Unternehmen

Bertelsmann Stiftung

Wir haben für Sie einen Beitrag über die Struktur und den Einfluss der Bertelsmann Stiftung zusammengestellt. Sie erfahren, wie diese „Reformfabrik“ mit der Regierung und den Parteien verbunden ist und warum sie als eine der einflussreichsten nichtstaatlichen Einrichtungen in Europa gilt.

von Emma Weber

Inhaltsverzeichnis
Die Bertelsmann Stiftung als internationale Forschungsstiftung und Zentrum für soziale Reformen

Bertelsmann Stiftung – eine große deutsche Denkfabrik und Forschungsstiftung

Die Bertelsmann Stiftung ist eine private operative Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie nimmt eine einzigartige Stellung in der politischen Landschaft Deutschlands ein. Die Stiftung ist formal nicht an Parteien gebunden und verfügt über ein Budget, das mit den Budgets der größten Parteistiftungen vergleichbar ist. Dabei erstreckt sich ihr Einflussnetz auf Regierungskabinette in Berlin, EU-Institutionen und akademische Kreise.

Vollständiger Name

Bertelsmann Stiftung

Art der Organisation

Rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts

Gründungsjahr

genehmigt am 14. März 1977

Gründer

Reinhard Mohn

Vorsitzende

  • Brigitte Mohn – Vorsitzende des Vorstands
  • Bodo Uebber – Vorsitzender des Kuratoriums

Hauptsitz

Gütersloh, Nordrhein-Westfalen

Vertretungen

  • Gütersloh
  • Berlin
  • Brüssel
  • Washington
  • Barcelona
  • Madrid

Politische Ausrichtung

Formell – unabhängig, überparteilich. Tatsächlich fördert sie sozialpolitische Modelle, die dem wirtschaftlichen Liberalismus und der Modernisierung des öffentlichen Sektors nahe stehen.

Schwerpunkte

Bildung, Sozialpolitik, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Digitalisierung, nachhaltige Entwicklung, europäische Integration

Finanzierungsquelle

Dividenden aus der Beteiligung an der Bertelsmann SE & Co. KGaA (ohne Stimmrecht)

Logo

Stilisierte Darstellung ineinander verschlungener Linien, die die Verbindung zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik symbolisieren

Website

bertelsmann-stiftung.de – hier finden Sie Pressematerialien, darunter einen Film über die Arbeit der Stiftung, in dem die wichtigsten Projekte der letzten Jahre vorgestellt werden

Adresse der Zentrale

Carl-Bertelsmann-Straße 256, 33311 Gütersloh

Die Bertelsmann Stiftung – Menschen bewegen. Zukunft gestalten.

Entstehungsgeschichte der Bertelsmann Stiftung

Die Gründung der Stiftung im Jahr 1977 war eine direkte Folge der Führungskrise im Medienimperium Bertelsmann. Reinhard Mohn, der damals Eigentümer des Konzerns war, suchte nach einem Weg, die langfristige Nachfolge zu sichern und gleichzeitig die Unabhängigkeit des Konzerns von steuerlichen und erbschaftlichen Risiken zu bewahren.

Die Bertelsmann Stiftung erhielt ein Startkapital von 100.000 D-Mark. Im Jahr 1993 übertrug Reinhard Mohn 68,8 % der Kapitalanteile des Bertelsmann-Konzerns an den Fonds, wobei die Stimmrechte von den Kapitalanteilen getrennt wurden. Dies ermöglichte es, Dividenden für gemeinnützige Zwecke zu verwenden, überließ die Unternehmensführung jedoch der Familie und dem Management.

Ursprünglich unterstützte die Stiftung Bibliotheken und förderte kulturelle Projekte. Mit dem Amtsantritt von Horst Teltschik, einem ehemaligen Berater von Helmut Kohl, als Geschäftsführer im Jahr 1991 wurden jedoch eigene Forschungszentren eingerichtet. Heute fließen die Forschungsergebnisse der Bertelsmann Stiftung in Reformdiskussionen ein, und ihre Experten werden regelmäßig in Ministerien und Ausschüsse des Bundestages eingeladen.

In den 2000er Jahren durchlief die Stiftung eine Strukturreform. Anstelle des Präsidiums und des Rates wurden ein Vorstand und ein Kuratorium geschaffen, die sich die strategische Leitung und die Kontrolle teilten. Derzeit wird der Vorstand von der Tochter des Gründers, Brigitte Mohn, geleitet, während Bodo Uebber dem Kuratorium vorsteht. Die Stiftung beschäftigt über 300 Mitarbeiter, von denen einige im Coworking-Format im Berliner Büro arbeiten.

