Fankurve Ost für Fußball und Gesellschaft
Fankurve Ost – Fußball und Gesellschaft
Meine heutige Übersicht ist einer Sportinitiative gewidmet. Dieses Projekt nutzt die lebendige Fußballfankultur der Bundesliga, um Brücken nach Belarus, Russland und in die Ukraine zu bauen. Das Berliner NPO DRA e.V. betreibt ein Informationsportal über Fanszenen in Osteuropa und deren Austausch mit deutschen Fanszenen wie die Fanszene Lok, Fankurve 1966, den Fanclub Neckartal oder das erci Fanprojekt. Im Folgenden möchte ich über Entstehung, Meilensteine und Formate der Initiative sprechen.
Über das Projekt Fankurve Ost
Ich habe die wichtigsten Informationen zu diesem Projekt in der untenstehenden Tabelle zusammengefasst.
Name | Fankurve Ost |
|---|---|
Gründungsdatum | April 2014 |
Gründer | Ingo Petz und Peter Liesegang |
Hauptprojekte | Seminare „Fußball-Fankultur in der offenen Gesellschaft”, Workshops in Kooperation mit KOS, Filmreihe „Lasst uns über Fankultur sprechen” |
Adresse | DRA e.V, Sitz: Fankurve Ost, Badstraße 44, 13357 Berlin |
Telefon | |
Offizielle Website | |
Aktuelle Projektseite | |
Sponsor | Auswärtiges Amt https://www.auswaertiges-amt.de/ |
Organisator | dAch Projekte für die offene Gesellschaft https://dach-berlin.org |
Die Tätigkeit von Fankurve Ost
Das Projekt begann im Jahr 2014 mit Seminaren zur Fußball-Fankultur. Dabei konzentrierten sich die Aktivitäten von Anfang an auf den Austausch zwischen Deutschland und Osteuropa.
Im April 2014 organisierten Ingo Petz und Peter Liesegang das erste einwöchige Seminar. Dieses legte den Grundstein für das Schlagen von Brücken zwischen demokratischen Werten und postsowjetischem Raum durch Fußball.

Fankurve Ost
Die Projektgründer erklärten folgende Hauptziele:
- Förderung des deutschen Modells offener Fankultur in Belarus, Ukraine und Russland
- Vermittlung demokratischer Prozesse durch Fußball-Initiativen
- Förderung des Konzepts der offenen Gesellschaft in Osteuropa
- Aufbau eines Netzwerks zwischen Fan-Szenen, Medien und Projekten
- Monitoring gesellschaftspolitischer Themen im osteuropäischen Fußball
- Unterstützung von Bildungsprogrammen und Kooperationen
Methodisch verbindet das Projekt Bildungsarbeit, Medienanalyse und Netzwerkarbeit, um Fußball als niedrigschwelligen Zugang zu zivilgesellschaftlichen Themen zu nutzen. Gerade bekannte Spieler der Gegenwart wie Florian Neuhaus, Toni Kroos zeigen deutlich, wie stark Fußball die junge Zielgruppe beeinflusst.
Als Tätigkeitsschwerpunkte des Projekts lassen sich zunächst Seminare und Workshops in Berlin, Kiew und Synelnykove für Sport-Fans, Journalisten und Interessierte anführen, die sowohl im Offline- und Online-Format verfügbar sind. Nach einigen Jahren wurden diese ergänzt durch monatliche Newsletter zur Analyse des Fußballs in Osteuropa, Filme zur deutschen Fankultur, Reisen, Vorträge und Kontakte zu Clubs und Medien.
Fankurve Ost macht auch Medien für ein deutschsprachiges Publikum zugänglich. Experten fassen Berichte aus russischen, ukrainischen und belarussischen Medien und Blogs zusammen. Dank Seminar-Netzwerken kennt Fankurve Ost Fans, Journalisten und Fußball-Experten vor Ort. So werden auch Kontakte für Reportagen oder Projekte gern vermittelt.
