Fondation Beyeler
Die Fondation Beyeler ist ein Kunstmuseum in der malerischen Basler Vorortsgemeinde Riehen. Es ist längst zum Lieblingsort der Liebhaber moderner und klassisch-moderner Kunst geworden, und seine internationale Bedeutung kann kaum überschätzt werden. Die Fondation Beyeler zeichnet sich auch durch ihre architektonische Lösung aus. Das Gebäude wurde von Renzo Piano entworfen und fügt sich harmonisch in den Park ein.
Offizielle Bezeichnung | Fondation Beyeler |
|---|---|
Standort | Riehen, Kanton Basel-Stadt, Schweiz |
Gründungsjahr der Stiftung | 1982 |
Eröffnungsdatum im Renzo-Piano-Gebäude | 18. Oktober 1997 |
Fläche | Ausstellungsfläche ca. 3'000 m² |
Fondation Beyeler Öffnungszeiten | Montag–Sonntag: 10:00–18:00; Mittwoch: 10:00–20:00; 365 Tage im Jahr (inkl. Feiertage) |
Ticketarten | Erwachsene, Ermässigt, Studierende bis 25 Jahre, Gruppen- oder Schultickets, Kinder, Familie, Kombi |
Ticketpreis | ab 25 CHF |
Offizielle Website |

Lernen Sie die Institutionen kennen | Fondation Beyeler
Geschichte der Fondation Beyeler
Die Gründer der Stiftung sind das Ehepaar Ernst und Hildy Beyeler. Ernst Beyeler kam noch als Student zufällig zu einer Arbeitsstelle bei Oskar Schloss in der Buchhandlung La Librairie du Château d'Art, die auch auf Grafik und Antiquitäten spezialisiert war. Dort lernte er vieles. 1945 verstarb Oskar Schloss, und Ernst Beyeler führte sein Werk fort:
- 1947 wurde dem Namen des Geschäfts «Ernst Beyeler» hinzugefügt, und 1952 wurde der Name in «Galerie Beyeler» geändert, und das Ehepaar Beyeler begann, Kunstwerke zu verkaufen.
- In den 1970er-Jahren wurde die Galerie zu einer der führenden weltweit und arbeitete mit Künstlern vom Rang eines Picasso, Giacometti, Miró, Chagall zusammen.
- 1982 wurde die Sammlung des Ehepaars Beyeler einer eigens gegründeten gemeinnützigen Organisation übertragen – der Fondation Beyeler.
- 1997 wurde in Riehen, einem Vorort von Basel, im Berower Park das vom Architekten Renzo Piano entworfene Museumsgebäude eröffnet.
- Ernst Beyeler war bis 2003 Direktor der Fondation Beyeler. 2003 wurde er von Christophe Vitali abgelöst.
- 2008 übernahm Sam Keller den Direktorenposten, der die Fondation Beyeler bis heute leitet.
- 2015 wurde die Fondation Beyeler das meistbesuchte Museum der Schweiz – die Gauguin-Ausstellung besuchten rund 480'000 Menschen.
Allmählich wurde das private Museum zu einem Kulturobjekt von Weltrang. Neben der Präsentation der ständigen Sammlung organisierte die Fondation Beyeler aufsehenerregende Wechselausstellungen und brachte Künstler wie Edvard Munch oder Marina Abramović nach Riehen. Heute ist die Fondation Beyeler Basel berühmt für interessante Wechselausstellungen und eine ständige Sammlung, die rund 300 Kunstwerke vereint.
Das Ehepaar Ernst und Hildy Beyeler
Architektonische Besonderheiten
Der Hauptarchitekt der Fondation Beyeler ist Renzo Piano, Meister des High-Tech und der organischen Architektur. Seine Hauptidee war es, einen Dialog zwischen Kunst und umgebender Natur zu schaffen. Das Gebäude ist ein langer, niedriger Pavillon aus Porphyr – einem rötlichen Vulkangestein, das in der italienischen Region Valle d'Aosta abgebaut wird. Dieses Material verleiht dem Bau Monumentalität, aber dank des Glasdachs und der Panoramafenster wirkt das Museum schwerelos, geradezu über dem Boden schwebend.
