Veranstaltungen

Erntedankfest Wien

von Anna-Maria Leitner

Inhaltsverzeichnis
Erntedankfest Wien

Einmal im Jahr wird der Wiener Heldenplatz zum größten Bauernhof des Landes. Das Erntedankfest Wien 2026, offiziell das ernte.dank.festival., holt Österreichs Land- und Forstwirtschaft mitten in die Hauptstadt. Größer ist kein Fest dieser Art im Land. 2026 steigt es am 12. und 13. September, und es ist erst die dritte Ausgabe. Premiere war 2024.

Die Idee ist schnell erzählt. Stadt und Land kommen sich für zwei Tage ganz nah. Man plaudert direkt mit den Bäuerinnen und Bauern, probiert sich durch die Regionen, schaut moderne Landmaschinen aus der Nähe an und darf sogar selbst melken. Kostenlos, wohlgemerkt. Wie man am besten hinkommt und was man sonst noch wissen sollte, steht weiter unten.

Festival

Erntedankfest Wien (ernte.dank.festival)

Termine 2026

12.–13. September 2026 (Samstag, Sonntag)

Öffnungszeiten

Samstag 10:00–22:00, Sonntag 10:00–18:00

Ort

Heldenplatz, 1010 Wien

Eintritt

frei

Gegründet

2024

Veranstalter

Ökosoziales Forum Österreich & Europa

Thema 2026

Internationales Jahr der Bäuerin

Website

erntedankfestival.at

Erntedankfest Wien (ernte.dank.festival)

ernte.dank.festival

Geschichte

So jung das Fest ist, so klar war von Anfang an, worum es geht. 2024 riefen das Ökosoziale Forum Österreich & Europa und die Jugendorganisation Landjugend Österreich das ernte.dank.festival. ins Leben. Die erste Ausgabe lief am 7. und 8. September 2024 am Heldenplatz und fiel mit dem 70-jährigen Bestehen der Landjugend zusammen. Das gab der Premiere gleich eine besondere Note. Den Bieranstich übernahm damals Bundeskanzler Karl Nehammer, den Erntesegen spendete Dompfarrer Toni Faber.

Der Grundgedanke: das alte Brauchtum des Erntedanks, früher vor allem am Land zu Hause, mitten in die Hauptstadt holen. Die Wienerinnen und Wiener sollen sehen, woher das Essen kommt und wie Landwirtschaft heute wirklich arbeitet. Hinter dem Fest steht das Ökosoziale Forum, ein Think-Tank, der sich seit über 70 Jahren mit Agrar- und Umweltthemen befasst. Präsident Stephan Pernkopf und Generalsekretär Hans Mayrhofer haben es von Beginn an mitgeprägt und fix in den Jahreskalender der Organisation eingebaut. Mayrhofer bringt es in einem Satz auf den Punkt:

Die Leute kämen kaum noch direkt zu den Bauern, also komme man eben in die Stadt und zeige die Menschen hinter dem Produkt.

Genau darum dreht sich alles. Eine Brücke zwischen Stadt und Land, ein direktes Gespräch mit den Produzentinnen und Produzenten, ein paar Fragen, ein Schmankerl zum Kosten. Und die Chance, selbst auszuprobieren, wie sich Holzsägen oder das Melken anfühlt. Schon 2025 legte das Fest zu. Die zweite Ausgabe lief am 6. und 7. September und brachte einiges mit: eine Schau moderner und historischer Landmaschinen, Trachtenschauen, den feierlichen Erntesegen samt Umzug und Auftritte von Krautschädl, Viera Blech, den Alpenlandler Musikanten und Brassaranka. Dazu das Wiener Heurigendorf, eine Ecke echter Wiener Heuriger mitten in der Stadt, aufgestellt von der Landwirtschaftskammer Wien.