Seminare
Die Seminare waren bildungsorientiert. Dabei diente Fußball-Fankultur, etwa ostdeutsche Fanszenen wie Lokomotive Leipzig, als Zugang zu Themen der offenen Gesellschaft und der Erinnerungskultur. Außerdem wurde aufgezeigt, dass Rivalitäten wie etwa zum Anstoß Deutschland-Ukraine im Fußball nicht zu Hass in der Gesellschaft führen müssen.
Diese Veranstaltungen wurden von der Initiative „Fankurve Ost” und der dahinterstehenden dAch gGmbH organisiert, häufig in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS), die unter anderem das Fanprojekt Rostock koordiniert. Zur Zielgruppe zählten vor allem Teilnehmende aus der Ukraine, Belarus und Russland, teilweise auch Deutschlehrerinnen aus Osteuropa.
Die Seminare vermittelten Einblicke in deutsche Fanarbeit, Sozialpädagogik im Fußball-Umfeld und den Umgang mit Geschichte, zum Beispiel die Erinnerung an Diktatur und Gewalt. Darüber hinaus wurden die Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch über Fanszenen und Zivilgesellschaft in ihren Herkunftsländern eingeladen.
Ein zentrales Element war der transnationale Austausch zwischen Teilnehmenden, wodurch bestehende Vorurteile hinterfragt sowie langfristige persönliche und professionelle Kontakte ermöglicht werden sollten.
Diese Seminare wurden finanziell durch öffentliche Fördermittel und Stiftungen unterstützt. Im Vergleich zu den Budgets der Profivereine (siehe Die vermögendsten deutschen Fußballvereine im Jahr 2026) arbeitet die Initiative jedoch mit deutlich geringeren Mitteln. Bis auf das erste Seminar wurden die Aktivitäten von Fankurve Ost größtenteils durch das Auswärtige Amt finanziert, da diese Behörde die internationale Demokratieförderung und zivilgesellschaftliche Projekte im osteuropäischen Raum förderte. Ein wesentlicher Teil der Mittel für das Seminar stammte von der Robert Bosch Stiftung, die sich durch Projekte im Bereich Völkerverständigung und Bildung auszeichnet.
Weitere Sponsoren sind das Fanprojekt Berlin, die DFB-Kulturstiftung und die Dönhoff-Stiftung. Das Fördermodell ermöglichte regelmäßige Seminare, Exkursionen und Angebote wie Newsletter oder Workshops. Durch die Finanzierung mussten keine Teilnahmegebühren erhoben werden. Viele Gäste aus Osteuropa nahmen daher kostenlos oder stark subventioniert an den Seminaren teil.
Workshops
Fankurve Ost organisierte neben Seminaren auch praktische Workshops und Stadionbesuche bei deutschen Clubs wie dem FC Hansa Rostock oder Hertha BSC. Für viele Teilnehmer war dies ein wichtiger Moment, auch wenn diese Fußballvereine nicht so cool sind wie der FC Bayern München, FC Bayer 04, Borussia Dortmund oder RB Leipzig.
Teilnehmer aus Osteuropa lernten dort mehr über Choreografien der Fanprojekte, Sicherheit und Maßnahmen gegen Rechtsextremismus. Sie besuchten Fanblöcke, diskutierten Probleme wie Hooliganismus und Stadionverbote und tauschten sich mit Aktivisten aus. In Vereinen wie Eintracht Frankfurt sind solche Themen im Zusammenhang mit der Arbeit mit Fans schon seit vielen Jahren aktuell.
Bildungsarbeit von Fanprojekten in Deutschland
Im Unterschied zu den Seminaren lag der Fokus der Workshops auf praxisnaher Arbeit und direkten Einblicken in den Alltag deutscher Fanprojekte.
Sozialpädagogische Fanprojekte in Deutschland kämpfen schon seit den 80er Jahren gegen Gewalt und Radikalismus. Sie werden von Kommunen und Verbänden finanziert, sind damit unabhängig von Vereinen und helfen jungen Fans. In Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS) entwickelte Fankurve Ost Workshops zur Anpassung deutscher Modelle an Osteuropa.
