Pia Sundhage
Pia Sundhage ist eine der einflussreichsten Figuren in der Geschichte des Frauenfussballs. Ihre Einzigartigkeit liegt in der seltenen Kombination von Rollen. Sie wurde 1984 mit der schwedischen Nationalmannschaft als Spielerin Europameisterin und Jahre später als Trainerin zweifache Olympiasiegerin (Peking 2008 und London 2012 mit der US-Nationalmannschaft). 2012 wurde Sundhage zur FIFA World Coach of the Year gekürt und festigte damit ihren Status als Weltikone des Fussballs.
Kurzinformationen über Pia Sundhage:
Vollständiger Name | Pia Sundhage |
|---|---|
Geburtsdatum | 13. Februar 1960 |
Alter | 65 Jahre |
Geburtsort | Ulricehamn, Schweden |
Nationalität | Schwedin |
Spielerkarriere | 1978-1996 |
Trainerkarriere | seit 1996 |
Familienstand | nicht verheiratet |
Pia Sundhage
Biografie
Pia Sundhage wurde am 13. Februar 1960 in Ulricehamn im Südwesten Schwedens geboren, wo auch ihre Kindheit verbrachte. Sie wuchs in einer gewöhnlichen Arbeiterfamilie auf: Die Eltern hatten keine Verbindung zum Profisport, unterstützten jedoch von Anfang an die Fussballbegeisterung ihrer Tochter. Detaillierte Angaben zu den Namen der Eltern, ihren Berufen und möglichen Geschwistern hat Sundhage selbst öffentlich kaum preisgegeben, was typisch für ihre zurückhaltende Einstellung zum Privatleben ist.
Das Interesse am Fussball zeigte sich sehr früh. In den 1960er- und 1970er-Jahren gab es in Schweden praktisch keine Mädchenmannschaften, daher spielte Pia zusammen mit Jungen. Unter ihnen erhielt sie den Spitznamen «Pelle», unter dem sie lange als «eine von ihnen» wahrgenommen wurde. Trotz der Skepsis der Gesellschaft gegenüber dem Frauenfussball verboten ihr die Eltern nicht zu trainieren und zu Spielen zu fahren.
Ihre erste organisierte Fussballausbildung erhielt Sundhage beim IFK Ulricehamn, wo sie in Jugendmannschaften spielte. Schon damals zeigten sich ihre Beharrlichkeit, Kühnheit und Führungsqualitäten – Eigenschaften, die später ihre gesamte Karriere bestimmen sollten.
Spielerkarriere
Die Spielerkarriere von Pia Sundhage fiel in die Ära der Entstehung des Frauenfussballs, und genau deshalb war ihr Einfluss besonders spürbar. Sie spielte als Stürmerin und zeichnete sich durch einen intellektuellen Stil, ausgezeichnete Positionswahl und die Fähigkeit aus, das Spiel zu lesen. Sundhage verliess sich nicht ausschliesslich auf Schnelligkeit – ihre Stärken waren präzise Schüsse, Spielübersicht und Kaltblütigkeit in entscheidenden Momenten, was die Bewunderung der Fans und den Respekt der Gegnerinnen hervorrief.
Vereinskarriere:
Verein | Jahre | Wichtigste Erfolge |
|---|---|---|
IFK Ulricehamn | 1978-1980 | Beginn der Erwachsenenkarriere |
Jitex BK | 1981-1996 | Mehrfache schwedische Meisterin, Mannschaftskapitänin |
In der schwedischen Nationalmannschaft debütierte Pia Sundhage Ende der 1970er-Jahre und wurde schnell zur Schlüsselspielerin der Nationalmannschaft. Ihr Höhepunkt war die Europameisterschaft 1984, die erste offizielle Frauen-EM unter der Schirmherrschaft der UEFA. Schweden gewann das Turnier, und Pia Sundhage 1984 wurde als eine der torgefährlichsten Spielerinnen des Turniers und Schlüsselfigur des schwedischen Sieges anerkannt.
