Veranstaltungen

Pfingsten in der Schweiz

von Elena Keller

Inhaltsverzeichnis
Pfingsten

Pfingsten nimmt in der Schweiz einen besonderen Platz ein und ist nach Weihnachten und Ostern der drittbedeutendste christliche Feiertag. An diesem Tag verbinden sich tiefe religiöse Inhalte mit alten Volksbräuchen und dem modernen Alltag. Für die Schweizerinnen und Schweizer ist Pfingsten 2026 auch ein lang ersehnter freier Tag im Kreise der Familie. Im Jahr 2026 werden die katholischen und protestantischen Gemeinden der Schweiz diesen Feiertag mitten im Frühling begehen.

Offizieller Name

Pfingsten

Wann ist Pfingsten 2026?

Pfingstsonntag – 24. Mai 2026 / Pfingstmontag – 25. Mai 2026

Status des Feiertags

Pfingstmontag – offizieller Feiertag in den meisten Kantonen

Symbole des Feiertags

weisse Taube als Symbol des Heiligen Geistes, Birkenzweige, Glockenblumen, «Feuerzungen»

Was ist Pfingsten?

Der Name «Pfingsten» leitet sich vom griechischen Wort «pentekoste» ab, was «der fünfzigste Tag» bedeutet. Pfingsten fällt auf den 50. Tag nach dem christlichen Osterfest. Im Neuen Testament wird die Ausgiessung des Heiligen Geistes als Ereignis beschrieben, das während des jüdischen Festes Schawuot (Schawuot) stattfand.

Im französischen und italienischen Teil der Schweiz heisst der Feiertag Pentecôte bzw. Pentecoste. Pfingsten hat kein festes Datum, da es sich nach Ostern richtet. Pfingsten fällt genau 49 Tage nach dem Ostersonntag. Im Jahr 2026 ist der Pfingstsonntag der 24. Mai und der Pfingstmontag der 25. Mai.

In der Bibel heisst es, dass zu Pfingsten der Heilige Geist auf die Apostel herabkam. Gemäss der Schrift hatten sich die Jünger Christi in Jerusalem zu Schawuot, dem Wochenfest, versammelt. Plötzlich «kam ein Brausen vom Himmel wie das eines gewaltigen Sturmes», und es erschienen «geteilte Zungen wie aus Feuer». Erfüllt vom Heiligen Geist, erlangten die Apostel die Fähigkeit, in verschiedenen Sprachen zu sprechen, und zogen aus, um die Lehre Christi in alle Welt zu verkünden. Die Bedeutung von Pfingsten für die Christinnen und Christen ist enorm, gilt dieser Tag doch als Geburtstag der christlichen Kirche.

In der Schweiz wird Pfingsten bereits seit den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung gefeiert. Auf Bundesebene ist einzig der Nationalfeiertag am 1. August offiziell festgelegt. Alle übrigen Daten, darunter auch der Pfingstmontag, werden durch das kantonale Recht geregelt. Pfingsten ist in den meisten Kantonen ein arbeitsfreier Tag, mit Ausnahme von Neuenburg, Solothurn, Wallis und Zug.

Gottesdienst zu Pfingsten in einer Schweizer Kirche

Pfingsten-Gottesdienst

Traditionen und Bräuche in der Schweiz

Die Schweiz ist ein Land mit grosser kultureller Vielfalt, und Pfingsten wird hier auf verschiedene, stets festliche Weisen begangen. Der Feiertag beginnt mit Gottesdiensten. In den katholischen Kantonen werden die Messen besonders feierlich abgehalten. In den protestantischen Kirchen liegt der Schwerpunkt auf der Predigt über die Gaben des Heiligen Geistes.

Mit Pfingsten sind mehrere wichtige Symbole verbunden: der Heilige Geist, Feuerzungen, Wind, die Farbe Rot und die Taube. In diesen Tagen schmücken Kirchen ihre Räume mit Figuren und Darstellungen von Tauben, die über den Gläubigen schweben. Traditionell finden in vielen Pfarreien bereits am Samstagabend festliche Liturgien statt.

Die Pfingsttraditionen reichen bis in vorchristliche, heidnische Zeiten zurück und stehen im Zusammenhang mit dem Fruchtbarkeitskult und dem Empfang des Sommers. Einige Beispiele:

  • In einigen an die Schweiz grenzenden Regionen Deutschlands hat sich der Brauch des Pfingstlümmels erhalten, der auch in den deutschsprachigen Kantonen anzutreffen ist.
  • In den Gemeinden Sulz und Gansingen im Kanton Aargau findet ein fröhlicher Brauch statt – der Pfingstsprützlig. Ein von Kopf bis Fuss mit Blättern und Zweigen geschmückter «Wassergeist» wird durch die Strassen geführt und bespritzt alle Passantinnen und Passanten mit Wasser. Dieser Brauch symbolisiert Reinigung und Fruchtbarkeit.
  • Im Kanton Wallis finden traditionelle Kämpfe der Eringer-Kühe statt. Die Tiere messen ihre Kräfte, um die «Königin» der Herde zu ermitteln. Das Finale dieser eindrücklichen Wettkämpfe wird in Aproz ausgetragen.
Pfingstsprützlig in der Schweiz

Pfingstsprützlig

Das Besondere am Schweizer Pfingsten liegt in der Verbindung von Alpenfolklore und religiösen Prozessionen. Für viele Schweizerinnen und Schweizer ist Pfingsten 2026 kein strenger Ritus, sondern eine Gelegenheit, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Ende Mai ist es in der Schweiz in der Regel warm, und die Alpenwiesen stehen in voller Blüte, weshalb viele Ausflüge in die Natur und Picknicks zu Pfingsten bevorzugen.

