Turbobier
Wenn eine Band aus Geldnot fürs Bier entsteht und zehn Jahre später auf der Bühne des ehrwürdigen Volkstheaters landet, dann kann das nur Turbobier sein. Turbobier ist die Kult-Punkrock-Band aus dem Wiener Bezirk Simmering, deren Gesicht und Haupt-Songwriter der Frontmann Marco Pogo ist. Gegründet 2014, buchstäblich aus einer Notlage heraus, hat die Band in zehn Jahren fünf Studioalben herausgebracht, dreimal den Amadeus Austrian Music Award geholt und sogar auf der Bühne des renommierten Volkstheater Wien gespielt.
Und es geht weiter. Im Frühjahr 2026 ist das neue Studioalbum «Das Leben is ein Oaschloch» erschienen. Darauf folgte die grosse Tour mit Konzerten im Dezember in Wien, Graz, Salzburg und Klagenfurt. Was die Live-Auftritte so besonders macht, zeigt der Rest dieses Artikels.
Name der Band | Turbobier (TURBOBIER) |
|---|---|
Herkunftsbezirk | Wien-Simmering, Österreich |
Gegründet | 2014 |
Genre | Punk, Rock, Deutschpunk |
Frontmann und Songwriter | Marco Pogo (Dominik Wlazny) |
Label | Pogo's Empire |
Letztes Studioalbum | «Das Leben is ein Oaschloch» (1. Mai 2026) |
Auszeichnung | Amadeus Austrian Music Award (2016, 2022, 2025), Kategorie Hard & Heavy |
Bekannteste Location | Volkstheater Wien (Konzerte 13.–14. November 2021) |
Konzerttour 2026 | «Das Leben is ein Oaschloch Release Tour 2026» |
Website |
Turbobier
Geschichte
Angefangen hat alles 2014, bei einem Imbiss in Simmering. Neben dem «Helga» im 11. Wiener Gemeindebezirk sei die Band aus einer «Notlage» entstanden, erzählt Marco Pogo bis heute gern. Einem Freundeskreis ging langsam das Geld fürs Bier aus, also schien eine eigene Band die logischste Lösung. Im Jänner 2014 erschien das erste Musikvideo «I hob an Koda», und schon in den Folgemonaten spielte Turbobier die ersten Konzerte in Österreich.
Der erste virale Hit ließ nicht lange auf sich warten. Im Juli 2014 kam «Arbeitslos durch den Tag», eine Parodie auf Helene Fischers «Atemlos durch die Nacht», die rasch über eine Million Aufrufe auf YouTube sammelte. Plötzlich berichteten ZDF, Bild-Zeitung, Süddeutsche, Kurier, ORF und ATV über die Band. Nach der Freigabe durch die Urheberin Kristina Bach erschien der Song im April 2015 im gesamten deutschsprachigen Raum. Es folgten ein Vertrag mit Warner Music Central Europe und das Debütalbum «Irokesentango» im Juni 2015, das gleich in die österreichischen Charts einstieg, mit dem damaligen Wiener Bürgermeister als Punk auf dem Cover, was dieser gar nicht so lustig fand.

TURBOBIER - Arbeitslos
Danach nahm Marco Pogo die Sache selbst in die Hand. Er gründete sein eigenes Label Pogo's Empire, und am 27. Jänner 2017 erschien das zweite Album «Das Neue Festament», das direkt auf Platz eins der österreichischen Albumcharts einstieg. Das dritte Studioalbum «King of Simmering» folgte im März 2019, von Kritikern als Platte für lustige Runden in guter Gesellschaft beschrieben.
Zum echten Meilenstein wurden die Auftritte im Volkstheater Wien am 13. und 14. November 2021, unter dem Motto «Subkultur in der Hochkultur». Zum ersten Mal spielte Turbobier mit Zuschauerlogen, und Marco Pogo flog als Teil der Show buchstäblich durch die Luft. Zu Gast waren Thomas Spitzer von der EAV, Paul Pizzera (Pizzera & Jaus), die Band Alle Achtung und Christopher Seiler von Seiler und Speer. Dieser historische Auftritt erschien 2023 als Doppel-Live-Album «Live im Volkstheater», mit exklusiver Gestaltung, Postern und Postkarten.

