Persönlichkeiten

Die besten Fußballtrainer der deutschen Nationalmannschaft

Wer ist der beste Trainer der deutschen Nationalmannschaft aller Zeiten? Lesen Sie eine ausführliche Analyse der zehn wichtigsten DFB-Trainer mit Statistiken, Titeln und taktischen Systemen.

von Samuel Schweiz

Inhaltsverzeichnis

Seit 1926 hat die deutsche Fußballnationalmannschaft mehr als zwölf Mal den Trainer gewechselt. Trainer wie Sepp Herberger, Helmut Schön, Franz Beckenbauer und Joachim Löw haben den DFB nach Brasilien zu einer der erfolgreichsten Nationalmannschaften der Geschichte gemacht.

Kurz vor der WM 2026 stimmen die Bilanz und die Tabelle der Mannschaft zuversichtlich – 17 Siege, 6 Unentschieden und 6 Niederlagen, bei einer Gewinnquote von ~58,6 %.

Während sich die Weltmeister von 1954, 1974, 1990 und 2014 auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 vorbereiten, wollen wir uns daran erinnern, welcher Nationaltrainer die deutlichsten Spuren hinterlassen hat und dessen Statistiken mehr sagen als alle Worte. Im Folgenden sind ehemalige Nationaltrainer aufgeführt, über deren Erfolge und Stil die Fans bis heute diskutieren.

1. Helmut Schön – der demokratische Trainer der deutschen Nationalmannschaft

Helmut Schön Biografie – Bundestrainer von 1964 bis 1978

Tätigkeitszeit bei der Nationalmannschaft

1964–1978 (~ 14 Jahre)

Ära

Die goldene Ära der 70er Jahre

Schlüsselspieler

Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sepp Maier, Günter Netzer

Anzahl der Spiele

139

Siege / Unentschieden / Niederlagen

87 / 31 / 21

Größte Erfolge

Europameister 1972, Weltmeister 1974, Finalteilnehmer bei der WM 1966 und der EM 1976, 3. Platz bei der WM 1970

Bestes Turnierergebnis

Weltmeister 1974

Siegquote

62,59 %

Spielsystem

4-3-3 (flexibel, Angriff über die Flügel und Libero)

Helmut Schön – der erfolgreichste Trainer der deutschen Nationalmannschaft in Bezug auf Titel und Dominanz in den 1970er Jahren. Zuvor war er als Spielertrainer bei Hertha BSC (Berlin) tätig. Weltmeister 1974, Europameister 1972, Bronzemedaillengewinner bei der WM 1970 – kein anderer Trainer der deutschen Nationalmannschaft hat bisher solche Höhen erreicht. Schön leitete das legendäre „Spiel des Jahrhunderts“ von 1970 gegen Italien – eine 3:4-Niederlage in der Verlängerung, aber ein legendärer Thriller mit 5 Toren nach einem 1:0-Rückstand.

Die Spieler nannten ihn wegen seiner Größe von 1,90 m liebevoll „Der Lange“, die Fans und die Presse bezeichneten ihn als den eleganten Ästheten, „Der Mann mit der Mütze“.

2. Joachim Löw – der erfolgreichste Bundestrainer

Tätigkeitszeit bei der Nationalmannschaft

2006–2021 (fast 15 Jahre)

Die Ära

„Goldene Generation“ der WM 2014

Schlüsselspieler

Nico Schulz, Thomas Müller, Manuel Neuer, Toni Kroos, Philipp Lahm, von denen viele zu den Top 10 der deutschen Fußballlegenden gehören

Anzahl der Spiele

198

Siege / Unentschieden / Niederlagen

124 / 40 / 34

Größte Erfolge

WM 2014, Gewinner des Confederations Cup 2017, Halbfinalist der WM 2010, EM 2012, EM 2016

Bestes Turnierergebnis

WM 2014

Siegquote

62,94 %

Spielsystem

4-2-3-1 (Ballbesitz + hohes Pressing)

Joachim Löw ist der dienstälteste Trainer der deutschen Nationalmannschaft aller Zeiten und hält den Rekord für die meisten Spiele (198), Siege (124) und Dienstjahre unter allen Trainern. Löw hat den Stil der Nationalmannschaft radikal verändert: von defensiv hin zum Jogi-Ball. Seine größte Errungenschaft ist der fantastische 7:1-Kantersieg gegen den Gastgeber und Götzes Siegtreffer im Finale gegen Argentinien bei der WM 2014 in Brasilien. Toni Kroos, Florian Neuhaus, Manuel Neuer und Thomas Müller wurden zu Symbolen dieser Ära.

