Persönlichkeiten

Marcus Füreder

von Florian Wiesinger

Inhaltsverzeichnis
Marcus Füreder

Linz hat der Welt schon einiges gegeben. Und dann kam Marcus Füreder. Unter dem Künstlernamen Parov Stelar hat er Jazz und Elektronik so zusammengeworfen, dass das Ergebnis auf Festivals von Coachella bis Glastonbury gespielt wird. Über 500 Millionen Streams, 10 Amadeus Awards, mehr als 1.000 Konzerte. Das passiert nicht zufällig. Das ist das Ergebnis von jemandem, der genau weiß, was er tut – und es trotzdem klingen lässt, als wäre es gerade eben entstanden.

Vollständiger Name

Marcus Füreder

Künstlername

Parov Stelar

Geburtsdatum

27. November 1974

Geburtsort

Linz, Oberösterreich

Alter

51 Jahre (Stand 2026)

Beruf

Musiker, Produzent, DJ, Bildender Künstler

Genre

Electro Swing, Jazz, House, Electronic

Label

Etage Noir Recordings (eigenes Label)

Studioalben

11 (Stand 2026)

Marcus Füreder (Parov Stelar)

Marcus Füreder

Biografie

Marcus Füreder wächst in Linz auf, geboren am 27. November 1974. Seine Mutter Margit Füreder ist selbst Künstlerin – auf sie verweist er später mit dem Gemälde „HELLO Mom", das 2021 Teil seiner ersten Museumsausstellung wird. Kreativität ist bei den Füreders keine Freizeitbeschäftigung. Es ist eine Grundhaltung.

Er studiert an der Kunstuni Linz Angewandtes Design, ergänzt das mit Kursen an der Universität der Künste Berlin. Parallel entdeckt er die bildende Kunst: Zeichnen, Gestalten, Denken in Flächen. Das klingt nach jemandem, der sich nicht entscheiden kann. Stimmt aber nicht. Er will beides – und er macht beides.

Schon während des Studiums legt er in den Nachtklubs von Linz auf. Nicht weil er DJ werden will. Die Musik lässt ihn einfach nicht schlafen.

Parov Stelar - DJ, Produzent, Maler und Designer

Marcus Füreder

Karriere

In den späten 1990ern tritt Füreder regelmäßig auf – erst unter seinem eigenen Namen, dann als Plasma. 2001 erscheint das Album Shadow Kingdom beim Linzer Elektrolabel Bushido Recordings. Der Erfolg bleibt überschaubar. Die Richtung stimmt trotzdem.

Zwei Jahre später gründet er Etage Noir Recordings, sein eigenes Label. Damit hat er die Kontrolle über alles: Musik, Veröffentlichungen, Außenauftritt. Und er wählt einen neuen Namen: Parov Stelar. Woher kommt der? Er hat ihn erfunden – ein Name, der klingt, als käme er aus einer anderen Zeit. Genau das sollte auch die Musik tun.

Die EP KissKiss erscheint, kurz danach das Album Rough Cuts. FM4 spielt beide in der Sendung „High Spirits" – und damit beginnt eine Kettenreaktion. Plötzlich hört man in Stockholm, in Barcelona, in Seoul diesen Österreicher, der Swing-Samples über House-Beats legt.

Das ist Electro Swing: Vintage-Jazz aus den 1920er bis 1950er Jahren, neu gerahmt mit modernen Beats. Tanzbar, aber nicht seicht. Nostalgisch, aber nie verstaubt. Füreder hat diesen Stil nicht allein erfunden, aber er hat ihm eine internationale Bühne gegeben. Heute gilt er weltweit als einer der Pioniere des Genres.

Nach Rough Cuts kommen Seven and Storm (2005), Shine (2007), das Doppelalbum Coco (2009). Kein Treten auf der Stelle – jedes Album ein Schritt weiter. 2012 erscheint The Princess, sein erstes Album in den deutschen und niederländischen Charts. Booty Swing und All Night werden zu echten Markenzeichen. All Night bringt ihm 2017 in Italien Doppelplatin, The Sun landet 2018 auf Platz 1 der US iTunes Electronic Charts.

Parov Stelar - All Night (Official Audio)

Weitere Alben: The Art of Sampling (2013), The Demon Diaries (2015), The Burning Spider (2017), Voodoo Sonic – The Trilogy (2020), Moonlight Love Affair (2022) und Artifact (2025) – das orchestral ambitionierteste Werk seiner Karriere.

Im November 2005 betritt er zum ersten Mal mit einer Live-Band die Bühne. Das verändert alles. Was im Studio funktioniert, wird live zu einem anderen Tier: Saxophon, Trompete, Gesang, Beats. Die Parov Stelar Band wird zu einem der gefragtesten Live-Acts in Europa. Über 1.000 Konzerte weltweit folgen.

Er hat Tracks von Lady Gaga & Tony Bennett remixt sowie mit Lana Del Rey, Marvin Gaye, Bryan Ferry und Lukas Graham zusammengearbeitet. Wer mit diesen Namen in einer Reihe steht, braucht das nicht weiter zu erklären.

