Ars Electronica Festival
In Österreich gibt es kein zweites Festival dieser Art. Fünf Tage lang wird Linz zum Labor für das, was auf uns zukommt. Kein braver Museumsrundgang, sondern eine ganze Stadt voller Installationen, Performances und Debatten, wo Medienkunst, künstliche Intelligenz, Bio-Art und digitale Musik aufeinanderprallen. Man steht in einer Kirche vor einer Klanginstallation, steigt hinunter in eine Krypta, taucht im Deep Space 8K in achtfache Auflösung ein. Und wenn es dunkel wird, spielt die Nightline, während über der Donau die Drohnen aufsteigen.
Das Ganze gibt es seit 1979, und Jahr für Jahr kommen rund 100.000 Menschen nach Linz. Für 2026 stehen die Eckdaten fest. Vom 9. bis 13. September dreht sich alles um das Thema «Future Begins». Dazu kommt eine Neuerung, die man schwer überschätzen kann: nach Jahren in der POSTCITY erfindet sich das Festival neu und zieht mitten in die Innenstadt. Was das heisst und wie du deinen Besuch am besten planst, klären wir hier.
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Name | Ars Electronica Festival |
|---|---|
Untertitel | Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft |
Stadt | Linz, Oberösterreich, Österreich |
Veranstalter | Ars Electronica Linz GmbH & Co KG |
Gegründet | 1979 (erstes Festival am 18. September 1979) |
Rhythmus | jährlich im September (zunächst zweijährlich, jährlich seit 1986) |
Thema 2026 | «Future Begins» / «Zukunft beginnt», Untertitel «Negotiating Humanity» |
Termin 2026 | 9. bis 13. September 2026 (Mittwoch bis Sonntag) |
Format 2026 | dezentral in der Innenstadt; drei grosse Hubs + rund 20 Locations |
Haupt-Hub 2026 | OK QUARTER (Ticketschalter am OK Square) |
Besucher | rund 100.000 pro Jahr |
Künstlerischer Leiter | Gerfried Stocker |
Hauptpreis | Prix Ars Electronica (seit 1987), Hauptpreis Golden Nica |
Museum (ganzjährig) | Ars Electronica Center (eröffnet 1996) |
Website |
Ars Electronica Festival
Geschichte und Konzept
Die Ursprünge liegen im Jahr 1979. Ars Electronica startete in Linz als Teil des Internationalen Brucknerfests. Das erste Festival öffnete am 18. September 1979 mit der Linzer Klangwolke, und rund 100.000 Menschen strömten in den Donaupark. Dahinter standen mehrere Köpfe: Hannes Leopoldseder, damals Direktor des ORF-Landesstudios Oberösterreich, der Elektronikmusiker Hubert Bognermayr, dazu Herbert W. Franke und Ulrich Rützel. Anfangs lief das Festival alle zwei Jahre, seit 1986 jedes Jahr.
Aus dem Festival ist über die Jahrzehnte viel mehr geworden. Ars Electronica versteht sich heute als kreatives Ökosystem aus mehreren Teilen, die sich gegenseitig befeuern. Da ist das Festival selbst, dazu der Wettbewerb Prix Ars Electronica, das Museum Ars Electronica Center mit dem Forschungslabor Futurelab, und schliesslich Ars Electronica Solutions. Das Center öffnete 1996 und wurde 2009 umgebaut. Sein Markenzeichen ist der Deep Space 8K, ein Raum, in dem Bilder in einer Schärfe über Wände und Boden laufen, die man sonst kaum zu sehen bekommt. Die künstlerische Leitung hat seit 1995 Gerfried Stocker, der die Organisation seit 2014 zusammen mit dem kaufmännischen Direktor führt.