Workshops wurden etwa im November 2017 in Berlin, im September 2018 in Kiew und Obolon Brovar, im April 2019 vom Fanprojekt Berlin sowie im September 2019 in Kiew und Schytomyr durchgeführt Arbeitstreffen folgten 2018 in Synelnykowe und 2019 in Riwne, Luzk und Kiew. Die Workshops schufen bleibende Strukturen für den Fan-Dialog und die Zivilgesellschaft.
Video-Plattform
Seit Juni 2020 setzt die Initiative Fankurve Ost das Projekt „Lasst uns über Fankultur sprechen” (Pogovorim pro fankulturu) um. Die Corona-Pandemie verhinderte physische Seminare und Workshops. Stattdessen führte das Team Interviews mit Akteuren der deutschen Fankultur, die ihre Arbeit und Projekte vorstellten.
Die etwa 20-minütigen Filme erscheinen auf dem YouTube-Kanal dAch TV. Sie haben russische Untertitel, um osteuropäische Zuschauer zu erreichen. Bekannte Persönlichkeiten wie Manuel Neuer sind oft Teil des Fußballimages, das im Ausland mit Deutschland assoziiert wird. Der Pilotfilm beleuchtet den langjährigen Partner „Fanprojekt Berlin”. Alesja Belanovich-Petz moderiert die Gespräche, während die Produktion von alexfilm berlin übernommen wird.
Die Reihe bietet Einblicke in Fanprojekte gegen Gewalt und Radikalisierungsprävention. Sie präsentiert Kooperationen mit der KOS und informiert über KOS-Fanprojekte und Kulturvielfalt im Stadion. Fans aus der Ukraine, Belarus und Russland können so deutsche Modelle kennenlernen und adaptieren. Für viele Zuschauer sind Namen wie Thomas Müller ein schneller Zugang zur deutschen Fußballrealität.
Die Plattform hält den transkulturellen Austausch digital aufrecht, ergänzt frühere Formate und wirkt vor allem in Krisenzeiten nachhaltig. Regelmäßige neue Folgen dokumentieren aktuelle Entwicklungen und festigen Fankurve Ost als Brücke zur offenen Fußballkultur. Gleichzeitig fungiert die Videoreihe als dauerhaftes Wissensarchiv zur deutschen Fankultur und dokumentiert bewährte Ansätze der Präventions- und Bildungsarbeit.
Screenshot der Videoreihe „Lasst uns über Fankultur sprechen”
Entwicklung der Fankultur und Partnerschaften mit Fanbotschaften
Während der WM 2018 in Russland kooperierte Fankurve Ost eng mit den Fanbotschaften der Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS). Diese mobilen Beratungsstellen unterstützen deutsche Fans bei internationalen Turnieren. Das Netzwerk aus ehemaligen Seminarteilnehmern und russischen Fußball-Kontakten gewährleistete den Austausch zwischen einheimischen und anreisenden Fans rund um die WM-Spiele. Außerdem sind solche Turniere eng mit deutschen Fußballikonen wie Miroslav Klose verbunden.
Wie sich herausstellt, unterstützten das Team von Fankurve-Ost und die Fanbotschaften deutsche Fans während der WM 2018 mit konkreten Sicherheitsberatungen zu Anreise, Stadien und Aufenthaltsorten sowie beim Austausch mit lokalen Behörden. Bei Konflikten mit Polizei oder Sicherheitsdiensten boten sie eine erste Orientierung und halfen Fans, die Situation zu klären. Die Initiative wurde damit zu einer vermittelnden Instanz zwischen Fans, Vereinen und lokalen Strukturen und sorgte dafür, dass Fans als wichtiger und positiver Teil des Turniers wahrgenommen wurden.
Die aktive Tätigkeit während der WM 2018 war keine einmalige Aktion, sondern Teil der systematischen Arbeit des Projekts. Durch Fankurve Ost können deutsche Vereinen von dem Osteuropa-Netzwerk für Fan-Begegnungen profitieren. Zusammen mit Fanprojekten und Initiativen organisiert Fankurve Ost spezielle Projekte in Ukraine und Belarus, etwa zur Erinnerungskultur oder Jugendarbeit. Damit wurde die WM 2018 zu einem praktischen Anwendungsfall der zuvor entwickelten Netzwerke und Methoden der Fanarbeit.