2024 erscheint sein erstes Buch: „TRIP – Eine Reise in die Unterwelt der Musik", veröffentlicht beim Wiener Verlag edition a. Kein Musikerautobiografie im klassischen Sinne. Füreder schreibt über Angst, Zweifel und mächtige Manager – und über das, was danach kommt. Es ist das Buch eines Menschen, der seine dunklen Seiten kannte und trotzdem weitermachte. Man liest es und hält kurz inne.

Marcus Füreder - „TRIP – Eine Reise in die Unterwelt der Musik"

„TRIP – Eine Reise in die Unterwelt der Musik"

Der Amadeus Award ist Österreichs wichtigster Musikpreis. Parov Stelar hat ihn zehnmal gewonnen – siebenmal Best Electronic/Dance (2012, 2013, 2015, 2016, 2019, 2020, 2021), zweimal Best Live Act (2013, 2014), einmal Album des Jahres für The Princess (2013). Das ist keine Ehrenbezeugung. Das ist Konsistenz über mehr als eine Dekade.

Visuelle Kunst

Marcus Füreder malt. Er gestaltet Albumcovers, Konzertposter, Bühnenvisuals. Das war schon immer ein Teil von ihm – nur lange nicht öffentlich sichtbar.

2021 ändert sich das. Das Museum Francisco Carolinum in Linz zeigt 25 großformatige Gemälde. „HELLO Mom", „I'll be OK soon", „Toxic Lover" – persönlich, autobiografisch, mit Absicht roh. Text spielt in seinen Bildern dieselbe Rolle wie in seiner Musik: er ist nie Dekoration. Er trägt Bedeutung.

Weitere Ausstellungen folgen: 2022 in der Galerie Schloss Parz, 2023 im Technischen Museum Wien, 2024 mehrere Einzelshows in Linz, Salzburg und Wien. Musik und Malerei sind bei ihm keine getrennten Dinge. Sie kommen aus derselben Handschrift.

Gemälde des Künstlers Marcus Füreder

Gemälde von Marcus Füreder

Konzertleben

Seit dem ersten Auftritt mit Band 2005 hat Parov Stelar mehr als 1.000 Konzerte gespielt. New York, London, Paris, Los Angeles, Seoul, Mexiko-Stadt. Und Österreich – immer wieder.

Was diese Shows ausmacht: die Band bringt das Studio auf die Bühne, aber lauter, echter, körperlicher. Saxophon und Trompete live, eine Sängerin, die die Energie trägt, Beats, die man im Bauch spürt. Dazu kommen Licht- und Bühnenvisuals, die Füreder selbst mitgestaltet. Das ist kein Konzert im klassischen Sinne. Es ist ein Erlebnis, das man plant und dann vergisst zu gehen.

Auf dem Festivalkalender stand er bei Coachella (USA), Glastonbury (UK), Sziget (Ungarn), Rock Werchter (Belgien), Lollapalooza Berlin, Frequency (Österreich), Zürich Openair – und bei La Fête de l'Humanité in Paris vor 100.000 Besuchern.

Parov Stelar - All Night [Live 2020]

Konzerte 2026

Parov Stelar hat für 2026 mehrere Auftritte bestätigt – darunter zwei in Österreich, die schnell ausgebucht waren.

Datum

Konzert / Festival

Ort

Tickets

09. Mai 2026

Design Days Grafenegg

Wolkenturm, Grafenegg (AT)

oeticket.com / eventim.at

10. Juli 2026

Tollwood Sommerfestival (mit Schiller)

Musik Arena, München (DE)

eventim.de

15. Juli 2026

Jazzopen Modena

Piazza Roma, Modena (IT)

eventim.it

01. Aug. 2026

Open Air Toscanapark

Toscanapark, Gmunden (AT)

oeticket.com

26. Sep. 2026

Budapest Park

Budapest Park, Budapest (HU)

budapestpark.hu

04. Dez. 2026

Wiener Stadthalle

Halle D, Wien (AT)

oeticket.com / eventim.at

Aktuelle Infos und Tickets auf parovstelar.com oder oeticket.com.

Konzerte von Marcus Füreder (Parov Stelar)

Marcus Füreder

Persönliches Leben

Marcus Füreder war mit Barbara Lichtenauer verheiratet, bekannt unter ihrem Künstlernamen Lilja Bloom. Zusammen gründeten sie das Designlabel Stelarbloom und gewannen mit dem Möbeldesign-Projekt Voltaire den A' Design Award 2017/2018. Anfang 2020 trennten sie sich.

Ob er heute in einer Beziehung ist, sagt er nicht. Ob er Kinder hat – ebenfalls nicht bekannt. Er schützt sein Privatleben bewusst, und das ist sein gutes Recht.

Er lebt nach eigenen Worten viel in Oberösterreich. „Heimat ist nicht nur ein Platz, es ist auch ein Gefühl" – das hat er in einem Interview gesagt. Das Mühlviertel, die Familie, ein Wirt namens Keplingerwirt in St. Johann am Wimberg. Das sind die Dinge, die er vermisst, wenn er monatelang unterwegs ist. Neben Musik und Malerei interessiert ihn Design, Architektur – und gutes Essen mit der Crew.

