Fuzzstock Bergfestival
Ende August wird es am Fuße der Petzen in Südkärnten vier Tage lang laut. Das Fuzzstock Bergfestival läuft 2026 von 27. bis 30. August. Wer alternative Musik mag, hält sich das Wochenende besser frei. Kein Mega-Event mit Sponsorenmeile, sondern ein Fest am Berg, das ganz bewusst anders tickt.
Die Idee dahinter ist schnell erzählt: ein Woodstock in den Kärntner Bergen. Genau das schwebte Herwig Zamernik vor, den alle als Fuzzman kennen, und genau das kuratiert er bis heute selbst. Im Line-up stehen deshalb keine austauschbaren Mainstream-Headliner, sondern Namen aus der österreichischen und deutschen Indie-, Punk- und Hip-Hop-Szene. Leute, die Fuzzman schätzt und meistens auch kennt.
Dazu kommt eine Atmosphäre, die man auf großen Openairs vergeblich sucht: heimelig, naturverbunden, persönlich. Ein erklärter Gegenentwurf zu seelenlosen Mega-Events. Und ein Rahmenprogramm, das weit über Konzerte hinausgeht, mit musikalischen Bergwanderungen, Lesungen und Kabarett. Wo sonst wandert man am Vormittag mit der Band, die abends auf der Bühne steht?
Name | Fuzzstock Bergfestival |
|---|---|
Motto 2026 | SONNE.ALMEN.LIEBE.BLUMEN |
Termin 2026 | 27. bis 30. August 2026 (vier Tage) |
Ort | Auf der Petzen, Unterort, 9143 Feistritz ob Bleiburg, Kärnten |
Kurator & Gründer | Herwig «Fuzzman» Zamernik |
Gegründet | 2019, zunächst am Klippitztörl |
Umzug auf die Petzen | 2023 |
Genres | Alternative, Indie, Punk, Hip-Hop, Austropop abseits des Mainstreams |
Eintritt | 27. und 30. August gratis; 28. und 29. August mit Ticket |
Camping | direkt beim Festivalgelände |
Nächster Bahnhof | Bleiburg Bahnhof (in Ebersdorf) |
Offizielle Website |
Fuzzstock Bergfestival
Geschichte
Am Anfang stand ein Musiker mit einer fixen Idee. Herwig Zamernik, besser bekannt als Fuzzman, spielt bei Fuzzman, Naked Lunch und Disharmonic Orchestra, produziert in seinem Wiener Studio Fuzzroom andere Künstlerinnen und Künstler und geht nebenbei leidenschaftlich in die Berge. Ein Woodstock in den Kärntner Bergen wollte er schon länger auf die Beine stellen. Also klapperte er mögliche Locations ab, landete am Klippitztörl und traf dort Georg Hochegger, den Leiter der Klippitztörl Touristik. Die beiden waren sofort auf einer Wellenlänge. Partner gefunden.
Premiere feierte das Fuzzstock im September 2019, am 6. und 7., damals noch zweitägig am Klippitztörl. Über 700 Gäste kamen, 18 Formationen spielten, darunter Der Nino aus Wien und Voodoo Jürgens. Schon damals stand das Konzept, das bis heute trägt: die Bühne stellten sie vor dem Kinderski-Center auf und richteten sie gegen den Hang aus. So entsteht ein natürliches Amphitheater, in dem man entweder direkt vor der Bühne steht oder sich in die Wiese am ansteigenden Hang setzt. Simpel, aber es funktioniert. Wer schon mal in der zweiten Reihe nur Hinterköpfe gesehen hat, weiß so ein Gefälle zu schätzen.
Die Grundidee ging von Anfang an über Musik hinaus. Das Festival sollte das Ländliche mit dem Urbanen verbinden und ein Fest von, mit und für Freunde des Fuzzmans werden. Alle Bands, alle Lesungen, das gesamte Programm baut sich um ihn herum auf. Auch die lokale Touristik und Gastronomie sollten etwas davon haben, nicht nur die Gäste.
