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5fingers am Dachstein

von Anna-Maria Leitner

Inhaltsverzeichnis
5fingers am Dachstein

Fünf Stege ragen wie eine riesige Hand über einen 400 Meter tiefen Abgrund. Darunter der Hallstätter See, das Salzkammergut, das Dachsteinmassiv. Die 5fingers am Krippenstein sind einer der spektakulärsten Aussichtspunkte Österreichs – und wer einmal dort oben steht, versteht sofort warum. Schwindelfreiheit vorausgesetzt.

Offizielle Bezeichnung

Aussichtsplattform 5fingers

Land

Österreich

Region

Oberösterreich, Salzkammergut

Adresse

Winkl 34, 4831 Obertraun am Hallstättersee

Nächste Ortschaft

Obertraun, ca. 5 km von Hallstatt

Höhe

2.108 m ü. M. (Krippenstein-Plateau)

Eröffnung

Oktober 2006

Öffnungszeiten

Plattform: rund um die Uhr; Seilbahn: saisonal

Telefon

+43 50 140

Website

www.dachstein-salzkammergut.com

5 Fingers Plattform in Österreich, Dachstein Krippenstein, Wandertour

Was sind die 5fingers?

Anfang Oktober 2006 öffneten die 5fingers am Krippenstein und sorgten sofort für Aufmerksamkeit. Die Plattform ist in Form einer Hand gebaut, ragt über einen rund 400 Meter tiefen Abgrund hinaus und sitzt etwa 500 Meter über dem Talgrund. Wer von Obertraun aus nach oben schaut, sieht die Konstruktion von Weitem.

Der Krippenstein liegt auf 2.108 Metern am Nordrand des Dachsteingebirges. Die 5fingers sind heute der bekannteste Aussichtspunkt der gesamten Welterberegion Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut – und das Besondere ist, dass der Eintritt oben kostenlos ist.

5fingers am Dachstein

5fingers

Die fünf Finger: was euch auf jedem Steg erwartet

Fünf Stege, jeder vier mal einen Meter groß, jeder anders inszeniert. Es geht nicht einfach ums Draufstehen und Schauen – jeder Finger macht etwas anderes mit einem.

  • Auf dem Glassteg schaut man direkt 400 Meter nach unten. Nichts darunter außer Luft. Das ist der Moment, wo viele kurz innehalten und sich fragen, ob sie wirklich weitergehen wollen.
  • Beim Bilderrahmen-Steg hängt ein großer, barocker Rahmen an der Absperrung. Wer hindurchschaut, bekommt den Hallstätter See eingerahmt wie auf einem Gemälde. Einer der meistfotografierten Momente der gesamten Region.
  • Am Fernrohr-Steg steht ein kostenloses Fernrohr. Wer wissen will, welcher Gipfel dort in der Ferne ragt, richtet es einfach aus.
  • Die restlichen beiden Stege öffnen Blickachsen auf das Dachsteinmassiv und das Innere Salzkammergut – ruhiger, weniger inszeniert, dafür oft der beste Platz zum Verweilen.

Die Stege sind gesichert, aber die Gitter ermöglichen den freien Blick nach unten. Wer Höhenangst hat, sollte das vorher wissen – es ist bewusst so gebaut. Noch ein Tipp: die 5fingers sind bis Mitternacht beleuchtet und von Hallstatt aus gut sichtbar. Wer dort übernachtet, lohnt sich ein Blick in die Berge nach Einbruch der Dunkelheit.

Aussichtsplattform - 5fingers am Dachstein

5fingers

Anreise

Von Wien kommt man über die A1, Abfahrt Regau oder Thalgau, dann Richtung Bad Ischl, Bad Goisern und weiter nach Obertraun. Von Salzburg nimmt man die Tauernautobahn bis Golling oder fährt über St. Gilgen ins Salzkammergut. Die Talstation der Dachstein Krippenstein Seilbahn liegt direkt in Obertraun, mit Parkplätzen vor Ort.

Wer mit der Bahn anreist: der nächste größere Bahnhof ist Attnang-Puchheim, von dort geht es mit der Salzkammergutbahn nach Bad Ischl, und von dort fahren Busse nach Obertraun. Auch vom Bahnhof Hallstatt-Lahn gibt es Busverbindungen. Für Tagesbesucher aus Wien oder Salzburg funktioniert die Kombination Zug und Bus gut.

Die Dachstein Krippenstein Seilbahn fährt in drei Teilstrecken:

  • Teilstrecke 1 bringt euch zur Mittelstation Schönbergalm, wo auch die Eis- und Mammuthöhlen liegen.
  • Teilstrecke 2 geht weiter hinauf zur Bergstation Krippenstein auf 2.100 Metern – das ist der Startpunkt für die Wanderung.
  • Teilstrecke 3 führt zur Gjaidalm und braucht man für die 5fingers nicht.

Für den Besuch reichen Teilstrecken 1 und 2. Die Gondel fährt alle 15 Minuten, die erste Bergfahrt startet um 8:40 Uhr. Tickets kauft man am besten online – der Onlinepreis ist günstiger als an der Kassa. Aktuelle Tarife gibt es auf www.dachstein-salzkammergut.com.

Dachstein Krippenstein Sektion II | Obertraun | inkl. Details zur Bahn

Der Wanderweg zur Plattform

Von der Bergstation Krippenstein zur Plattform braucht man 35 bis 40 Minuten. Der Weg ist einfach, gut beschildert und für Kinder geeignet. Verirren ist kaum möglich.

