Persönlichkeiten

Tom Schilling

Vom jungen Nazi zum genialen Hacker – Tom Schillings Rollen sprengen alle Klischees. Erfahren Sie, was Deutschlands geheimnisvollster und einer der erfolgreichsten Schauspieler hinter den Kulissen verbirgt.

von Samuel Schweiz

Inhaltsverzeichnis

Im deutschen Kino gibt es eine ganze Reihe von Leuchttürmen, deren Licht weltweit zu sehen ist. Daniel Brühl, dessen Charme Hollywood erobert hat, Diane Kruger – die Verkörperung internationaler Eleganz, Til Schweiger – ein brutaler und talentierter Schauspieler. Nach Meinung unserer Redaktion bleibt Tom Schilling einer der charakterstärksten Schauspieler Deutschlands. Die Kamera fängt alle seine Reaktionen ein: den Gedanken in seinen Augen, den Schmerz in seinen erstarrten Lippen und ein ganzes Geständnis in einer Sekundenpause.

Bereits mit 18 Jahren spielte er in dem Drama „Crazy“ einen Jugendlichen, der zwischen Genialität und Wahnsinn balanciert, und mit 24 Jahren verwandelte er sich brillant in einen naiven Jungen in einer Nazi-Schule in dem Film „Napola – Elite für den Führer“. Er nimmt zu Recht seinen Platz unter so bekannten Namen wie Jürgen Vogel, August Diehl und Sebastian Koch ein, und Filme mit ihm wie „Oh Boy“, „Werk ohne Autor“ oder „Unsere Mütter, unsere Väter“ möchte man immer wieder sehen. Erfahren wir etwas mehr über den Mann, der jedes Jahr mit glänzenden Erfolgen und Nominierungen aufwartet.

Sein richtiger Name

Tom Schilling

Mit wem ist Tom Schilling verheiratet?

Annie Mosebach, verheiratet seit 2019

Sternzeichen

Wassermann

Wann wurde Tom Schilling geboren?

10. Februar 1982

Gewicht

~ 72 kg

Wo wurde Tom Schilling geboren?

Im Berliner Stadtteil Mitte, unweit des Rosenthaler Platzes.

Augenfarbe

Blau

Wie groß ist Tom Schilling?

1,70 m

Haarfarbe

Blond

Wohnort

Berlin, Prenzlauer Berg

Karrierebeginn

Debütierte im Alter von 6 Jahren in „Stunde der Wahrheit” von Regisseur Thomas Heise (1988)

Erfolgreichste Filme/Serien

„Oh Boy” (2012), „Who Am I – Kein System ist sicher” (2014), „Werk ohne Autor” (2018), „Die Goldfische“ (2019), „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (2021, Teilnahme an der Berlinale), „Achtsam Morden“ (2024, Netflix-Serie), „Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013)

Tom Schilling: Karriere

Die Biografie von Tom Schilling könnte als Drehbuch für einen Weltfilm dienen. Stellen Sie sich vor: Ostberlin, Anfang der 80er Jahre. In einer ganz normalen Kartografenfamilie wird ein blauäugiger Junge geboren. Und während seine Eltern Karten der Erdoberfläche zeichnen, wird der junge Tom von Filmemachern entdeckt. Im Alter von 6 Jahren stand der Junge zum ersten Mal vor der Kamera in „Stunde der Wahrheit“.

Toms berufliche Karriere begann mit Fernsehserien. Bereits im Jahr 2000 machte er mit seiner Rolle als Janosch Schwarze im Film „Crazy“ auf sich aufmerksam. Dieses Werk über Freundschaft und das Erwachsenwerden in einem Internat wurde für den Schauspieler zum Sprungbrett ins große Kino. Er fügte sich mühelos in Drehbücher ein, in denen beliebte deutsche Schauspieler glänzten: von Moritz Bleibtreu bis Nina Hoss in „Elementarteilchen“.