Insgesamt bestritt sie mehr als 70 Länderspiele und wurde als eine der herausragendsten Fussballerinnen ihrer Zeit anerkannt – ein Symbol einer Ära, in der der Frauenfussball gerade erst begann, Anerkennung zu gewinnen.
Die junge Pia Sundhage
Trainerkarriere
Der Übergang von Pia Sundhage von der Spielerin zur Trainerin war bewusst und schrittweise. Bereits in den letzten Jahren ihrer aktiven Karriere studierte sie gezielt das Trainerhandwerk, analysierte Taktik und die Arbeit der Trainer, auf die sie traf. Diese Erfahrung half ihr, ihre eigene Wahrnehmung des Fussballs zu verändern: von der individuellen Meisterschaft ging sie zum Management von Prozessen, Psychologie und Kollektivdynamik über.
Ihr Trainerstil formte sich als Kombination aus taktischer Flexibilität, Vertrauen in die Spielerinnen und emotionaler Intelligenz. Sundhage ist bekannt für ihre Fähigkeit, einen Zugang zu Fussballerinnen unterschiedlichen Alters und verschiedener Kulturen zu finden, Initiative und Verantwortung auf dem Feld zu fördern. Spielerinnen beschrieben sie oft als eine anspruchsvolle, aber inspirierende Trainerin, die zuhören und erklären kann, statt nur Anweisungen zu geben.
In ihrer Karriere gab es mehrere Pia Sundhage bisherige Trainerstationen, darunter Boston Breakers, die Nationalmannschaften der USA, Schwedens und Brasiliens, bevor sie die Schweizer Nationalmannschaft übernahm. Diese Erfahrung ermöglichte ihr, einen universellen Trainerstil zu entwickeln, angepasst an verschiedene Kulturen und Mentalitäten der Spielerinnen.
Wichtigste Trainerstationen:
Mannschaft | Jahre | Wichtigste Erfolge |
|---|---|---|
Boston Breakers | 2001-2003 | Teamaufbau, Spielerentwicklung |
US-Nationalmannschaft | 2008-2012 | Olympisches Gold 2008 und 2012 |
Schwedische Nationalmannschaft | 2012-2017 | Silber Olympiade 2016 |
Brasilianische Nationalmannschaft | 2019-2023 | Sieg Copa América Femenina 2022 |
Schweizer Nationalmannschaft | 2024 | Vorbereitung auf die Euro 2025 |
Pia Sundhage
Besondere Bedeutung in ihrer Karriere hatte der Umzug in die USA. Die Arbeit im amerikanischen System ermöglichte Sundhage, ein neues Niveau zu erreichen: genau dort wurde sie zur Trainerin von Weltformat und gewann zwei olympische Turniere mit der US-Nationalmannschaft. Diese Zeit brachte ihr internationale Anerkennung und den Titel der FIFA-Welttrainerin ein.
2017 gab sie ihren Rücktritt als Cheftrainerin bekannt und kehrte in ihre Heimat zurück, was sie mit emotionaler Erschöpfung und dem Wunsch erklärte, «sich wieder zu Hause zu fühlen». Später sagte sie, die Rückkehr nach Schweden sei für sie «kein Schritt zurück, sondern eine Möglichkeit, den Weg neu zu überdenken».
Die Einladung vom Confederação Brasileira de Futebol (CBF) wurde zur neuen Herausforderung: die Arbeit in Brasilien erforderte Anpassung an eine andere Fussballkultur, Sprache und Mentalität. Diese Etappe demonstrierte die Flexibilität ihres Ansatzes und festigte ihren Ruf als Trainerin, die in jeder Fussballumgebung effektiv mit Mannschaften arbeiten kann.
Schweiz und Euro 2025
Die Ernennung von Pia Sundhage zur Cheftrainerin der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft wurde im Januar 2024 bekanntgegeben. Der Vertrag von Pia Sundhage galt bis 2025 und beinhaltete die Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2025 in der Schweiz. Die Turniervorbereitung verlief systematisch, mit Schwerpunkt auf Disziplin und Stärkung des Teamgeists.