Organisiert hat das Ganze ein Verein, und die Namensliste zeigt, dass hier keine Amateure am Werk waren. Neben Zamernik gehören Musikmanager Stefan Redelsteiner, Georg Hochegger, Christoph Wölkart und Raphael Pleschounig dazu, letzterer Hauptorganisator des Acoustic Lakeside Festivals. Redelsteiner programmiert das Künstler-Line-up mit, Hochegger bringt Ortskenntnis und die Verbindung zur Region ein.
Dann kam Corona. In den beiden folgenden Jahren gab es eine abgespeckte Variante, ein Jahr fiel ganz aus. Fuzzman ließ sich nicht beirren und lud stattdessen zu einer Wanderung vom Alpengasthof Hochegger zur Hohenwarthütte ein. Ein Festival auf Wanderformat zusammenschrumpfen und trotzdem stattfinden lassen, das muss man erst mal wollen. Dass die Nachfrage trotzdem wuchs, zeigte sich 2021 deutlich: die limitierten «Early Murmale»-Tickets zu 44 Euro waren nach drei Tagen weg, der reguläre Festivalpass kostete damals 55 Euro.
2023 zog das Festival um, hinunter an den Fuß der Petzen. Die Gründe erklärte Zamernik offen: Am Klippitztörl war man strukturell an die Grenzen gestoßen, vor allem wegen der begrenzten Übernachtungsmöglichkeiten in direkter Reichweite. Weil das Publikum zu 90 Prozent aus anderen Bundesländern anreist, ist das kein Detail, sondern entscheidend. Dazu kommt das Wetter: Die Petzen liegt fast 800 Höhenmeter tiefer, die Kapriolen fallen also weniger extrem aus. Das Bergfeeling blieb trotzdem, denn mit der Gondel ist man schnell ganz oben, und ringsum gibt es Wald- und Almhütten in allen Lagen.

FUZZSTOCK BERGFESTIVAL 2023 After Movie
Wir freuen uns sehr, auf der Petzen ein neues Zuhause gefunden zu haben, sagte Zamernik dazu.
Seither hat sich das Fuzzstock zu einem der außergewöhnlichsten Musikfestivals Österreichs gemausert. Was es besonders macht, lässt sich festmachen. Fuzzman und sein Team stellen das Programm rund um Menschen zusammen, die er persönlich kennt. Nachhaltigkeit ist kein Etikett: das Fuzzstock ist «Green Event»-Partner. Ein Maskottchen gibt es auch, es heißt «Murmale». Und weil das Wetter am Berg macht, was es will, dient ein Zelt mit Bühne seit jeher als Ausweichort, wenn es schüttet.
Wer über die Jahre schon gespielt hat, liest sich wie ein Querschnitt durch die heimische Alternative-Szene: Fuzzman & The Singin' Rebels, Voodoo Jürgens, Clara Luzia, Der Nino aus Wien, Buntspecht, Bipolar Feminin, Fritz Ostermayer, Pauls Jets, EsRap, Alicia Edelweiss, Kreisky, Robert Stadlober, Attwenger, Kreiml & Samurai, Chicks on Speed, Die Sterne, Oskar Haag, Stefanie Sargnagel, Steiner & Madlaina, Ansa Sauermann und Monobrother.
2025 lief das Festival von Donnerstag, 21., bis Sonntag, 24. August auf der Petzen, unter demselben Motto «Sonne, Almen, Liebe, Blumen». Musikalisch stachen International Music am Freitag und Tocotronic am Samstag heraus.

FUZZSTOCK BERGFESTIVAL 2025 After Movie
Fuzzstock Bergfestival 2026
2026 geht es von Donnerstag, 27., bis Sonntag, 30. August auf der Petzen weiter, wieder unter dem Motto «SONNE.ALMEN.LIEBE.BLUMEN». Vier Tage, und laut FALTER startet das Programm täglich gegen 14 Uhr. Jeder Tag hat seinen eigenen Charakter:
- Der Donnerstag, 27. August, ist die «Aufwärmung» mit mehreren Künstlerinnen und Künstlern, Eintritt frei.
- Am Freitag, 28. August, wird es ernst: VOODOO JÜRGENS & DIE ANSA PANIER und ENDLESS WELLNESS stehen auf der Bühne, dazu Harsh Response, Nothing Works und viele weitere.
