Verena Altenberger
Es gibt Schauspielerinnen, die von Anfang an alles richtig machen. Und dann gibt es Verena Altenberger – die mit 18 Jahren beim Max-Reinhardt-Seminar scheiterte, über Umwege ans Burgtheater kam und heute zu den gefragtesten Gesichtern des österreichischen und deutschen Kinos gehört. Mehr als dreissig Film- und Serienrollen, ein Österreichischer Filmpreis, die Buhlschaft im Jedermann auf den Salzburger Festspielen. Eine Karriere, die zeigt, dass der direkte Weg selten der interessantere ist.
Vollständiger Name | Verena Altenberger |
|---|---|
Geburtsdatum | 11. November 1987 |
Geburtsort | Schwarzach im Pongau, Salzburg, Österreich |
Alter | 37 Jahre |
Ausbildung | Journalismus (Universität Wien, ab 2006); Schauspiel (MUK Wien, 2011–2015) |
Beruf | Schauspielerin |
Bekannteste Rollen | Helga in «Die beste aller Welten», Magda in «Magda macht das schon!», Bessie Eyckhoff in «Polizeiruf 110», Buhlschaft im Jedermann |
Auszeichnungen | Österreichischer Filmpreis, Bayerischer Filmpreis, Deutscher Fernsehpreis, Best Actress Moskau IFF |
Familienstand | Nicht öffentlich bekannt |
Verena Altenberger
Biografie
Verena Altenberger wurde am 11. November 1987 in Schwarzach im Pongau geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie an verschiedenen Orten des Bundeslandes Salzburg – Dorfgastein, Hallein und Oberalm. Keine Grossstadt, kein Kulturzentrum. Aber offenbar genau die richtige Umgebung, um eine Vorstellungskraft zu entwickeln, die man später auf der Bühne gut brauchen kann.
Einen Teil ihrer Jugend verbrachte sie im Schloss Winkl – einer ehemaligen Adelsresidenz, wo ihre Mutter als Direktorin der Winklhof-Landwirtschaftsschule tätig war. Landwirtschaftlicher Alltag, ein Schloss als Wohnort, Berge ringsum. Zur Bühne fand sie trotzdem früh. In der Jugend war sie Leistungsturnerin – Kunstturnen auf Wettkampfniveau – und über drei Jahre als Tänzerin bei den Salzburger Festspielen engagiert. Dazu arbeitete sie als Choreografin. Das war keine Schauspielausbildung, aber es war Körperbewusstsein, Bühnenerfahrung und der Beweis, dass sie weiss, wie man Aufmerksamkeit in einem Raum hält.
Den Entschluss, Schauspielerin zu werden, traf sie nach eigenem Bekunden sehr früh. Kein rationaler Gedanke, einfach ein inneres Wissen, das blieb – und das sie nie wirklich infrage gestellt hat.
Mit 18 bewarb sie sich am Max-Reinhardt-Seminar. Absage. Heute lacht sie darüber: «Ich war aber auch richtig schlecht!» Ein Satz, den nicht viele sagen würden – schon gar nicht öffentlich. Statt aufzugeben, studierte sie ab 2006 Journalismus und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. Was sie mitnahm: eine Genauigkeit im Umgang mit Sprache und Aussagen, die man in Interviews mit ihr merkt.
2011 begann sie das Schauspielstudium an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, das sie 2015 abschloss. Schon 2010 – also vor dem offiziellen Abschluss – erhielt sie einen Platz im Junge Burg Ensemble am Wiener Burgtheater. Das ist keine Routineangelegenheit. Das ist ein Signal.
Verena Altenberger
Karriere
Im Spieljahr 2010/11 stand Altenberger im Junge Burg Ensemble am Burgtheater, unter anderem in «Alice im Wunderland» und «Tricky Love – Tristan und Isolde». Ensemble-Arbeit am bedeutendsten Theater Österreichs – kein schlechter Einstieg für jemanden, der noch mitten im Studium steckte.
Parallel begann die Fernseharbeit. In der ORF-Serie «CopStories» spielte sie von 2013 bis 2018 in 15 Episoden die Rolle der Chantal. Eine wiederkehrende Rolle, kontinuierliche TV-Präsenz, ein österreichisches Stammpublikum. Genau das, was man in dieser Phase braucht.