TURBOBIER - Live im Volkstheater / Kurzfilm
2024 kam das vierte Studioalbum «Nobel geht die Welt zugrund» heraus, danach begann die Arbeit am fünften, «Das Leben is ein Oaschloch», dessen Release für den 1. Mai 2026 geplant war, symbolisch zum Tag der Arbeit. Heute zählt Turbobier zu den beliebtesten Punkrock-Bands Österreichs, die Clubs, Open-Airs und sogar prestigeträchtige Theaterbühnen füllt. Parallel zur Musik treibt Marco Pogo seine gesellschaftspolitische Arbeit voran, als Gründer der satirischen Bierpartei.
Bandmitglieder
Ein Blick auf die Besetzung von Turbobier:
Name/Künstlername | Rolle | Zusatzinfo |
|---|---|---|
Marco Pogo (Dominik Wlazny) | Gesang, Gitarre | Frontmann, Gründer, schreibt die meisten Songs; Arzt von Beruf |
Fredi Füzpappn | Schlagzeug, Gesang | seit der Gründung dabei |
Doci Doppler | Gesang, Gitarre | zweiter Gitarrist und Sänger |
Baz Promüü | Bass, Gesang | Bassist der Band |
Marco Pogo, mit bürgerlichem Namen Dominik Wlazny, ist der unbestrittene Kopf und Songwriter der Band. Er kam am 27. Dezember 1986 in Wien zur Welt, spielte von Kindheit an Gitarre und stieg schon mit 16 in die Band The Gogets ein, 2003, als Sänger und Bassist. Damals nahm er auch seinen Künstlernamen an, ein Wortspiel aus Marco Polo und dem Pogo, jenem Tanz, bei dem es darum geht, ordentlich Chaos zu machen. Sein zweites Standbein hat es in sich: er studierte Medizin an der Medizinischen Universität Wien und arbeitete eine Zeit lang als Turnusarzt, ehe der Erfolg von Turbobier ihn ganz zur Musik brachte. Bekannt ist Marco Pogo auch für sein gesellschaftliches Engagement. 2015 gründete er die satirische Bierpartei, und während der Corona-Pandemie warb er offen für Maßnahmen gegen das Virus, ja er impfte 2021 sogar persönlich dreißig Menschen vor einem Konzert.
Fredi Füzpappn sitzt am Schlagzeug und liefert seit der Gründung 2014 das rhythmische Fundament. Doci Doppler teilt sich mit Marco Pogo Gitarre und Gesang und bringt zusätzliche Energie in den Sound. Der Bassist wiederum trat je nach Tournee unter verschiedenen Künstlernamen auf, mal als Baz Promüü, mal als Onkel Hias oder Hüsn Hömal. Genau dieses wechselnde Line-up gehört zum augenzwinkernden Konzept der Band.
Mitglieder von Turbobier
Diskografie
Ein Überblick über die Veröffentlichungen von Turbobier:
Jahr | Titel | Typ |
|---|---|---|
2015 | Irokesentango | Studioalbum |
2017 | Das Neue Festament | Studioalbum |
2019 | King of Simmering | Studioalbum |
2021 | Live in Wien | Live-Album |
2023 | Live im Volkstheater | Live-Album |
2024 | Nobel geht die Welt zugrund | Studioalbum |
2026 | Das Leben is ein Oaschloch | Studioalbum |
In über zehn Jahren hat Turbobier fünf Studio- und zwei Live-Alben herausgebracht, und jede neue Platte kletterte verlässlich in die oberen Ränge der österreichischen Charts. Songs wie «Insel muss Insel bleiben», «King of Simmering» und «Fuaßboiplotz» sind längst Kulthits zum Mitgrölen. Halb Hymne, halb Gaudi, machen genau diese Songs einen großen Teil des Turbobier-Charmes aus, und sie erklären, warum das Publikum jede Zeile mitsingt.

TURBOBIER - King of Simmering
Konzertleben
Wer Turbobier nur von den Alben kennt, hat die halbe Miete verpasst. Live sind die Auftritte ein anderes Kaliber. Die Konzerte gelten als einziges, unkontrolliertes Chaos, bei dem kein T-Shirt trocken bleibt und kein Refrain ohne kollektives Mitsingen auskommt. Auf der Bühne drehen Marco Pogo und seine Truppe die «turbogeladene» Energie voll auf, gewürzt mit dem typischen Wiener Schmäh, jenem sarkastischen Humor, der jeden Abend zum Theaterstück macht statt zum bloßen Abspielen der Studiotracks.