Was wurde aus Reinhard Mohns Erben - Das Vermächtnis eines Medien Imperiums

Was ist das Ziel der Bertelsmann Stiftung?

Gemäß der Satzung der Stiftung ist es ihr Ziel, „die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht“ über mehrere zentrale Kanäle zu fördern:

  • Förderung von Bildungsprojekten vom Kindergarten bis zur lebenslangen Weiterbildung, mit Schwerpunkt auf gleichberechtigtem Zugang.
  • Förderung wirtschaftlicher und sozialer Reformen im Rahmen des Konzepts der „Nachhaltigen Sozialen Marktwirtschaft“.
  • Teilnahme an gesellschaftlichen und politischen Diskussionen durch direkten Dialog mit Politikern, die Durchführung von Foren und Bürgerbefragungen.
  • Internationale Zusammenarbeit mit europäischen Institutionen, einschließlich Projekten zum BTI und zur Überwachung der Rechtsstaatlichkeit in EU-Ländern.

Auf diese Weise ist die Stiftung ein Gestalter des gesellschaftlichen Wandels, der seine Ideen in die staatliche Politik einbringt.

Brigitte Mohn, Bodo Uebber

Bodo Weber und Brigitte Mon – Schlüsselpersonen der Bertelsmann Stiftung

Womit beschäftigt sich die Bertelsmann Stiftung?

Die Tätigkeit der Stiftung ist rein operativer Natur. Sie vergibt keine Fördermittel an externe Organisationen, mit Ausnahme ihrer eigenen Tochtergesellschaften, sondern entwickelt, testet und skaliert Modelle eigenständig.

  • Durchführung von Forschung und Analysen. Die Stiftung fungiert als Datenlieferant, auf den sich anschließend die deutschen Medien beziehen.
  • Veröffentlichung von Berichten, Indizes und Rankings. Dazu gehören die BTI-Studie, die Integrationsbeobachtung, die Umfrage zur Lebensqualität und der Kompass für Kommunen.
  • Durchführung von Sozial- und Bildungsprogrammen. Dazu gehören Initiativen wie „Vom Kindergarten in die Schule“ oder „Alleinerziehende unter Druck“.
  • Organisation von Konferenzen und Expertenrunden. Die Veranstaltungsorte der Bertelsmann Stiftung in Berlin und Brüssel bringen regelmäßig Minister, Bundestagsabgeordnete und Führungskräfte zusammen.
  • Zusammenarbeit mit Universitäten und internationalen Organisationen. Partnerschaften mit der OECD, der EU und führenden Hochschulen in den USA und Europa.
  • Beteiligung an Projekten zur politischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Zum Beispiel die Entwicklung von Modellen für das digitale Gesundheitswesen oder den Arbeitsmarkt.
Bertelsmann Stiftung – Stiftung für soziale Initiativen und Forschung

Die Aktivitäten der Bertelsmann Stiftung in den Bereichen Bildung, Demokratie und Wirtschaft

Die Bertelsmann Stiftung ist ein vollwertiger Wissenskonzern, der seine Ideen von der Forschungsphase bis zur Umsetzung in der staatlichen Politik begleitet. Daher hat sich die Stiftung längst den Status eines Partners für die Regierung und wichtige internationale Institutionen gesichert.

Sozialpolitik

Im Fokus steht die Reform des Sozialschutzsystems. Die Stiftung hat Modelle zur Reform der Grundsicherung analysiert und vorgeschlagen, darunter das Bürgergeld.

Das Schlüsselprojekt „Mittelschicht unter Druck“ untersucht den Rückgang des Anteils der Mittelschicht in Deutschland und Europa aufgrund steigender Lebenshaltungskosten und stagnierender Löhne.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bekämpfung der Einsamkeit als systemisches soziales Problem sowie die Inklusion in Deutschland. Dies beinhaltet die Entwicklung von Indikatoren zur Bewertung der Zugänglichkeit sozialer Dienstleistungen. Im Jahr 2026 erschien eine aktualisierte Studie zur Palliativversorgung, in der die Stiftung neue Standards für die Betreuung schwer kranker Menschen vorschlug.

An einzelnen Projekten der Stiftung sind regionale Partner in ganz Deutschland beteiligt, darunter Bundesländer wie Baden-Württemberg (zum Beispiel im Raum Stuttgart). Die Migrationsforschung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Beirat, dem Experten aus Windau und anderen einschlägigen Zentren in Deutschland angehören.

