Persönlichkeiten

Christina Stürmer

von Florian Wiesinger

Inhaltsverzeichnis
Christina Stürmer

Manche Karrieren beginnen mit einem Casting-Auftritt im Arbeitskittel. Genau so begann die von Christina Stürmer. 2003 marschierte die damals 20-jährige Buchhändlerin aus Linz in einer Mittagspause zum Starmania-Casting ins ORF-Landesstudio – «wir hatten Putztag, dementsprechend war mein Outfit», erzählt sie später. Sie schied als Zweite aus. Und wurde trotzdem zur erfolgreichsten Sängerin, die aus dieser Sendung je hervorging. Über zwei Jahrzehnte später ist sie noch immer da. Mit elf Amadeus Awards, über 1,9 Millionen verkauften Tonträgern und einer Familie, die sie bewusst aus dem Rampenlicht hält.

Vollständiger Name

Christina Stürmer

Geburtsdatum

9. Juni 1982 (43 Jahre)

Geburtsort

Linz, Österreich

Aufgewachsen in

Altenberg bei Linz, Oberösterreich

Staatsbürgerschaft

Österreich

Genre

Pop, Rock, Austropop

Instrumente

Gesang, Saxophon, Querflöte

Aktive Karriere

seit 2003

Debüt

Starmania 2003 (ORF), 2. Platz

Erster Hit

«Ich lebe» (2003, 9 Wochen auf Platz 1 in Österreich)

Studioalben

8

Letztes Album

MTV Unplugged in Wien (2023)

Partner

Oliver Varga (Gitarrist)

Kinder

2 Töchter: Marina (geb. 2016), Lotta (geb. März 2021)

Wohnort

Waldviertel, Niederösterreich

Auszeichnungen

11 Amadeus Awards, 2 Echo, Goldene Stimmgabel

Website

christinastuermer.at

Christina Stürmer, Pop-Rock-Sängerin

Christina Stürmer

Biografie

Christina Stürmer wurde am 9. Juni 1982 in Linz geboren und wuchs in Altenberg bei Linz auf. Musik war früh dabei. Mit 13 Jahren spielte sie Saxophon in einer Kinder-Bigband, später kam die Querflöte dazu. 1998 gründete sie die Coverband «Scotty» und trat in einer A-cappella-Gruppe auf. Gesangsunterricht? Kein formaler. Statt Konservatorium machte sie Gymnasium, dann eine Buchhändlerlehre – um «im Fall der Fälle abgesichert zu sein», wie sie selbst sagt.

Der Fall der Fälle kam 2003. Eine Arbeitskollegin überredete sie zum Casting für Starmania. Stürmer zögerte. Dann ging sie doch – in Arbeitskleidung, mit gebundenem Zopf, mitten im Putztag. Unter 1.700 Bewerberinnen und Bewerbern kämpfte sie sich bis ins Finale und belegte den zweiten Platz, hinter Michael Tschuggnall.

Das klingt nach Niederlage. War es nicht. Als Zweite hatte sie keinen Label-Druck, keine vorgefertigten Erwartungen, keine aufgezwungene Single. «Ich war froh, dass ich in Ruhe auf meine Single konzentrieren konnte», sagt sie rückblickend. Diese Single wurde «Ich lebe» – und stand neun Wochen lang auf Platz 1 in Österreich.

Im Laufe der Karriere trat sie auch abseits von Konzerten in Erscheinung. 2015 nahm sie an der zweiten Staffel von «Sing meinen Song – Das Tauschkonzert» teil, 2017 war sie Coach bei der deutschen Castingshow «It Takes 2».

Christina Stürmer, österreichische Pop-Rock-Sängerin

Christina Stürmer

Persönliches Leben

Oliver Varga ist seit Anfang der Karriere Gitarrist in Christina Stürmers Band – seit 2003, seit dem ersten Tag. Ein Paar wurden sie aber erst 2006, nach vier gemeinsamen Jahren als Bandkollegen auf Tourneen und im Studio. Lieben gelernt haben sie sich also eher langsam. Das passt zu beiden.