Kurz nach der Bergstation liegt der Welterbeblick – ein Aussichtspunkt mit freiem Blick auf den Dachstein-Gletscher. Schon hier lohnt sich ein kurzer Stopp, und es ist deutlich ruhiger als direkt bei der Plattform.

Auf halber Strecke taucht die Welterbespirale auf: ein aluminiumverkleidetes Schiff mitten im Hochgebirge, mit einem 360-Grad-Ausblick vom Dach. Ebenfalls kostenlos, ebenfalls sehenswert.

Wanderschuhe mit festem Profil sind die sinnvollste Wahl. Turnschuhe gehen zur Not, aber der Weg führt über Gestein und wird bei Regen rutschig.

Praktisches

Der Eintritt an der Plattform ist kostenlos. Bezahlt wird die Seilbahnfahrt. Es gibt das einfache Bergbahn-Ticket für Teilstrecken 1 und 2, Kombitickets mit der Eis- oder Mammuthöhle sowie das Dachstein Salzkammergut Ticket, das mehrere Bergbahnen der Region abdeckt. Kinder mit Jahrgang 2020 oder jünger fahren in Begleitung eines Elternteils gratis, Familiennachweis ist erforderlich. KlimaTicket-Besitzer bekommen 10 % Rabatt auf das Dachstein Panorama-Ticket.

Die beste Zeit für einen Besuch ist von Juni bis September: schneefrei, längere Betriebszeiten, gute Sicht. Der Herbst hat seinen eigenen Reiz – weniger Leute, klare Luft, ein anderes Licht. Im Winter ist die Plattform per Schneeschuh erreichbar, aber man ist an die Seilbahnzeiten gebunden.

Wettervorhersage vorher checken. Am Plateau schlägt das Wetter schnell um. Es kann unten grau sein und oben strahlend – oder umgekehrt. Webcams auf der Website helfen bei der Einschätzung.

Was ins Gepäck gehört: Windjacke, eine zweite Schicht, Sonnenschutz. Auf 2.100 Metern ist die UV-Strahlung deutlich stärker als im Tal. Wasser und Snacks mitnehmen, auch wenn es am Krippenstein ein Bergrestaurant gibt.

5fingers - Aussichtsplattform am Krippenstein

5fingers am Dachstein

Wer noch mehr sehen will: die Dachstein Rieseneishöhle liegt direkt an der Mittelstation und lässt sich gut kombinieren. Die Dachstein Mammuthöhle ist etwas länger und ebenfalls sehenswert. Hallstatt selbst ist keine fünf Kilometer entfernt. Der Heilbronner Rundwanderweg auf dem Plateau ist 11 km lang und in rund drei Stunden machbar. Die Koppenbrüllerhöhle liegt im Tal, kurz vor Obertraun.

Interessante Fakten

  • Der Dachstein lag vor Millionen Jahren auf dem Meeresgrund. Am Wanderweg sind Fossilien zu sehen. Als Erinnerung daran steht auf dem Plateau der sogenannte Dachstein-Hai – eine überlebensgroße Skulptur des Urzeitjägers. Man läuft einfach daran vorbei und denkt kurz darüber nach, was hier einmal Ozean war.
  • Die Konstruktion der 5fingers ist auf Temperaturschwankungen von bis zu 60 Grad ausgelegt. Im Sommer heizt sich das Metall in der Sonne auf, im Winter trägt es Eis und Schneelast. Das klingt selbstverständlich, ist aber eine reale Herausforderung für eine Konstruktion, die frei über einem Abgrund hängt – kein Boden darunter, kein Netz.

FAQ

Ist ein Besuch mit Kindern sicher?

Ja. Die Stege sind mit stabilen Gittern gesichert. Ältere Kinder ab etwa 6 Jahren kommen gut zurecht. Kleinkinder brauchen auf dem Glassteg gute Begleitung. Was hilft: vorher erklären, was sie erwartet – der Glasboden unter den Füßen überrascht viele.

Wie viel Zeit braucht man?

Für Seilbahn, Wanderung und Zeit auf der Plattform rechnet man mit drei bis vier Stunden. Wer auch die Welterbespirale besucht oder die Eishöhle einschließt, plant besser einen ganzen Tag.

Welcher Finger ist am extremsten?

Der Glassteg – weil der Blick direkt nach unten führt und der Boden unter den Füßen durchsichtig ist. Wer noch einen draufsetzt, wählt den Bilderrahmen-Steg: fotogen, aber mit sehr spürbarem Abstand nach unten.

Was tun, wenn das Wetter umschlägt?

Bei Regen bleiben die Stege rutschfest. Bei Gewitter sofort zur Bergstation zurück – das Plateau ist bei Blitzgefahr kein guter Aufenthaltsort. Im Bergrestaurant gibt es Schutz und warme Getränke. Die Seilbahn fährt in der Regel auch bei schlechtem Wetter.

Wann ist die beste Tageszeit?

Früh am Morgen. Die erste Gondel fährt um 8:40 Uhr – wer früh hochfährt, hat die Plattform oft fast für sich. Ab Mittag kommen die meisten Tagesbesucher, und an warmen Sommertagen staut es sich auf den Stegen. Das Licht am Morgen ist für Fotos ohnehin besser.