In der Liste der DFB-Nationaltrainer sticht Löw als Einzigartiger hervor – keiner seiner Vorgänger hat so viele Spiele bestritten und so viele Siege errungen: 124 von 198 Spielen. Zudem kann er auf zahlreiche Siege in WM- und EM-Endrunden zurückblicken: 34 Länderspiele, 23 Siege. Ein Schatten auf seine Karriere wirft die Niederlage gegen England bei der EM 2021 (0:2). Der Trainer trat 2021 mit dem Ruf eines Genies von seinem Amt zurück.

3. Sepp Herberger – der angesehenste Trainer der Fußballnationalmannschaft

Tätigkeitszeit bei der Nationalmannschaft

1936–1964 (mit einer Unterbrechung aufgrund von Krieg und Besatzung, 13 Jahre und 6 Monate)

Ära

„Wunder von Bern“ der 50er Jahre

Schlüsselspieler

Fritz Walter, Helmut Rahn, Toni Turek, Ottmar Walter

Anzahl der Spiele

167

Siege / Unentschieden / Niederlagen

94 / 27 / 46

Größte Erfolge

WM 1954, WM 1958

Beste Platzierung bei Turnieren

1. Platz (WM 1954), Viertelfinale (WM 1958), Achtelfinale (1938)

 

Siegquote

56,29 % (Vorkriegszeit)

53,61 % (Nachkriegszeit)

Spielsystem

3-2-2-3 / „Pyramide“ – Standard der 50er Jahre, Rückzug der Stürmer ins Mittelfeld für Konter

Der deutsche Nationaltrainer Herberger gilt als einer der Väter des modernen deutschen Fußballs, insbesondere wegen des „Wunders von Bern“ – dem Sieg bei der WM 1954. Die Mannschaft gewann damals im Finale mit 3:2 gegen das „unbesiegbare“ Ungarn. Dieses Ereignis wurde zum emotionalen Fundament der Bundesrepublik. Der Nationaltrainer formulierte die Grundprinzipien des deutschen Fußballs. Sein Satz „Der Ball ist rund“ wurde zu einem geflügelten Wort jener Zeit.

4. Franz Beckenbauer – grandiose Erfolge bei Turnieren und die Bilanz der 90er Jahre

Jahre in der Nationalmannschaft

1984–1990 (5 Jahre 10 Monate)

Ära

Die Ära des „Kaisers“

Schlüsselspieler

Karl-Heinz Rummenigge, Paul Breitner, Klaus Allofs, Bernd Schuster

Anzahl der Spiele

66

Siege / Unentschieden / Niederlagen

34 / 20 / 12

Größte Erfolge

Weltmeister 1990, WM-Finalist 1986, EM-Halbfinalist 1988 (Heimturnier)

Bestes Turnierergebnis

Weltmeister 1990

Siegquote

51,52 %

Spielsystem

3-5-2 / 5-3-2 (mit Libero)

Beckenbauer brachte einen pragmatischen, defensiven Stil in den Fußball ein, mit Schwerpunkt auf erfahrenen und schlüssigen Spielern (Matthäus, Völler, Klinsmann). Die Geschichte kennt nur einen einzigen Beckenbauer, der die Weltmeisterschaft sowohl als Spieler (1974) als auch als Trainer der DFB-Nationalmannschaft (1990) gewann. Der „Kaiser“ leitete eine Mannschaft, die zwei Mal in Folge (1986, 1990) das WM-Finale erreichte – eine seltene Leistung in der Geschichte des Fußballs.

Im Dezember 2024 wurde der Deutsche Supercup offiziell in Franz-Beckenbauer-Supercup umbenannt.

5. Jupp Derwall – Meister mit der besten Siegquote

Tätigkeitszeit in der Nationalmannschaft

1978–1984 (5 Jahre 8 Monate)

Ära

Nach Schön / EM 1980

Schlüsselspieler

Lothar Matthäus, Andreas Brehme, Jürgen Klinsmann

Anzahl der Spiele

67

Siege / Unentschieden / Niederlagen

44 / 12 / 11

Größte Erfolge

Europameister 1980 (Italien), Rekordserie ohne Niederlage: 23 Spiele (darunter 12 Siege in Folge)

Beste Platzierungen bei Turnieren

Titel bei der EM 1980 (1. Platz) und der WM 1982 (2. Platz)

Siegquote

65,7 %

Spielsystem

4-3-3 (klassisch, mit Schwerpunkt auf Kontern)

Jupp Derwall – der am meisten unterschätzte Trainer der Fußballnationalmannschaft.