Sundhage konzentrierte sich auf den Umbau der Mannschaft, die Erneuerung des Kaders und die psychologische Vorbereitung der Spielerinnen auf den Druck eines Turniers. Sie betonte mehrfach, dass die Arbeit Pia Sundhage Schweiz «eine Möglichkeit sei, Erfahrung weiterzugeben, und nicht einfach Titeln hinterherzujagen». Die Vorbereitung auf die UEFA Women's Euro 2025 erfolgte systematisch, mit Schwerpunkt auf Disziplin und Teamidentität.
Im Frühjahr 2025 folgte jedoch eine unerwartete Wendung: der Schweizerische Fussballverband entschied sich, ihren Vertrag nicht zu verlängern. Als offizieller Grund wurden Meinungsverschiedenheiten über die sportliche Strategie und den Zeitrahmen für den Fortschritt der Mannschaft genannt. Diese Entscheidung löste gemischte Reaktionen in der Fussballwelt aus, angesichts der Autorität von Sundhage und der begrenzten Zeit ihrer Arbeit.
Für Pia selbst war der Abgang emotional schwierig: Sie sagte, sie habe damit gerechnet, den Weg bis zur Euro 2025 gemeinsam mit der Mannschaft zu gehen, daher blieb diese Episode eine der umstrittensten in ihrer Trainerkarriere.

Pia Sundhage zum Schweizer EM-Aus: „Eine Enttäuschung“, aber „sehr stolz“ auf Team und Fans.
Auszeichnungen und Erfolge
Die Karriere von Pia Sundhage ist geprägt von Auszeichnungen, die ihren aussergewöhnlichen Status im Frauenfussball widerspiegeln. Sie umfassen gleich zwei Epochen – Erfolge auf dem Feld als Spielerin und weltweite Anerkennung als Trainerin.
Jahr | Auszeichnung | Wofür erhalten |
|---|---|---|
1984 | Europameisterin (UEFA Women's Championship) | Sieg mit Schweden als Spielerin |
1984 | Torschützenkönigin des Turniers | Torgefährlichste Spielerin der Euro 1984 |
2008 | Olympiasiegerin | Sieg mit der US-Nationalmannschaft als Trainerin |
2012 | Olympiasiegerin | Erneutes Olympiagold |
2012 | FIFA World Coach of the Year | Anerkennung als beste Trainerin der Welt |
2016 | Olympia-Silbermedaillengewinnerin | Zweiter Platz mit Schweden als Trainerin |
Besondere persönliche Bedeutung für Pia Sundhage haben der Titel der Europameisterin 1984 und das erste olympische Gold 2008 – sie symbolisieren ihren einzigartigen Weg vom Feldstar zur Weltklassetrainerin. Sundhage bleibt eine der wenigen Persönlichkeiten, die sowohl als Spielerin als auch als Trainerin Gipfel erreicht hat, was sie in der Fussballgeschichte einzigartig macht.
Ihr Einfluss geht weit über Trophäen hinaus: Pia wurde zum Vorbild für eine ganze Generation von Trainerinnen und bewies, dass Führungsstärke, taktische Tiefe und emotionale Intelligenz der Schlüssel zur Entwicklung des Frauenfussballs weltweit sind.
Pia Sundhage
Privatleben
2010 sprach Pia Sundhage in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen offen über ihre sexuelle Orientierung und vollzog damit ein offizielles Coming-out. Dieser Schritt machte sie zur ersten offen lesbischen Trainerin auf Weltklasseniveau im Fussball. Die Reaktion der Fussballwelt war insgesamt respektvoll: Sundhage wurde vor allem als herausragende Fachfrau wahrgenommen, und ihre Offenheit wurde zu einem wichtigen Symbol für Inklusion im Sport. Pia Sundhages Familie unterstützt ihre Karriere und ihre Entscheidung.
Es ist bekannt, dass Pia Sundhages Partnerin eine Frau namens Marie ist. Pia Sundhage Partner Marie ist eine Frau, die sie vor vielen Jahren kennenlernte und mit der sie bis heute zusammen ist. Die Trainerin vermeidet jedoch bewusst Öffentlichkeit in Beziehungsfragen.
