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Technorama – interaktives Wissenschaftsmuseum für Kinder und Erwachsene

von Markus Schneider

Inhaltsverzeichnis
Technorama Winterthur

Ein Mensch steht einen Meter von einem furchteinflössenden Blitz entfernt und zuckt instinktiv beim ohrenbetäubenden Geräusch zusammen. Währenddessen strecken Kinder in Faraday-Käfig-Handschuhen ihre Hände direkt zur Entladung von 300'000 Volt aus, als wäre es ein Spielzeug. Keine Spezialeffekte – einfach Alltag im Technorama Winterthur!

Eines der grössten wissenschaftlich-interaktiven Zentren Europas befindet sich in Winterthur, 25 Minuten Fahrt von Zürich entfernt. Jährlich besuchen es rund 300'000 Menschen, um persönlich die Gesetze der Physik, Chemie und Biologie zu überprüfen. Im Technorama Swiss Science Center gilt nicht die Regel «Nicht berühren». Im Gegenteil, hier muss man alles anfassen, drehen, drücken und auseinandernehmen. Was sollte man noch über das Schweizer Wissenschaftszentrum wissen?

Offizielle Bezeichnung

Swiss Science Center Technorama

Adresse

Technoramastrasse 1, CH-8404 Winterthur

Gründungsjahr der Stiftung

1969 (erste Ausstellung – 1982)

Fläche

~6'500 m² (4 Etagen + Park)

Anzahl der Exponate

Über 500 interaktive Stationen

Technorama Öffnungszeiten

Täglich, 10:00–17:00 Uhr

Telefon / E-Mail

+41 (0)52 244 08 44 / [email protected]

Offizielle Website

technorama.ch

Geschichte

Seit 1947 spendeten Grossunternehmen des «goldenen Dreiecks» wie Rieter und Sulzer ihre Ausrüstung. Schliesslich wurde am 26. Juni 1969 die Stiftung Technorama der Schweiz registriert, die zur Grundlage des Swiss Science Center Technorama wurde.

Ein typisches technisches Museum mit sperrigen Maschinen, Dampfmaschinen und Prüfständen öffnete erst 1982 seine Türen und lockte Besucher mit dem riesigen 18 m hohen Diaprojektor Spotlight an. Ein paar Jahre später präsentierte die wissenschaftliche Ausstellung Phenomena etwa 200 Naturphänomene und Experimente und ging über die Grenzen der Schweiz hinaus. Obwohl sie mehr als 5 Mio. Besucher anziehen konnte, erlebte die Schweizer Stiftung bereits 1995 den Konkurs.

Im Juni 1990 belebte Direktor Remo Besio das Projekt mit einem neuen Konzept wieder. Er liess sich von den Arbeiten Richard Gregorys, den Ideen des Ergonomen Hugo Kückelhaus und dem Werk des Physikers Frank Oppenheimer (Exploratorium in San Francisco) inspirieren. Sie alle waren der Meinung, dass Wissenschaft nicht durch das Lehrbuch, sondern durch direkten Kontakt mit dem Phänomen erlernt wird. Diese Philosophie übertrug Besio nach Winterthur.

Die Transformation des Zentrums dauerte Jahre – von 2000 bis 2012 wurde das Museum planmässig umgebaut. 2003 schloss sich ihm das Jugendlabor des Kantons Zürich Youth Lab an, und im November 2013 wurde die Einrichtung offiziell in Swiss Science Center Technorama umbenannt. Der letzte Schliff erfolgte 2021 mit der Eröffnung des grossartigen Parks Technorama Outdoors.

Der Besucherrekord wurde 2023 aufgestellt – 364'286 Gäste in einem Jahr.

Technorama – interaktives Wissenschaftsmuseum

Technorama

Konzept und Ausstellung

Das Hauptprinzip des Technorama ist «hands on». Keine Glasvitrinen, voller Kontakt mit interaktiven Exponaten. Jeder der über 500 Experimentierstände aktiviert alle fünf Sinne gleichzeitig. Es reicht nicht, einen Tornado im Glaskolben zu betrachten, besser ist es, ihn selbst zu erzeugen!