Seine Rekordserie ohne Niederlage und eine Siegquote von 65,7 % – das ist eine unglaubliche Bilanz, die kein anderer Trainer der deutschen Nationalmannschaft je erreicht hat.

1980 führte Jupp die deutsche Nationalmannschaft zum Europameistertitel (2:1 gegen Belgien). Ein Wermutstropfen in seiner Karriere war das WM-Finale 1982, das mit 1:3 gegen Italien verloren ging.

Der große Trainer verstarb am 26. Juni 2007 im Alter von 80 Jahren.

6. Berti Vogts – trainierte Deutschland, Schottland und Nigeria

Tätigkeitszeit bei der Nationalmannschaft

1990–1998 (8 Jahre)

Ära

Vereinigtes Deutschland / EM 1996

Schlüsselspieler

Jürgen Klinsmann, Matthias Sammer, Oliver Bierhoff

Anzahl der Spiele

102

Siege / Unentschieden / Niederlagen

66 / 24 / 12

Größte Erfolge

Europameister 1996 (Großbritannien), Vize-Europameister 1992 (Schweden)

Beste Platzierungen bei Turnieren

EM: 1. Platz (1996), 2. Platz (1992)

WM: Viertelfinale (1994, 1998)

Siegquote

64,71 %

Spielsystem

3-5-2 oder 5-3-2 (mit Libero Zummer, Kontern über die Flügel und Bierhoff)

Vogts kam nach dem Triumph bei der WM 1990 und übernahm die Mannschaft, als Deutschland als „ewiger Favorit“ galt. Der Trainer der deutschen Nationalmannschaft wurde oft wegen seines langweiligen Fußballs kritisiert, aber die Mannschaft liebte ihn. 1996 führte er sie zum Titel, und im Finale gegen Tschechien erzielte Bierhoff das „Golden Goal“.

Vogts erzielte die beste Punktquote aller Bundestrainer – 2,18 Punkte pro Spiel – und lag damit sogar vor Löw.

7. Rudi Völler – „Sprung“ von Bayer 04 Leverkusen auf den Trainerposten

Tätigkeitszeit bei der Nationalmannschaft

2000–2004 (4 Jahre)

Ära

Wiederaufstieg nach der Krise / WM-Finale 2002

Schlüsselspieler

Oliver Kahn, Michael Ballack, Miroslav Klose

Anzahl der Spiele

Offizielle Länderspiele als Trainer – 53

Siege / Unentschieden / Niederlagen

29 / 11 / 13

Größte Erfolge

Vizeweltmeister 2002, Teilnahme an der EM 2004

Beste Platzierung bei Turnieren

WM: 2. Platz (2002)

Siegquote

55,56 %

Spielsystem

4-4-2 (klassisch, mit Schwerpunkt auf Kontern)

Zuvor spielte Rudi Völler für den FC Bayer 04 (1994–1996). Er übernahm die Mannschaft nach dem Misserfolg bei der EM 2000 ohne Trainererfahrung und zunächst ohne Begeisterung. Doch selbst mit dieser Einstellung schaffte es die Nationalmannschaft überraschend bis ins Finale der WM 2002. Das Rückgrat der Mannschaft bildeten Oliver Kahn und Michael Ballack, der damals für Bayer 04 Leverkusen spielte. Nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase der EM 2004 trat Völler zurück, verließ die Pressekonferenz unter Tränen und sagte:

Ich bin raus.

Im Jahr 2023 kehrte Rudi für kurze Zeit als Interimstrainer zurück.

8. Jürgen Klinsmann hat die Nationalmannschaft radikal verändert

Tätigkeitszeitraum in der Nationalmannschaft

2004–2006 (2 Jahre)

Ära

Sommermärchen

Schlüsselspieler

Michael Ballack, Miroslav Klose, Philipp Lahm

Anzahl der Spiele

34

Siege / Unentschieden / Niederlagen

20 / 8 / 6

 

Größte Erfolge

WM 2006 (Heimturnier) und Confederations Cup 2005

 

Beste Platzierung bei Turnieren

3. Platz bei der WM 2006

Siegquote

58,8 %

Spielsystem

4-4-2 oder 4-2-3-1 (offensiver, flankenorientierter Stil)

Die Ära Jürgen Klinsmann wird mit einer „Wiederbelebung der Begeisterung“ in Verbindung gebracht. Innerhalb von zwei Jahren hat der deutsche Nationaltrainer eine Revolution vollzogen: Er entließ die alten Stars und führte ein Fitnessprogramm in das Training ein. Unter ihm änderte sich sogar das Trikot der Nationalmannschaft: An den Seiten kamen „Rallyestreifen“ in den Farben Rot und Gelb hinzu.