Die Architektur dient hier als vollwertiges Ausstellungsinstrument. Die Rolle des Lichts ist entscheidend. Renzo Piano entwickelte ein Lamellensystem, das es ermöglicht, den Tageslichteinfall zu regulieren und ideale Bedingungen für jedes Gemälde zu schaffen. Der von Ernst Beyeler entworfene Garten ergänzt das Museum. Skulpturen von Hans Arp und Alexander Calder stehen direkt zwischen jahrhundertealten Bäumen und Wiesen – so wird der Spaziergang zu einem integralen Teil des ästhetischen Erlebnisses.
Das Thema Fondation Beyeler Neubau Eröffnung weckt in den letzten Jahren grosses Interesse. 2024 wurde der neue Eingangspavillon eröffnet, der vom Architekten Renzo Piano entworfen wurde. Er vereinte Kassen, Museumsshop und Besucherinfrastruktur. Dieser Pavillon wurde Teil der schrittweisen Modernisierung des Museums und fügte sich organisch in das bestehende Ensemble des Berower Parks ein.
Parallel wird ein grösseres Projekt realisiert – ein neuer Museumstrakt nach dem Entwurf des Schweizer Architekten Peter Zumthor. Der Bau begann 2022 und umfasst Ausstellungsräume, einen Veranstaltungspavillon, ein Dienstgebäude und die Erweiterung des Parkgeländes. Der Haupttrakt befindet sich im Bau, und das offizielle Eröffnungsdatum wird später bekanntgegeben.
Fondation Beyeler
Sammlungen
Die Grundlage der Fondation Beyeler Exposition bildet die berühmte Privatsammlung des Ehepaars Beyeler mit rund 400 Werken, die 1997 der Öffentlichkeit übergeben wurde. Sie versammelt die bedeutendsten Kunstwerke des 19., 20. und 21. Jahrhunderts.
Unter den bekanntesten Namen finden sich Claude Monet mit seinem berühmten Gemälde «Seerosen», Vincent van Gogh, Paul Klee, Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Mark Rothko. Einen besonderen Platz nehmen über 30 Werke von Picasso und Skulpturen von Alberto Giacometti ein. Ebenfalls vertreten sind Arbeiten von Begründern der modernen Kunst wie Paul Cézanne und Henri Rousseau. Die Sammlung wird durch etwa 25 Objekte traditioneller Kunst aus Afrika, Ozeanien und Alaska ergänzt.
Die Fondation Beyeler unterscheidet sich von anderen Schweizer Museen durch die Durchdachtheit der Präsentation. Es gibt hier keine Depotssäle, die Sammlung wird ständig rotiert und tritt in Wechselwirkung mit den temporären Ausstellungen. Die aktuelle Ausstellung der Fondation Beyeler wird auf der offiziellen Website präsentiert. Das Museum wechselt Präsentationen von Schlüsselfiguren des 20. Jahrhunderts mit Anthologien zeitgenössischer Künstler ab. Die Wechselausstellungen sind immer so konzipiert, dass sie die ständige Sammlung ergänzen oder neu interpretieren.
Vom 12. Oktober 2025 bis 25. Januar 2026 fand die Ausstellung Fondation Beyeler Kusama statt, die zu einem wahren kulturellen Phänomen wurde. Diese Schau mit riesigen Installationen, unendlichen Spiegelräumen und den charakteristischen gepunkteten Kürbissen zog enorme Warteschlangen an. Die Kritiken waren einhellig positiv. Die Immersivität und Tiefe der Werke von Yayoi Kusama in den ideal gestalteten Sälen der Beyeler erzeugten einen geradezu therapeutischen Effekt und liessen die Besucher in der Unendlichkeit aufgehen.

Fondation Beyeler - Yayoi Kusama
Ausstellungen 2026
Das Jahr 2026 verspricht reich an Ereignissen zu werden. Die Fondation Beyeler Basel wird weiterhin grosse Retrospektiven und thematische Projekte abwechseln und dabei sowohl das historische Gebäude als auch den Raum des neuen Trakts nutzen.