2015 folgte ein erster Kontakt mit internationalem Produktionsniveau: in «Mission: Impossible – Rogue Nation» ist sie kurz als Assistentin der Direktorin der Wiener Staatsoper zu sehen. Keine grosse Rolle – aber ein Fingerzeig, in welche Richtung die Reise geht.
Mit einer Nebenrolle im Thriller «Die Hölle» von Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky zog Altenberger 2016 erstmals breitere Filmaufmerksamkeit auf sich. Die Hauptrollen hatten Violetta Schurawlow und Tobias Moretti – Altenberger spielte die Figur Ranya. Ein Thriller, der österreichische Kritiker aufhorchen liess und international auf Festivals lief. Und der zeigt, dass Altenberger auch in einem stark besetzten Ensemble nicht untergeht.
2017 veränderte sich alles. In «Die beste aller Welten» unter Regie von Adrian Goiginger spielte sie Helga – eine heroinabhängige Mutter, die ihren kleinen Sohn in den Wirren ihrer Sucht grosszieht. Der Film basiert auf der Autobiografie des Regisseurs selbst, was erklärt, warum er so anders klingt als die meisten sozialen Dramen: nicht anklagend, nicht moralisierend, sondern erschütternd nah. Altenberger trägt das auf sich allein.

DIE BESTE ALLER WELTEN | Trailer
Die Berlinale-Weltpremiere 2017 war der Auftakt einer langen Festivalreise. Österreich reichte den Film für den Oscar als bester internationaler Film ein. Altenberger gewann den Österreichischen Filmpreis 2018 als beste Hauptdarstellerin, den Bayerischen Filmpreis 2018 als beste Nachwuchsdarstellerin, den Preis als Beste Schauspielerin beim Internationalen Filmfestival Moskau 2017 und beim Riverside International Film Festival 2018. Eine Häufung, die selten ist. Und die zeigt, dass dieser Durchbruch kein Zufall war.
Kurz danach begann «Magda macht das schon!» – eine RTL-Komödie, in der sie Magda Wozniak spielt: eine polnische Altenpflegerin in Österreich, die im Familienchaos ihrer Arbeitgeber versinkt und dabei die einzige mit Überblick ist. 46 Episoden von 2017 bis 2020. Der Deutsche Fernsehpreis 2018 folgte. Das war die Rolle, die ihr das grosse Fernsehpublikum brachte – in Österreich und Deutschland gleichermassen.

Magda macht das schon! - Die Sitcom bei RTL
Festivalkino auf der einen Seite, RTL-Quotenhit auf der anderen. Diese Kombination hinzubekommen, ohne dass eine der beiden Welten die andere untergräbt, ist eine Leistung für sich. Altenberger hat es geschafft, ohne sich zu verbiegen.
2019 übernahm Altenberger die Rolle der Polizeioberkommissarin Elisabeth «Bessie» Eyckhoff im Münchner «Polizeiruf 110». Sechs Episoden bis 2023, darunter «Die Lüge, die wir Zukunft nennen», «Bis Mitternacht», «Das Licht, das die Toten sehen» und «Paranoia». Die Debütepisode wurde für den Grimme-Preis 2020 nominiert. Bessie Eyckhoff ist kein Seriendetektiv von der Stange. Die Figur ist störrisch, vielschichtig, trägt ein Innenleben mit sich, das sich nicht in einer Folge erklärt. Wer die Reihe kennt, weiss, dass der Münchner «Polizeiruf» zu den anspruchsvolleren ARD-Krimis zählt – kein Unterhaltungsformat, das auf leichten Konsum ausgerichtet ist. Altenberger passte dort präzise.

Polizeiruf110 - Bis Mitternacht / TRAILER
2021 und 2022 spielte Altenberger die Buhlschaft im «Jedermann» der Salzburger Festspiele. Die Aufführung existiert seit 1920, sie ist die älteste und bekannteste Freilichtinszenierung Österreichs – und die Buhlschaft ist jene Figur, die für Liebe und Vergänglichkeit gleichzeitig steht. Sinnlichkeit, Zärtlichkeit, und dann das Ende. Ihr Bühnenpartner war Lars Eidinger als Jedermann. Ihre gemeinsame Chemie zog enthusiastische Kritiken auf sich.