Ein eigenes Kapitel ist der Prix Ars Electronica. 1987 gegründet, ist er der älteste und renommierteste Medienkunstpreis der Welt. Eine internationale Fachjury wählt die Gewinner aus, die dann die begehrte Golden Nica samt Preisgeld bekommen und prominent auf dem Festival gezeigt werden. Ein paar Namen aus dem Archiv sagen mehr als jede Beschreibung. Die erste Golden Nica für Computeranimation ging 1987 an «Luxo Jr.» von John Lasseter, dem späteren Pixar-Kopf. Peter Gabriel wurde für den kreativen Umgang mit neuer Technik in der Musik geehrt. Und 2004 bekam ausgerechnet die Wikipedia eine Golden Nica in der Kategorie «Digital Communities». Zu den heutigen Kategorien zählen unter anderem Computer Animation, Interactive Art+, Digital Communities, Artificial Intelligence & Life Art und u19 – CREATE YOUR WORLD.
Der rote Faden hinter allem: Technik wird hier nicht um der Technik willen gezeigt. Es geht um die Frage, wie KI, Robotik, VR oder Biotech einem Fortschritt dienen können, der sozial und ökologisch aufgeht. Dass gerade Linz zum Schauplatz wurde, passt gut zusammen. Die Industriestadt an der Donau ist zugleich Universitätsstadt und heute UNESCO City of Media Arts, und das Festival ist genau aus diesem Boden gewachsen.

Ars Electronica Festival 2025 - Recap
Ars Electronica Festival 2026
Jetzt zum aktuellen Jahr. Das Festival läuft von Mittwoch, 9., bis Sonntag, 13. September 2026, also fünf Tage. Das Jahresthema heisst «Future Begins» oder «Zukunft beginnt», mit dem Untertitel «Negotiating Humanity». Im Kern geht es um eine Standortbestimmung und die Frage, was es heute überhaupt bedeutet, Mensch zu sein. Die Zukunft, so die Idee dahinter, ist kein Zeitraum, sondern ein Raum voller Möglichkeiten. Und das Festival fragt gleich nach: Wessen Zukunft eigentlich, und welche Möglichkeiten sind gemeint? Der Zeitpunkt hat auch symbolisches Gewicht. Es ist die 47. Ausgabe, und das Ars Electronica Center feiert seinen 30. Geburtstag.
Die grösste Neuerung betrifft den Ort. Jahrelang war die POSTCITY, das alte Postverteilzentrum am Hauptbahnhof, das Herz des Festivals. Nach diesen Jahren und drei Gastspielen auf dem Campus der Johannes Kepler Universität macht Ars Electronica jetzt erstmals die Innenstadt zur Hauptbühne. Keine einzelne zentrale Location mehr, sondern ein dezentrales Modell.
Rund zwanzig Orte werden bespielt, und drei grosse Hubs laden zu Ausstellungen, Performances, Screenings, Symposien und Workshops. Der zentrale Hub ist das OK QUARTER. Hier laufen die Hauptthemenausstellung und die Symposien, hier steht der Ticketschalter am OK Square, und hier starten und enden auch die Führungen. Laut Medienberichten sollen unter anderem das Ars Electronica Center, das Lentos Kunstmuseum, die Tabakfabrik und mehrere Innenstadtplätze dazukommen, dazu die Ursulinenkirche und die Krypta der Karmelitenkirche als Teil des kuratierten Stadtrundgangs. Den genauen Plan sollte man vor dem Besuch aber auf ars.electronica.art abgleichen, weil sich hier noch etwas ändern kann.

Veranstaltungsorte des Ars Electronica Festivals 2026
Was erwartet dich vor Ort? Ein dichtes Programm, im besten Sinne. Die Themenausstellung ist als kuratierter Stadtspaziergang angelegt, vom OK Square über die Ursulinenkirche bis in die Krypta der Karmelitenkirche. Dazu Installationen, Performances, Konzerte und die abendliche Nightline, dazu Screenings, Symposien, Workshops und geführte Touren. Fixpunkt in jedem Jahr ist die CyberArts-Ausstellung mit den Siegerprojekten des Prix Ars Electronica und der Verleihung der Golden Nica. Inhaltlich kreist das Ganze um künstliche Intelligenz, Bio-Art, Klimakrise und die Frage, was die Digitalisierung mit der Demokratie macht. Wie das konkret aussieht, zeigten Projekte der letzten Jahre wie MycoGravity oder die grossformatigen Arbeiten im Deep Space 8K, die einen kurz vergessen lassen, dass man in einer Industriestadt steht.
