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Fête des Vendanges de Neuchâtel

von Elena Keller

Inhaltsverzeichnis
Fête des Vendanges de Neuchâtel, Schweiz

Wenn der Herbst kommt, feiert Neuchâtel. Die Fête des Vendanges Neuchâtel 2026 gehört zu den grössten Volksfesten der Schweiz und zählt zu den führenden Weinfesten Europas. Jedes Jahr feiert der Kanton Neuchâtel damit die Traubenernte. Die Ausgabe 2026 ist bereits die 99. und läuft vom 25. bis 27. September. Es ist die letzte vor dem runden hundertsten Jubiläum im Jahr darauf.

Man muss es sich gross vorstellen. Über 300 Stände in der ganzen Stadt, dazu der farbenprächtige Grand Corso fleuri am Sonntag, der Kinderumzug, Konzerte und eine pyromelodische Show in der Bucht von Évole. Der Eintritt ist frei, und die Wege durch die Stadt regelt ein cleveres Bändel-System. Doch dazu später mehr.

Fest

Fête des Vendanges de Neuchâtel

Termine 2026

25.–27. September 2026 (Freitag–Sonntag), 99. Ausgabe

Ort

Stadtzentrum von Neuchâtel, Kanton Neuchâtel

Eintritt

frei

Gegründet

1902

Anzahl Stände

über 300

Grand Corso fleuri

Sonntag, 27. September, 14:00–17:00

Wasser-Show

Samstag, 26. September, 20:30, Bucht von Évole

Fête des Vendanges Association

gegründet 1925, 2025 hundertjährig

Durchschnittliche Besucherzahl

rund 320'000

Festivalbändel

CHF 10

Veranstalter

Association de la Fête des Vendanges

Website

fete-des-vendanges.ch

Fête des Vendanges de Neuchâtel - ein traditionelles und sehr beliebtes Weinfest

Fête des Vendanges de Neuchâtel

Geschichte

Angefangen hat alles am 24. Oktober 1902. Der Velo-Club von Neuchâtel, der Club cycliste de Neuchâtel, organisierte einen ersten humoristischen Umzug durch die Stadt. Aus dieser kleinen, verspielten Idee wuchs mit der Zeit ein grosses Fest. Schon 1903 gründeten die Organisatoren ein eigenes Komitee, um den satirischen Geist zu wahren, und ab 1904 setzte sich der Name „cortège des vendanges“ durch, der Umzug der Traubenernte.

1925 kam die Association de la Fête des Vendanges dazu, und mit ihr der erste Umzug der Blumenwagen, der chars fleuris. Diese Wagen wurden später zu einem der wichtigsten Symbole des Festes. Zwischen 1925 und 1982 legte der Anlass kräftig zu. Attraktionen und Karusselle kamen dazu, unzählige Stände mit Essen und Trinken, das Werfen von Konfetti, am Samstag der Kinderumzug, Orchester von Weltrang und am Sonntag die Parade der Blasorchester und Guggenmusiken.

Die Fête des Vendanges in früheren Zeiten

Historische Aufnahme der Fête des Vendanges de Neuchâtel

1981 schuf der Künstler Jean-Jacques Zimmermann das heutige Logo in Form einer Weintraube. Es ist bis heute im Einsatz. Ab 1983 verlegte man das Fest aufs letzte Wochenende im September, was ihm seinen Platz als grosser Schlusspunkt des Sommers in Neuchâtel sicherte.

2009 kam die pyromelodische Show in der Bucht von Évole dazu, bei der Feuerwerk und Musik zusammenspielen und den Samstagabend beschliessen. 2022 folgte eine grosse Modernisierung. Mehrweggeschirr hielt Einzug, dazu ein bargeldloses Bezahlsystem, das Village des Vignerons rund um Terroir und lokale Weine, eine Musikbühne auf dem Place Numa-Droz und eine eigene Zone für die Partner.

Aftermovie - Fête des Vendanges Neuchâtel 2022

2025 feierte die Association ihr 100-jähriges Bestehen. Die Hauptbühne und die Partnerzone rückten mit dem neuen Village Agri'Culture auf dem Place des Halles zusammen, mitten im Herzen der Stadt. So sieht das Fest heute aus. Der Grand Corso fleuri am Sonntag versammelt jedes Jahr rund fünfzig Gruppen und über 1'500 Mitwirkende, dazu einige der eindrücklichsten selbstfahrenden Blumenwagen Europas. Nicht umsonst steht die Parade als lebendige Tradition auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Schweiz. Organisiert wird das Ganze Jahr für Jahr von einem Komitee aus zwanzig Personen, dazu kommen viele Freiwillige. Mit rund 320'000 Besucherinnen und Besuchern im Schnitt gehört es zu den grössten Anlässen der Schweiz.