Lange tourten sie gemeinsam: er auf der Bühne, sie vorne am Mikrofon. Das hat sich geändert. Seit 2024/2025 bleibt Oliver zu Hause bei den Töchtern.

Wir haben uns aufgeteilt, mein Lebensgefährte bleibt nun zu Hause und spielt nicht mehr Gitarre auf der Bühne mit mir. Wir haben das ausgemacht, einer muss zu Hause bleiben.

Im August 2016 kam Tochter Marina zur Welt, im März 2021 Lotta. Beide wachsen im Waldviertel in Niederösterreich auf, weit weg von Bühnen und Backstage-Zonen. Christina Stürmer erzählt, dass die Töchter zu Hause einen Kalender führen, auf dem sie Tag für Tag abstreichen, bis sie wieder nach Hause kommt.

Bilder der Kinder gibt es keine öffentlichen. Homestorys aus dem Waldviertel auch nicht. Diese Grenze zieht Stürmer seit ihrer Starmania-Zeit, als ein Kamerateam in ihr Kinderzimmer kam. Das war die Lektion. Sie gilt bis heute.

Christina Stürmer und ihr Ehemann sowie Gitarrist Oliver Varga

Christina Stürmer und Oliver Varga

Vermögen

Genaue Zahlen kommuniziert Christina Stürmer nicht – und das ist ihr gutes Recht. Was öffentlich dokumentiert ist: über 1,9 Millionen verkaufte Tonträger, elf Amadeus Awards, über zwei Jahrzehnte als meistgebuchter Live-Act in Österreich. Ihre Einnahmen kommen aus Albumverkäufen, Streaming, Konzerten, Lizenzgebühren und Werbekooperationen – sie war langjähriges Werbegesicht von Lidl Österreich. Medien schätzen ihr Vermögen im mehrstelligen Millionenbereich, aber ohne offizielle Grundlage. Zudem ist sie Botschafterin eines Kinderhospizes in Mitteldeutschland.

Musikkarriere

Auf Starmania interpretierte Christina Stürmer «Ein Kompliment» von Sportfreunde Stiller. Danach unterschrieb sie bei Universal Music und veröffentlichte «Ich lebe»: neun Wochen Platz 1 in Österreich. Es folgten «Geh nicht wenn du kommst» und «Mama (Ana Ahabak)» – eine Ballade aus der Perspektive eines irakischen Mädchens, geschrieben während des Irakkriegs, ebenfalls neun Wochen auf Platz 1.

Starmania - Christina Stürmer "Ein Kompliment"

Das Debütalbum «Freier Fall» erschien im Mai 2003, zunächst ausschliesslich in Österreich. Stieg sofort auf Platz 1.

Das zweite Album «Soll» das wirklich alles sein (2004) festigte ihre Position. Mit dem Single «Vorbei» versuchte sie den deutschen Markt – der Song blieb zunächst hinter den Erwartungen. Der Durchbruch kam 2005 mit einer überarbeiteten Version von «Ich lebe», die in Deutschland Platz 9 und dann Platz 4 der Charts erreichte.

Ich Lebe - Christina Stürmer (Offizielles Video)

Parallel erschien für den deutschen und Schweizer Markt «Schwarz Weiss» (2005) – eine neu produzierte Zusammenstellung bestehender österreichischer Tracks. Platz 3 in Deutschland, über ein Jahr in den Top 20. Es wird üblicherweise nicht als eigenständiges Studioalbum gezählt, sondern als internationale Marktversion.

Lebe lauter (2006) war ihr bis dahin grösster Erfolg: Platz 1 gleichzeitig in Deutschland und Österreich. «Nie genug» und «Um bei dir zu sein» erreichten beide die Spitze der österreichischen Charts.