Ein ehrliches Wort zum Stand der Dinge. Ars Electronica veröffentlicht das Programm nach und nach, von März bis Mitte August, die Pressekonferenz mit den Highlights folgt Ende August. Das ausführliche Programm kommt laut Pressebüro Ende Mai 2026. Wer also die genauen Namen, Werke und Zeiten braucht, schaut am besten kurz vor dem Besuch auf die offizielle Seite.

Ars Electronica Festival 2026: Zukunft beginnt
Praktische Informationen
Der Online-Verkauf läuft bereits auf der offiziellen Website des Festivals, vor Ort ist der Kauf vom 9. bis 13. September am INFODESK im OK QUARTER oder im Ars Electronica Center möglich. Das Online-Ticket wird an einem der INFODESKS gegen ein Badge getauscht, und zwar in einem der drei Festivalhubs 2026: OK QUARTER, DANUBE TRIANGLE oder MED CAMPUS.
Bei den Pässen gibt es mehrere Optionen. Der FESTIVALPASS+ für alle fünf Tage kostet 230 Euro, ermässigt 145 Euro, ist limitiert und enthält als Einziger die Big Concert Night. Der reguläre FESTIVALPASS für fünf Tage liegt bei 180 Euro, ermässigt 115 Euro, inklusive Ars Electronica Nightline am Freitag. Für einen einzelnen Tag gibt es den DAY PASS um 65 Euro, ermässigt 44 Euro, und für den kuratierten Stadtrundgang FESTIVAL WALK durch die Innenstadt reichen 14 Euro, ermässigt 12 Euro.
Für Familien wird es günstig. Kinder bis einschliesslich 5 Jahre kommen gratis rein, für alle von 6 bis 19 gibt es den FESTIVALPASS u19 für fünf Tage um nur 19 statt 180 Euro, und das Kinder- und Jugendfestival create your world am MED CAMPUS ist ganz ohne Ticket zugänglich.
Praktisch für die Anreise: in allen Fünf-Tages-Pässen und im DAY PASS steckt ein Ticket für die LINZ AG LINIEN in der Kernzone, während des Festivals fährt man also gratis mit Bus und Bim. Ermässigung gibt es unter anderem für Schüler, Lehrlinge, Studierende bis 26, Senioren ab 65, Ö1-Club-Mitglieder und Inhaber der OÖ Familienkarte. Die geführten Touren im Rahmen von WE GUIDE YOU sind nicht im Passpreis enthalten, kosten mit Pass aber nur 6 statt 16 Euro Aufpreis und sind ab Mitte August buchbar. Die restlichen Programmdetails und die Anmeldung für einzelne Workshops und Deep-Space-8K-Slots stehen ebenfalls ab Mitte August auf ars.electronica.art.
Die Anreise ist unkompliziert. Linz liegt an der Hauptbahnstrecke zwischen Wien und Salzburg, der Hauptbahnhof wird vom ÖBB Railjet bedient. Verbindungen findest du auf oebb.at. Hier zahlt sich das neue Format aus: weil die Locations 2026 in der Innenstadt liegen, lässt sich das meiste zu Fuss machen. Wer doch weiter muss, nimmt die Straßenbahn der Linz Linien. Wer mit dem Auto anreist, nutzt am besten die Parkhäuser in der Innenstadt oder einen P+R-Parkplatz, da das Zentrum während des Festivals stark besucht ist.
