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Seiler und Speer

von Florian Wiesinger

Inhaltsverzeichnis
Seiler und Speer (Band)

Seiler und Speer spielen seit gut zehn Jahren in der ersten Liga des österreichischen Pop. Dialekt-Pop, Texte über das ganz normale Leben, und immer ein Augenzwinkern dabei. Dahinter stehen zwei Männer aus Bad Vöslau in Niederösterreich: Christopher Seiler und Bernhard Speer. Mal klingen sie nach Bierzelt, mal nach Feuilleton. Genau dieser Spagat zwischen Wiener Schmäh und leiser Melancholie macht die beiden so eigen.

Bandname

Seiler und Speer

Mitglieder

Christopher Seiler, Bernhard Speer

Gründungsjahr

2014

Herkunft

Bad Vöslau, Niederösterreich

Genre

Austropop, Dialekt-Pop

Debütalbum

„Ham kummst“ (2015)

Letztes Studioalbum

„Hödn“ (2025)

Bekanntester Song

„Ham kummst“

Auszeichnungen

Amadeus Austrian Music Award (mehrere Kategorien)

Tour 2026

„HÖDN 2026“-Tour

Offizielle Website

seilerundspeer.at

Seiler und Speer - österreichische Band

Seiler und Speer

Geschichte

Angefangen hat alles 2014, eher zufällig. Christopher Seiler stand damals als Kabarettist und Schauspieler auf der Bühne, Bernhard Speer arbeitete als Filmproduzent und Regisseur. Aus Seilers Kabarettprogramm „Schichtwechsel“ wuchs die Idee zur Band. Seiler wollte das Ganze mit Musik untermalen, Speer übernahm Produktion und Regie. So wurde aus einem Spaßprojekt eine Band. Die ersten Lieder schrieben sie nebenbei, während sie an ihrer Satire-Webserie „Horvathslos“ werkten. Seiler machte meist die Texte, Speer die Musik auf der Gitarre.

Am 17. April 2015 kam das Debütalbum „Ham kummst“. Es sprang sofort auf Platz eins in Österreich und schaffte in Deutschland Rang 31. Heute steht es bei fünffach Platin, eines der erfolgreichsten Debüts, das der Austropop seit Langem gesehen hat. Der Titelsong wurde zur Visitenkarte des Duos: eine ironische Nummer über eine durchzechte Nacht, und plötzlich kannte sie das halbe Land. Die Single hielt sich fünf Wochen an der Spitze der Ö3 Austria Top 40, das Video wurde zum Internet-Hit.

Seiler und Speer - Ham kummst

Im Oktober 2015 folgte ein Moment, der ihren Platz in Österreich festigte. Beim Solidaritätskonzert „Voices for Refugees“ spielten sie am 3. Oktober am Wiener Heldenplatz vor rund 100.000 Menschen. Ein halbes Jahr später beim Amadeus Austrian Music Award 2016 hatten sie sechs Nominierungen, unter anderem als Band des Jahres und als Live-Act des Jahres. Zwei Preise nahmen sie mit nach Hause: „Song des Jahres“ und „Songwriter des Jahres“, beide für „Ham kummst“.

Danach ging es Schlag auf Schlag. 2017 folgte „Und weida?“, wieder die Nummer eins in Österreich. Am 26. Juli 2019 kam „Für immer“, erneut ganz oben zu Hause und in Deutschland auf Platz 14. 2022 probierten sie etwas Neues. Beim Projekt „Red Bull Symphonic“ spielten sie ihre Lieder mit Orchester, gemeinsam mit Dirigent Christian Kolonovits und dem Max Steiner Orchester. Drei ausverkaufte Abende im Wiener Konzerthaus zeigten die Songs von einer ganz anderen Seite, weit weg vom Gitarren-Schmäh der Anfänge.

Seiler und Speer | Red Bull Symphonic

Dann wurde es sechs Jahre still, zumindest bei den Studioalben. 2025 meldeten sie sich mit „Hödn“ zurück, und der Titel landete prompt auf Platz eins. Im selben Jahr spielten sie im Wiener Ernst-Happel-Stadion, unter dem Motto „10 Jahre Ham kummst“, vor rund 50.000 Fans. Einer der größten Auftritte ihrer Laufbahn, und das Stadion war schon vorher ausverkauft. Druck machten sich die beiden trotzdem keinen. Der beste Test sei ohnehin das Konzert, hat Seiler einmal sinngemäß gesagt: wenn die Leute kommen und glücklich wieder gehen.