Die vier Etagen des Museumsgebäudes mit einer Fläche von etwa 6'500 m² sind in thematische Zonen unterteilt. Man sollte alle besuchen, von Mathemagie bis zur Blechspielzeug-Sammlung:

  • Halbstündige Hochspannungs-Blitzshow im Elektrizitätslabor mit Tesla-Spule, die mächtige Entladungen mit Donner erzeugt.
  • Ausstellung Mindscapes enthüllt, wie das Gehirn uns täuscht – optische Illusionen, «eingefrorene» Schatten, Kontrolle über Körper und Wahrnehmung.
  • Grösster Plasmaball Europas in der Licht- und Plasmazone.
  • Coriolis Carousel – rotierende Plattform, die die Corioliskraft demonstriert (nichts für schwachen Gleichgewichtssinn).
  • Aerodynamischer Windkanal gegen Orkanwind, Wasserinstallationen, Show mit Gas und Feuer.
  • Sammlung Bommer – weltweit grösste Sammlung von Blechspielzeug-Eisenbahnen ab dem 19. Jahrhundert.
  • Jugendlabor Youth Laboratory für selbständige Experimente, wo jährlich etwa 70'000 Schüler im Rahmen von Gruppenausflügen experimentieren.
  • Tinkering – Werkstatt, wo man aus Schrauben, Gummis, Karton und Motörchen eine funktionierende Maschine bauen muss.
  • Klangwelten – 30 Klangexponate, wo man den Klang buchstäblich «anfassen» kann.
Technorama Winterthur

Technorama

Besondere Aufmerksamkeit verdient das Technorama Outdoors, geöffnet von April bis Oktober. Über 30 interaktive Installationen unter freiem Himmel zeigen Wind- und Sonnenexponate, hydrodynamische Installationen. Das Highlight des Parks bleibt die Attraktion Wonder Bridge mit einer Länge von 130 m.

Ausserdem finden im Technorama tägliche Workshops und Bildungsprogramme zu Biologie, Chemie und Physik statt – von «Küchenwissenschaft» bis zu Meisterkursen wie Oster-Workshop, «Sprache der Roboter», «Geheimnis der Schweizer Schokolade». Alle Workshops sind unterteilt in öffentliche (täglich um 13:00 Uhr, 45 Minuten, 7 CHF + Eintritt), Gruppen- (45 Min – 4 Stunden, ab 70 CHF/Gruppe) und Schulworkshops (ab 50 CHF/Gruppe).

Jeder Stand wird von Textinformationen in vier Sprachen begleitet: Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch.

Technorama Outdoors

Praktische Informationen

Man kann die Heimstätte der Wissenschaft mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Hier verkehrt der Zug auf den Linien S12 oder S29 bis zur Station Oberwinterthur. Man kann auch mit dem Bus Nr. 5 vom Hauptbahnhof Winterthur direkt bis zur Endstation fahren. Von Zürich dauert die Fahrt etwa eine halbe Stunde. Mit dem Auto fährt man am besten von der Autobahn A1, Ausfahrt Nr. 72, dann nach Wegweisern. Der Parkplatz vor dem Gebäude kostet 7 CHF/Tag. Für Elektroautos – 15 CHF/Tag. Bezahlung mit Münzen oder über die App Parkingpay.

Das Museum ist ganzjährig von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Restaurant und Café arbeiten zu den gleichen Zeiten, und das Technorama Outdoors nur von April bis Oktober. Die Technorama Preise sind recht demokratisch:

Kategorie

Preis

Erwachsene

34 CHF

Kinder (6–15 Jahre)

21 CHF, bis 6 Jahre – gratis

Studenten, Schüler, Senioren

3 CHF Ermässigung vom Basispreis

Technorama Plus (2+ Kinder + 1–2 Erwachsene)

3 CHF Ermässigung auf jedes Ticket

Jahresabonnement – Kinder

40 CHF

Jahresabonnement – Erwachsene

110 CHF

Technorama Tickets kann man online auf der offiziellen Website, Eventim, Koelnticket oder direkt an der Kasse kaufen. Tickets können im Voraus telefonisch unter +41 (0)52 244 08 44 reserviert werden.