Der wohl bedeutendste Konzertmoment der Bandgeschichte waren die Auftritte im Volkstheater Wien am 13. und 14. November 2021. Zum ersten Mal standen Turbobier auf der Bühne eines ehrwürdigen Sprechtheaters, unter dem Motto «Subkultur in der Hochkultur». Statt der lauten Gitarren kamen teils Streichinstrumente, Klavier und sogar eine Ziehharmonika zum Einsatz, dazu holten sie sich Legenden der österreichischen Szene wie Thomas Spitzer von der EAV auf die Bühne. Ein anderer prägender Auftritt war das erste große Rockkonzert der Band in der Pandemie, im August 2021 in der Arena Wien, zu dem 3000 Fans kamen. Marco Pogo impfte direkt vor der Show persönlich Impfwillige, ohne dass danach ein einziger Corona-Fall dokumentiert wurde.
Geografisch ist Turbobier weit herumgekommen. Die Band tourte durch Clubs und Festivals in ganz Europa und spielte nach eigenen Angaben sogar Konzerte in Japan und China, wo man die Wiener Texte natürlich nicht versteht. In Österreich stand sie unter anderem beim Nova Rock auf der Bühne, einem der größten Rockfestivals des Landes. Dieser Ruf als exzellente Live-Band, gepaart mit dem Wiener Schmäh, macht die Konzerte von Turbobier zu einem Erlebnis, das die Studioaufnahmen oft in den Schatten stellt.

TURBOBIER am Nova Rock 2022
Konzerte 2026
Die bestätigten Konzerte 2026 im Rahmen der «Das Leben is ein Oaschloch Release Tour 2026»:
Datum | Location | Stadt |
|---|---|---|
9. Dezember 2026 | Rockhouse Saal | Salzburg |
10. Dezember 2026 | Orpheum | Graz |
11. Dezember 2026 | Arena, Große Halle | Wien |
12. Dezember 2026 | Arena, Große Halle | Wien |
17. Dezember 2026 | Fritz Club | Klagenfurt |
18. Dezember 2026 | Posthof | Linz |
19. Dezember 2026 | Music Hall | Innsbruck |
Diese Termine gehören zur großen Release-Tour für das neue Album «Das Leben is ein Oaschloch», das am 1. Mai 2026 erschien. Dass die Band in Wien gleich an zwei Abenden hintereinander in der Arena spielt, sagt einiges über die Nachfrage nach Tickets in der Hauptstadt. Von den Dezember-Konzerten darf man sich eine dichte Mischung erwarten, neue Tracks vom frisch erschienenen Album und altbewährte Hits, dazu eine energiegeladene Bühnenshow mit ordentlich Mitsingen im Saal und jene typische «Schaum-und-Punk»-Atmosphäre, für die Turbobier bekannt ist. Den aktuellen Spielplan und die Ticketverfügbarkeit prüft man am besten auf turbobier.at, denn die Liste der Konzerte 2026 kann noch wachsen. Im Rahmen der Tour sind etwa auch Linz und Innsbruck geplant. Für die Konzerte gilt übrigens ein Mindestalter von 16 Jahren.
Auszeichnungen und Anerkennung
Ein Überblick über die wichtigsten Auszeichnungen:
Jahr | Auszeichnung | Kategorie/Status |
|---|---|---|
2016 | Amadeus Austrian Music Award | Hard & Heavy — Gewinner |
2018 | Amadeus Austrian Music Award | Hard & Heavy — Nominierung |
2020 | Amadeus Austrian Music Award | Hard & Heavy — Nominierung |
2022 | Amadeus Austrian Music Award | Hard & Heavy — Gewinner; Live-Act des Jahres — Nominierung |
2025 | Amadeus Austrian Music Award | Hard & Heavy — Gewinner |
Den wichtigsten österreichischen Musikpreis, den Amadeus Austrian Music Award, holte Turbobier dreimal in der Kategorie Hard & Heavy, nämlich 2016, 2022 und 2025, und war darüber hinaus mehrfach nominiert, unter anderem 2022 als Live-Act des Jahres. Das macht die Band zu einem der meistausgezeichneten Vertreter der österreichischen Punk- und Rockszene des letzten Jahrzehnts. Passend zum Selbstverständnis der Band, wie sie selbst schmunzelnd verrät, wurde jeder Award umgehend zu einem Trinkbehältnis umfunktioniert.