Christina Stürmer - Nie Genug (offizielles Video)

Es folgten «In dieser Stadt» (2009) und «Nahaufnahme» (2010) – persönlichere, ruhigere Alben. Zur UEFA Euro 2008 lieferte sie mit «Fieber» den österreichischen EM-Song. «Wir leben den Moment» wurde einer ihrer langlebigsten Tracks.

«Ich hör auf mein Herz» (2013) brachte «Millionen Lichter» und den gleichnamigen Titeltrack. Reifer, direkter. «Seite an Seite» (2016) setzte diese Linie fort – das Titelstück läuft bis heute in ihren Setlists.

Christina Stürmer - Millionen Lichter

«MTV Unplugged in Wien» (2023) ist das achte und bisher intimste Studioalbum, aufgenommen im Wiener Volkstheater: akustisch, ohne Schminke, eine Art Rückschau auf zwanzig Jahre Karriere ohne Wehmut.

Am 9. Mai 2025 spielte Christina Stürmer als Vorprogramm beim Wanda-Konzert auf dem Salzburger Residenzplatz. 10.000 Menschen, ausverkauft. Sie zündete ihre Unplugged-Show mit «Millionen Lichter», «Seite an Seite», «Engel fliegen einsam» und dem Wolfgang-Ambros-Cover «Du bist wia de Wintasun». Der ORF übertrug live auf ORF ON. Am nächsten Abend lief es auf ORF 1.

Als Highlight des Abends: Wanda holten Stürmer für das Duett «Ich lebe» auf die Bühne – eine Kombination, die sie beim Wanda-Weihnachtskonzert 2023 erstmals erprobt hatten. Zwei Welten: Wandas schroffer Wiener Indie-Rock und Stürmers ehrlicher Pop-Rock. Hat funktioniert. Vielleicht gerade deshalb.

Der Abend auf dem Residenzplatz wurde zum meistdiskutierten österreichischen Musikereignis des Frühjahrs 2025. Salzburg ist nicht ihre Heimatstadt – sie stammt aus Linz – aber ein Ort, der in ihrer Karrieregeschichte jetzt einen festen Platz hat.

Aftermovie WANDA & Christina Stürmer 2025 - Residenzplatz Salzburg

Konzertleben

Christina Stürmer füllt Konzerthallen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Ihre Unplugged-Tour 2024 führte sie durch beide Länder. Auf der Bühne ist sie nah am Publikum, kein Stargebaren, kein Abstand. Das Bild «die Christina von nebenan» hält, auch nach zwanzig Jahren. Was sich geändert hat: Sie steht jetzt ohne Oliver Varga auf der Bühne. Das fiel auf. Vermisst wird er auch.

Konzerte 2026

Auf ihrer offiziellen Homepage kündigt sie an: «Es wird wieder laut – Nur 3 exklusive Konzerte 2026Drei Abende, kein grosser Tourzyklus. Wer dabei sein will, sollte früh buchen.

Datum

Spielort

Tickets

Freitag, 28. August 2026

Details auf christinastuermer.at prüfen

christinastuermer.at, oeticket.com, eventim.at

Freitag, 11. September 2026

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christinastuermer.at, oeticket.com, eventim.at

Freitag, 18. September 2026

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christinastuermer.at, oeticket.com, eventim.at

Christina Stürmer während eines Live-Auftritts

Christina Stürmer live auf der Bühne

Diskografie

Jahr

Titel

Label

Bekannte Tracks

2003

Freier Fall

Universal Music

Ich lebe, Geh nicht wenn du kommst, Mama (Ana Ahabak)

2004

Soll das wirklich alles sein

Universal Music

Vorbei

2006

Lebe lauter

Universal Music

Nie genug, Um bei dir zu sein, Ohne Dich, Scherbenmeer

2009

In dieser Stadt

Universal Music

Ist mir egal, Mehr als perfekt, Fieber

2010

Nahaufnahme

Universal Music

Wir leben den Moment

2013

Ich hör auf mein Herz

Universal Music

Ich hör auf mein Herz, Millionen Lichter

2016

Seite an Seite

Universal Music

Seite an Seite

2023

MTV Unplugged in Wien

Universal Music

Engel fliegen einsam, Du bist wia de Wintasun, Seite an Seite (akustisch)

Von Freier Fall bis MTV Unplugged ist die Entwicklung klar: weniger Produktion, mehr Persönlichkeit. Das letzte Album ist das bisher ehrlichste.