Die Heim-WM 2006, das „Sommermärchen“, löste in ganz Deutschland Euphorie aus: Siege gegen Polen, Ecuador, Schweden und Argentinien im Viertelfinale, ein 3:1 gegen Portugal und das Spiel um Platz 3. Nach seiner Arbeit mit der Nationalmannschaft übernahm Klinsmann im Sommer 2008 den Trainerposten beim FC Bayern München. Im April 2009 wurde er entlassen, während die Mannschaft in der Bundesliga zu diesem Zeitpunkt den dritten Platz belegte.

9. Hans-Dieter Flick – der erfolgloseste Trainer der deutschen Nationalmannschaft

Tätigkeitszeitraum bei der Nationalmannschaft

2021–2023 (2 Jahre und 4 Monate)

Ära

Nach-Löw-Ära / Krise der WM 2022

Schlüsselspieler

Manuel Neuer, Joschua Kimmich, Kai Havertz

Anzahl der Spiele

25

Siege / Unentschieden / Niederlagen

12 / 7 / 6

Wichtigste Erfolge

Gruppensieger in der WM-Qualifikation 2022 (10 Siege von 10)

 

Beste Turnierergebnisse

Keine Turniersiege

Siegquote

48,00 %

Spielsystem

4-2-3-1 (Flicki-Flaka-Stil mit hohem Pressing)

Der ehemalige Bundestrainer kam nach dem Scheitern bei der EM 2020 (Aus im Achtelfinale gegen England). Er startete mit einer Rekord-Siegesserie in der Qualifikation, erlitt jedoch 2023 einen Einbruch. Diese Phase war geprägt vom Verlust der Dominanz, Kritik am Spielstil und dem ersten Rücktritt eines Bundestrainers während seiner Amtszeit in der Geschichte. Das Etikett „schlechtester Nationaltrainer“ wird ihm von den Nutzern sozialer Netzwerke bis heute angeheftet.

Die 5 prestigeträchtigsten Vereine in Deutschland – zu welchem von ihnen wechselte Hans-Dieter Flick? Seit dem 1. Juli 2024 ist er Cheftrainer von Barcelona. 2025 gewann er die La Liga, jetzt konzentriert er sich auf die Champions League und nationale Titel.

10. Julian Nagelsmann – eine Zeit des Wandels in der Nationalmannschaft

Jahre in der Nationalmannschaft

2023 – bis heute

Ära

Umstrukturierung / WM 2026

Schlüsselspieler

Florian Wirtz, Jamal Musiala, Kai Havertz, Joschua Kimmich, Nick Woltemade

Anzahl der Spiele

~29

Siege / Unentschieden / Niederlagen

~18 / ~7 / ~6

Wichtigste Erfolge

Qualifikation für die WM 2026 (6:0 gegen die Slowakei)

Beste Platzierung bei Turnieren

EM 2024: Viertelfinale (1:2 gegen Spanien)

Siegquote

~60 %

Spielsystem

4-2-3-1 (Rotation der kreativen Spieler Wirtz/Musiala, Flügelspiel)

Der deutsche Nationaltrainer Nagelsmann übernahm das Amt im Herbst 2023 im Alter von 36 Jahren – er ist einer der jüngsten Trainer in der Geschichte des DFB (Deutscher Fußball-Bund). Nach Stationen bei Hoffenheim, RB Leipzig und dem FC Bayern München übernahm er die Mannschaft in einer kritischen Phase. Die Qualifikation zur WM 2026 verlief unter seiner Führung wie eine Achterbahnfahrt: Auf eine bittere 0:2-Niederlage gegen die Slowakei in Bratislava folgte ein triumphaler „Revanche-Sieg“ in Leipzig, wo derselbe Gegner 2025 mit 6:0 vernichtend geschlagen wurde.

Das Gesicht und die Entwicklung des deutschen Fußballs unter Nagelsmann wurden von herausragenden Spielern geprägt: Florian Wirtz, Jamal Musiala und Nick Woltemade. Zu den Verlusten der deutschen Nationalmannschaft zählt jedoch der Deutsche Kevin Kampl.

Bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko (14. Juni – 19. Juli 2026) trifft Deutschland in der Gruppenphase auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Der Kader wird bis zum 2. Juni 2026 bekannt gegeben, aber die Zuschauer werden auf jeden Fall einige der zehn besten deutschen Fußballer des Jahres 2026 sowie Nachwuchsspieler von Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt zu sehen bekommen.