Alpenzoo Innsbruck
Ein Zoo mitten in den Alpen, hoch über den Dächern der Stadt: das gibt es so nur in Tirol. Der Alpenzoo Innsbruck ist der höchstgelegene Zoo Europas, am Fuß der Nordkette auf rund 727 bis 750 Metern Seehöhe. Auf etwa fünf Hektar leben hier über 2000 Tiere von rund 150 Arten, und zwar ausschließlich Tiere aus dem Alpenraum. Damit ist er ein sogenannter Themenzoo, wie es weltweit keinen zweiten gibt.
Der Alpenzoo ist aber mehr als eine Ansammlung von Gehegen. Er versteht sich als Erlebnis-, Bildungs-, Forschungs- und Naturschutz-Zoo, ist mit rund 300.000 Gästen pro Jahr die größte landeskulturelle Einrichtung Tirols und zieht Familien wie Naturfreunde an. Dazu kommen günstige Kombitickets mit der Hungerburgbahn und ein grandioser Blick auf die Tiroler Bergwelt. Doch dazu gleich mehr.
Name | Alpenzoo Innsbruck |
|---|---|
Typ | Themenzoo der Alpentierwelt (Erlebnis-, Bildungs-, Forschungs- und Naturschutz-Zoo) |
Adresse | Weiherburggasse 37, 6020 Innsbruck, Tirol |
Höhenlage | rund 727–750 m ü. d. M. (höchstgelegener Zoo Europas) |
Fläche | rund 5 Hektar |
Anzahl Tiere | über 2000 |
Anzahl Arten | rund 150 |
Gegründet | 1962 |
Gründer | Zoologe Hans Psenner |
Öffnungszeiten | April–Oktober 9.00–18.00, November–März 9.00–17.00 (täglich) |
Besucher | rund 300.000 pro Jahr |
Website |

Geschichte
Angefangen hat alles am 22. September 1962. An diesem Tag gründete der österreichische Zoologe Hans Psenner den Alpenzoo, mit einer damals ungewöhnlichen Idee: ein Zoo, der sich ganz den Tieren der Alpen widmet. Statt Löwen und Elefanten zeigt er, was in den Bergen vor der eigenen Haustür lebt. Mit der Eröffnung schlug der Zoo zugleich eine Brücke zum Renaissance-Tiergarten der Weiherburg aus dem 16. Jahrhundert. Die Idee trägt bis heute, und kein anderer Zoo der Welt zeigt eine so vollständige Sammlung von Wildtieren aus dem Alpenraum.
Beim Artenschutz war der Alpenzoo von Anfang an vorne dabei. Schon früh tat er sich mit der Wiederansiedelung bedrohter Arten in der freien Natur hervor, etwa Bartgeier, Steinbock und Waldrapp. Gerade der Bartgeier, einst in den Alpen ausgerottet, ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Zoo aktiv zur Rückkehr einer Art beitragen kann. Für den Waldrapp koordiniert der Alpenzoo sogar das Europäische Erhaltungszuchtprogramm.
Über die Jahre wuchs der Zoo stetig. 2003 bezogen Wisent und Braunbär neue Gehege, 2006 kam eine große Steinbockanlage dazu, 2010 wurde das Fischottergehege erweitert, und im Jubiläumsjahr 2012 entstand ein großes Alpensee-Aquarium. 2017 eröffnete ein Holzpavillon in Form einer Schnecke, gebaut mit proHolz Tirol, der über Wald und Holzwirtschaft informiert. Und noch eine Ehre wurde dem Zoo zuteil: er landete auf der Sammler-Null-Euro-Banknote, die Österreich repräsentiert, mit drei seiner Stars, dem Bartgeier, dem Luchs und dem Steinbock. Berühmt war lange auch der sprechende Rabe Jakob, eine der beliebtesten Figuren des Zoos, der 2004 verstarb.
Getragen wird der Alpenzoo von einem gemeinnützigen Verein, der den größten Teil seiner Betriebsmittel selbst erwirtschaftet, unterstützt von der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol. Dazu kommen der Förderverein «Freunde des Alpenzoos», Sponsoren und Tierpaten.