Heute machen sie weiter, wie man sie kennt. Neue Lieder neben den alten Hits, live vor Publikum. Sie gehören zu den prägenden Namen des aktuellen Austropop und haben sich über mehrere Generationen einen Kultstatus erspielt, in Österreich, in Deutschland, in der Schweiz. Ihre Texte leben von Humor, Sozialkritik und genau beobachteten Milieus, immer im Dialekt, immer nah dran. Vom Rand des Unterhaltungsbetriebs sind sie so ins Zentrum der Popkultur gerückt. Eine Karriere, die aus Zufall entstand und im Rückblick doch ihre eigene Logik hat.

Seiler und Speer - Hödn

Mitglieder

Zwei Köpfe, zwei sehr verschiedene Rollen, die gut zusammenpassen. Der eine steht im Rampenlicht, der andere formt im Hintergrund Sound und Bilder. Kurz vorgestellt:

Name

Rolle in der Band

Nebentätigkeit

Christopher Seiler

Gesang, Texte, Bühnenfigur

Schauspieler, Kabarettist; früher Mitglied von AUT of ORDA

Bernhard Speer

Gitarre, Produktion, Videoregie

Filmproduzent und Regisseur

Christopher Seiler war schon vor der Band als Schauspieler und Kabarettist bekannt. Diese Bühnenerfahrung floss direkt in Anton Horvath, den comichaften Helden der Videoserie „Horvathslos“, die das Duo gemeinsam entwickelt hat. Bernhard Speer kümmert sich um Produktion und Regie, auch bei den Videos, und dreht daneben weiter Filme. Die Aufgaben haben sie über die Jahre kaum getauscht: Seiler vorne am Mikro und an den Texten, Speer an der Gitarre und hinter der Kamera.

Seiler war außerdem bei AUT of ORDA dabei, einer Supergroup, die er mit Paul Pizzera und Daniel Fellner gründete, beide bekannt vom Duo Pizzera & Jaus. Im August 2024 gab Seiler seinen Ausstieg bekannt. Er wolle sich auf andere Projekte konzentrieren, allen voran Seiler und Speer.

Die beiden verfolgen also auch eigene Wege, im Film, im Kabarett, in weiteren Musikprojekten. Dass sie trotzdem immer wieder zu Seiler und Speer zurückfinden, sagt einiges über die Chemie zwischen den zwei Niederösterreichern.

Seiler und Speer (Christopher Seiler und Bernhard Speer)

Christopher Seiler und Bernhard Speer

Diskografie

Neben den großen Hits wie „Ham kummst“ steht eine ganze Reihe bekannter Songs, von „I kenn di vo wo“ über „Herr Inspektor“ bis „Waun da Wind geht“. Vieles davon singt das Publikum längst mit. Die wichtigsten Alben, mit Jahr, Typ und Chartposition in Österreich:

Jahr

Album

Typ

2015

Ham kummst

Studioalbum

2017

Und weida?

Studioalbum

2019

Für immer

Studioalbum

2022

Red Bull Symphonic

Live / symphonisch

2024

Live auf der Festung Kufstein 2024

Livealbum

2025

Hödn

Studioalbum

Vier Studioalben, viermal ganz oben oder knapp darunter. Das schafft im deutschsprachigen Raum kaum jemand, und schon gar nicht mit Liedern im Dialekt. Die Spannweite ist beachtlich: von der ausgelassenen Party-Nummer bis zur leisen Ballade, vom rohen Debüt bis zur Bühne mit Orchester. Wer die Alben der Reihe nach hört, hört auch, wie aus einem Gaudi-Projekt eine ernstzunehmende Band wurde, ganz ohne den Schmäh zu verlieren. „Red Bull Symphonic“ und das Livealbum von der Festung Kufstein stehen dazwischen und zeigen, wie unterschiedlich dieselben Lieder klingen können, je nachdem, wo und mit wem sie gespielt werden. Und „Hödn“ hat bewiesen: Auch nach sechs Jahren Studiopause geht es direkt zurück an die Spitze.

