Buntspecht
Sechs Köpfe, ein Sound, den es so kein zweites Mal gibt. Buntspecht ist eine sechsköpfige Wiener Band, deren Musik Indie-Pop, Gypsy-Jazz, Bossa Nova, Wienerlied und Balkan-Folk zu einem ganz eigenen Klang verschmilzt. Gegründet wurde Buntspecht 2016, und schon 2018 nahm die Gruppe ihr Debütalbum in einem ganz normalen Gartenhäuschen im Wiener Bezirk Hütteldorf auf. Von dort ging es rasch auf die Bühnen Österreichs und Deutschlands.
Selbst die Pandemie konnte den Aufstieg im deutschsprachigen Raum nicht bremsen. Einer der bekanntesten Tracks, «Unter den Masken», wurde in dieser Zeit zum Publikumsliebling. Und der Kalender bleibt voll: 2026 stehen weitere Konzerte an, darunter ein großer Auftritt in der Arena Wien Ende Dezember. Doch dazu gleich mehr.
Name der Band | Buntspecht |
|---|---|
Herkunftsstadt | Wien, Österreich |
Gegründet | 2016 |
Anzahl Mitglieder | 6 |
Musikstil | Indie-Pop, Gypsy-Jazz, Bossa Nova, Wienerlied, Folk, Balkanmusik |
Debütalbum | «Großteils Kleinigkeiten» (2018) |
Letztes Studioalbum | «Konstrukt 5» (2025) |
Bekanntester Hit | «Unter den Masken» |
Label | Phat Penguin Records |
Website |
Buntspecht
Geschichte
Am Anfang stand eine Freundschaft. Lukas Klein, Jakob Lang und Florentin Scheicher kannten sich schon, bevor sie gemeinsam Musik machten. Als das Trio 2016 Lukas Chytka kennenlernte, war die Idee für Buntspecht geboren. Zwei Jahre später nahm die Band ihr Debütalbum «Großteils Kleinigkeiten» auf, und zwar buchstäblich in wenigen Tagen in einem Gartenhäuschen im Wiener Bezirk Hütteldorf, gemeinsam mit Produzent Klaus Tschabitzer, der übrigens der Stiefvater von Florentin Scheicher ist. Danach feilte die Gruppe über mehrere Monate im Tonstudio an den Songs weiter.
Schon auf diesem Debüt war der Buntspecht-Sound unverkennbar. Eine Mischung aus Pop, Klezmer, Gypsy-Swing, Balkan-Motiven, Weltmusik und Folk, durch einen klaren Pop-Filter gejagt. Die Musik klingt, als würden ein paar Freunde am Donauufer zusammen musizieren. Der Erfolg kam prompt. Das zweite Album «Draußen im Kopf» erschien im Mai 2019, wieder in Eigenregie, aber unter professionelleren Bedingungen, und schaffte den Sprung in die Top 10 der österreichischen Albumcharts. Aus diesem Album stammt auch die Single «Unter den Masken», die 2019 herauskam und sich später zum größten Hit der Band mausern sollte. Im Sommer 2019 spielte Buntspecht sogar beim renommierten Jazzfestival Saalfelden.

Buntspecht - Unter den Masken
Noch im selben Jahr folgte das «halbe» Album «Wer jagt mich wenn ich hungrig bin», auf dem vertonte Gedichte, Klavierstücke und schnelle, aber ausdrucksstarke Song-Skizzen im Stil des Poetry Slam versammelt sind. Dann kam die Pandemie. Live-Auftritte waren kaum möglich, doch «Unter den Masken» traf gerade jetzt den Nerv des Publikums und erweiterte die Hörerschaft im deutschsprachigen Raum deutlich. Der Song zählt heute über 20 Millionen Streams. 2021 brachte «Spring bevor du fällst» die Band an die Spitze der österreichischen Charts.
Fürs fünfte Album zog sich die Gruppe 2023 in eine kreative Klausur ins Burgenland zurück. Es trägt den langen, unverkennbar buntspechtigen Titel «An das Gestern, das nie Morgen wurden darfte. Ich warte» und erschien am 10. November 2023. Den Abschluss dieser produktiven Jahre bildet «Konstrukt 5», kurz K5. Die erste Single «Majorelika» kam schon Ende 2022, das Album selbst am 14. März 2025. Kurios am Titel: «Konstrukt 5» ist eigentlich das sechste Album der Band, nicht das fünfte. Passt zu einer Gruppe, die sich jeder Kategorie entzieht. Direkt danach ging es auf die große K5-Tour durch Österreich und Deutschland, die auch 2026 weiterläuft.