Gründung von Nichtregierungsorganisationen in der Ukraine
Aus dem Fankurve-Ost-Projekt sind zwei NGOs in der Ukraine entstanden: das Fanprojekt Synelnykove und Football Democracy. Beide kümmern sich um Jugendliche und Fanrechte und arbeiten eng mit Fankurve Ost zusammen.
Das Fanprojekt Synelnykowe entwickelte sich in der Stadt Dnipro. Es hilft jungen Fans mit Workshops gegen Gewalt und Vorurteile und folgt dabei dem deutschen Fanprojekt-Modell. Außerdem berät es bei Stadionstreitigkeiten. Football Democracy in Kiew setzt sich für Fan-Interessen und mehr Demokratie im Fußball ein.
Fankurve Ost organisierte Arbeitstreffen vor Ort, um diese Gruppen zu stärken. Das erste war im November 2018 in Synelnykowe, weitere folgten im Februar 2019 in Riwne und Luzk sowie im August 2019 in Kiew. Dort trafen lokale Aktivisten deutsche Mitglieder der Fanprojekte und frühere Seminarteilnehmer. Es wurden feste Anlaufstellen für Fans geschaffen, die nicht unter dem Einfluss von Vereinen oder Staat stehen. Seit 2022 leisten diese NGOs zudem Unterstützung für Geflüchtete und engagieren sich in der Fan-Hilfe im Kontext des Krieges.
Newsletter von Fankurve Ost
Der Newsletter diente als monatliches Medien-Monitoring und wurde seit November 2018 unter dem Namen „Medien-Monitoring Osteuropa-Fußball” veröffentlicht. Darin wurden aktuelle Debatten und Entwicklungen im Fußball aus Belarus, Ukraine und Russland zusammengefasst, um zu informieren und Diskussionen anzuregen. Parallel dazu bleibt für viele Leser der Blick auf die Gegenwart des deutschen Fußballs aktuell, beispielsweise durch Rankings wie die 10 besten deutschen Fußballspieler des Jahres 2026.
Fankurve Ost: Fußballfankultur
Dieser Newsletter wurde monatlich per E-Mail versandt und parallel auf fankurve-ost.de/medien-monitoring archiviert. Er stellte eine kuratierte Übersicht über Presseartikel, Blogs und Social-Media-Beiträge dar. Abonnenten konnten sich über dAch-Berlin.org anmelden. Themen umfassten etwa Fan-Projekte, Ultra-Szenen, Rassismusdebatten, Stadionpolitik, Frauenfußball, politische Einflüsse wie die Wahlen in Belarus 2020 sowie Fanreisen und Kooperationen mit Deutschland. Jeder Newsletter enthielt kurze Artikelzusammenfassungen mit Links, die oft auf Russisch oder Deutsch zu lesen waren, ergänzt durch Kommentare der Redaktion von Ingo Petz und Peter Liesegang.
Dieser Newsletter löste ein früheres unregelmäßiges Informationsblatt ab und schuf so mehr Struktur. Beispiele aus den Archiven sind etwa Texte zu Faninitiativen gegen Gewalt in russischen Ligen, Ultras in der Ukraine im Kontext der Euromaidan-Nachwirkungen sowie Proteste und Fußballboykotte in Belarus in den Jahren 2020 und 2021.
Nach meinen Daten wurden seit rund 2020/2021 keine neuen Ausgaben mehr veröffentlicht. Der Schwerpunkt des Projekts liegt heute auf Netzwerkarbeit und Beratung, nicht mehr auf regelmäßigen Veröffentlichungen.
Partner
Die Partnerstruktur von Fankurve Ost umfasst operative, mediale und institutionelle Kooperationen sowie finanzielle Förderpartner. Das Projekt arbeitet mit mehreren Organisationen zusammen, darunter Menschenrechts-NGOs, Staatsbehörden oder professionelle Netzwerke.
Der zentrale Partner für praktische Fanarbeit, Stadionbesuche, Anti-Rassismus-Workshops und Jugendprogramme zur Inklusion ist das Fanprojekt der Sportjugend Berlin.