Alpenzoo Innsbruck
Tiere
Das Herzstück des Alpenzoos sind seine Tiere, und die Sammlung sucht ihresgleichen. Es ist die weltweit vollständigste Zusammenstellung der Fauna des Alpenraums: rund 20 der 80 Säugetierarten der Alpen, etwa 60 der rund 200 alpinen Vogelarten, 11 der 15 Reptilienarten, 6 der 21 Amphibienarten und nahezu alle Fischarten der Alpen.
Bei den Säugetieren trifft man auf große Namen. Braunbären, Wölfe, Luchse, Wildkatzen und Füchse, dazu die frechen Fischotter und Biber im Wasser, Steinböcke und Gämsen am Fels, Rothirsche, Murmeltiere, Schneehasen und Schneehühner. Sogar Elch und Wisent, die nach der letzten Eiszeit noch in Tirol heimisch waren, leben hier. Die Steinböcke lassen sich aus nächster Nähe und ganz ohne Zaun bei ihren Gängen über die Felsen beobachten. Der Luchs dagegen macht es einem schwer. Sein Lieblingsplatz ist meist ein Ast hoch oben im Baum, von wo aus er gemütlich auf die Besucher herabschaut, ein prima Suchspiel für kleine Abenteurer.
In der Luft und in den Volieren ist die Vielfalt groß, vom kleinsten Vertreter, dem Goldhähnchen, bis zum größten Vogel der Alpen, dem mächtigen Bartgeier. Dazu kommen Steinadler, Mönchsgeier, Schwarzstorch, Uhu, Eulen, Spechte, Raben und der seltene Waldrapp, und ein Teil der Vogelvolieren ist offen begehbar. Ein besonderes Highlight ist das größte Kaltwasseraquarium der Welt mit rund 50 heimischen Fischarten, das in mehrere Becken mit unterschiedlichen Wassertemperaturen gegliedert ist. In den Terrarien leben heimische Schlangen wie Kreuzotter und Ringelnatter, dazu Amphibien und Schildkröten. Und wer die Haustierseite mag, findet im Schaubauernhof seltene alte Tiroler Nutztierrassen, vom Tuxer Rind über das Tiroler Grauvieh bis zum Schwarznasenschaf.
Tiere im Alpenzoo Innsbruck
Jede Jahreszeit bringt ihren eigenen Reiz. Im Winter sind fast alle Arten zu sehen, nur die Murmeltiere verschlafen die kalte Jahreszeit, und Schlangen und Amphibien ziehen sich in ihr Winterquartier zurück. Schneehase und Schneehuhn tarnen sich mit einem weißen Kleid, da muss man schon genau hinschauen. Im Frühjahr wimmelt es von Jungtieren, und ab Anfang März balzen viele Vögel und bauen ihre Nester. Kleine Beobachtungen machen den Besuch besonders: wenn Innsbrucks Kirchenglocken läuten, heulen die Wölfe mit ihnen um die Wette. Und die Sehkraft des Steinadlers, des größten Greifvogels der Alpen, ist dreimal so stark wie die des Menschen.
Erlebnis und Aktivitäten
Der Alpenzoo ist mehr als ein Rundgang an Gehegen vorbei. Er ist als Abenteuer- und Entdeckungsreise angelegt, mit Stationen, an denen Eltern und Kinder gemeinsam Neues entdecken, und mit Lern-Spieleinheiten direkt bei den Gehegen. Für den Nachwuchs gibt es einiges zum Austoben, etwa den Bären-Kinderspielplatz mit Bärenhöhle und Wolfsgrube oder die Kletterwand zu «Geierwally's Adlerhorst».
Wer tiefer eintauchen will, bucht eine Führung. Der Zoo bietet Erlebnisführungen, Fütterungen und ein Jahresprogramm an Veranstaltungen, das den Besuch abwechslungsreicher macht, von Tierbegegnungen bis zu exklusiven Blicken hinter die Kulissen. Praktisch für die Kleinen ist der digitale Zoo-Guide, eine App mit lustigen Tierprofilen, kurzen Filmen, 3D-Modellen und interaktiven Missionen, die den Rundgang zum Erlebnis macht.