Ars Electronica Festival
Ein paar Tipps zur Planung. Da sich das Programm über die ganze Stadt verteilt, sollten mindestens ein voller Tag, besser zwei Tage, eingeplant werden. Am besten beginnt der Besuch im OK QUARTER, wo sich die Kasse und der Ausgangspunkt der Touren befinden. Gerade am Anfang lohnt sich eine geführte Tour zur Orientierung. Vorab empfiehlt sich ein Blick auf die Zeiten der Performances und der Nightline, denn die Abendveranstaltungen finden in einem eigenen Zeitfenster statt. Bequeme Schuhe sind empfehlenswert, da während des Besuchs viele Wege zu Fuss zurückgelegt werden. Für Familien mit Kindern gibt es Kinder- und Bildungsangebote wie u19 – CREATE YOUR WORLD sowie das Ars Electronica Center, das das ganze Jahr über geöffnet ist.
Und zum Zeitpunkt: das Festival findet immer im September statt, ein festes Fenster am Sommerende. Das Wetter in Linz ist dann meist mild, für den Abend gehört aber eine Jacke ins Gepäck, weil einige Events draussen und an der Donau laufen. Bei Regen keine Panik. Ein guter Teil der Installationen steht drinnen, in Kirchen, Museen und im Center, ein verregneter Tag ruiniert den Besuch also nicht.
Interessante Fakten
- Das Festival begann als Ableger eines Klassik-Events. Ars Electronica war ursprünglich Teil des Internationalen Brucknerfests und wurde erst später zur eigenständigen Grossveranstaltung.
- Schon der allererste Tag war ein Massenereignis. Zur Linzer Klangwolke 1979 kamen rund 100.000 Menschen in den Donaupark, eine Zahl, die das Festival bis heute Jahr für Jahr schafft.
- Ein Weltprojekt bekam hier seine Trophäe. 2004 wurde die Wikipedia mit einer Golden Nica ausgezeichnet, lange bevor sie zur Selbstverständlichkeit im Alltag wurde.
- Der Prix war von Anfang an ein Magnet. Gleich der erste Aufruf 1987 brachte 715 Einreichungen aus 15 Ländern.
- Ein früher Höhepunkt bleibt legendär. 1984 steuerte der japanische Musiker Isao Tomita sein «Universe» aus einer Glaspyramide, die an einem Kran 30 Meter über der Donau hing, mit Lautsprechern auf Booten und einem Hubschrauber über dem Publikum. Solche Bilder erklären, warum das Festival zur Kulturvisitenkarte von Linz geworden ist.
Ars Electronica Festival
Soziale Medien
FAQ
Was ist das Ars Electronica Festival?
Ein internationales Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft in Linz. Fünf Tage lang zeigt es Medienkunst, Ausstellungen, Performances, Konzerte und Symposien rund um die Frage, wie neue Technologien unsere Zukunft verändern.
Was ist das Thema des Ars Electronica Festivals 2026?
«Future Begins» beziehungsweise «Zukunft beginnt», mit dem Untertitel «Negotiating Humanity». Im Zentrum steht die Frage, was es heute bedeutet, Mensch zu sein.
Was ist neu am Festival 2026 im Vergleich zu den Vorjahren?
Nach Jahren in der POSTCITY zieht das Festival erstmals in die Innenstadt. Statt einer zentralen Location bespielen drei grosse Hubs und weitere Orte das Stadtzentrum.
Seit wann gibt es das Ars Electronica Festival?
Seit 1979, eröffnet mit der Linzer Klangwolke. Seit 1986 findet es jedes Jahr statt.
Was kann man auf dem Festival sehen und erleben?
Ausstellungen, Installationen, Performances, Screenings, Konzerte samt Nightline, Symposien und Workshops. Dazu die Siegerprojekte des Prix Ars Electronica mit der Verleihung der Golden Nica.
Ist das Ars Electronica Festival für Familien und Kinder geeignet?
Ja. Es gibt Kinder- und Bildungsformate wie u19 – CREATE YOUR WORLD, dazu das ganzjährig geöffnete Ars Electronica Center. Vieles läuft drinnen, was den Besuch auch bei Regen entspannt macht.