Das wahre Phänomen des Künstlers zeigte sich 2012 mit dem Erscheinen von „Oh Boy“. Auf der Leinwand spielte er die Rolle des Nico Fischer, eines „Antihelden-Beobachters“. Neben Nominierungen für europäische Filmpreise verhalf die Rolle des Nico dem Schauspieler dazu, sich als einer der feinsinnigsten Psychologen des deutschen Kinos zu etablieren – als Erbe der Tradition des inneren Dramas im Stil von Bruno Ganz. Es folgte ein kraftvoller Sprung in groß angelegte Projekte. Der deutsche Schauspieler Tom Schilling wurde zum Gesicht des Kriegsdramas „Unsere Mütter, unsere Väter“ und spielte neben Elyas M’Barek eine Schlüsselrolle in dem Hacker-Thriller „Who Am I – Kein System ist sicher“.

Der Höhepunkt seines Erfolgs im Jahr 2018 war das Projekt „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck. Inspiriert vom Schicksal Gerhard Richters führte der Schauspieler Tom Schilling den Zuschauer durch Jahrzehnte deutscher Geschichte und verkörperte die Tragödie einer ganzen Generation im Schicksal eines einzelnen Künstlers. Der mehrfach für renommierte Preise nominierte Schauspieler steht seit langem in einer Reihe mit Meistern komplexer historischer Figuren wie Sebastian Koch und Ulrich Tukur.

Auch heute noch überrascht Schilling immer wieder aufs Neue. Nach „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ wechselte der Schauspieler sein Repertoire und spielte einen steifen Bankier in der Krimikomödie „Der Pfau“. Im Jahr 2024 eroberte er mit Netflix ein neues Format und spielte in der Serie „Achtsam Morden“ mit.

Parallel dazu entwickelt der Schauspieler seine musikalische Seite weiter und hört sich Platten von Nick Cave und Leonard Cohen an. Seine Band „Tom Schilling & The Jazz Kids“ hat sogar das Album „Vilnius“ aufgenommen und damit bewiesen, dass das Talent des Genies vielseitig ist. Der größte Vorteil des deutschen Schauspielers Tom Schilling ist seine Fähigkeit, ohne Worte zu sprechen.

Tom Schilling and The Jazz Kids – Ja oder Nein

Spielstil und Besonderheiten

Wenn das deutsche Kino einen ewigen Jüngling suchen würde, in dessen Augen man Ehrfurcht, Verletzlichkeit und einen unendlich kreativen Geist lesen kann, dann wäre sein Name zweifellos Tom Schilling. Die schauspielerische Palette des Künstlers erinnert an eine präzise Untersuchung des inneren Universums des Menschen. Meistens erlebt Schilling auf der Leinwand Zweifel, kreative Qualen und starken Widerstand gegen die Absurdität der Außenwelt.

  • In „Oh Boy“ (2012) zeigte sein Nico Verwirrung, verkörpert in den Schwarz-Weiß-Tönen Berlins.
  • In „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (2021) ist er ein Moralist in einer Welt, die vor die Hunde geht. Der Held kämpft nicht verbissen gegen das System, sondern verzweifelt nur im Kampf gegen es. Hier gleicht Schilling dem Gewissen einer Epoche, das unter dem Druck des Zynismus allmählich erlischt.
  • In „Lara“ (2019) zeigt sein Pianist Viktor eine Chronik emotionaler Gewalt. Allein schon der Konflikt mit seiner Mutter (Corinna Harfouch) ist bemerkenswert, der nicht auf der Ebene der Worte, sondern auf der Ebene der Blicke stattfindet.

Selbst wenn er offen negative Charaktere spielt, wie den niederträchtigen Soldaten Kurt Bonnet in „Suite Française – Melodie der Liebe“, zeigt Schilling, wie Feigheit und das Verlangen, den Mächtigen zu gefallen, einen Menschen von innen heraus entstellen und ihn zu einem grausamen Werkzeug machen.

Die natürliche Musikalität des Schauspielers durchdringt sein gesamtes Schaffen. Der Rhythmus seiner Sprache, die Plastizität seiner Bewegungen, die Struktur seiner Rollen selbst haben oft eine musikalische Harmonie und Struktur. Der Künstler existiert im Bild wie Musik – mal lyrisch, mal dissonant, aber immer vollendet und tiefgründig.

