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Hahnenkammrennen Kitzbühel

von Anna-Maria Leitner

Inhaltsverzeichnis
Hahnenkammrennen Kitzbühel

Hahnenkamm – ein Berg in Österreich, im Land Tirol südwestlich der Stadt Kitzbühel. Genau hier finden seit 1931 die prestigeträchtigsten und gefährlichsten Wettkämpfe im Kalender des FIS-Ski-Weltcups statt. Dieses Ereignis zieht Zehntausende von Zuschauern und Millionen von Fernsehzuschauern an und verwandelt die Stadt in das Epizentrum des Wintersports.

Das Hauptrennen – der Downhill – wird auf der legendären Streif-Piste ausgetragen, die als die anspruchsvollste und gefährlichste der Welt gilt. Die Skirennfahrer erwarten steile Abschnitte mit 85% Gefälle, Sprünge, eisige Kurven und Geschwindigkeiten von über 140–150 km/h. Neben der Abfahrt auf der Streif finden Slalomwettbewerbe auf der Piste Ganslernhang statt. Ein Sieg am Hahnenkammrennen Kitzbühel wird für einen Skirennfahrer einer olympischen Medaille gleichgesetzt.

2026 richtete Kitzbühel das 86. Rennen aus. Die Wettkämpfe fanden vom 19. bis 25. Januar statt. Wie immer war es eine grandiose Show, die die Elite des Skisports und Zehntausende von Zuschauern aus verschiedenen Ländern versammelte.

Offizielle Bezeichnung

86. Internationales Hahnenkammrennen

Ort

Kitzbühel, Tirol, Österreich

Daten Hahnenkammrennen 2026

19. bis 25. Januar 2026

Sportliche Disziplinen

Slalom, Downhill, Super-G

Hauptpiste

Streif

Gründungsjahr

1931

Organisator

Kitzbüheler Ski Club (K.S.C.)

Offizielle Website

https://hahnenkamm.com/

Die Streif (Hahnenkammrennen Kitzbühel)

Die Streif ist die gefährlichste Abfahrt der Welt

Geschichte und Bedeutung

Das Hahnenkammrennen ist ein Wettbewerb mit reichster Geschichte:

  • Das erste internationale Rennen fand im März 1931 statt. Sieger in der Abfahrt wurde der Österreicher Ferdinand Friedensbacher, im Slalom Hans Mariacher. Der erste Titelträger in der Kombination war der Engländer Gordon Neil Spencer «Mouse» Cleaver.
  • Von 1932 bis 1961 wurden auch Damenrennen durchgeführt. Erste Siegerin in allen Disziplinen 1932 war Nini Andretta. Ab 1961 wurden die Wettbewerbe ausschliesslich für Herren ausgetragen.
  • Die ersten sechs Jahre fanden die Rennen auf verschiedenen Hängen statt, zum Beispiel der Fleckalm. Ab 1937 wurde die legendäre Streif zur Hauptpiste für die Abfahrt und der Ganslernhang für den Slalom.
  • 1967 wurden die Hahnenkammrennen Kitzbühel Teil der allerersten Saison des FIS-Weltcups. Jean-Claude Killy wurde einer der ersten Sieger der Weltcup-Etappe in Kitzbühel.
  • In den 1980er-Jahren begann der Einsatz von Kunstschnee, flexiblen Slalomstangen und Sicherheitsnetzen am Ausgang steiler Abschnitte. 1982 bewältigte Harti Weirather als Erster die Streif in weniger als zwei Minuten.
  • 1995 wurde der Super-G offiziell ins Hahnenkammrennen-Programm aufgenommen. Ab 2000 wurde der Super-G zu einer der drei Etappen des Rennwochenendes.
  • 2017 wurde das traditionelle Format – Ergebnis aus Abfahrt + Slalom – abgeschafft.