- Der Samstag, 29. August, bringt FATONI und LARA HULO, außerdem Tristan Brusch, Das Schottische Prinzip, The Zew, Pfarre sowie Hektiks und Limited Options. Am selben Tag steigt die traditionelle Musikwanderung mit Fuzzman & The Singin' Rebels und Paul Sies.
- Den Abschluss macht am Sonntag, 30. August, ein Frühschoppen mit Fritz Ostermayer und Gästen, wieder gratis.
Das Line-up geht deutlich weiter als die großen Namen. Bestätigt sind laut offizieller Website außerdem GLUT, Blossom Pile, Bordërlane, Josefine und Bio Styla, dazu die DJs DJ Cantu, DJ Evil Yvi, DJ Tabak und DJ Gerry. Insgesamt stehen auf der offiziellen Website derzeit 24 Namen.
Ein paar Dinge machen die Ausgabe 2026 angenehm. Weil Donnerstag und Sonntag gratis sind, erlebt ihr das Festival auch ohne Ticket, was für ein Openair dieser Größenordnung selten ist. Der Festivalpass beinhaltet Camping direkt beim Festivalgelände. Kinder unter 14 Jahren kommen gratis rein. Und für Rollstuhlfahrerinnen, Rollstuhlfahrer und Begleitpersonen gibt es ein eigenes Angebot: Infos und Tickets holt ihr euch per Mail an [email protected].
Was euch vor Ort erwartet, lässt sich gut beschreiben, auch wenn kein offizieller Geländeplan existiert. Die Hauptbühne steht am Fuß des Berges, der ansteigende Hang dient als natürliche Zuschauerzone, und der Campingplatz liegt gleich daneben. Kurze Wege also, im wörtlichen Sinn. Wer zwischendurch Höhenluft will, nimmt die Gondel und ist schnell oben, rundherum warten Wälder und Almhütten.
Fuzzstock Bergfestival
Praktische Informationen
Beginnen wir bei den Tickets. Den Festivalpass gibt es über oeticket. Die Startpreise liegen laut vorliegenden Angaben bei rund 96 Euro. Das System ist simpel: am 27. und 30. August kommt ihr gratis rein, für den 28. und 29. August braucht ihr ein Ticket. Im Festivalpass steckt ein Camping- beziehungsweise Caravanplatz direkt beim Gelände. Achtung bei einer Sache: das Camping am Pirkdorfersee kostet extra und läuft separat. Weil sich Preise und Ticketarten ändern, lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf fuzzstock.at und oeticket.
Die Anreise ist unkomplizierter, als die Bergkulisse vermuten lässt. Fürs Navi lautet die Adresse Unterort, 9143 Feistritz ob Bleiburg, also die Petzen in Kärnten.
Mit dem Zug fahrt ihr bis Bleiburg Bahnhof, der liegt in Ebersdorf. Ob Shuttles fahren, checkt ihr am besten auf der Website oder den Social-Media-Kanälen des Festivals. Wer fliegt, landet am nächstgelegenen Flughafen Klagenfurt. Mit Auto oder Wohnmobil steuert ihr ebenfalls Unterort an, wobei ihr die Parkplatzsituation und die Stellplätze für Wohnmobile vorher offiziell abklären solltet. Bei manchen Festivals braucht es dafür ein eigenes Ticket.
Beim Schlafen habt ihr die Wahl. Im Festivalpass steckt das Camping beim Gelände, das ist die naheliegendste Variante. Wer lieber ein Bett will, findet auf der offiziellen Website eine ganze Reihe von Partnerunterkünften in der Region. Wer breiter suchen will, schaut in der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal. Und wenn ihr Hilfe braucht, meldet euch unter [email protected], die Veranstalter bieten das ausdrücklich an.