Buntspecht - Majorelika
Heute zählt Buntspecht zu den auffälligsten Indie-Bands Österreichs, bekannt vor allem für ihre energiegeladene und theatralische Bühnenpräsenz. Die Besetzung hat sich über die Jahre etwas verändert. Den Gründungs-Cellisten Lukas Chytka ersetzte mit der Zeit Antonia Luksch. Zu den bekanntesten Songs gehören neben dem Pandemie-Hit «Unter den Masken» auch Tracks wie «Alles bricht» und «Der rote Pfau», die bei Live-Auftritten regelmäßig für Begeisterung sorgen. Die Single «Majorelika» aus «Konstrukt 5» zählt zu den frischeren bekannten Nummern der Band Mitte der 2020er. So bleibt der Musikstil von Buntspecht ständig in Bewegung.

Buntspecht - Der rote Pfau
Bandmitglieder
Ein Blick auf die sechs Köpfe hinter dem Sound:
Name | Instrumente/Rolle | Zusatzinfo |
|---|---|---|
Lukas Klein | Gesang, Akustikgitarre, Klavier | am ehesten der Bandleader, schreibt die meisten Texte |
Florentin Scheicher | Trompete, Melodica, Gesang | bildet den Kontrast zu Kleins hoher, kratziger Stimme |
Florian Röthel | Schlagzeug, Perkussion | rhythmisches Fundament der Band |
Jakob Lang | Kontrabass, E-Bass | Bass-Sektion |
Roman Gessler | Saxofon (Alt, Bariton), Flöte | Bläser-Sektion |
Antonia Luksch | Cello | kam als Nachfolgerin von Gründer Lukas Chytka dazu |
Lukas Klein kommt einem Bandleader am nächsten, auch wenn Buntspecht ziemlich demokratisch funktioniert und sich jedes Mitglied mit den Texten wohlfühlen soll. Er singt und spielt Gitarre, und seine Stimme, ziemlich hoch und stellenweise angenehm an Hamilton Leithauser erinnernd, ist eines der Markenzeichen der Band. Florentin Scheicher, im Zweifel der zweite halbe Frontmann, sorgt mit Gesang, Trompete und Melodica für Abwechslung und bildet den Kontrast zu Kleins charakteristischem, etwas kratzigem und hohem Gesang. Er ist übrigens kein studierter, sondern ein intuitiver Musiker und nebenbei bildender Künstler, was gut zu einer Band passt, der das Unkonventionelle als Norm gilt.
Florian Röthel sitzt am Schlagzeug, und seine Rhythmusarbeit bildet das Fundament der Live-Auftritte. Jakob Lang kümmert sich um die Basslinie, auf Kontrabass und E-Bass. Roman Gessler bringt mit Saxofon und Flöte die Bläser ins Spiel, was der Musik den Gypsy- und Balkan-Beigeschmack verleiht. Und Antonia Luksch, die Cellistin, stieß mit der Zeit als Nachfolgerin des Gründers Lukas Chytka dazu, sodass der kammermusikalische Klang der Streicher ein fester Bestandteil des Sounds blieb. Gerade diese Mischung aus sechs eigenständigen Köpfen macht den Reiz der Band aus.
Buntspecht
Musikstil
Der Musikstil von Buntspecht lässt sich schwer in eine Schublade stecken, und das ist auch so gewollt. Die Band selbst beschreibt sich augenzwinkernd als «sechs betrunkene Seiltänzer aus Wien, die Kinderlieder schreiben», ihr Motto lautet passenderweise «Kinderlieder für Entwachsene». Kritiker und Musikmedien vergleichen den Klang mit einem psychedelischen Musical, in dem Kammermusik aus Gitarre, Cello und Kontrabass zu einem wilden Mix aus Folk und Bossa Nova wird.
Thematisch spannt sich der Bogen weit. Von Melancholie bis Ekstase, von Hoffnungslosigkeit bis Utopie, von Lebensbejahung bis zu nagenden Zweifeln, all das steckt in verspielten, mitunter absurden Texten. Sie richten sich zugleich an Erwachsene und an jene Erwachsenen, die nie so richtig erwachsen geworden sind. Ihr Indie-Kammerpop lebt von einer dystopischen Romantik, einer radikal wilden Schönheit und einer künstlerischen Freiheit, die heute selten geworden ist.