Fête des Vendanges Neuchâtel 2026

Die 99. Ausgabe läuft am 25., 26. und 27. September 2026. Der Aufbau der drei Tage folgt einem klaren Rhythmus. Freitag und Samstag gehören dem Volksfest, der Musik und den Ständen, der Sonntag ist der grosse Höhepunkt mit dem Grand Corso fleuri. Den Auftakt macht am Freitagabend der grosse Nachtumzug der Guggenmusiken, wenn kostümierte Formationen aus der ganzen Schweiz mit viel Blech und Farbe durch die Gassen ziehen. Der Samstag steht dann im Zeichen von Musik, Ständen und Familien, ehe am Sonntag alles auf die grosse Parade zuläuft.

Für die Tribünen läuft der Verkauf bereits. Ein Sitzplatz auf der Tribüne kostet ab CHF 30, ein freier Stehplatz entlang der Strecke CHF 15. Wer ein Support-Bändel besitzt, kommt beim Stehplatz sogar günstiger weg: der Code auf der Rückseite gilt als Rabatt von CHF 10, der Stehplatz kostet damit noch CHF 5. Die Parade zieht am Sonntag von 14:00 bis 17:00 durch die Stadt. Jeder Wagen, das Werk vieler Freiwilliger, wird im letzten Moment mit rund 30'000 Blumen geschmückt. Kein Wunder, gilt der Corso als einer der wichtigsten Blumenumzüge Europas.

Am Samstag, 26. September, folgt um 20:30 die pyromelodische Show in der Bucht von Évole. Die Premium-Zone mit der besten Sicht ist schon restlos ausverkauft. Das Feuerwerk bleibt aber für alle frei sichtbar, ganz ohne Ticket, von den Uferpromenaden aus. Auch der Wein hat 2026 seinen grossen Moment. Beim Wettbewerb Gerle d'Or 2026, der bereits 30. Austragung, setzte sich „Le Charmeur“ der Cave des Lauriers Jungo & Fellmann aus Cressier durch. Ein schöner Beleg dafür, wie eng das Fest mit dem Wein verbunden bleibt.

Der Corso fleuri – ein Höhepunkt der Fête des Vendanges

Farbenprächtige Blumenwagen beim Corso fleuri

Nun zum Festivalbändel, dem cleveren Kern des Ganzen. Das Support-Bändel kostet CHF 10 und öffnet die freie Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr in den Zonen der Tarifgemeinschaft Onde Verte, von Freitag 16:00 bis zur letzten Fahrt in der Nacht auf Montag. Aufladen lässt es sich zudem fürs bargeldlose Bezahlen am Fest. Wer das online bis zum 18. September, 12:00, erledigt, spart sich die Aktivierungsgebühr von CHF 5 und die Schlangen an den Kassen während der Festtage. Ein kleiner Aufwand vorab, der am Fest viel Zeit spart. Am Fest selbst gibt es auch ein einfaches Zahlungsbändel, das nur zum Bezahlen an den Ständen dient, mit einer Aktivierungsgebühr von CHF 2, aber ohne die Vorteile beim Verkehr. An den Karussellen zahlt man übrigens weiterhin bar oder mit Karte.

Dazu kommen die Themenwelten. Das Village des Vignerons dreht sich um den lokalen Weinbau und die Degustation der Neuenburger Weine, vom bekannten Œil-de-Perdrix bis zu den Chasselas-Weissweinen. Das Village Agri'Culture auf dem Place des Halles zeigt die Landwirtschaft und die Gastronomie der Region. Für die Kleinen gibt es den Cortège des Enfants, den Kinderumzug, der traditionell am Samstag durch die Stadt zieht und ein eigenes Familienereignis ist. Und rundherum sorgen über 300 Stände, betrieben von lokalen Vereinen und Betrieben, an allen drei Tagen für Getränke und Essen, in einer entspannten, volksnahen Atmosphäre.