Heute läuft das Fest nach einem eingespielten Muster. Am ersten Wochenende im September empfängt der Heldenplatz einen Bildungscampus mit Fachleuten aus Forst- und Landwirtschaft, eine Erlebniszone für Familien mit Kindern, einen Bauernmarkt und ein Musikprogramm, das Blasmusik mit moderneren Klängen mischt. Womit wir bei 2026 wären.

ernte.dank.festival - jährliches Fest der heimischen Landwirtschaft in Wien

ernte.dank.festival

Erntedankfest 2026

2026 steigt das Fest am 12. und 13. September, zum dritten Mal. Das große Thema gibt heuer die UNO vor: Sie hat 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin erklärt. Also rückt das Festival die Frauen in der Land- und Forstwirtschaft in den Mittelpunkt. Norbert Walter, Vorsitzender des Festkomitees und Präsident der Landwirtschaftskammer Wien, nennt das den roten Faden der heurigen Ausgabe. Sichtbar wird das an mehreren Stellen. Es gibt eine von den Bäuerinnen gestaltete Trachtenschau mit Trachten aus allen Bundesländern, einen Auftritt des Bäuerinnenchors Vorarlberg und ein eigenes Bäuerinnendorf der Arbeitsgemeinschaft Bäuerinnen Österreich, das in zehn Themenhütten zum Mitmachen und Ausprobieren einlädt.

Das Programm verteilt sich auf drei Bühnen: Hauptbühne, Feldbühne und Forstarena. Auf der Hauptbühne läuft das Herzstück der Musik. Der Samstag, 12. September, startet um 10:00 Uhr mit dem Musikverein Prellenkirchen, um 10:30 Uhr folgt die Eröffnung durch das Festkomitee. Danach spielen die Original Woodstock Musikanten, um 14:00 Uhr gibt es den Zwettler-Bieranstich, dann die Trachtenschau, den Bäuerinnenchor Vorarlberg und die Wüdara Musi. Am Abend heizen die Desperate Brasswives ein, ehe um 20:15 Uhr die Poxrucker Sisters aus dem Mühlviertel mit ihrem Dialektpop den Tag beschließen. Um 22:00 Uhr ist Schluss.

Der Sonntag, 13. September, beginnt auf der Feldbühne um 10:00 Uhr mit der Oldtimer-Traktorschau, während auf der Hauptbühne ab 10:30 Uhr die Alpenlandler Musikanten aufspielen. Um 12:00 Uhr feiert die Erntedank-Festmesse in der Domkirche St. Stephan, danach übernehmen die Kaiser Musikanten. Der feierliche Erntesegen mit anschließendem Umzug startet um 14:00 Uhr, ab 15:30 Uhr spielt Brassaranka, und um 18:00 Uhr klingt das Fest aus.

ernte.dank.festival - größtes Fest der österreichischen Land- und Forstwirtschaft

ernte.dank.festival

Jede Bühne hat ihren eigenen Charakter. Auf der Feldbühne dreht sich alles um die Technik, hier zeigt eine Landmaschinen-Schau, was moderne Geräte können, vom Mähdrescher bis zur digitalen Steuerung. Die Forstarena bringt echte Waldarbeit zum Zuschauen. Man sieht live, wie eine Sägekette gewechselt und ein Baum sauber entastet wird, und als Höhepunkt schnitzt eine Künstlerin vor Ort Tierfiguren aus Holz. Dazu kommen die Shows des Forstwettkampfvereins Österreich, Volkstanz und ein paar Fachtalks.

Auch abseits der Bühnen ist viel los. BIO AUSTRIA baut ein Bio-Dorf mit Mitmach-Stationen und Verkostungen auf. Im Weinviertler Winzerdorf schenken die Winzerinnen und Winzer aus Österreichs größtem Weinbaugebiet in zehn Hütten ihre besten Tropfen aus. Am Bäuerinnen- und Bauernmarkt gibt es frische, regionale Spezialitäten direkt von den Erzeugerinnen und Erzeugern, zum Kosten und zum Mitnehmen. Und im Bildungscampus erklären Fachleute von BOKU, Umweltbundesamt und Vetmeduni, was es mit Boden, Gemüse und moderner Technik auf sich hat.