Ein Klassiker ist der Kindergeburtstag im Alpenzoo, für Kinder ab etwa fünf Jahren. Dazu gehören eine Erlebnisführung, ein Blick hinter die Kulissen, das Füttern von Tieren, eine Kinderjause mit Würstel, Toast oder Kuchen samt Getränk und ein Geschenk für das Geburtstagskind aus dem Zoo-Shop. Die Feste finden von Montag bis Samstag am Nachmittag statt, im Sommer auch am Vormittag, eine Begleitperson ist gratis dabei. Wer den Zoo darüber hinaus unterstützen will, übernimmt eine Tierpatenschaft.
Alpensee-Aquarium
Praktische Informationen
Zuerst zu den Öffnungszeiten. Der Alpenzoo hat das ganze Jahr über täglich ab 9.00 Uhr geöffnet. Von April bis Oktober bleibt er bis 18.00 Uhr offen, von November bis März bis 17.00 Uhr, der Fahrplan ändert sich also mit der Zeitumstellung. Ein Tipp für Spontane: mit dem Feierabendticket kommt man in der letzten Stunde vor Zooschluss zum reduzierten Preis hinein, ideal, um den Tag entspannt bei den Tieren ausklingen zu lassen.
Nun zu den Eintrittspreisen. Der Eintritt für Erwachsene kostet aktuell rund 16 Euro, inklusive Aquarium. Kinder ab sechs Jahren zahlen etwa 9 Euro, Kinder ab vier Jahren rund 4 Euro, und für Kinder bis drei Jahre ist der Eintritt frei. Familienkarten sind ebenfalls erhältlich, und die Jahreskarte kostet ungefähr 70 Euro, was sich bei mehreren Besuchen schnell rechnet. Für Gruppen ab zehn Personen gibt es ermäßigte Gruppentarife. Gratis hinein kommen außerdem Reiseleiter und Busfahrer, Lehrpersonen in Ausübung ihres Berufs (eine Lehrperson pro zehn Kinder frei), Inhaber der Innsbruck Card sowie Mitglieder des Fördervereins. Menschen mit Behinderung erhalten mit Eintrag im Behindertenpass eine Ermäßigung, ihre Begleitperson kommt gratis mit. Wer sich die Wartezeit an der Kassa ersparen will, kauft die Tickets online, und weil die Preise jährlich angepasst werden, lohnt sich vor dem Besuch immer ein Blick auf die aktuellen Tarife auf der Website.
Bei der Anreise ist der öffentliche Verkehr klar im Vorteil. Am bequemsten kommt man mit der Hungerburgbahn, einer Standseilbahn, die von der Station Congress beziehungsweise Altstadt in wenigen Minuten zur Station Alpenzoo fährt, von wo aus es nur ein paar Schritte zum Eingang sind. Alternativ bringt die Buslinie «W» die Gäste hinauf. Praktisch ist das Kombiticket, das an der Talstation der Hungerburgbahn (Congress Innsbruck) erhältlich ist und das Parken in der Congress- oder Citygarage, die Fahrt hin und retour sowie den Eintritt in den Zoo umfasst, dafür ist das Parkticket beim Kauf vorzuweisen. Vom historischen Stadtzentrum aus ist der Zoo übrigens auch in rund 20 Minuten zu Fuß erreichbar.
Wer mit dem Auto kommt, sollte wissen: die Parkplätze beim Alpenzoo sind gebührenpflichtig, täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr. Für die ersten drei Stunden zahlt man 50 Cent pro halbe Stunde, jede weitere halbe Stunde kostet 1 Euro. An Wochenenden und Feiertagen sind die Parkplätze oft voll, weshalb die Hungerburgbahn und der Bus «W» die entspanntere Wahl sind. Für Reisebusse ist die Zufahrt nur bis zu einer Länge von 8,5 Metern möglich.
Zum Schluss ein paar praktische Tipps. Der Rundgang dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden, mit Kindern oder Fotostopps auch länger. Das Gelände hat einiges an Auf und Ab: der untere Bereich ist gut mit dem Rollstuhl befahrbar, im oberen Teil werden die Wege steiler, dafür laden immer wieder Bänke zum Ausruhen ein. Hunde dürfen wegen der Wildtiere nicht mit in den Zoo, ausgenommen sind Assistenzhunde mit Ausweis und gültigen Impfungen. Schließfächer gibt es keine, dafür mehrere Kinderspielplätze, fünf WC-Anlagen (vier davon behindertengerecht) und einen Wickeltisch im Eingangsgebäude. Bequemes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind eine gute Idee, wer es ruhiger mag, kommt am Vormittag, und die Zoo-App macht den Rundgang für Kinder spannender.