Seiler und Speer - Herr Inspektor

Konzertleben

Live sind Seiler und Speer in ihrem Element. Große Open-Air-Bühnen füllen sie so leicht wie Konzerthallen und zählen damit zu den stärksten Live-Acts des Landes. Manche Auftritte sind längst legendär: das Benefizkonzert am Heldenplatz 2015, die Orchester-Shows im Wiener Konzerthaus 2022, der ausverkaufte Abend im Ernst-Happel-Stadion. Dazwischen liegen unzählige Festival- und Hallenkonzerte in Österreich und darüber hinaus.

Das Programm mischt neue Lieder vom aktuellen Album mit den größten Hits von früher. So bleiben die Shows für Neulinge frisch und für alte Fans vertraut. Man weiß vorher nie ganz genau, was kommt, aber die großen Nummern sind immer dabei. Dass ein Dialekt-Act aus Niederösterreich auch in deutschen Städten volle Säle spielt, sagt einiges über die Zugkraft dieser Konzerte.

Auf der Bühne treffen zwei Welten aufeinander, die man sonst selten zusammen sieht: die Wucht einer Party-Band und die Ruhe zweier Liedermacher. Mal wird mitgegrölt, mal still zugehört, oft kippt das eine ins andere mitten im Song. Dieser Wechsel macht die Konzerte aus, und er erklärt, warum im Publikum Teenager neben Großeltern stehen. Ihren Ruf als Live-Band haben sie sich über Jahre erspielt, Konzert für Konzert.

Seiler und Speer sorgen live für Stimmung

Seiler und Speer live auf der Bühne

Konzerte 2026

Die „HÖDN 2026“-Tour ist nach dem Album von 2025 benannt und führt durch Hallen und Konzertplätze in ganz Österreich. Von Oberwart über Salzburg, Gmunden, Kufstein, Klam und Moosburg bis Graz reicht die Reise, quer durchs Land und über einige der schönsten Freiluft-Bühnen. Angekündigt wurde sie kurz nach dem ausverkauften Stadionkonzert in Wien, und schon standen zahlreiche neue Termine fest. Die bestätigten Konzerte 2026:

Datum

Location

Tickets

Dezember 11 2026

Wiener Stadthalle Roland-Rainer-Platz 1

seilerundspeer.at

Dezember 12 2026

Wiener Stadthalle Roland-Rainer-Platz 1

seilerundspeer.at

Dezember 18 2026

Salzburgarena Am Messezentrum 1, Salzburg

seilerundspeer.at

Dezember 19 2026

Messe Oberwart Informstraße, Oberwart

seilerundspeer.at

Das Tour-Programm dreht sich um die neuen Lieder aus „Hödn“, dazu die größten Klassiker. Wer zum ersten Mal dabei ist, bekommt beides zu hören: die aktuellen Nummern und die Hits, die man längst mitsingt. Die Liste kann laufend um neue Termine wachsen, deshalb vor dem Ticketkauf immer kurz auf die offizielle Website schauen. Dort stehen alle Daten und Spielorte aktuell.

Kurz gesagt: die „HÖDN 2026“-Tour ist für viele der beste Weg, Seiler und Speer kennenzulernen oder wiederzusehen. Neue Lieder, alte Hits, Schmäh und echte Live-Energie an einem Abend. Wer die Band bisher nur aus dem Radio kennt, versteht spätestens im Konzert, warum aus dem einstigen Spaßprojekt eine der größten Live-Nummern Österreichs geworden ist.