Auszeichnungen

Auszeichnung

Jahr

Kontext

Amadeus Austrian Music Award

2004

Newcomer des Jahres, Künstlerin Pop/Rock national

Amadeus Austrian Music Award

mehrfach

11 Auszeichnungen bei 20 Nominierungen insgesamt

Xpress Award

2004

Song des Jahres, Star des Jahres, Austro Star des Jahres

Echo

mehrfach

Zwei Echo-Awards

Goldene Stimmgabel

Auszeichnung für Gesamtleistung

DIVA Award

Auszeichnung für Gesamtleistung

Über 1,9 Millionen Tonträger verkauft. «Ich lebe» und «Mama (Ana Ahabak)» je neun Wochen auf Platz 1 in Österreich. Die überarbeitete «Ich lebe»-Version erreichte 2005 Platz 4 in Deutschland. Lebe lauter: Nummer 1 gleichzeitig in Deutschland und Österreich.

Die beliebte österreichische Sängerin Christina Stürme

Christina Stürmer

Interessante Fakten

  • Das Casting bei Starmania absolvierte sie mit Zopf und Arbeitskleidung – es war Putztag. Die Kollegin, die sie überredete hinzugehen, dürfte sich das noch heute zuguthalten.
  • Kurz nach Starmania sagte sie in einem Interview: «Ich will das eigentlich alles nicht.» Gemeint war: keine Castingshow-Karriere, keine vorgefertigte Popidentität. Sie hat das durchgezogen.
  • Mit 13 spielte sie Saxophon in einer Kinder-Bigband. Auf der Bühne ist das Instrument nie aufgetaucht.
  • 2015 trat sie bei «Sing meinen Song – Das Tauschkonzert» auf, 2017 war sie Coach bei «It Takes 2». Auch abseits von Konzerten blieb sie medial präsent.
  • Sie ist Botschafterin eines Kinderhospizes in Mitteldeutschland. Das sagt mehr über sie als manches Interview.

Soziale Medien

FAQ

Wie viele Kinder hat Christina Stürmer?

Zwei Töchter: Marina (geboren 2016) und Lotta (geboren März 2021). Beide wachsen im Waldviertel auf. Bilder der Kinder veröffentlicht sie nicht.

Woher stammt sie und wo lebt sie heute?

Aus Linz, aufgewachsen in Altenberg bei Linz. Heute lebt sie mit ihrer Familie im Waldviertel, Niederösterreich.

Was ist ihr bekanntester Song?

«Ich lebe» (2003) – neun Wochen auf Platz 1 in Österreich. Ihr erster und bis heute bekanntester Hit.

Wie viele Alben hat sie veröffentlicht?

Acht Studioalben, von Freier Fall (2003) bis MTV Unplugged in Wien (2023).

Was verbindet Christina Stürmer und Wanda?

Am 9. Mai 2025 spielte Stürmer als Vorprogramm beim Wanda-Konzert auf dem Salzburger Residenzplatz, live auf ORF übertragen. Beim Wanda-Weihnachtskonzert 2023 sangen sie gemeinsam «Ich lebe».

Wie steht sie zur Öffentlichkeit ihres Privatlebens?

Konsequent zurückhaltend. Keine Kinderbilder, keine Homestorys. Seit ihrer Starmania-Zeit, als Kameras bis ins Kinderzimmer kamen, ist das ihre feste Haltung.