Tom Schilling ist das Gegenteil des brutalen, charismatischen Til Schweiger und der impulsiven, bodenständigen Franka Potente. Sein Stil ist eher von intellektueller Zerbrechlichkeit geprägt. Er hätte ohne Weiteres in der Saga „Game of Thrones“ mitspielen können, doch die Rolle ging an den sächsischen Schauspieler Tom Wlaschiha, der vom Typ her Tom Schilling ähnelt. Heute gelingen dem Künstler am besten Rollen von reflektierten, in sich gekehrten Menschen. Er interagiert hervorragend mit Karoline Herfurth in „Eine Million Minuten“ und mit Hannah Herzsprung in „Who Am I – Kein System ist sicher“.

Interessante Fakten über Tom Schilling

Wenn Schilling auf der Leinwand der kreative Motor des deutschen Kinos ist, dann ist er im Leben ein vielseitiger Künstler, der weit über den Drehort hinausgeht. Seine Weltanschauung basiert auf Unabhängigkeit, Nachdenklichkeit und Leidenschaft für echte Kreativität. Die 10 interessantesten Fakten über den Schauspieler:

  1. Er lehnt es grundsätzlich ab, Rollen nur des Geldes wegen anzunehmen, bewahrt sich seine kreative Freiheit, führt ein bescheidenes Leben und spart Geld, wobei er betont: „Das garantiert mir meine Unabhängigkeit.“
  2. Während er im Kino die Ideen anderer umsetzt, kommt in seiner Musik seine eigene Stimme voll zur Geltung. Seit 2017 tritt er mit der Band „Tom Schilling & The Jazz Kids“ auf und spielt poetische Songs mit Jazz-Elementen.
  3. Als Intellektueller und Hedonist beschreibt er sich selbst als „Genussmensch“, der gerne kocht und mit Freunden einen „Samstags-Kochclub“ veranstaltet.
  4. Sein Lieblingsschriftsteller ist Hermann Hesse.
  5. 2013 wurde er zum „Krawattenmann des Jahres” in der Kategorie „Bester Mann des Jahres” gekürt, was seinen zurückhaltenden Stil unterstreicht, der weit entfernt ist vom Hollywood-Glanz.
  6. Er spricht fließend Englisch und spielte 2015 in den Hollywood-Produktionen „Die Frau in Gold“ und „Suite française – Melodie der Liebe“ mit.
  7. Sein schauspielerisches Spektrum ist einzigartig – von Oliver mit einer Fußkrankheit in „Die Goldfische“ und dem karikierten Hitler in „Mein Kampf“ bis hin zum zynischen Mafia-Anwalt in „Achtsam Morden“.
  8. Seine Lieblingsschauspieler sind Kate Winslet und Leonardo DiCaprio.
  9. Nach Schätzungen der Medien könnte das Vermögen des Schauspielers etwa 2 Millionen Euro betragen.
  10. Als das Casting für den Film „Oh Boy“ stattfand, schrieb Tom dem Regisseur Jan-Ole Gerster einen fünfseitigen Brief, in dem er ausführlich erklärte, warum er die Hauptrolle bekommen sollte. Am Ende bekam er sie.

Während das deutsche Kino die grandiose Premiere von „Babylon Berlin“ feierte – eine groß angelegte, visuell atemberaubende Saga –, ging Tom Schilling einen anderen Weg. Er war dort, auf dem roten Teppich. Doch sowohl 2017 als auch heute baut der Schauspieler seine Karriere nicht auf lautstarken Rollen auf, sondern auf einer stillen, absoluten Einfühlung in die Seele der Figur.

Tom Schilling: Privatleben

Früher waren Berliner Bars und die Freiheit des Boheme-Lebens sein Element. Heute ist er mit der Produzentin Annie Mosebach verheiratet und zieht einen Sohn und eine Tochter groß. Außerdem hat Schilling einen älteren Sohn, Oskar, aus einer früheren Beziehung.

Seine wichtigste Stütze ist seine Frau Annie, früher Regieassistentin, heute Produzentin. Sie haben 2019, nach der Geburt ihres Sohnes und ihrer Tochter, heimlich geheiratet. Sie verbindet nicht nur Liebe, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Welt des Films.