Marcus Füreder und Barbara Lichtenauer (Lilja Bloom)

Marcus Füreder und Barbara Lichtenauer

Diskografie (Studioalben)

Jahr

Album

Label

2001

Shadow Kingdom (als Plasma)

Bushido Recordings

2004

Rough Cuts

Etage Noir Recordings

2005

Seven and Storm

Etage Noir Recordings

2007

Shine

Etage Noir Recordings

2009

Coco

Etage Noir Recordings

2012

The Princess

Etage Noir Recordings

2013

The Art of Sampling

Etage Noir Recordings

2015

The Demon Diaries

Etage Noir Recordings

2017

The Burning Spider

Etage Noir Recordings

2020

Voodoo Sonic – The Trilogy

Etage Noir Recordings

2022

Moonlight Love Affair

Etage Noir Recordings

2025

Artifact

Etage Noir Recordings

(Nicht gezählt: The Invisible Girl (2013, Parov Stelar Trio) – separates Projekt)

Parov Stelar feat. Lilja Bloom - COCO (Official Video)

Auszeichnungen & Erfolge

Auszeichnung

Jahr

Kontext

Amadeus Austrian Music Award

2012

Best Electronic/Dance

Amadeus Austrian Music Award

2013

Best Electronic/Dance + Best Live Act + Album des Jahres (The Princess)

Amadeus Austrian Music Award

2014

Best Live Act

Amadeus Austrian Music Award

2015

Best Electronic/Dance

Amadeus Austrian Music Award

2016

Best Electronic/Dance

Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz

2016

Musik und Darstellende Kunst

Amadeus Austrian Music Award

2019

Best Electronic/Dance

Amadeus Austrian Music Award

2020

Best Electronic/Dance

Amadeus Austrian Music Award

2021

Best Electronic/Dance

A' Design Award

2017/2018

Möbeldesign-Projekt Voltaire (mit Stelarbloom)

Doppelplatin Italien

2017

Single All Night

Nr. 1 US iTunes Electronic Charts

2018

The Sun feat. Graham Candy

Nr. 1 US iTunes Electronic Charts

2020

Brass Devil

Interessante Fakten

  • Parov Stelar ist der erste österreichische Künstler nach Falco, der einen Plattenvertrag mit einem US-amerikanischen Major-Label abgeschlossen hat. Sein Song Catgroove, in einem Video mit dem australischen Tänzer TSC Forsythe, hat auf YouTube über 46 Millionen Aufrufe. All Night in der Tanzversion von Sven Otten sogar über 47 Millionen.
  • Seine Musik läuft in Werbespots von Audi, BMW, Google, Microsoft, Bacardi und Ferrero. Auf mehr als 700 Compilations weltweit taucht sein Name auf. Und das Gemälde „HELLO Mom" trägt absichtlich verzerrte Schrift. Weil Gefühle selten gerade sind.

Social Media

Marcus Füreder ist auf den relevanten Plattformen präsent – ohne täglichen Output, aber mit Gehalt. Auf Instagram zeigt er Ateliereinblicke, Konzertmomente und aktuelle Kunstprojekte. Die Facebook-Seite hat über eine Million Follower. Auf YouTube warten über 500 Millionen Views, auf Spotify genauso viele Streams. Wer nichts verpassen will: Newsletter auf parovstelar.com abonnieren.

FAQ

Was ist Electro Swing und wie wurde Parov Stelar zum Pionier?

Electro Swing nimmt Jazz und Swing aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und legt sie über moderne Beats. Das Ergebnis klingt vertraut und trotzdem frisch – tanzbar, ohne flach zu werden. Füreder hat diesen Stil nicht allein erfunden, aber er hat ihm mit KissKiss (2004) und Rough Cuts eine Sprache und internationale Reichweite gegeben. Heute ist sein Name vom Genre nicht mehr zu trennen.

Wo kann man Ausstellungen von Parov Stelar sehen?

Seit 2021 zeigt er seine Werke regelmäßig. Museum Francisco Carolinum Linz (2021), Galerie Schloss Parz (2022), Technisches Museum Wien (2023), mehrere Einzelshows in Linz, Salzburg und Wien (2024). Neue Termine erscheinen auf parovstelar.com.

Plant Marcus Füreder ein neues Album für 2026?

Sein aktuelles Album Artifact kam 2025 heraus. Ob 2026 etwas Neues folgt, ist öffentlich nicht bestätigt. Newsletter auf parovstelar.com abonnieren – dann erfährt man es zuerst.

Warum hat er das Buch TRIP geschrieben?

„TRIP – Eine Reise in die Unterwelt der Musik" ist kein PR-Projekt. Füreder schreibt darin über das, was hinter dem Glanz steckt: Erschöpfung, Zweifel, Leute, die einem das Gefühl geben, ohne sie nichts zu sein. Und darüber, wie man da wieder rauskommt. Nach Jahren auf Tour war das Buch wohl auch eine Art Abrechnung mit sich selbst. Erschienen bei edition a, Wien.