Name | Datum | Künstler | Hauptinformation |
|---|---|---|---|
Yayoi Kusama | 12.10.2025 – 25.01.2026 | Yayoi Kusama | Die Ausstellung umfasste über 70 Jahre Schaffen der Künstlerin – von frühen Zeichnungen und Aquarellen der 1950er-Jahre bis zu neuesten Arbeiten. Es wurden über 300 Werke gezeigt, darunter ikonische Gemälde, Skulpturen, die berühmten Kürbisse, Collagen und Installationen. |
Basler Museumsnacht 2026 | 23.01.2026 | Yayoi Kusama, Paul Cézanne | Exklusive Vorbesichtigung der Cézanne-Ausstellung und letzte Gelegenheit, die Kusama-Installationen zu sehen. |
Cézanne | 25.01.2026 – 25.05.2026 | Paul Cézanne | Grosse Retrospektive von Paul Cézanne mit Fokus auf seine späte, bedeutendste Schaffensperiode. Die Ausstellung umfasst rund 80 Gemälde, darunter die berühmten Ansichten des Mont Sainte-Victoire, Porträts und Stillleben. |
Sensations | 21.02.2026 – 26.04.2026 | Francis Bacon, Jean-Michel Basquiat, Louise Bourgeois, Claude Monet | Eine thematische Ausstellung aus der Museumssammlung. |
Pierre Huyghe | 24.05.2026 – 13.09.2026 | Pierre Huyghe | Ausstellung eines der einflussreichsten zeitgenössischen Künstler. Das Projekt vereint neue, eigens für das Museum geschaffene Arbeiten mit Schlüsselwerken der letzten Jahre und erforscht die Grenzen zwischen Realität und Fiktion durch biologische, technologische und digitale Elemente. |
Ruth Asawa | 18.10.2026 – 10.01.2027 | Ruth Asawa | Erste grosse Retrospektive der amerikanischen Künstlerin japanischer Herkunft in Europa. Die Ausstellung zeigt ihre einzigartigen Drahtskulpturen und Arbeiten, die die Grenzen zwischen Abstraktion und Figuration verwischen. |
Es ist zu beachten, dass der Kalender der Fondation Beyeler Veranstaltungen auch mit anderen Events und Anlässen gefüllt ist. Besuchen Sie das Museum unbedingt im Sommer, wenn der Garten besonders prächtig blüht.
Praktische Informationen
Das Museum ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, mittwochs bis 20:00 Uhr. Die besten Zeiten für einen ruhigen Besuch sind gleich nach der Öffnung, etwa bis 12:00 Uhr, oder nach 16:00 Uhr. Fondation Beyeler Tickets können online auf der offiziellen Website oder an der Museumskasse gekauft werden. Die Kasse schliesst 30 Minuten vor Museumsschluss. Ticketarten:
- Erwachsene – CHF 25, dienstags – CHF 20, mittwochs ab 19:00 – CHF 20.
- Besucher mit IV-Ausweis – CHF 20. Dabei ist der Eintritt für eine Begleitperson kostenlos.
- Alle unter 25 Jahren, einschliesslich Studierende, können bei Vorlage eines Ausweises den Fondation Beyeler freien Eintritt nutzen.
- Spezialangebot von SBB RailAway: Zugfahrt + Museumseintritt.
- Spezialangebot mit Hotelübernachtung, Eintrittskarte + Zugfahrt.
- Gruppen: Schüler und Studierende + 2 Begleitpersonen – Eintritt frei. Zusätzliche Begleitpersonen über 25 Jahre – CHF 30. Voranmeldung erforderlich.
- Ermässigter Eintritt für Mitglieder bestimmter Organisationen bei Vorlage der Mitgliedskarte – CHF 15 bis CHF 20.
Das Museum akzeptiert keine Raiffeisen-Karten und gewährt keinen Eintritt mit dem Schweizer Museumspass. Der Spaziergang durch den Park der Fondation Beyeler ist kostenlos.
Auf dem Museumsgelände befindet sich der Fondation Beyeler Shop. Hier kann man Ausstellungskataloge und Poster, Designer-Einrichtungsgegenstände, Schmuck, Kunstalben und speziell für die aktuellen Ausstellungen entwickelte Souvenirs erwerben.