Für Familien mit Kindern ist reichlich geboten. Es gibt Hüpfburgen, einen Trettraktor-Parcours, eine Malstation, Spiel- und Rätselecken und eine Melk-Attrappe, an der die Kleinen das Melken üben können. Ein besonderes Erlebnis ist die Raiffeisen-Sky-Gondel, die bis zu 40 Meter über das Gelände schwebt und den besten Blick aufs bunte Treiben bietet. Das volle Stundenprogramm mit allen Namen, Auftrittszeiten und dem Lageplan der Zelte steht auf der Website. Wer seinen Besuch am Heldenplatz plant, schaut am besten kurz vorher noch einmal auf erntedankfestival.at, weil sich einzelne Punkte bis zum Termin noch ändern können.

ernte.dank.festival - jährliches Erntefest mitten in Wien

ernte.dank.festival

Praktische Informationen

Am einfachsten kommt man mit den Öffis zum Heldenplatz. Mit der U-Bahn nimmt man die U1 bis Stephansplatz oder die U3 bis Herrengasse. Die Straßenbahnen D, 1, 2 und 71 halten an der Station Burgring, gleich neben dem Platz. Mit dem Bus geht der 1A bis Michaelerplatz, der 2A und 3A bis Heldenplatz/Stadiongasse, der 48A bis Dr.-Karl-Renner-Ring. Die Veranstalter empfehlen ausdrücklich die Öffis, denn rund um den Heldenplatz gibt es kaum Parkplätze, und die sind womöglich kostenpflichtig. Zu Fuß oder mit dem Rad kommt man ebenfalls gut hin.

Der Eintritt ist frei, anmelden muss sich niemand. Nur einzelne Workshops oder spezielle Programmpunkte können eine eigene Anmeldung oder einen Beitrag verlangen, das steht dann jeweils im Programm. Bei Haustieren gilt eine klare Empfehlung: Verboten sind Hunde und andere Tiere nicht, doch die Veranstalter raten ab. Der Lärm und das Gedränge setzen vielen Tieren zu und bedeuten unnötigen Stress.

Um Sicherheit und Wohlbefinden kümmert sich ein Awareness-Team, dessen Leute an gut sichtbaren Buttons zu erkennen sind. Das Kernteam trägt orange T-Shirts mit „Team“-Schriftzug am Rücken. Wer in eine unangenehme Situation gerät oder eine beobachtet, wendet sich an diese Leute oder ruft die Hotline der Veranstalter an. Belästigung, Übergriffe oder diskriminierende Sprüche werden am Fest nicht geduldet. Und noch ein Hinweis: während des Festes wird für Werbe- und Dokuzwecke fotografiert und gefilmt. Mit der Teilnahme ist man damit einverstanden.

Ein paar Tipps für einen entspannten Tag. Wer es ruhiger mag, kommt am Vormittag, wenn die Stände gerade öffnen. Für die volle Stimmung lohnt sich der Nachmittag und der frühe Abend, wenn die Bühnen laufen. Feste Schuhe sind eine gute Idee. Und weil das Fest bei jedem Wetter unter freiem Himmel läuft, hilft ein Blick auf die Vorhersage am Vorabend. Ende September kann es mild sein oder kühl, entsprechend zieht man sich an. Bargeld einzustecken schadet nicht, auch wenn viele Stände Karte nehmen. Wer den ganzen Tag bleiben will, muss sich ums Essen keine Gedanken machen. Von Schmankerln aus allen Bundesländern über Heumilch-Käse bis zum Wein aus dem Weinviertel ist alles da.