Bildung

Hauptsitz der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh – Hauptsitz der Stiftung

Hauptsitz der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh, Deutschland, ein modernes Bürogebäude

Die Bertelsmann Stiftung betrachtet Bildung als wichtigstes Instrument zur Überwindung von Ungleichheit. Zu den Vorzeigeprojekten gehören:

  • SEIS – ein digitales Befragungssystem, das es Schulen ermöglicht, die Unterrichtsqualität und das Klassenklima selbstständig zu analysieren.
  • KeKiz – die Einführung demokratischer Mitbestimmungspraktiken in Kindergärten, wo Kinder schon von klein auf lernen, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und Einfluss auf das Leben ihrer Gruppe zu nehmen.
  • Ganztagsschule – Kinder bleiben bis zum Abend in der Schule und verbinden Unterricht mit Arbeitsgemeinschaften und Freizeitaktivitäten.
  • Fortbildung für Lehrkräfte – Online-Kurse, die es Lehrkräften ermöglichen, neue Technologien und Unterrichtsmethoden schnell zu erlernen, ohne den Unterricht zu unterbrechen.
  • Kindergarten Zoom – ein Analyse-Tool, das Erziehern und Eltern durch Umfragen und Statistiken hilft, die tatsächliche Qualität der Betreuung, Ernährung und Entwicklung der Kinder in einem bestimmten Kindergarten zu bewerten.
  • Neue Stimmen – trotz des Bezugs zur Musik steht dieses Programm im Zusammenhang mit den kulturellen Initiativen der Stiftung. Eine der Pilotstandorte dieses Programms wurde in der Nähe von Berlin eröffnet.

Die Bertelsmann Stiftung schafft faktisch einen einheitlichen Standard für das Bildungsumfeld, an dem sich die zuständigen Ministerien aller Bundesländer orientieren. Dies ermöglicht es der Stiftung, als führender Methodologe aufzutreten, der die Entwicklungsrichtung von Schulen und der vorschulischen Bildung für die nächsten Jahrzehnte bestimmt.

Hauptsitz der Bertelsmann Stiftung in Berlin

Das Berliner Büro der Bertelsmann Stiftung – die Vertretung der Stiftung in der deutschen Hauptstadt

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Schwerpunkt liegt auf der Transformation des Arbeitsmarktes und des Sozialstaates. Die Studie „Neue Wege für das Bürgergeld“ schlug konkrete Parameter für eine Reform des Bürgergeldes vor. Das Projekt „Mittelstandsinitiative“ befasst sich mit der Stärkung kleiner Unternehmen. Das Programm für junge Fachkräfte und „Karriere“ zielen darauf ab, den Mangel an Erziehern und qualifizierten Fachkräften zu verringern. Die Bertelsmann Stiftung veröffentlicht zudem Analysen darüber, wie Unternehmensgewinne in soziale Innovationen reinvestiert werden können.

Europäische Politik

Für die Bertelsmann Stiftung ist die Europapolitik zu einer Art Plattform geworden, um die Souveränität der EU und die demokratische Stabilität zu fördern. Das Projekt „Marokko“ im Rahmen des BTI analysiert die Stabilität benachbarter Regionen. Regelmäßig werden Umfragen veröffentlicht, die die Unterstützung für die europäische Integration bewerten. In Brüssel ist die Stiftung Mitorganisatorin von Diskussionen über die Reform der EU-Haushaltsregeln und die Erweiterung der Union.

Bertelsmann Stiftung – gemeinnützige Organisation und Denkfabrik

Die deutsche Bertelsmann Stiftung, die an globalen sozialen Lösungen arbeitet

Die Stiftung greift zudem regelmäßig auf die Erfahrungen ehemaliger EU-Spitzenpolitiker zurück. In öffentlichen Diskussionen werden Fakten über Ursula von der Leyen im Zusammenhang mit ihrer Arbeit in der deutschen Regierung thematisiert. Außerdem wird analysiert, womit sich Merkel heute beschäftigt und wie ihre Tätigkeit nach dem Kanzleramt die transatlantischen Beziehungen beeinflusst. Parallel dazu bewertet die Stiftung den langfristigen Einfluss der skandalträchtigsten deutschen Politiker des 21. Jahrhunderts auf das Vertrauen in die Institutionen. Darüber hinaus nutzt die Bertelsmann Stiftung Fakten aus dem Leben von Christian Lindner, beispielsweise seine Rolle beim Scheitern der „Ampelkoalition“, als Fallbeispiel für die Untersuchung von Führungskrisen.