Praktische Informationen

Während des ganzen Festes ist das Zentrum von Neuchâtel komplett für den Autoverkehr gesperrt. Die Stadt empfiehlt darum ausdrücklich den öffentlichen Verkehr. Genau hier zeigt das Festivalbändel für CHF 10 seinen Nutzen. Es öffnet die freie Fahrt mit Zug, Bus und Tram in den Onde-Verte-Zonen 10, 11, 14, 15 und 30. Kaufen kann man es an den Ständen des Festes, an sechs transN-Verkaufsstellen im Kanton, am transN-Infostand auf dem Place Pury oder direkt bei den meisten Buschauffeuren im kantonalen Netz. Für Fahrten ausserhalb dieser Zonen braucht es ein gültiges Anschlussbillett. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag fahren zudem zusätzliche Züge von CFF und transN gegen 03:00, etwa Richtung Fleurier und Richtung La Chaux-de-Fonds und Le Locle.

Wer trotzdem mit dem eigenen Auto anreist, findet sein Ziel über die Wegweisung „Manifestation“, die zu den gedeckten und öffentlichen Parkplätzen rund um die Altstadt führt. Wie viele Plätze gerade frei sind, zeigt parkingsdeneuchatel.ch in Echtzeit. Reisecars und Gruppenfahrten parkieren auf der Esplanade de la Maladière im Osten der Stadt, von dort geht es zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr weiter ins Zentrum. Wer früh anreist, tut sich und dem Verkehr rund um die Stadt einen Gefallen.

Fête des Vendanges de Neuchâtel - eines der bekanntesten Weinfeste der Schweiz

Fête des Vendanges de Neuchâtel

Bei den Strassensperren lohnt ein Blick auf die Zeiten. Die Absperrungen, die den Autoverkehr komplett aus der Festzone nehmen, stehen ab Donnerstag, 24. September, 20:00, und gelten bis Montag, 28. September, 4:00 Uhr früh. Durchgangsverkehr nutzt in dieser Zeit besser die Tunnels unter der Stadt, denn in der ganzen Stadt ist der Verkehr an den drei Tagen stark gestört. Auch die Busse fahren ab Freitagmorgen nicht mehr durch die Festzone, transN richtet dafür Ersatzrouten ein.

Für den Notfall gibt es drei Sanitätsposten im Zentrum, an der Rue des Terreaux, im Collège de la Promenade und auf dem Place Pury, mit je nach Tag unterschiedlichen Öffnungszeiten. Für Familien praktisch: an den Aufladestationen gibt es Identifikationsbändel für Kinder, die man dem Kind ums Handgelenk legen kann. Verlorene Kinder bringt man ins Péristyle des Hôtel de Ville, wo eine eigene Anlaufstelle eingerichtet ist. Im Notfall hilft die Nummer 117 weiter.

Das Fundbüro befindet sich an allen drei Tagen ebenfalls im Péristyle des Hôtel de Ville. Nach dem 28. September wandern die Fundgegenstände ans Büro SEPOQUA an der Rue de l'Hôtel-de-Ville 1. Bei Diebstahl oder anderen Vorfällen ist die Police de proximité an der Rue du Verger-Rond 2 die richtige Anlaufstelle, erreichbar von Freitag bis Sonntag zwischen 08:00 und 19:00. Anzeigen lassen sich auch online über suisse-epolice.ch einreichen. Es lohnt sich also, die wichtigen Kontakte vorab kurz zu notieren, dann bleibt im Trubel nichts liegen.

Und noch ein paar Tipps für einen entspannten Tag. Ende September kann das Wetter am See kühl und feucht sein, wetterfeste Kleidung und bequeme Schuhe gehören also dazu. Wer den grossen Andrang etwas umgehen will, kommt am Freitag oder früh am Samstag, wenn die Stände gerade öffnen. Für den Corso am Sonntag lohnt es sich, den Platz frühzeitig zu sichern, gerade bei den begehrten Tribünenplätzen.