Wer im September ohnehin auf Festen unterwegs ist, sollte sich auch das Aufsteirern in Graz vormerken, das größte Volkskulturfest Österreichs.

ernte.dank.festival - jährliches Highlight am Wiener Heldenplatz

ernte.dank.festival

Interessante Fakten

  • Das ernte.dank.festival. ist das jüngste der großen Wiener Stadtfeste, Premiere war erst 2024. Und trotzdem bekam es gleich eine symbolische Verbindung mit auf den Weg, weil es mit dem 70-jährigen Bestehen der Landjugend Österreich zusammenfiel. Hinter dem Fest steht das Ökosoziale Forum, eine unabhängige Organisation, die selbst seit über sieben Jahrzehnten im Agrar- und Umweltbereich unterwegs ist. Das gibt dem Ganzen zusätzliches fachliches Gewicht.
  • Kaum irgendwo sonst kann man mitten in einer Hauptstadt eine Kuh „melken“ oder einen Trettraktor über einen Parcours steuern. Solche Sachen, die man sonst nur vom Land kennt, machen das Fest aus. Auch das Thema 2026 ist mehr als Deko. Die Entscheidung der UNO, das Jahr zum Internationalen Jahr der Bäuerin zu erklären, prägt das Wiener Fest ganz direkt, vom Bäuerinnendorf bis zur Trachtenschau der Bäuerinnen.
  • Und dann ist da noch das Wiener Heurigendorf, ein improvisiertes Weindorf am Heldenplatz. Dort verkostet man echte Wiener Heurige, ohne die Innenstadt zu verlassen. Eine seltene Mischung aus Stadt und Land an einem einzigen Ort.

Soziale Medien

FAQ

Wie viel kostet der Eintritt zum Erntedankfest Wien 2026?

Gar nichts. Der Eintritt ist frei, ein Ticket braucht man nicht. Kosten fallen höchstens für Essen, Getränke und Einkäufe an den Ständen an, dazu eventuell für einzelne Workshops.

Muss man sich vorher anmelden, um das Festival zu besuchen?

Nein. Als Besucher braucht man keine Anmeldung, man kommt einfach hin. Nur einzelne Workshops oder spezielle Programmpunkte können eine eigene Anmeldung oder einen Beitrag verlangen.

Was ist der Bildungscampus, und was bringt er den Besuchern?

Im Bildungscampus erklären Fachleute von Einrichtungen wie BOKU, Umweltbundesamt und Vetmeduni anschaulich, wie Boden, Gemüse, Wald und moderne Technik zusammenhängen. Für Besucher jeden Alters eine gute Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu verstehen, wie Land- und Forstwirtschaft heute arbeiten.

Gibt es Aktivitäten speziell für Kinder?

Ja, und einiges. Am Heldenplatz warten Hüpfburgen, ein Trettraktor-Parcours, eine Malstation, Spielecken und eine Melk-Attrappe, an der Kinder das Melken ausprobieren. Auch die Raiffeisen-Sky-Gondel bis 40 Meter Höhe ist ein Erlebnis. Das Fest ist ausdrücklich für Familien mit Kindern gedacht.

Was ist das Hauptthema 2026, und warum gerade das?

Das Thema 2026 ist das Internationale Jahr der Bäuerin. Der Grund liegt bei den Vereinten Nationen, die 2026 dazu erklärt haben. Deshalb stellt das Festival die Leistungen der Frauen in der Land- und Forstwirtschaft in den Vordergrund, unter anderem mit einem eigenen Bäuerinnendorf und einer Trachtenschau der Bäuerinnen.

Wer organisiert das Erntedankfest Wien, und was ist das Ziel dieser Organisation?

Veranstalter ist das Ökosoziale Forum Österreich & Europa, ein Think-Tank, der sich für eine ökosoziale Marktwirtschaft einsetzt, also für ein nachhaltiges Zusammenspiel von Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Mit dem Fest will die Organisation Stadt und Land näher zusammenbringen.

Was ist das Wiener Heurigendorf am Festival?

Das Wiener Heurigendorf ist ein improvisiertes Weindorf direkt am Heldenplatz, aufgestellt von der Landwirtschaftskammer Wien. Dort verkostet man echte Wiener Heurige und Weine, ohne die Innenstadt verlassen zu müssen.