Noch ein paar Tipps aus der Praxis. Ihr seid am Berg, also packt für alle Wetterlagen, auch wenn die Petzen milder ausfällt als das Klippitztörl. Regnet es, dient das Zelt mit Bühne traditionell als Ausweichort, das Festival fällt deswegen nicht ins Wasser. Plant den Samstag so, dass die Musikwanderung reingeht, sie ist ein eigener Teil des Erlebnisses und nicht bloß Beiprogramm. Kinder nehmt ihr problemlos mit, unter 14 kostet es nichts, was auf einem Alternative-Festival alles andere als selbstverständlich ist. Und bucht die Unterkunft früh: genau der Mangel an Betten hat das Festival seinerzeit zum Umzug bewegt. Zu Regeln rund um Essen, Getränke oder verbotene Gegenstände gibt es offiziell nichts Veröffentlichtes, deshalb schaut vor der Anreise auf fuzzstock.at oder in die Social-Media-Kanäle.
Fuzzstock Bergfestival
Interessante Fakten
- Das Fuzzstock ist streng genommen ein Familienprojekt mit Zufallskomponente. Zamernik kannte das Klippitztörl nämlich schon, bevor er dort ein Festival plante: Seine Schwägerin hat dort eine Hütte, er war öfter zu Besuch. Ohne diese Besuche gäbe es das Festival vermutlich woanders oder gar nicht.
- Der Name des Maskottchens hat es sogar auf die Bühnen geschafft. In früheren Jahren hieß eine der Spielstätten «Murmale Bau», benannt nach dem Murmale, und dort spielten Acts abseits der Hauptbühne. Auch die vergünstigten Frühbucher-Tickets liefen unter dem Namen «Early Murmale».
- Die Einzugsgebiete standen von Anfang an fest: Graz und Klagenfurt, die zwei österreichischen Städte mit der höchsten Dichte an Fuzzman-Fans. Wienerinnen und Wiener wollte man gezielt mit Promo-Aktivitäten überzeugen, den Trip zu wagen. Dass heute 90 Prozent des Publikums aus anderen Bundesländern anreisen, zeigt, dass der Plan aufging.
- Bemerkenswert ist auch, wie konsequent das Festival beim Rahmenprogramm bleibt. Lesungen, Kabarett und Erlebniswanderungen gehörten von der ersten Ausgabe an dazu, nicht als schmückendes Beiwerk. Bei der Premiere 2019 führte die musikalische Bergwanderung mit dem Fuzzman zur Hohenwarthütte, wo oben Lesungen und Kabarett warteten.
Soziale Medien
FAQ
Was bedeutet der Name Fuzzstock?
Der Name setzt sich aus «Fuzzman», dem Künstlernamen von Gründer Herwig Zamernik, und «Woodstock» zusammen. Genau das war die Idee dahinter: ein Woodstock in den Kärntner Bergen.
Wer ist Fuzzman?
Hinter Fuzzman steckt Herwig Zamernik, Musiker bei Fuzzman, Naked Lunch und Disharmonic Orchestra, Produzent mit eigenem Studio Fuzzroom in Wien und leidenschaftlicher Bergsteiger. Er hat das Festival gegründet und kuratiert das Programm bis heute selbst.
Seit wann gibt es das Fuzzstock Bergfestival?
Seit 2019. Die Premiere lief am 6. und 7. September 2019 am Klippitztörl, damals mit über 700 Gästen und 18 Formationen. 2023 zog das Festival an den Fuß der Petzen um.
Was ist das Motto des Fuzzstock 2026?
«SONNE.ALMEN.LIEBE.BLUMEN». Unter demselben Motto lief bereits die Ausgabe 2025.
Ist Camping im Ticket inbegriffen?
Ja, der Festivalpass beinhaltet einen Camping- beziehungsweise Caravanplatz direkt beim Festivalgelände. Aufpassen müsst ihr beim Camping am Pirkdorfersee, das kostet extra und läuft separat.
Was ist die Musikwanderung beim Fuzzstock?
Eine Tradition des Festivals und Teil des Rahmenprogramms. 2026 steigt sie am Samstag, 29. August, mit Fuzzman & The Singin' Rebels und Paul Sies. Passend dazu, dass der Gründer selbst leidenschaftlicher Bergsteiger ist.
Welches Musikgenre spielt das Fuzzstock?
Der Schwerpunkt liegt auf Alternative, Indie, Punk, Hip-Hop und Austropop abseits des Mainstreams. Wer nur Chart-Musik sucht, ist hier falsch, wer die heimische und deutsche Alternative-Szene mag, genau richtig.