Für Altenberger hatte die Rolle persönlichen Klang. Sie ist in Salzburg aufgewachsen, hat dort als Kind die Festspiele als etwas Fernes erlebt. Auf dieser Bühne zu stehen, war keine Dienstreise. Das war Heimkehr.

“Neue Salzburger Buhlschaft” - Interview mit Verena Altenberger
2025 erschienen gleich mehrere Produktionen mit Altenberger in einer Dichte, die zeigt, wie gefragt sie im deutschsprachigen Film- und Fernsehmarkt gerade ist. Die ARD/ORF-Serie «Mozart/Mozart» – ein aufwendiges Historiendrama über Mozarts Schwester Nannerl – zeigte sie als Marie Antoinette in sechs Episoden. «Kein Tier. So Wild.» unter Regie von Burhan Qurbani feierte Weltpremiere auf der Berlinale 2025, «Sturm kommt auf» von Matti Geschonneck wurde für den Grimme-Preis nominiert. Dazu kamen «Acht» unter Regie von Marie Kreutzer, «Das Leben der Wünsche» mit Matthias Schweighöfer sowie «Das zweite Kind», «Im Rosengarten» und «Babystar!». Für 2026 ist sie in «Athos 2643» bestätigt.
Seit Februar 2025 ist Altenberger ausserdem offizielle Unterstützerin des UN World Food Programme – ein Engagement, das zeigt, dass sie ihre Öffentlichkeit auch abseits der Kamera nutzt.
2026 geht sie auf Theaterlese-Tour: «Den Göttern in die Seele blicken» – eine dramatisierte Lesung mit Musik, ursprünglich für das Burgtheater entwickelt, gemeinsam mit Mavie Hörbiger und Pianistin Clara Frühstück. Dazu kommen Lesungen von Isabel Allendes «Das Geisterhaus» und Stefan Zweigs «Brief einer Unbekannten». Altenberger ist also nicht nur auf der Kinoleinwand und im Fernsehen präsent – sie ist auch auf der Bühne und im Lesesaal.
Filmografie
Titel | Rolle | Jahr |
|---|---|---|
Athos 2643 | – | 2027 |
Mozart/Mozart | Marie Antoinette | 2025 |
Kein Tier. So Wild. | Elisabet York | 2025 |
Sturm kommt auf | Elies Heingeiger | 2025 |
Landkrimi – Acht | Sandra Wolf | 2025 |
Das Leben der Wünsche | Paula | 2025 |
Im Rosengarten | Fee | 2024 |
Babystar! | AI CEO | 2025 |
BACH – Ein Weihnachtswunder | Anna Magdalena Bach | 2024 |
Kafka | Nebenrolle | 2024 |
Märzengrund | Moid | 2022 |
Gesicht der Erinnerung | Christina | 2022 |
Riesending – Jede Stunde zählt | Birgit Eberharter | 2022 |
Wild Republic | Rebecca | 2021 |
M – Eine Stadt sucht einen Mörder | Mutter Elsie | 2018 |
Polizeiruf 110 | Elisabeth Eyckhoff | 2019-2023 |
Magda macht das schon! | Magda Wozniak | 2017–2021 |
Die beste aller Welten | Helga | 2017 |
Die Hölle | Ranya (Nebenrolle) | 2017 |
Mission: Impossible – Rogue Nation | Assistentin | 2014 |
CopStories | Chantal | 2013–2018 |
Bekannte Rollen von Verena Altenberger
Persönliches Leben
Verena Altenberger spricht grundsätzlich nicht über ihr Privatleben. Das ist keine Abwehrgeste, sondern eine Haltung, die sie konsequent und ohne Entschuldigungen vertritt. Im November 2025 sagte sie bei «Frühstück bei mir» auf Ö3:
Wenn sich zwei Menschen lieben, dann müssen es genau diese zwei Menschen wissen. Ob andere davon wissen, macht die Liebe weder größer noch kleiner. Ich möchte einen Teil haben, der nur für mich ist und habe kein Bedürfnis nach Öffentlichkeit in diesem Bereich.
Seit 2023 berichtete die österreichische Presse wiederholt über eine mögliche Beziehung mit dem ehemaligen Bundeskanzler Christian Kern. Beide haben sich dazu nie geäussert. Als sie im Dezember 2025 erneut gefragt wurde, antwortete Altenberger trocken: «Dann hätte ich ja Beziehungen zu sehr vielen Menschen.» Das ist kein Ausweichen – das ist eine Antwort.