Fête des Vendanges de Neuchâtel - ein Fest voller Musik, Farben und Tradition

Fête des Vendanges de Neuchâtel

Interessante Fakten

  • Die Fête des Vendanges begann als bescheidener humoristischer Velo-Umzug im Jahr 1902, auf die Beine gestellt vom lokalen Velo-Club. Über mehr als ein Jahrhundert wurde daraus eines der grössten Volksfeste der ganzen Schweiz, mit im Schnitt rund 320'000 Besucherinnen und Besuchern. Der Grand Corso fleuri gehört als lebendige Tradition offiziell zum immateriellen Kulturerbe der Schweiz. Einen solchen Status tragen nur wenige kulturelle Anlässe des Landes.
  • Das heutige Logo in Form einer Weintraube stammt schon aus dem Jahr 1981, geschaffen von Jean-Jacques Zimmermann, und ist seit über vier Jahrzehnten unverändert im Einsatz. Und dann ist da noch ein hübsches Spiel mit den Zahlen. Die Ausgabe 2026 ist die 99. und die letzte vor dem hundertsten Geburtstag des Festes 2027, gerechnet vom ersten Umzug 1902 an. Die Association selbst feierte ihr eigenes 100-Jahr-Jubiläum dagegen schon 2025. Zwei runde Jubiläen also, nur zwei Jahre auseinander, je nachdem, ob man das Fest oder seine Trägerorganisation zählt.

Fête des Vendanges de Neuchâtel 2025 - Feuerwerk

Soziale Medien

FAQ

Wie viel kostet der Eintritt zur Fête des Vendanges de Neuchâtel 2026?

Der Eintritt ist frei. Das Fest läuft auf den offenen Strassen und Plätzen im Zentrum von Neuchâtel. Kosten fallen nur für einzelne Punkte an, etwa für einen Tribünenplatz am Grand Corso fleuri oder fürs Essen und Trinken an den Ständen.

Was ist das Festivalbändel, und wozu braucht man es?

Das Support-Bändel kostet CHF 10 und erfüllt zwei Aufgaben. Es dient als bargeldloses Zahlungsmittel an den Ständen und öffnet zugleich die freie Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr in den Onde-Verte-Zonen 10, 11, 14, 15 und 30, von Freitag 16:00 bis zur letzten Fahrt in der Nacht auf Montag. Wer das Bändel bis zum 18. September, 12:00, online auflädt, spart die Aktivierungsgebühr von CHF 5.

Wann und wo findet der Grand Corso fleuri 2026 statt?

Der Grand Corso fleuri zieht am Sonntag, 27. September 2026, von 14:00 bis 17:00 durch das Zentrum von Neuchâtel. Er versammelt rund fünfzig Gruppen und über 1'500 Mitwirkende sowie einige der eindrücklichsten selbstfahrenden Blumenwagen Europas, jeder geschmückt mit rund 30'000 Blumen.

Braucht man ein eigenes Ticket, um die Blumenwagen-Parade zu sehen?

Für einen Sitzplatz auf der Tribüne ja, dieser kostet ab CHF 30. Ein freier Stehplatz entlang der Strecke kostet CHF 15, mit dem Support-Bändel dank Rabattcode noch CHF 5. Der Verkauf hat bereits begonnen, und gerade die Tribünenplätze sind begrenzt, eine frühe Reservation lohnt sich also.

Kann man mit dem eigenen Auto zum Fest kommen?

Das Zentrum von Neuchâtel ist während des ganzen Festes für den Autoverkehr gesperrt, darum empfiehlt die Stadt den öffentlichen Verkehr. Wer trotzdem mit dem Auto anreist, folgt der Wegweisung „Manifestation“ zu den Parkplätzen rund um die Altstadt.

Wo parkieren Besucher, die mit dem Auto kommen?

Rund um die Altstadt stehen gedeckte und öffentliche Parkplätze bereit, ausgeschildert über die Wegweisung „Manifestation“. Wie viele Plätze frei sind, zeigt parkingsdeneuchatel.ch in Echtzeit. Reisecars parkieren auf der Esplanade de la Maladière im Osten der Stadt.

Fährt der öffentliche Verkehr während des Festes gratis?

Für Besitzerinnen und Besitzer des Support-Bändels ja, in den Onde-Verte-Zonen 10, 11, 14, 15 und 30, von Freitag 16:00 bis zur letzten Fahrt in der Nacht auf Montag. Für Fahrten ausserhalb dieser Zonen braucht es ein gültiges Anschlussbillett.

Gibt es ein Feuerwerk, und von wo sieht man es am besten?

Ja. Die pyromelodische Show läuft am Samstag, 26. September, um 20:30 in der Bucht von Évole. Die Premium-Zone ist ausverkauft, doch das Feuerwerk bleibt von den Uferpromenaden aus für alle frei sichtbar, ganz ohne Ticket.