Turbobier
Interessante Fakten
- Die Band entstand buchstäblich aus Geldnot fürs Bier, bei einem Imbiss in Simmering. Eine Geschichte, die Marco Pogo bis heute gern in Interviews erzählt.
- Passend zum Namen brachte die Band ihr eigenes Bier heraus, das TurboBier, das seit Juli 2017 bei Spar Österreich in Flasche und Dose verkauft wird. Eine Punkband, die ihren Namen zum echten Konsumprodukt macht, sieht man nicht alle Tage.
- Marco Pogo ist von Beruf Arzt und arbeitete als Turnusarzt, ehe der Erfolg von Turbobier ihm erlaubte, sich ganz der Musik zu widmen.
- Turbobier geht auch über die Musik hinaus. 2016 brachte die Band das Brettspiel «Reparaturseidl» auf den Markt, und 2017 gründete Marco Pogo die satirische «Bieristische Glaubensgemeinschaft» mit ihren eigenen «zehn Geboten», als Fortsetzung der humorvollen Bandphilosophie.
- Die Eigenschreibweise TURBOBIER steht laut Band für «Dosenstechen», ein Trinkspiel, was gut zum augenzwinkernden Konzept passt.
- Marco Pogo ist längst nicht nur Musiker. Als Dominik Wlazny trat er bei der Bundespräsidentenwahl 2022 an und holte mit 8,3 Prozent den dritten Platz, in Wien wurde er sogar Zweiter. Dazu sitzt er als Bezirksrat in Simmering, und seine Bierpartei trat auch bei Nationalratswahlen an.
- Kurios: der Kopf einer Bier-Band trinkt selbst keinen Alkohol.
Soziale Medien
FAQ
Wer ist Marco Pogo, und welche Rolle spielt er bei Turbobier?
Marco Pogo, mit bürgerlichem Namen Dominik Wlazny, ist Frontmann, Sänger, Gitarrist und Haupt-Songwriter von Turbobier sowie Gründer der Band. Von Beruf ist er Arzt, daneben gründete er die satirische Bierpartei und kandidierte 2022 sogar für das Amt des Bundespräsidenten.
Woher stammt der Name der Band Turbobier?
Der Name spielt auf die Bier-Thematik der Band an. In der Eigenschreibweise TURBOBIER steht er laut Band für «Dosenstechen», ein Trinkspiel. Passend dazu brachte Marco Pogo auch ein eigenes Bier auf den Markt.
Wie viele Studioalben hat die Band veröffentlicht?
Fünf Studioalben: «Irokesentango» (2015), «Das Neue Festament» (2017), «King of Simmering» (2019), «Nobel geht die Welt zugrund» (2024) und «Das Leben is ein Oaschloch» (2026). Dazu kommen die Live-Alben «Live in Wien» (2021) und «Live im Volkstheater» (2023).
Welche Auszeichnungen hat Turbobier erhalten?
Turbobier gewann dreimal den Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie Hard & Heavy, nämlich 2016, 2022 und 2025, und war mehrfach weiter nominiert, unter anderem 2022 als Live-Act des Jahres.
Welche sind die bekanntesten Songs von Turbobier?
Zu den Kulthits gehören «Insel muss Insel bleiben», «King of Simmering» und «Fuaßboiplotz», dazu die frühe Parodie «Arbeitslos durch den Tag». Sie alle sind feste Mitsing-Nummern bei den Konzerten.
Wodurch unterscheiden sich die Live-Auftritte von Turbobier von den Studioaufnahmen?
Live sind die Konzerte ein einziges, energiegeladenes Chaos, bei dem kein T-Shirt trocken und kein Refrain ungesungen bleibt. Der typische Wiener Schmäh und die «turbogeladene» Energie machen jeden Auftritt zu einem Erlebnis, das über das bloße Abspielen der Studiotracks weit hinausgeht.