Fondation Beyeler
Anreise
Die Fondation Beyeler befindet sich an der Baselstrasse 77, 4125 Riehen, Schweiz. Von der Basler Innenstadt kann man auf verschiedene Weise dorthin gelangen:
- Mit dem Auto. Fahren Sie von Basel in Richtung Lörrach durch den Stadtteil Riehen. GPS-Koordinaten: 47.5875° N, 7.6506° E. Für Besucher steht der Fondation Beyeler Parkplatz zur Verfügung, dessen Einfahrt sich direkt vor dem Museum befindet. Das Parkieren ist kostenpflichtig.
- Mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Am bequemsten ist das Tram Nr. 6 vom Bahnhof Basel SBB oder von der Haltestelle Theater im Stadtzentrum bis zur Haltestelle Riehen Dorf. Die Fahrzeit beträgt etwa 20 Minuten. Von der Haltestelle bis zum Museum sind es 5–7 Minuten zu Fuss durch den Park. Auch der Bus Nr. 31 fährt dorthin.
- Mit dem Reisecar. Für Reisecars gibt es eine spezielle Aus- und Parkzone in der Nähe des Museums.
Das Fotografieren in den Sälen der Fondation Beyeler ist ohne Blitz und Stativ für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke erlaubt. Grosses Gepäck und Rucksäcke müssen in der Garderobe oder in Schliessfächern abgegeben werden.
Interessante Fakten
- Ernst Beyeler war mit vielen Künstlern befreundet, deren Werke sich heute im Museum befinden. Er war zum Beispiel der europäische Verleger der Lithografien von Andy Warhol, und Alberto Giacometti war häufiger Gast in seinem Haus.
- Der rote Porphyr, der für die Wandverkleidung verwendet wurde, war keine zufällige Wahl. Renzo Piano wollte, dass die Wände an den Grund von Gemälden erinnern und einen neutralen, aber warmen Hintergrund schaffen.
- Die Museumseröffnung 1997 begann mit der legendären Ausstellung «Die Magie der Bäume».
- Die Paul-Gauguin-Ausstellung 2015 zog fast eine halbe Million Menschen an und wurde zu einer der erfolgreichsten in der Geschichte der Stiftung.
- Das Gebäude ist so konzipiert, dass die Glaswände die Grenzen zwischen den Sälen und dem umgebenden Park verwischen. Auf der Südseite befindet sich ein künstlicher Teich, dessen Wasserstand mit dem Fussbodenniveau des Museums übereinstimmt.
FAQ
Welche Ausstellungsprojekte des Museums hatten in den letzten Jahren die grösste internationale Resonanz?
Die grösste Resonanz hatte die Paul-Gauguin-Ausstellung 2015. Sie war die erfolgreichste Ausstellung in der Geschichte des Museums und zog fast eine halbe Million Menschen an. Ebenso die Yayoi-Kusama-Ausstellung Ende 2025 / Anfang 2026. Diese grosse Retrospektive, die 70 Jahre Schaffen umfasste – von frühen Arbeiten bis zu den Spiegelräumen –, wurde zu einem bedeutenden Ereignis in der Kunstwelt.
Kann man die Fondation Beyeler eher als Ausstellungszentrum oder als Museum mit ständiger Sammlung betrachten?
Tatsächlich ist sie ein einzigartiger Hybrid. Im Unterschied zu traditionellen Kunsthallen verfügt sie über eine äusserst starke ständige Sammlung, die ihr Fundament bildet. Was jedoch die Aktivität und Qualität der temporären Fondation Beyeler Veranstaltungen betrifft, übertrifft sie oft viele Ausstellungszentren. Die Besucher kommen, um sowohl den goldenen Fundus der Klassik als auch die aufsehenerregenden Wechselausstellungen zu sehen.
Wie verändert sich die Wahrnehmung der Ausstellungen in der Fondation Beyeler je nach Jahreszeit?
Radikal. Im Winter, wenn durch die Glaswände kahle Äste und Schnee zu sehen sind, wird das Museum als gemütliche Zuflucht wahrgenommen, das Licht in den Sälen erscheint gedämpft, der Fokus liegt ganz auf den Gemälden. Im Sommer dagegen verschwimmen die Grenzen – das Grün tritt buchstäblich in die Säle ein, und die Kunst wird im Dialog mit der Natur wahrgenommen.







