire aus dem Great American Songbook und eigenen Stücken.

Welche Auszeichnungen hat Simone Kopmajer erhalten?

2003 holte sie das New-York-Stipendium des Hans-Koller-Preises. Ihr Album «Spotlight On Jazz» führte 2018 die HMV Japan Jazz Charts an, und in ausländischen Jazz-Charts stand sie mehrfach auf Platz eins.