Diskografie
Ein Überblick über die Veröffentlichungen von Buntspecht:
Jahr | Titel | Typ | Anmerkung |
|---|---|---|---|
2018 | Großteils Kleinigkeiten | Studioalbum | Debüt, im Gartenhäuschen aufgenommen |
2019 | Draußen im Kopf | Studioalbum | Top 10 der österreichischen Charts |
2019 | Wer jagt mich wenn ich hungrig bin | «halbes» Album | vertonte Gedichte und Skizzen |
2021 | Spring bevor du fällst | Studioalbum | Nr. 1 der österreichischen Charts |
2023 | An das Gestern, das nie Morgen wurden darfte. Ich warte | Studioalbum | im Burgenland entstanden |
2025 | Konstrukt 5 (K5) | Studioalbum | sechstes Album, Single «Majorelika» |
Die Diskografie von Buntspecht zeichnet den Weg einer Band nach, die sich in wenigen Jahren vom Gartenhäuschen-Projekt zu einer festen Größe im deutschsprachigen Indie hochgearbeitet hat. Vom rohen, do-it-yourself aufgenommenen Debüt über den Charterfolg von «Spring bevor du fällst» bis zur psychedelischen Intensität von «Konstrukt 5» bleibt ein roter Faden erkennbar: die Freude am Ausprobieren, das Vermischen von Stilen und die Weigerung, sich einordnen zu lassen. Kaum eine andere österreichische Band verbindet Wienerlied, Balkan-Folk und Indie-Pop so selbstverständlich. Genau das hebt Buntspecht von vielem ab, was sonst aus der Wiener Pop-Szene kommt.

Buntspecht - 'Konstrukt 5' One Mic Session
Konzertleben
Wer Buntspecht nur von den Alben kennt, verpasst die halbe Wahrheit. Live sind die Auftritte ein ganz anderes Tier als die Studioaufnahmen. Auf der Bühne tauschen die Mitglieder immer wieder die Instrumente, und Kleins Gesang bekommt einen noch ausdrucksstärkeren, fast theatralischen Klang. Die Atmosphäre eines Konzerts beschreiben Kritiker als «musikalische Glücksdusche», der sich weder Kopf, noch Bauch, noch Tanzbein entziehen kann. Eine geladene, unbändige Energie, die niemanden stillstehen lässt. Nicht selten fällt der Vergleich mit einem psychedelischen Musical, in dem Melancholie und Euphorie an einem einzigen Abend nebeneinander bestehen.
Über die Jahre kamen einige denkwürdige Konzertmomente zusammen. Auftritte auf großen deutschen und österreichischen Bühnen, darunter die Münchner Muffathalle, dazu Open-Air-Festivals wie das Zelt-Musik-Festival in Freiburg und das Burg Herzberg Festival. Regelmäßig spielt die Band auch auf Asphalt-Festivals und an poetischen oder kammermusikalischen Spielorten in Deutschland und Österreich. Genau das festigt ihren Ruf als Live-Act, dessen Konzerterlebnis die Studioaufnahmen oft in den Schatten stellt. In Österreich stand Buntspecht unter anderem beim renommierten Jazzfestival Saalfelden auf der Bühne, spielte beim Donauinselfest in Wien, dem größten Open-Air-Festival des Landes, und war mehrfach beim Poolbar Festival in Vorarlberg zu Gast, das in einem leerstehenden Hallenbad in Feldkirch stattfindet.
Die K5-Tour führte die Band 2026 durch zahlreiche Städte in Deutschland und Österreich, mit dem für Buntspecht typischen Wechsel aus Kammermusik, Balkan-Wucht und wildem Indie-Pop.

Buntspecht - Unter den Masken (Live in der Arena Wien)
Zukünftige Konzerte
Der große Fixpunkt zum Jahresende steht schon fest. Am 17. Dezember 2026 spielt Buntspecht in der Arena Wien, im Rahmen der K5-Tour 2025/26. Tickets gibt es über die offizielle Website der Band, über Eventim und über die Arena Wien. Dieses Dezember-Konzert im heimischen Wien verspricht traditionell eines der wichtigsten vorweihnachtlichen Musikereignisse der Stadt zu werden, mit energiegeladener Bühnenshow und einer Mischung aus neuen Tracks von «Konstrukt 5» und beliebten Hits wie «Unter den Masken».
Und danach geht es gleich weiter. Für 2027 hat die Band bereits die «EINGANG / AUSGANG TOUR 2027» angekündigt, die im April 2027 startet. Diesmal reicht die Reise über Österreich hinaus, durch Deutschland, Frankreich, die Schweiz, die Niederlande und Österreich. Im Gepäck neue Musik, die 2027 erscheinen soll, und damit der nächste Schritt in einem musikalischen Universum, das sich, wie schon der Titel andeutet, keiner eindeutigen Zuordnung fügt. Ein Eingang, ein Ausgang, und dazwischen alles, was Buntspecht daraus macht: Musik zum Hören, Tanzen, Träumen und Abdriften. Wer die Band mag, behält den Terminkalender also besser im Auge, denn nach der langen K5-Reise deutet vieles auf ein neues Kapitel hin.