Ermässigung gibt es für Schüler im Programm School'n'Rail – bis zu 30% Ermässigung auf den Eintritt in der Nebensaison, plus Fahrausweis für 15 CHF. Der Museumspass Winterthur für zwei Tage kostet 44 CHF und beinhaltet den Eintritt ins Technorama und andere Museen der Stadt. Für Gruppen ab 10 Personen – 30% Technorama Vergünstigung auf die Fahrt mit dem RailAway Group Ticket.

Das Museum ist vollständig zugänglich für Kinderwagen und Rollstühle. Am Eingang stehen Schliessfächer zur Verfügung. Haustiere dürfen jedoch nicht mitgebracht werden. Nutzen Sie diese fünf wichtigen Empfehlungen für den Besuch:

  • Kommen Sie zur Öffnung um 10:00 Uhr – Shows und Workshops füllen sich schnell.
  • Kaufen Sie Technorama Tickets online im Voraus, um Warteschlangen zu vermeiden.
  • Planen Sie mindestens 6 Stunden für den Rundgang durch Museum und Park ein.
  • Beginnen Sie in der 3. oder 4. Etage – bei den Holzkugelbahnen und der Mechanik.
  • Besuchen Sie das Technorama an Werktagen, wenn deutlich weniger Leute da sind als am Wochenende.

«Unmöglich, alles an einem Tag zu sehen», «Ideal für die ganze Familie von 2 bis 102 Jahren», «die Blitzshow – das Beste, was ich gesehen habe» – die Technorama Rezensionen halten stabil eine Bewertung von 4.5 von 5 auf TripAdvisor.

Technorama Winterthur (Schweiz)

Technorama

Interessante Fakten

  • Das Wissenschaftszentrum selbst ist ein wahres Ingenieurwunder. Es beherbergt die weltgrösste Sammlung von Blechspielzeug-Eisenbahnen – die Spielzeugeisenbahn-Sammlung Bommer, gegründet im Februar 2004. Das Alter vieler Exponate beträgt über 120 Jahre.
  • Andere Ausstellungsstücke wurden grösstenteils in den eigenen Werkstätten des Technorama entwickelt und gebaut. Über 500 Objekte wurden seinerzeit nach Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Finnland, Russland und in die USA exportiert.
  • Jeden Touristen zieht besonders die Brücke im Technorama Outdoors an – die Wonder Bridge mit einer Länge von 130 m, über die die Wasser spezieller Installationen fliessen.
  • Das Technorama ist ein riesiges lebendiges Gehirn der Neugier. Wie ein magisches Portal verwandelt es jeden Besucher in einen Mitautor von Entdeckungen, wo die Wissenschaft zum Beobachten und Teilnehmen an Experimenten einlädt.

FAQ

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch im Technorama einplanen?

Planen Sie mindestens 3–4 Stunden ein, aber wenn Sie Kinder mitnehmen – reservieren Sie einen ganzen Tag. Es gibt so viele Exponate, dass es physisch unmöglich ist, alles bei einem Besuch zu erfassen.

Ist das Technorama für sehr kleine Kinder (2–4 Jahre) geeignet?

Ein Teil der Installationen ist für Kinder ab 5–6 Jahren ausgelegt (erfordert körperliche Kraft oder Konzentration). Kleinkindern bis 4 Jahren gefallen die Licht- und Klangzonen, riesige Seifenblasen und Wasserexperimente. Und ihre Eltern müssen aktiv mitmachen.

Welche Exponate sind bei den Besuchern am beliebtesten?

Die beliebtesten Exponate sind die Zone der Plasmakugeln und Elektrostatik, wenn die Haare zu Berge stehen, die Blitzshow, die Foucault-Pendel, die riesige Vortex-Röhre mit Wirbelringen, Spiegellabyrinthe und optische Illusionen.

Ist das Fotografieren im Technorama erlaubt?

Fotografieren ist ohne Einschränkungen erlaubt. Aufnahmen für den persönlichen Gebrauch sind willkommen.