Schilling ist einer der zurückhaltendsten Top-Schauspieler Deutschlands. Keine Enthüllungen in sozialen Netzwerken, keine gemeinsamen Auftritte auf dem roten Teppich für PR-Zwecke. Selbst Gerüchte über Romanzen mit Filmpartnerinnen (sei es Paula Beer oder andere) kommentiert er nie.

Kinder

Seinen ersten Sohn bekam er mit seiner ehemaligen Freundin Julia Todtmann. Trotz der Trennung von der Mutter des Kindes übernahm Tom von Anfang an die Rolle des Vaters. Annie gebar dem Schauspieler 2014 einen weiteren Sohn und 2017 eine Tochter. Heute gehen die Kinder zur Schule, wissen nichts über die Öffentlichkeit und spüren die Liebe beider Elternteile.

Schilling ist durch und durch ein Familienmensch. Er hat eine eiserne Regel aufgestellt: Er trennt sich nie länger als zwei Wochen von seinen Lieben, auch nicht während Dreharbeiten. Zu Hause packt er mühelos das Schulfrühstück, schaut mit seinem Sohn Fußball und gesteht:

Die Familie bedeutet mir alles.

Auszeichnungen und Erfolge

Siege:

  • Bambi – „Nationaler Film“ („Who Am I – Kein System ist sicher“, 2015), „Bester nationaler Darsteller“ („Oh Boy“, 2013)
  • Bayerischer Fernsehpreis – „Bester Schauspieler“ („Oh Boy“, 2013), „Bester Nachwuchsdarsteller“ („Crazy“, 2001)
  • Bayerischer Fernsehpreis – „Bester Darsteller“ („Unsere Mütter, unsere Väter“, 2013)
  • Deutscher Filmpreis – „Bester Darsteller in einer Hauptrolle“ („Oh Boy“, 2013)
  • Internationales Filmfest Oldenburg – „Seymour-Cassel-Preis“ („Oh Boy“, 2012)
  • Undine Award, Österreich – „Bester Nachwuchsdarsteller“ und „Publikumspreis“ für seine Rolle in „Napola – Elite für den Führer“, 2005.

Nominierungen:

  • Bambi – „Bester nationaler Darsteller“ („Eine Million Minuten“, 2024)
  • Deutscher Filmpreis – „Bester Schauspieler“ 2013, 2018, 2025 für seine Rollen in „Unsere Mütter, unsere Väter“, „Der gleiche Himmel“, „Achtsam Morden“
  • Undine Award – „Bester Nachwuchsdarsteller“ 2008 („Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“, „Elementarteilchen“)
  • Jupiter Award – „Bester deutscher Fernsehschauspieler“ (für „Auf kurze Distanz“, 2017 und für „Unsere Mütter, unsere Väter“, 2014)

Kontakte und soziale Netzwerke

FAQ

Wie viele Kinder hat Tom Schilling?

Der Schauspieler hat drei Kinder: einen 20-jährigen Sohn namens Oskar aus einer früheren Beziehung und zwei minderjährige Kinder mit Annie Mosebach.

Wie alt ist Tom Schilling?

Am 10. Februar 2026 wird der Künstler 44 Jahre alt.

Wie heißen die Kinder von Tom Schilling?

Der Schauspieler schützt das Privatleben seiner Familie grundsätzlich vor den Medien. Seine Kinder sind ein gut gehütetes Geheimnis. Er gibt ihre Namen bewusst nicht preis und vermeidet es, ihre Fotos in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Der einzige Name, der der Öffentlichkeit bekannt ist, ist der seines ältesten Sohnes Oskar.

Wer ist der Vater von Tom Schilling?

Weder Schillings Vater noch seine Mutter hatten irgendetwas mit Kunst zu tun, beide waren Kartografen.

Wie alt war Tom Schilling in „Napola – Elite für den Führer“?

Als „Napola – Elite für den Führer” (2004) gedreht wurde, war Tom Schilling 22 Jahre alt. Sein Filmpartner Max Riemelt war 19 Jahre alt.