Der Name der Wettbewerbe stammt vom Gebirgskamm Hahnenkamm oder «Hahnenkamm», an dessen Hängen die legendäre Piste verläuft. Das Wort «Hahnenkamm» selbst ist zum Gattungsnamen geworden, denn für jeden Skifahrer bedeutet der Eintrag ins Startprotokoll, in die Geschichte des legendären Rennens einzugehen.

Der Kult des Rennens ist die Streif-Piste. Das Gefälle von 85%, der berühmte Mausefalle-Sprung, Blindlandungen, wellenförmige Buckel auf der Steilhang-Strecke und der gefährlichste Sprung Hausbergkante machen die Streif zur schwierigsten und prestigeträchtigsten Piste der Welt. Hier beschleunigen die Sportler auf 140 km/h buchstäblich wenige Meter von der Absperrung entfernt.

Das gefährlichste Abfahrtsrennen der Welt | Streif

Für Österreich ist das Hahnenkammrennen Kitzbühel ein nationales Kulturgut. In den 1930er-Jahren wurde das Rennen zum Symbol der Wiederbelebung des alpinen Sports, und nach dem Krieg zum Zeichen der Rückkehr zum friedlichen Leben. Unter den Legenden, die hier siegten:

  • Der Österreicher Toni Sailer, «Der schwarze Blitz aus Kitzbühel», errang 5 Siege. 2015 wurde in Kitzbühel das Denkmal «Der Schwarze Blitz – Toni Sailer» errichtet.
  • Der grosse Schweizer Pirmin Zurbriggen errang vier Siege in der Abfahrt. Er gilt als einer der herausragenden Sieger auf der Streif in den 1980er-Jahren, als die Piste äusserst gefährlich war.
  • Der unnachahmliche Franz Klammer, dessen aggressiver Stil bis heute als Massstab für die Bewältigung der Streif gilt.

In der modernen Geschichte sind es der Italiener Dominik Paris, der schwedische Skirennfahrer Mattias Hargin, der Norweger Kjetil Jansrud und der Österreicher Matthias Mayer. Am Hahnenkammrennen zu siegen ist die höchste Errungenschaft im Skirennsport. Die Sieger erhalten auch eine der höchsten Prämien im Ski-Circuit, und ihre Namen werden auf die Kabinen der örtlichen Hahnenkammbahn aufgetragen.

Hahnenkammrennen 2026

Das Hahnenkammrennen 2026 wurde zu einem wahren Triumph der Höchstgeschwindigkeiten, und vom 20. bis 25. Januar bestätigte Kitzbühel erneut den Status des «Super Bowls» der Skirennen. Das Hahnenkammrennen-Programm war traditionell dicht:

Datum

Ereignis

Zeit

Piste

20.–21. Januar 2026

Trainings

11.30

Streif

21. Januar 2026

Wettbewerbe Longines Future Hahnenkamm Champions

11.15

Piste 1, Ganslern

21. Januar 2026

Wettbewerbe Longines Future Hahnenkamm Champions

13.30

Piste 2, Ganslern

23. Januar 2026

Super-G

11.30

Streifalm

24. Januar 2026

Downhill

11.30

Streif

25. Januar 2026

Slalom, Lauf 1

10.30

Ganslernhang

25. Januar 2026

Slalom, Lauf 2

13.30

Ganslernhang

Die Seilbahn auf den Hahnenkamm

Die Hahnenkammbahn

Die Konkurrenz 2026 war so hoch, dass die ersten Zehn in der Abfahrt weniger als eine Sekunde trennten. Das Hahnenkammrennen-Preisgeld erreichte 2026 die Rekordhöhe von €1'050'000. Für jeden der drei Starts – Super-G, Downhill und Slalom – wurden je €350'000 bereitgestellt. Der Sieger erhielt €101'000 für den ersten Platz, der zweite Platz €51'000 und der dritte Platz €26'000.

Nach den Ergebnissen der Schlüsselrennen wurde der Italiener Giovanni Franzoni zum Sieger und eroberte den Titel «King of the Streif». Er widmete den Sieg seinem Freund Matteo Franzoso, der im September 2025 in einem Trainingslager ums Leben gekommen war.