Das journalistische Netzwerk n-ost, zu finden unter n-ost.org, verbindet Osteuropa-Experten aus Belarus, Ukraine und Russland mit deutschen Medien für grenzüberschreitenden Austausch.
Ein weiterer Partner, die Koordinierungsstelle Fanprojekte (KOS; kos-fanprojekte.de), vernetzt bundesweit mehr als 100 Fanprojekte und fördert den professionellen Dialog zwischen Fans, Vereinen und Polizei.
Eine wichtige Rolle spielt auch finanzielle Unterstützung. Die Finanzpartner von Fankurve Ost sind das Auswärtige Amt für außenpolitische Ziele, die ZEIT-Stiftung für Journalismus, der German Marshall Fund für transatlantische Kooperation sowie die Robert Bosch Stiftung und Dönhoff-Stiftung für Programme in Osteuropa.
Erwähnungen in den Medien
In den letzten Jahren führte das Projekt keine aktive Presseförderung durch. Trotzdem habe ich Erwähnungen auf mehreren Internetportalen gefunden.
Auf fankurve-ost.de wurden im Jahr 2020 Informationen zum eigenen Projekt „Lasst uns über Fankultur sprechen" veröffentlicht. Die Website kos-fanprojekte.de nennt Fankurve Ost als Partner der Koordinierungsstelle.
Beim FC Union Berlin wurde im November 2020 über Alesja Belanovich-Petz und ihren Ehemann und Mitgründer von Fankurve Ost Ingo Petz sowie ihre Tätigkeit in Belarus berichtet.
Berliner Initiative Fankurve Ost verbindet Fans aus Deutschland und Osteuropa
Auf der Webseite dAch-berlin.org findet man Beschreibungen von Seminaren, Workshops und Newsletter von Fankurve Ost.
Fankurve Ost bleibt somit als Expertennetzwerk präsent, obwohl seit Corona keine wesentlichen Events mehr stattfanden. Die Erwähnungen dienen dennoch als Referenz für Fanarbeit und Osteuropa-Kontakte.
Einwurf von Fankurve Ost zur Fußballkultur
Dieses Projekt baut seit 2014 Brücken zwischen deutscher und osteuropäischer Fankultur. Mehrere Tausend Fans, Journalisten und Fanbetreuer aus Belarus, Ukraine und Russland besuchten die einwöchigen Seminare „Fankultur in der offenen Gesellschaft”.
Die Seminare zeigten, wie deutsche Fanprojekte seit den 80er Jahren gegen Gewalt, Rassismus und Extremismus vorgehen. Die historische Bedeutung des deutschen Fußballs – bis hin zu Persönlichkeiten aus Listen wie den 10 legendärsten deutschen Fußballern – wurde ebenfalls als kultureller Kontext genutzt. Teilnehmer trafen Vereine, Verbände und Polizei, besuchten Stadien und lernten Kompromisse kennen. Das Ergebnis dieser Recherchereise: In der Ukraine entstanden das Fanprojekt Synelnykowe für Jugendarbeit und Football Democracy für Fanrechte.
Fankurve Ost organisierte außerdem Fanbegegnungen, etwa in Donezk Hoffenheim gegen Shakhtar 2018, den WM-Austausch 2018 in Russland und Projekte zur Erinnerungskultur. Seit 2018 erschienen monatliche Newsletter über Fan-Diskussionen in Osteuropa. 2020 startete die YouTube-Reihe „Lasst uns über Fankultur sprechen" mit Filmen über Berliner Fanprojekte.
Seit Januar 2020 gehört Fankurve Ost zur dAch gGmbH, gegründet von Ingo Petz und Peter Liesegang. Corona führte dazu, dass Präsenzseminare nicht länger stattfanden. Heute konzentriert sich die Organisation auf Online-Formate, Medien-Monitoring, Netzwerkarbeit und Beratung. Die Partnerschaften mit Stiftungen, Sport-NGOs und Fanprojekt Berlin bleiben bestehen. Dieses Projekt ist damit weiterhin ein wichtiger Vermittler zwischen Fankulturen in Ost und West.