Auszeichnungen
Auszeichnung | Jahr | Kontext |
|---|---|---|
Beste Schauspielerin, Moskau IFF | 2017 | Für «Die beste aller Welten» |
Österreichischer Filmpreis – Beste Hauptdarstellerin | 2018 | Für «Die beste aller Welten» |
Bayerischer Filmpreis – Beste Nachwuchsdarstellerin | 2018 | Für «Die beste aller Welten» |
Beste Schauspielerin, Riverside International Film Festival | 2018 | Für «Die beste aller Welten» |
Deutscher Fernsehpreis | 2018 | Für «Magda macht das schon!» (RTL) |
Grimme-Preis-Nominierung | 2020 | Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen |
Verena Altenberger
Soziale Medien
Interessante Fakten
- Altenberger war in der Jugend Leistungsturnerin und über drei Jahre als Tänzerin bei den Salzburger Festspielen engagiert. Körperbewusstsein ist bei ihr also kein Zufallsprodukt, sondern etwas, das von früh an trainiert wurde.
- Sie ist seit 2021 gemeinsam mit Regisseur Arash T. Riahi Präsidentin der Akademie des Österreichischen Films. Ein Amt jenseits des Schauspiels – und ein Zeichen, dass sie die österreichische Filmbranche als Ganzes im Blick hat.
- «Die Hölle» und «Die beste aller Welten» erschienen im Abstand von einem Jahr. Wer nicht genau hinschaut, glaubt, der Durchbruch kam plötzlich. Tatsächlich war er das Ergebnis von über einem Jahrzehnt konsequenter Arbeit – beginnend mit einer Absage vom Max-Reinhardt-Seminar. Wenn Altenberger heute lacht und sagt, sie sei damals «richtig schlecht» gewesen, dann ist das keine falsche Bescheidenheit. Das ist Selbstwahrnehmung, die offenbar gut funktioniert hat.
FAQ
Für welche Rolle wurde Verena Altenberger bekannt?
Der Durchbruch kam 2017 mit «Die beste aller Welten» – als heroinabhängige Mutter Helga in Adrian Goigingers autobiografischem Drama. Österreichischer Filmpreis, Bayerischer Filmpreis, Best Actress in Moskau. Der Film lief auf der Berlinale und wurde von Österreich für den Oscar eingereicht. Einem breiteren TV-Publikum bekannt wurde sie parallel durch «Magda macht das schon!» auf RTL – 46 Episoden als polnische Altenpflegerin.
Was ist die Buhlschaft – und in welchen Jahren spielte Altenberger sie?
Die Buhlschaft ist die weibliche Hauptrolle im «Jedermann» der Salzburger Festspiele – die Geliebte des reichen Mannes, der dem Tod begegnet. Die Figur steht für Sinnlichkeit und für das, was bleibt, wenn alles andere weg ist. Altenberger spielte sie 2021 und 2022 an der Seite von Lars Eidinger als Jedermann.
Welche neuen Rollen spielte Altenberger 2025 und 2026?
2025 erschienen «Mozart/Mozart» als Marie Antoinette, «Kein Tier. So Wild.» mit Berlinale-Weltpremiere, «Sturm kommt auf» mit Grimme-Nominierung, «Acht» unter Regie von Marie Kreutzer sowie mehrere weitere Film- und TV-Produktionen. 2026 folgt «Athos 2643» im Kino und eine Theaterlese-Tour durch Österreich und Deutschland.
Wie geht Altenberger mit Fragen zu ihrem Privatleben um?
Mit einer klaren, ruhigen Haltung. Sie kommentiert ihr Privatleben nicht und erklärt das direkt und ohne Umschweife. Auf Spekulationen reagiert sie mit einem trockenen Einzeiler und lässt das Thema dann stehen. Das funktioniert.
Welche Rolle hält Altenberger selbst für ihre interessanteste?
Eine direkte Aussage liegt öffentlich nicht vor. Aus Interviews geht hervor, dass «Die beste aller Welten» eine der intensivsten Erfahrungen war – emotional und handwerklich. Die Jedermann-Auftritte in Salzburg beschreibt sie als besonders persönlich bedeutsam: weil sie in Salzburg aufgewachsen ist, und weil diese Bühne für sie mehr bedeutete als jede andere.