Wer finanziert die Bertelsmann Stiftung?

Die Finanzierung der Bertelsmann Stiftung ist in der europäischen Landschaft einzigartig. Die Hauptquelle sind Dividenden aus der Beteiligung an der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Stiftungen halten rund 80,9 % des Kapitals des Konzerns, wobei die Stimmrechte von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft kontrolliert werden.

Die Stiftung erhält keine direkte staatliche Finanzierung. Dies unterscheidet sie von den politischen Stiftungen Konrad-Adenauer-Stiftung und Friedrich-Ebert-Stiftung, die sich weitgehend aus Haushaltsmitteln finanzieren. Die Verwaltung der Ressourcen erfolgt durch den Vorstand und den Aufsichtsrat, die den Jahreshaushalt und die Strategie verabschieden. Die Überwachung der Einhaltung der Satzung der Stiftung obliegt der Bezirksregierung Detmold.

Wodurch unterscheidet sich die Bertelsmann Stiftung von politischen Stiftungen?

Vergleich großer deutscher Stiftungen und Thinktanks

Vergleich der wichtigsten deutschen Stiftungen: Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Bertelsmann-Stiftung

Der Hauptunterschied liegt in der Herkunft der Mittel und der Art der Tätigkeit. Die politischen Stiftungen von CDU, SPD, Grünen, CSU und Die Linke sind parteigebundene Einrichtungen. Sie werden hauptsächlich aus dem Bundeshaushalt finanziert. Die Bertelsmann Stiftung ist eine private Einrichtung mit kommerziellen Einnahmequellen.

Kriterium

Bertelsmann-Stiftung

Konrad-Adenauer-Stiftung

Friedrich-Ebert-Stiftung

Politische Nähe

Formal nicht vorhanden, modernisierender Zentrismus

Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU)

Sozialdemokratische Partei (SPD)

Finanzierungsquelle

Dividenden der Bertelsmann SE

Bundeshaushalt

Bundeshaushalt

Art der Tätigkeit

Operativ, führt eigene Projekte durch

Überwiegend durch Zuschüsse: Unterstützung Dritter und politische Bildung

Politische Aufklärung, Unterstützung von Gewerkschaften

Jahresbudget

100–110 Mio. €

190 Mio. Euro

180 Mio. Euro

Ziel

Angewandte politische Analyse und Entscheidungsmodelle

Politische Bildung, Stipendien, Archiv, Beratung zu Werten

Förderung sozialdemokratischer Werte

Somit konkurriert die Bertelsmann Stiftung mit den einflussreichsten politischen Parteien Deutschlands nicht hinsichtlich der Höhe der Haushaltsmittel, sondern als „Ideenfabrik“. Diese Ideen können von Regierungen jeder Koalition übernommen werden, einschließlich der Ampel-Koalition (SPD, Die Grünen, FDP) oder eines Kabinetts unter der Führung von Friedrich Merz.

Die Zukunft der Demokratie: Ein Blick ins Superwahljahr 2026

Kritik an der Bertelsmann Stiftung

Die Kritik an der Bertelsmann Stiftung konzentriert sich auf drei zentrale Vorwürfe.

  1. Vermischung von kommerziellen und nichtkommerziellen Interessen. Kritiker aus dem linken Spektrum, darunter die Zeitung taz, behaupten, die Stiftung diene als „Soft Power“ des Konzerns und erschließe Märkte für dessen Tochtergesellschaften RTL und Penguin Random House. Die Stiftung verweist daraufhin auf eine „chinesische Mauer“ zwischen ihr und dem operativen Geschäft sowie auf regelmäßige Prüfungen des Gemeinnützigkeitsstatus durch das Finanzamt.
  2. Politischer Einfluss ohne demokratische Legitimation. Die größte Kontroverse löste die Beteiligung an der Ausarbeitung der Reformen „Agenda 2010“ und Hartz IV aus. Die Stiftung entgegnet, dass ihre Vorschläge stets öffentlich, evidenzbasiert und allen Parteien zugänglich seien.
  3. Mangelnde Transparenz. Als Reaktion auf die Aufnahme einiger kritischer Register in die „weiße Liste“ veröffentlichte die Bertelsmann Stiftung detaillierte Informationen zu den Gehältern der Führungskräfte sowie zur Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats. Darüber hinaus trat sie der Initiative Transparente Zivilgesellschaft bei. Außerdem stellte Monika Fischer (SPD) im Rahmen der parlamentarischen Anhörungen 2025 die Transparenz der Inhalte der Gutachten der Stiftung zur Reform der Arbeitsagentur in Frage und wies auf die unzureichende Beteiligung der Bürger hin.
Vorschlag zur Übertragung von Hausarztaufgaben auf Pflegekräfte sorgt 2026 für Kritik der Gewerkschaften