Häuser und Kirchen sind in diesen Tagen reich mit Grün und frischen Blumen geschmückt, und Birkenzweige stehen für das neue Leben. Was die Tafel betrifft, gibt es keine strengen Vorschriften, doch bevorzugen Schweizerinnen und Schweizer leichte Gerichte – frische Käse, Trockenfleisch und den ersten Rhabarber in Kuchen. Da es ein Feiertag ist, wird etwas Besonderes gekocht, das man auf der Terrasse mit Blick auf die Berge geniessen kann.

Pfingsten - einer traditionellen Festprozession

Traditionelle Eringer-Kühe

Praktische Informationen

Wer plant, die Schweiz zu Pfingsten zu besuchen, sollte einige Besonderheiten kennen. Der Pfingstmontag, 25. Mai 2026, ist in den meisten Kantonen ein offizieller Feiertag. Das bedeutet, dass nahezu alle Geschäfte, Banken, Poststellen und Büros geschlossen sind. Restaurants und touristische Sehenswürdigkeiten sind in der Regel geöffnet, jedoch nach einem besonderen «Sonntagsfahrplan».

Auch der öffentliche Verkehr fährt nach einem anderen Fahrplan. Züge und Busse verkehren nach dem Sonntagsfahrplan, weshalb deutlich weniger Verbindungen angeboten werden. Die Schweizerischen Bundesbahnen sind jedoch bemüht, eine komfortable Verbindung zwischen den grossen Städten und Ferienorten sicherzustellen.

Zu Pfingsten lohnt sich ein Besuch in Luzern, der Umgebung rund um den Vierwaldstättersee und den Bergkurorten im Berner Oberland, wo die ersten Sommerseilbahnen bereits in Betrieb sind. Zudem finden in vielen Städten anlässlich des Feiertags Frühlingsfeste und Märkte statt.

Wer sich in einer Kirche oder einfach bei Bekannten befindet, kann herzlich Glückwünsche austauschen. Die Pfingstgruss-Kultur in der Schweiz ist eher zurückhaltend, aber aufrichtig. Statt lauter Trinksprüche sind schlichte und herzliche Phrasen üblich – «Schöni Pfingste!» oder «En gsegnets Pfingstfest!» Wer einen Gruss erhält, lächelt und bedankt sich. Kleidung darf festlich sein, sollte aber bequem bleiben, denn viele verbinden den Kirchgang mit einem anschliessenden Spaziergang.

Familienfeier zu Pfingsten in der Natur in der Schweiz

Familienfeier zu Pfingsten

FAQ

Warum wird Pfingsten als Geburtstag der Kirche bezeichnet?

Weil die Apostel erst nach der Ausgiessung des Heiligen Geistes, ausgestattet mit der Gabe, in verschiedenen Sprachen zu predigen, begannen, den christlichen Glauben aktiv zu verbreiten. An jenem Tag liessen sich der Überlieferung nach rund 3 000 Menschen taufen, was den Ausgangspunkt für die Gründung der ersten christlichen Gemeinde bildete.

In welchen Schweizer Kantonen ist der Pfingstmontag kein Feiertag?

Der Pfingstmontag 2026 ist in den Kantonen Neuenburg, Solothurn, Wallis und Zug kein offizieller Feiertag. In den übrigen 22 Kantonen ist er ein offizieller arbeitsfreier Tag.

Welche Regionen der Schweiz feiern Pfingsten besonders ausgiebig?

Das Fest wird in der ganzen Schweiz begangen, besonders feierlich jedoch in den Kantonen mit starken katholischen Traditionen – etwa in Luzern, Freiburg, Wallis, Schwyz und Appenzell Innerrhoden. Hier finden die eindrücklichsten Kirchenprozessionen statt, und einzigartige lokale Bräuche sind bis heute lebendig.

Was bedeutet der biblische Ausdruck «Feuerzungen» im Zusammenhang mit Pfingsten?

Er ist das zentrale Symbol des Feiertags und das Zeichen der Ausgiessung des Heiligen Geistes auf die Apostel. «Feuerzungen» symbolisieren kein physisches Feuer, sondern göttliche Energie, Inspiration und Reinigung. Es ist die Flamme des Glaubens, die in den Herzen der Jünger entfacht wurde und ihnen Kraft und Weisheit für die Verkündigung in alle Welt gab.