Gastronomie und Shop
Fürs leibliche Wohl ist gesorgt, und zwar mit Aussicht. Seit 2016 gibt es die Zoo-Gastronomie «Animahl», ein Bistro mit einer kleinen Speisekarte, Kuchen und Getränken, das im Innenraum Platz für 70 Personen bietet, mit großzügigem Blick auf das Bibergehege, über Innsbruck und die Bergwelt. Dazu kommen das Terrassen-Buffet «Dohlennest» mit Imbissen und Getränken und das Café-Restaurant «Weiherburg» mit warmen und kalten Speisen.
Am Ausgang lohnt ein Blick in den Souvenirshop, wo es Andenken, Bücher und Geschenke gibt, deren Erlös zum Teil die Arbeit des Zoos unterstützt. So lässt sich ein halber oder ein ganzer Tag im Alpenzoo verbringen, ohne das Gelände verlassen zu müssen.
Interessante Fakten
- Der Alpenzoo ist der höchstgelegene Zoo Europas, auf rund 727 Metern. Höher liegt nur der Parc Zoologique im schweizerischen La Chaux-de-Fonds.
- Kein anderer Zoo der Welt zeigt eine so vollständige Sammlung von Wildtieren aus dem Alpenraum. Das macht ihn zum einzigartigen Themenzoo.
- Im Alpenzoo steht das größte Kaltwasseraquarium der Welt mit rund 50 heimischen Fischarten.
- Der Zoo spielte eine Vorreiterrolle bei der Rückkehr bedrohter Arten in die freie Natur, darunter Bartgeier, Steinbock und Waldrapp.
- Im Winter bleiben fast alle Tiere sichtbar, nur die Murmeltiere verschlafen die kalte Jahreszeit einfach.
- Mit rund 300.000 Gästen pro Jahr ist der Alpenzoo die größte landeskulturelle Einrichtung Tirols, und drei seiner Stars, Bartgeier, Luchs und Steinbock, zieren sogar eine Sammler-Null-Euro-Banknote.
Alpenzoo Innsbruck
FAQ
Wo liegt der Alpenzoo Innsbruck?
Am Fuß der Nordkette über den Dächern von Innsbruck, in der Weiherburggasse 37, auf rund 727 bis 750 Metern Seehöhe. Damit ist er der höchstgelegene Zoo Europas.
Wie sind die Öffnungszeiten des Alpenzoos?
Der Zoo ist täglich ab 9.00 Uhr geöffnet, von April bis Oktober bis 18.00 Uhr, von November bis März bis 17.00 Uhr. Der Fahrplan ändert sich mit der Zeitumstellung.
Welche Tiere gibt es im Alpenzoo Innsbruck zu sehen?
Ausschließlich Tiere aus dem Alpenraum, darunter Bären, Wölfe, Luchse, Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere, Fischotter, Biber, dazu Elch und Wisent, Bartgeier, Steinadler und Waldrapp sowie rund 50 heimische Fischarten im größten Kaltwasseraquarium der Welt.
Kann man den Alpenzoo auch im Winter besuchen?
Ja. Der Zoo hat ganzjährig geöffnet, und im Winter sind fast alle Tiere zu sehen. Nur die Murmeltiere sowie Reptilien und Amphibien verschlafen die kalte Jahreszeit.
Gibt es ein Kombiticket mit der Hungerburgbahn?
Ja. Das Kombiticket ist an der Talstation der Hungerburgbahn (Congress Innsbruck) erhältlich und umfasst das Parken, die Fahrt mit der Hungerburgbahn hin und retour sowie den Eintritt in den Zoo. Das Parkticket ist beim Kauf vorzuweisen.
Wie lange dauert ein Rundgang durch den Zoo?
Rund 1,5 bis 2 Stunden, mit Kindern oder ausgiebigen Fotostopps auch etwas länger. Wegen des hügeligen Geländes sollte man bequeme Schuhe mitnehmen.