Auszeichnungen und Anerkennung
Große Trophäenschränke füllt Buntspecht nicht, dafür wächst die Fangemeinde stetig, und Anerkennung kam durchaus. 2022 stand die Band beim FM4 Award im Rahmen der Amadeus Austrian Music Awards im Finale, gemeinsam mit Bibiza, Eli Preiss, Cari Cari und Granada, und schaffte es damit bereits zum zweiten Mal unter die Top 5 dieses Publikumspreises. Vergeben wurden die Awards damals im Wiener Volkstheater.
Ansonsten zeigt sich der Erfolg von Buntspecht an anderen Zahlen. An Chartplatzierungen, mit «Spring bevor du fällst» sogar an der Spitze der österreichischen Charts und mit «Draußen im Kopf» in den Top 10, an mehr als 20 Millionen Streams für «Unter den Masken» und an einem exzellenten Ruf als Live-Band. Dieser Ruf, gepaart mit der konsequenten künstlerischen Eigenständigkeit, hat Buntspecht im gesamten deutschsprachigen Raum zu einer der beachtetsten Indie-Formationen ihrer Generation gemacht.
Buntspecht
Interessante Fakten
- Das Debütalbum von Buntspecht entstand buchstäblich in einem Gartenhäuschen im Wiener Bezirk Hütteldorf, zwischen Gießkannen und Tomatenbeeten, und das in nur wenigen Tagen.
- «Unter den Masken» erschien schon 2019 als Single aus «Draußen im Kopf», wurde aber gerade in der Pandemiezeit zum größten Hit der Band und zählt heute über 20 Millionen Streams.
- Bei der Besetzung gab es einen Wechsel: Antonia Luksch übernahm mit der Zeit das Cello von Gründer Lukas Chytka, der kammermusikalische Sound blieb aber unverändert.
- Fürs Album «Ich warte» zog sich die Gruppe 2023 in eine Klausur ins Burgenland zurück, schon zum zweiten Mal nach dem Debüt suchte sich die Band einen abgeschiedenen Ort für neue Musik.
- Ihre eigene, scherzhafte Beschreibung als «sechs betrunkene Seiltänzer aus Wien, die Kinderlieder schreiben» halten die Musiker selbst für die treffendste Charakterisierung ihres Schaffens.
- Produziert hat das Debüt Klaus Tschabitzer, der zugleich der Stiefvater von Bandmitglied Florentin Scheicher ist, was den familiären, unkonventionellen Geist der Band gut einfängt.
- Der Bandname stammt vom heimischen Specht, dem Buntspecht, dem am weitesten verbreiteten Vertreter seiner Art in Mitteleuropa.
Soziale Medien
FAQ
Wie viele Mitglieder hat die Band Buntspecht?
Buntspecht ist eine sechsköpfige Band aus Wien. Zur Besetzung gehören Lukas Klein, Florentin Scheicher, Florian Röthel, Jakob Lang, Roman Gessler und Antonia Luksch.
Woher stammt der Name Buntspecht?
Der Name geht auf den heimischen Vogel zurück, den Buntspecht, den am weitesten verbreiteten Specht Mitteleuropas. Er passt zum bunten, vielschichtigen Sound der Band.
Welchen Musikstil spielt Buntspecht?
Buntspecht spielt Indie-Pop mit Einflüssen von Gypsy-Jazz, Bossa Nova, Wienerlied, Folk und Balkanmusik. Kritiker vergleichen den Klang mit einem psychedelischen Kammerpop-Musical.
Was ist der bekannteste Song der Band?
«Unter den Masken». Der Song erschien 2019, wurde in der Pandemiezeit zum Publikumsliebling und zählt heute über 20 Millionen Streams. Weitere bekannte Nummern sind «Alles bricht», «Der rote Pfau» und «Majorelika».
Wie viele Studioalben hat Buntspecht veröffentlicht?
Bis 2025 hat Buntspecht mehrere Studioalben veröffentlicht, darunter «Großteils Kleinigkeiten» (2018), «Draußen im Kopf» (2019), «Spring bevor du fällst» (2021), «Ich warte» (2023) und «Konstrukt 5» (2025), dazu das «halbe» Album «Wer jagt mich wenn ich hungrig bin» (2019).
Was ist das Album «Konstrukt 5», und wann ist es erschienen?
«Konstrukt 5», kurz K5, ist das jüngste Studioalbum von Buntspecht und erschien am 14. März 2025. Trotz der Zahl im Titel ist es das sechste Album der Band, und mit ihm ging Buntspecht 2025 und 2026 auf Tour.
Wer singt bei der Band Buntspecht?
Den Hauptgesang übernimmt Lukas Klein, der auch Gitarre spielt und die meisten Texte schreibt. Dazu kommt Florentin Scheicher als zweite Gesangsstimme, der mit Trompete und Melodica für Kontrast sorgt.