Im Slalom am Ganslernhang errang der Österreicher Manuel Feller den Sieg und gewann erstmals nach zehn Versuchen das Heimrennen. Im Super-G belegte Marco Odermatt den ersten Platz.

Partys und gesellschaftliche Anlässe sind ebenfalls fester Bestandteil des Hahnenkammrennens Kitzbühel. 2026 verwandelte sich Kitzbühel erneut in die grösste Party-Mile Österreichs. Am Samstag, 24. Januar 2026, fand die KITZ-RACE-Party statt – das wichtigste VIP-Event in der Zielzone. Die Veranstaltung umfasste einen roten Teppich, ein Gala-Dinner und Auftritte von Weltstars.

Ausserdem wurden von Freitag bis Sonntag der gesamte Bereich Vorderstadt, Hinterstadt und der Stadtpark zu Partyzonen mit 50 Zelten und Foodtrucks. Die Gäste feierten bei der Kronehit Party, Radio U1 Stage, VELO Stage, Rosi's Schnitzelparty, Lobsterparty im Hotel Kitzhof Mountain Design Resort und Fritz Kalkbrenner & Legenden Café.

Tickets und Preise

Da das Hahnenkammrennen Kitzbühel eines der prestigeträchtigsten Events im Ski-Weltcup ist, sind die Tickets normalerweise schnell ausverkauft. 2026 waren Hahnenkammrennen-Tickets nur online erhältlich. Die Hahnenkammrennen-Ticketpreise variierten von €40 bis €1'500:

  • Für den Eintritt zur Qualifikation/Training musste man ab €40 bezahlen.
  • Um den Downhill zu sehen, musste man je nach Tribüne €80 bis €190 bezahlen.
  • Ein Pass für alle Tage, das Weekend Ticket, kostete ab €280.
  • Tickets für VIP-Bereiche, also Chalets oder Restaurants mit Verpflegung und Bar, kosteten €500 bis €1'500.

Der Verkauf von Hahnenkammrennen-Tickets beginnt im September-Oktober. Die atmosphärischsten Plätze sind die Tribünen Zielhang an der Zielgeraden und Seidlalm – die berühmte Sprungschanze. «Standing areas» entlang der Steilhang-Piste sind die günstigste Variante. Die Tickets hierfür sind billiger, aber man muss 3 Stunden vor dem Start kommen, um einen Platz am Netz zu bekommen.

2026 besuchten rund 87'000 Zuschauer das Hahnenkammrennen Kitzbühel. Wer die Rennen sehen wollte, aber nicht anreisen konnte, konnte sich der Live-Übertragung des Hahnenkammrennens anschliessen. In Österreich auf ORF ON, in den übrigen europäischen Ländern auf Eurosport oder Discovery+. Es ist auch erwähnenswert, dass am 24. Januar 2026 im Rahmen des Samstagsprogramms traditionell das Benefizrennen KitzCharityTrophy stattfand, das €270'000 für Bergbauernfamilien sammelte. Hahnenkammrennen wann ist? Die nächsten, 87., Hahnenkammrennen sind für den 18.–24. Januar 2027 geplant.

Kitzbühel im Winter: die Alpenstadt Kitzbühel zur Zeit der Wettbewerbe

Kitzbühel im Winter

Anreise nach Kitzbühel

Kitzbühel ist eine kleine Stadt, und ein Verkehrschaos an den Renntagen ist unvermeidlich. Planen Sie die Route im Voraus.

Die schnellste Variante ist das Flugzeug. Die nächsten Flughäfen sind in Salzburg (80 km, 1 Stunde) und Innsbruck (100 km, 1,5 Stunden). Von München (170 km) aus ist es ebenfalls bequem, mit einem Mietwagen oder Shuttle anzureisen.

Die beste Variante ist der Zug. Der Bahnhof Kitzbühel liegt 5 Gehminuten von der Hahnenkamm-Seilbahn entfernt. Züge aus Wien, Innsbruck und München verkehren regelmässig.