Pia Sundhage ist nicht verheiratet, eine Ehefrau hat sie nicht, Kinder ebenfalls nicht. Sundhage betonte mehrfach, dass das Privatleben ausserhalb des Fussballdrucks bleiben sollte.
Wo wohnt Pia Sundhage? Derzeit lebt sie hauptsächlich in Schweden und führt ein ruhiges Leben. Sundhage interessiert sich für Musik, Gitarrenspiel und Literatur und bevorzugt Einfachheit und Abgeschiedenheit gegenüber Luxus und Öffentlichkeit.
Interessante Fakten
Neben den glänzenden Siegen auf dem Feld und auf der Trainerbank ist das Leben von Pia Sundhage voller unerwarteter und wenig bekannter Details, die ihre Persönlichkeit ausserhalb des Fussballs zeigen:
- Schon als junge Pia Sundhage zeigte sie Mut und Beharrlichkeit, spielte mit Jungen unter dem Spitznamen «Pelle», und genau diese Eigenschaften halfen ihr, ein Star des Frauenfussballs zu werden. Erst Jahre später erfuhren viele von ihnen, dass ihr bester Torschütze ein Mädchen war.
- Neben Fussball interessiert sich Pia professionell für Musik: Sie spielt Gitarre und nutzte Musik oft als Instrument für den Teamzusammenhalt, indem sie bei Trainingslagern gemeinsam mit den Spielerinnen Lieder sang.
- Sie gehört zum kleinen Kreis von Fachleuten, die die grössten internationalen Turniere sowohl als Spielerin als auch als Cheftrainerin gewonnen haben.
- Sundhage ist dafür bekannt, Einfachheit und Funktionalität zu bevorzugen – im Alltag meidet sie Luxus, trotz des hohen Pia Sundhage Gehalts, das sie über die Jahre ihrer Karriere verdient hat.
- Nach den Worten vieler Fussballerinnen war es genau Pia Sundhage, die sie dazu brachte, nach dem Karriereende Trainerinnen zu werden.

Pia Sundhage singt Bob Dylans „Forever Young“
Soziale Medien
Pia Sundhage ist in den sozialen Medien kaum aktiv und bevorzugt es, dass ihr Privatleben ausserhalb der Öffentlichkeit bleibt. Hauptsächlich veröffentlicht sie Fotos von Teamveranstaltungen, offiziellen Turnieren und Trainerarbeit.
Offizielle Seiten:
FAQ
Welches Lied singt Pia ihren Mannschaften am häufigsten und warum genau dieses?
Sundhage ist dafür bekannt, dass sie bei Trainingslagern und vor wichtigen Spielen manchmal «We Are the Champions» von Queen singt. Sie sagt, dieses Lied hilft der Mannschaft, Einheit zu spüren, und stimmt auf den Sieg ein, während es gleichzeitig die Konzentration der Spielerinnen und den allgemeinen Teamgeist fördert.
Was war der schwierigste Moment in ihrer Trainerkarriere?
Einer der schwierigsten Momente in Pias Karriere war die unerwartete Entlassung bei der Schweizer Nationalmannschaft vor der Euro 2025. Diese Episode war emotional schwer, da sie damit gerechnet hatte, die Mannschaft bis zum Heimturnier zu führen, und die Entscheidung des Verbandes für sie widersprüchlich und schmerzhaft war.
Wie passt sie ihren Ansatz an die Arbeit mit Mannschaften aus verschiedenen Ländern an oder berücksichtigt die Mentalität?
Sundhage berücksichtigt immer die kulturellen und mentalen Besonderheiten der Spielerinnen. In den USA führte sie eine stärker strukturierte Disziplin ein, in Brasilien passte sie die Taktik an den kreativen Spielstil an, und in Schweden und der Schweiz kombinierte sie Teameinheit mit individueller Freiheit. Dieser flexible Ansatz macht sie zu einer universellen Trainerin auf Weltklasseniveau.