Diskussion 2026 über Rolle der Bertelsmann Stiftung in der Gesundheitspolitik und Reform der Hausarztversorgung

Im Jahr 2026 verlagerte sich die Diskussion auf die Rolle der Stiftung bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik. Der Vorschlag, einen Teil der Aufgaben von Hausärzten an Pflegekräfte und Assistenzärzte zu übertragen, wurde von den Gewerkschaften als Versuch der Kommerzialisierung der Medizin aufgefasst. Die Stiftung selbst betont jedoch, dass diese Entscheidung auf die Bekämpfung des Personalmangels abzielt und auf den Erfahrungen in den Niederlanden und Großbritannien basiert.

Eine besondere Rolle im kritischen Diskurs spielen die Studien der Bertelsmann Stiftung zur Religionspolitik. Der Religionsmonitor analysiert die religiöse Vielfalt in Deutschland. Ein eigener Schwerpunkt ist der Armutsbericht. In den Analysen werden verschiedene Indikatoren für soziale Ungleichheit und das Einkommensniveau herangezogen. Dabei werden in öffentlichen Diskussionen manchmal Farbcodierungen („schwarz“, „rot“) verwendet, um die Visualisierung der Daten zu vereinfachen. Bemerkenswert ist, dass die Arbeit der Witwe des Gründers, Liz Moen, im Bereich der Integration und Förderung junger Talente selbst von Kritikern der Stiftung hoch geschätzt wurde.

40 Jahre Bertelsmann Stiftung – Jubiläumsfilm: Menschen bewegen. Zukunft gestalten.

Soziale Netzwerke

Die Bertelsmann Stiftung ist im Online-Bereich aktiv. Die Stiftung setzt auf moderne Rekrutierungsmethoden und fördert ihre HR-Marke über soziale Netzwerke. Um ein Praktikum oder eine Stelle zu erhalten, sollte man die digitalen Ressourcen im Auge behalten. Dort werden die Unternehmenswerte vermittelt und aktuelle Stellenangebote zur Bewerbung veröffentlicht.

Für diejenigen, die einen Förderantrag stellen möchten, ist es wichtig zu wissen, dass die Bertelsmann Stiftung keine Anträge von Einzelpersonen oder Organisationen zur Umsetzung fremder Projekte annimmt. Alle Programme werden intern in einem geschlossenen Zyklus „Idee – Umsetzung – Kontrolle“ entwickelt.

FAQ

Wem gehört die Bertelsmann Stiftung?

Die Stiftung ist eine unabhängige, rechtsfähige Einrichtung des Zivilrechts. Sie hat keinen Eigentümer im klassischen Sinne. Ihr Vorstand und ihr Aufsichtsrat verwalten das Vermögen gemäß der Satzung der Stiftung. Ein Teil des Kapitals wird formal von der Bertelsmann Stiftung verwaltet, befindet sich jedoch nicht im privaten Eigentum einer bestimmten Person.

Welcher Partei gehört die Bertelsmann Stiftung an?

Die Stiftung ist parteiunabhängig und steht in keiner Koalition mit der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands, der SPD, den Grünen oder der AfD. Ihre Gutachten werden jedoch von Regierungen unterschiedlicher Zusammensetzung, darunter auch von der Regierung unter Olaf Scholz, aktiv genutzt.

Wer leitet die Bertelsmann Stiftung?

Derzeit wird die Stiftung von Brigitte Mohn geleitet. Zum Vorstand gehört auch Daniela Schwarzer, Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Bodo Uebber.

Hat die Bertelsmann Stiftung Einfluss auf die deutsche Politik?

Ja, aber nicht in Form von direkter Lobbyarbeit. Der Einfluss erfolgt durch Forschung, die Veröffentlichung von Indizes, zum Beispiel den „Kommunen-Kompass“, die Durchführung von geschlossenen Foren unter Beteiligung hochrangiger Beamter und eine breit angelegte Medienkampagne.