Man kann auch mit dem eigenen Auto über die A12 (Inntalautobahn) anreisen, Ausfahrt Wörgl oder St. Johann. Versuchen Sie jedoch nicht, zu den Liften zu fahren. Parkplätze gibt es am Stadteingang (P1, P2), von wo kostenlose Shuttles fahren.

Es ist auch wichtig, sich zu überlegen, wo man übernachten will, denn wegen der vielen Besucher ist Unterkunft während der Veranstaltung nicht so einfach zu finden. Dennoch gibt es Möglichkeiten:

  • Grand Tirolia Kitzbühel – luxuriöses 5*-Hotel mit Spa-Center und Bergblick. Das Hotel eignet sich für jene, die sich VIP-Unterkunft leisten können.

  • Hotel Zur Tenne – liegt direkt in der Fussgängerzone und bietet seinen Gästen authentischen Tiroler Chic.

  • Q! Hotel Maria Theresia – Designhotel für ein junges Publikum mit ausgezeichneter Bar.

  • A-Rosa Kitzbühel – bietet einen Familienurlaub mit ausgezeichnetem Service, liegt 5 Autominuten vom Zentrum.

In der Freizeit besuchen Sie die Kitzbüheler Altstadt mit mittelalterlichen Arkaden oder fahren Sie mit der Hahnenkammbahn hinauf, um die Piste aus der Vogelperspektive zu sehen.

Interessante Fakten

Hier sind einige Fakten über das Hahnenkammrennen:

  • Um die Streif-Piste maximal hart und sicher zu machen, verwenden die Organisatoren ein spezielles System – das Injection Bar System. Wasser wird durch spezielle Düsen bis zu einer Tiefe von 20–30 Zentimetern eingespritzt. Dies ermöglicht die Schaffung einer harten Eisunterlage, während die obere Schneeschicht relativ trocken bleibt.
  • Das Startgefälle der Mausefalle ist so steil, dass viele Sportler mehr als 60 Meter in der Luft verbringen. In den 70er-Jahren, vor der Einrichtung der Sprungschanze, flogen die Skifahrer über 80 Meter weit, was als tödlich gefährlich galt.
  • Die Haupttrophäe des Hahnenkammrennens Kitzbühel ist kein Pokal, sondern eine Hahnenkamm-Gams-Statuette. Die Statuetten werden aus poliertem Marmor mit Goldüberzug für die Sieger oder mit Kupferüberzug für den 2. und 3. Platz gefertigt.
Kitzbühel bei Nacht

Nächtliches Kitzbühel

FAQ

Wie viele Zuschauer kommen normalerweise jedes Jahr zum Hahnenkammrennen?

Jährlich besuchen über 80'000 Zuschauer das Hahnenkammrennen Kitzbühel. An den Tagen der Abfahrt sind die Berghänge mit Tausenden von Fans gefüllt, und die Hotels im Umkreis von 50 km sind ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht.

Wodurch unterscheidet sich das Hahnenkammrennen von anderen Etappen des Ski-Weltcups?

Erstens durch die Streif-Piste – sie ist technisch schwieriger und gefährlicher als jede andere. Zweitens durch die Geschichte, denn das Rennen ist älter als der Weltcup selbst. Drittens durch das Ausmass: Der Preisgeldpool ist hier höher, und die Medienaufmerksamkeit ist mit den Olympischen Spielen vergleichbar.

Welche lokalen Traditionen oder Veranstaltungen begleiten das Hahnenkammrennen Kitzbühel?

Zum Beispiel die Bib Draw – eine der spektakulärsten Traditionen, sie findet am Vorabend oder am Tag des Rennens statt, eine feierliche Zeremonie der Auslosung der Startnummern. Sie findet in der Zielzone statt, wird von Musik begleitet und versammelt Menschenmengen. Ausserdem die Kitz Charity Trophy – ein Benefizrennen vor dem Hauptwettbewerb. Zudem servieren alle Bars einen besonderen Glühwein, den Hahnenkamm Glühwein.