Interessante Fakten

  • Anton Horvath, die Figur aus „Horvathslos“, ist ein comichafter Typ: immer arbeitslos, immer ein bisschen zu großzügig, wenn es darum geht, die eigenen Erfolge auszuschmücken. Speer spielt in der Serie den Reporter, der eine Doku über Horvath dreht. Zwei Staffeln, je acht Folgen, ein Teil davon gratis online. Für viele war Horvath der erste Kontakt mit dem Humor, der später auch die Songs prägte. Und genau bei der Arbeit an dieser Serie fingen Seiler und Speer überhaupt erst an, gemeinsam Lieder zu schreiben.
  • Ein Kapitel für sich ist Seilers Doppelrolle. 2023 und 2024 war er parallel zu Seiler und Speer bei AUT of ORDA aktiv. Sein Ausstieg im August 2024 überraschte viele Fans, gerade weil das Debütalbum der Supergroup erst wenige Monate zuvor auf Platz eins eingestiegen war. Wenige Tage vor der Ankündigung hatte das Trio noch gemeinsam auf der Bühne gestanden. Seiler sprach von einem Abschied ohne böses Blut, er brauche die Zeit für andere Projekte, allen voran Seiler und Speer.
  • Wie anders die Lieder klingen können, zeigte „Red Bull Symphonic“ 2022. Mit Dirigent Christian Kolonovits und dem Max Steiner Orchester bekamen die Nummern einen orchestralen Anstrich, weit weg vom Gitarren-Schmäh der Anfänge. Und noch eine Zahl, die hängen bleibt: „Ham kummst“ steht bei fünffach Platin und zählt damit zu den erfolgreichsten Debütalben des Austropop im letzten Jahrzehnt. Das Album hielt sich jahrelang in den heimischen Charts und ist bis heute ihre Visitenkarte.
  • Zum Schluss ein Detail am Rande. Der Bandname ist schlicht aus den Nachnamen der beiden entstanden, Seiler und Speer, beide aus Bad Vöslau. Klingt nach Anwaltskanzlei, steht aber für eine der eigenwilligsten Mischungen aus Kabarett, Mundart und Pop, die Österreich zuletzt hervorgebracht hat. „Hödn“, auf Hochdeutsch „Helden“, passt zu ihrem Humor: Die beiden besingen sich augenzwinkernd selbst und schauen ganz entspannt auf die großen Fragen des Lebens.
Seiler und Speer - zwei Stimmen aus Österreich

Seiler und Speer

Soziale Medien

FAQ

Wie haben sich Christopher Seiler und Bernhard Speer kennengelernt?

Über Seilers Kabarettprogramm „Schichtwechsel“, 2014. Seiler wollte das Programm mit Musik untermalen, Speer stieg als Produzent und Regisseur ein. Daraus wurde die Band. Die ersten gemeinsamen Lieder entstanden rund um die Satire-Serie „Horvathslos“, an der beide ohnehin arbeiteten.

Was ist der erfolgreichste Song der Band?

„Ham kummst“. Der Titelsong des Debüts von 2015 wurde zur Nummer eins in Österreich und läutete den Durchbruch ein. Die Single stand fünf Wochen an der Spitze der Ö3 Austria Top 40, das Video wurde zum Internet-Hit, und das Album steht bei fünffach Platin.

Treten Seiler und Speer auch außerhalb Österreichs auf?

Ja. Neben Österreich spielen sie in Deutschland und in der Schweiz. Ihr Kultstatus reicht über die Grenzen hinaus, obwohl sie im Dialekt singen. Rund um „Hödn“ waren sie unter anderem in Deutschland und der Schweiz unterwegs, bevor 2026 die große Österreich-Tour startet.

Spielen Seiler und Speer ihre Songs dauerhaft mit Symphonieorchester?

Nein. Die Orchester-Fassung war ein einmaliges Projekt: „Red Bull Symphonic“ 2022, mit Dirigent Christian Kolonovits und dem Max Steiner Orchester, an drei ausverkauften Abenden im Wiener Konzerthaus. Daraus entstand auch ein Livealbum, das in Österreich Platz zwei erreichte. Auf Tour spielen sie in gewohnter Bandbesetzung.

Welchen Amadeus Award hat die Band am häufigsten gewonnen?

Beim Amadeus Austrian Music Award 2016 gewann das Duo „Song des Jahres“ und „Songwriter des Jahres“, bei insgesamt sechs Nominierungen, unter anderem als Band des Jahres und als Live-Act des Jahres. Diese beiden Preise zählen zu ihren bekanntesten. Über die Jahre kamen mehrere Amadeus-Trophäen zusammen.

Hat Christopher Seiler vor Seiler und Speer Musik gemacht?

Vorher war Seiler vor allem als Schauspieler und Kabarettist bekannt. Die Musik kam über sein Kabarettprogramm „Schichtwechsel“ dazu, aus dem gemeinsam mit Speer die Band entstand. Beim Debüt schrieb Seiler meist die Texte, Speer komponierte die Musik auf der Gitarre. Dabei ist es bis heute geblieben.

Was macht Bernhard Speer neben der Musik im Duo?

Speer ist Filmproduzent und Regisseur. Er verantwortet Produktion und Regie der Projekte, auch der Videos, und dreht daneben weiter Filme. Schon bei „Horvathslos“ stand er hinter der Kamera und spielte in der Serie zugleich den Reporter. In der Band spielt er außerdem Gitarre.